Cannabis, Alkohol und das Bedürfnis nach Überwältigung

Beim Schreiben über den Zusammenhang zwischen Alkohol- und Cannabiskonsum ist mir aufgefallen, dass die Lebensphasen, in denen ich am meisten Alkohol konsumiert habe, genau die waren, in denen ich keinen Zugriff auf Cannabis (oder andere Drogen) hatte.
Fast ist es so, als gäbe es ein konsistentes Bedürfnis nach einem deutlichen Rausch. Das schwankt je nach Lebensphase zwischen zweimal die Woche und zweimal im Monat, begleitet mich aber, seit ich so 15, 16 bin, also jetzt seit über 30 Jahren. Ich kann es auch auf bloß paarmal im Jahr drücken, dann fehlt mir aber auf Dauer was (und tendenziell fallen die Binges dann auch sehr extrem aus, als müsst ich was nachholen). Ich habe meine Präferenzen, aber wenn das nicht verfügbar ist, greif ich auch auf anderes zurück. Häufiger wird’s auch nicht, im Alltag bin ich gerne nüchtern.

Kennt Ihr das? Woher kommt das? Warum ist es so zeitstabil? Und warum gibt es Leute, die das scheinbar gar nicht haben? Oder bei denen es in einem allgemeinen Alltagskonsum (der dann unweigerlich immer weniger überwältigend wird) untergeht?

4 „Gefällt mir“

Ich kenne das gleiche mit Zigaretten.
Solange ich Weed habe fasse ich keine Kippen an, sogar über Monate hinweg, bin dann echt super stolz das ich keine Kippen rauche und sage mir:" Na dann kannste ja gleich aufhören zu rauchen."
Sobald kein Weed da ist muss ich zur Kippe greifen und frag mich dann was das für eine Scheiße ist :sweat_smile:

Moin da ist die nervosität…hehehe
na solange es nur grass und zigaretten sind ist doch alles noch gut.

Rauchst du pur oder mit Tabak? Wenn du Mischkonsum betreibst ist es kein Wunder, dass du bei Mangel an Canna wieder nach Zigaretten suchtest :sweat_smile:

@Mr.White @Pablo

Nnnnaja… Ich will vom Tabak so gut es geht weg kommen, da ich seit meinem 11. Lebensjahr rauche und da einfach keinen Bock mehr habe.

Ja ich mische Tabak mit Weed, allerdings ist der Tabak über die Jahre verschwindend gering im Prozentualen Anteil zum Weed.

Einfach keine Kippen mehr zu rauchen wäre so ein Ziel das ich für mich gerne erreichen würde.

1 „Gefällt mir“

Ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen aber ich denke solange du in irgendeiner Form Nikotin konsumierst, wirst du nie von Zigaretten weg kommen.
Ich rauche/dampfe jetzt seit 20 Jahren pur. Zigaretten los zu werden war echt eines der anstrengensten Dinge überhaupt und hat mich echt viel Kraft gekostet. Ich bin bis heute so glücklich darüber. :heartbeat:

Die Übergangsphase ist echt hart aber es lohnt sich. Den ersten Monat der Entwöhnung hab ich nicht einmal die Cannabis Wirkung gespürt, so schlimm waren die Entzugserscheinungen.

3 „Gefällt mir“

Da dies mit Sicherheit auf viele Menschen zutrifft verstehe ich nicht wieso so viele „Rauschmittel“, bzw. Eigentlich alle, noch verboten sind. Wovor haben wir Angst wenn wir einfach alles verbieten. Lasst doch die Menschen konsumieren was immer sie möchten. Klar gibt es noch den Sicherheitsaspekt Straßenverkehr aber da könnte man ja sogar einen neuen Berufszweig eröffnen.

Mein Traum ist ja das wir wieder etwas Rückschrittiger werden und wieder häufiger als Gemeinschaft zusammenleben und uns frei entfalten dürfen. Ich denke dadurch werden einige „Volkskrankheiten“ wegfallen und die Gesellschaft wäre um einiges zufriedener.

Aber ich denke da kann man lang und breit drüber philosophieren und wäre hier zu weit.

