Bewässerung in der Blütephase

Bewässerung

Beim Bewässern in der Blütephase geht man im Prinzip genauso vor, wie schon in der Wachstumsphase. Der Unterschied jetzt ist, dass unsere ausgewachsenen und kräftig blühenden Pflanzen viel mehr Wasser als z. B. am Anfang der Wachstumsphase verbrauchen werden.

Zum Ende der Blütephase wird der Wasserverbrauch dann wieder runtergehen, da die Pflanze sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähert (s. Herbsteln der Pflanze).

Checkliste Bewässerung:

  • Zeitpunkt fürs Gießen bestimmen
  • Wasser vorbereiten
  • Wie man gießt
  • Weitere Tipps zum Gießen

Wie oft in der Blüte gießen?

Wie oft wir unsere Pflanze gießen müssen, hängt genau wie im Wachstum von verschiedenen Faktoren ab. Die Größe der Pflanzen und Töpfe spielen z. B. eine Rolle oder die Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in der Growbox.

Für die Blüte haben wir unser Licht auf maximale Stärke eingestellt bzw. unsere Lampe näher an die Pflanzen gebracht. Dies erhöht natürlich auch den Wasserbedarf.

Drittel-Regel zum Bewässern

Nach jedem vollständigen Gießen (sobald etwas Wasser unten am Topf rausfließt, normalerweise dann, wenn man etwa 1/3 des Topfvolumens gegossen hat) notiert man sich das Gewicht des Topfes mit der Pflanze. So bekommen wir das maximale Gewicht der Pflanze im Topf, wenn sie gut bewässert ist.

Zum Feststellen, ob es Zeit zum Wässern ist mit Finger die Erdoberfläche prüfen. Ist die Erde sehr trocken, wiegt man wieder das Gewicht des Topfes.

Faustregel: Sobald das Gewicht nur noch 1/3 des „Vollgewichts“ ist, muss man wieder gießen.

Grundsätzlich: Es ist immer besser eher weniger oft, aber dann bei jedem Bewässern mehr zu gießen, als zu oft und dann mit zu wenig Wasser. Cannabis mag Trockenphasen zwischen den Wässerungen. Damit vermeidet man Überwässerung und Wurzelfäule.

Wasser (am Vortag) vorbereiten

Man braucht:

  • Plastikeimer
  • Gartensprüher/Drucksprüher
  • Ggf. Heizstab
  • pH bzw. EC-Wert Messgerät
  • Ggf. Dünger und Düngezusätze (CalMag o.ä.)

Zur Vorbereitung des Gießwassers sind beim mineralischen Anbau der pH und der EC-Wert des Wassers besonders wichtig. Aber auch beim organischen Grow spielen diese Werte eine Rolle. In der Lektion Basics: Bewässerung erfährt man mehr darüber.

Wie viel Wasser man benötigt hängt in erster Linie von der Anzahl der Pflanzen ab.

Tipp: Die in-etwa benötigte Wassermenge für alle Pflanzen kann man so berechnen: Anzahl der Töpfe x Volumen in Liter / 3

Immer kaltes Leitungswasser zapfen und vor der Benutzung ausgasen lassen. Dazu kann man das Wasser offen in einem sauberen Eimer über Nacht stehen lassen.

Wasser auf Zimmertemperatur bringen. Ist das Wasser zu kalt, kann man es auf eine bzw. in die Nähe einer Heizung stellen oder man kann einen Heizstab verwenden.

Jetzt kann man auch CalMag oder andere Zusätze zugeben. Danach gegebenenfalls Dünger dazugeben. (Siehe nächste Lektion Düngen).

Wichtig: Dünger sollte man immer frisch anmischen. Düngelösung nicht fürs nächste Düngen aufheben.

Wasser verabreichen

Man braucht:

  • Gartensprüher bzw. Drucksprüher (optimal)
  • Gießkanne (geht auch)
  • ph bzw. EC-Wert Messgerät (falls man Drain kontrollieren will)
  • Waage (falls man Pflanze nach dem Wässern wiegen will)

Vorgehen:

Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist am Anfang der Lichtphase.

Jetzt kann es schon einmal vorkommen, dass die Erde extrem trocken ist, sodass sie Wasser sehr schlecht aufnimmt. In so einem Fall sollte man erst einmal die Oberfläche mit einem Drucksprüher anfeuchten und dann ein paar Minuten warten. Wenn man dann gießt, wird Wasser viel besser von der Erde aufgenommen.

Man sollte nicht alles auf einmal reinkippen, sondern immer in mehreren Etappen gießen. Dabei wird eine kleinere Portion Wasser verabreicht und vor dem nächsten Schluck ein paar Minuten gewartet. Das wiederholt man dann 3-5x für jeden Topf. Geht man so vor, absorbiert die Erde das Wasser optimal und es gibt keine Staunässe und Trockenspots.

Beim Gießen beachten, dass man gleichmäßig über die gesamte Oberfläche gibt. Auch die Ecken nicht vergessen. Mit einem Druckgartensprüher mit Stiel geht das Wässern am besten. Ansonsten, falls man eine Gießkanne o.ä. benutzt ganz besonders vorsichtig vorgehen und das Wasser langsam verteilen.

Bis zum Drain gießen

Wie viel Wasser wir am Ende genau verabeichen, hängt u.a. davon ab, ob wir mineralisch oder organisch anbauen.

Beim mineralischen Anbau gießt man, bis etwa 20% der Gießmenge unten am Topf herausläuft. In der Regel geschieht dies, wenn man ungefähr 1/3 des Topfvolumens Wasser gibt. Dann ist die Erde meist auch voll gesättigt.

Beim organischen Anbau sollte man sofort mit dem Gießen aufhören, sobald das erste Wasser unten am Topf ausläuft. Wir wollen nämlich beim organischen Grow unser wertvolles Bodenleben nicht aus der Erde spülen.

Wichtig : Gießwasser nicht fürs nächste Gießen aufheben. Bleibt was über, für Zimmerpflanzen verwenden oder wegschütten.

Auch wichtig: Das Wasser, das sich jetzt im Untersetzer gesammelt hat nicht zum Gießen wiederverwenden. Weiterhin sollen die Pflanzen auch niemals im Drain stehen gelassen werden. Drain wegschütten oder bei Bedarf für EC-Wert oder ph-Wert Kontrolle verwenden.

Bei Bedarf kann man jetzt die gegossene Pflanze im Topf wieder wiegen und das „Vollgewicht“ für das nächste Gießen notieren.

Weitere Tipps

Auch in der Blütephase kann der Wasserbedarf unserer Pflanzen variieren. Beispielweise können höhere Temperaturen oder niedrigere Luftfeuchtigkeit unsere Pflanzen früher durstig machen als erwatet.

Deswegen ist es wichtig, dass man nicht „nach Plan“ wässert, sondern wirklich immer dann, sobald die Pflanzen es benötigen. Mit der oben beschriebenen Drittel-Regel hat man jedoch alles im Griff.

Wenn man Pflanzen bewässert, sollte man natürlich auch die Anzeichen für Über- und Unterwässerung erkennen können. Auf unserem Blog zur Über- und Unterwässerung kann man alles darüber erfahren.