Ich bin auch vor einiger Zeit auf pur umgestiegen und habe meinen Konsum dadurch deutlich reduziert.
Der Rausch kommt dafür jetzt umso angenehmer und ich genieße es von Zeit zu Zeit mal berauscht zu sein.

Und ich gebe dir Recht das es schon wichtig ist im Alltag klar zu sein das dankt dir auch deine Umwelt.

Gruß

Eben genau das ist dann die entscheidende Frage. Wenn das Bedürfnis nach Rausch einfach eine anthropologische Grundkonstante bei vielen ist, ist eine Prävention, die auf Nullkonsum abzielt, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Da geht’s dann nur darum, Menge, Häufigkeit und Art der Substanz so in den Griff zu bekommen, dass die Leute halt einigermaßen gesund bleiben und ihr Leben für sie zufriedenstellend auf die Reihe bekommen.

Vielleicht ist es auch eher ein in einer sensiblen Phase erlerntes Verhalten. Dann hätte Prävention, die dann aber alle berauschenden Mittel gleichermaßen im Blick haben muss, eher Aussicht auf Erfolg. Wenn man einen überschaubaren Konsum überhaupt als problematisch einstuft.

Legal darfst du dich mit Alkohol und Psychopharmaka (Schmerzmittel, Benzos, Psychopax, Substi…) berauschen alles andere wird mit übelster Propaganda verteufelt und du wirst im Verkehr und Beruf als Konsument diskriminiert und eigentlich auch als Prohibition ablehnende Minderheit von der Justiz verfolgt.

Allein schon wie sie in den staatlichen Medien immer Alkohol und Nikotin von „Drogen“ trennen um ihre Prohibition zu rechtfertigen und so tun als gäbe es da einen Unterschied :joy:

Rausch zum Stressabbau und zum Abbau von Hemmungen in sozialen Situationen ist was ganz normales … die halben Leute wären wahrscheinlich garnicht gezeugt worden ohne :sweat_smile:

1 „Gefällt mir“

Für mich ist beim Kiffen der Rausch kein Selbstzweck, das ist mehr ne kulturelle, lifestyle- Angelegenheit… Ich werde nie meine erste, richtige Gras- Tüte vergessen; mit einem alten Freund unter einem dicken Baum im Gebüsch im Park, schön heimlich und in Ruhe. Es kribbelte, ich hatte verstärkte Sinneswahrnehmungen und in meinem Gehirn ging irgendwie ein Vorhang auf, der vorher zu war. Dinge passten plötzlich zusammen, die ich vorher eher isoliert betrachtet hatte; ein reiferes Weltbild entstand nach und nach, und ich erlebte die Gemeinschaft mit der Clique intensiver. Stattdessen ist für mich ein Rausch, der mich irgendwie überwältigt, total lähmt und selbst für meine Freunde nicht mehr zugänglich macht, was negatives.

„Wichtig ist nicht, wie viel man trinkt, sondern mit wem!“
Filmzitat (Doku)

Wenn ich alleine abends ein paar Bier getrunken habe und mit einem Schwips da saß, war das gar nicht mal so sehr wegen des Rauschs, sondern weil ich mir was leckeres gönnen wollte. „Man gönnt sich ja sonst nichts!“ So wie wenn man drei, vier verschiedene Stücke Kuchen isst. Und vielleicht, um das Alleinesein etwas zu überspielen. Also ich kann durchaus Mittel finden, das Saufen gar nicht zu vermissen; weil ich weiß, dass es nicht ums Saufen selber geht. Was nicht heißen soll, dass ich auf das ein oder andere leckere Bierchen in meinem Leben jemals komplett verzichten will.
Nikotin vermisse ich im Alltag gar nicht, ich drehe mir aber unter Freunden schon mal eine oder mehrere, und baue mit Tabak. Wenn ich geerntet habe, will ich aber nicht den Tabakkonsum vervielfachen, weil ich mehr kiffe, sondern besser ungefähr auf dem gleichen Level halten. Ich hab’ noch keinen Vaper und will es zunächst mal mit Pur- Spliffs probieren; bzw. dass der Tabak nur noch als kleine Verbrennhilfe dient, statt als Streckmittel.

2 „Gefällt mir“