Düngen in der Wachstumsphase

Düngen

Jetzt, wo wir das richtige Bewässern unserer Pflanze gelernt haben, können wir uns dem Düngen zuwenden. Es kann ja sein, dass man mit jeder Bewässerung schon Dünger verabreicht. Wie oft man jedoch düngt, hängt vom Dünger und den Herstellerempfehlungen ab. Andere Faktoren, wie z. B. die Anbaumethode (mineralisch oder organisch), das Alter der Pflanzen, die benutzte Erde usw. spielen auch eine Rolle.

Checkliste Düngen - Wachstumsphase

  • Herausfinden, ab wann man düngen sollte
  • Richtige Dosierung beachten
  • Düngelösung vorbereiten

Wann mit Düngen anfangen?

Wann man mit dem Düngen anfängt, hängt vom benutzten Dünger ab. Dazu unbedingt die Düngeschemas der Hersteller beachten.

Düngeschemas einiger bekannter Hersteller:

Weiterhin spielt es eine Rolle, ob man mineralisch oder organisch anbaut.

Ganz besonders ist die Erde, die man benutzt, ein Faktor, wenn es darauf ankommt, wann man zum Düngen anfängt. Viele Erden, und insbesondere die meisten Universal Blumenerden sind vorgedüngt.

Bei vorgedüngter Blumenerde muss man erst später oder mit niedrigerer Dosierung anfangen. Für wie lange die Nährstoffe darin etwa ausreichen, wird oft auf der Packung mit angegeben. In der Regel sind es 2-3 Wochen. Damit braucht man dann in der Wachstumsphase eventuell überhaupt nicht düngen und man fängt damit erst in der Blüte an.

Bei ungedüngter Erde muss man direkt nach dem Umtopfen mit dem Düngen anfangen. Hier kann man zwischen mineralischem und organischem Dünger entscheiden.

Wie hoch dosieren?

Wir empfehlen immer nach dem empfohlenen Schema zu gehen und ggf. auch den Strain mit einzubeziehen. Grund: Nicht alle Cannabis Sorten haben den gleichen Nährstoffbedarf. Zum Beispiel bevorzugen Automatics und viele Sativas oft weitaus weniger Dünger als andere Sorten. Deswegen immer den Strain Steckbrief bzgl. Nährstoffbedarf einer Sorte ansehen!

Tipp: Im Zweifel lieber etwas zu wenig düngen, als zu viel! Cannabis ist und bleibt eine widerstandsfähige Pflanze! Nährstoffmangel ist weitaus einfacher zu lösen als ein Nährstoffüberschuss durch Überdüngung.

Generell, wenn man als Anfänger erst mal genau nach dem empfohlenen Schema des Düngeherstellers geht, kann man an Problemlösungen besser herangehen. Man kann die Dosis dann bei Bedarf und vielleicht mit Hilfe des Rats anderer Grower einfacher nach unten oder oben justieren. Hier hilft unser Forum → Grow-Probleme Kategorie.

Dünger vorbereiten

Beim Vorbereiten des Düngers werden wir unser Gießwasser (s. vorherige Lektion Bewässerung) nehmen und den Flüssigdünger nach Dosierungs-Empfehlung dazugeben. Eventuelle Zusätze wie CalMag werden vorher dazugemischt.

Hier auch wieder an die 1/3 Regel denken. Wir brauchen ein Drittel des Nass-Gewichts vom letzten Gießen als Wassermenge.

Wichtig: Die Düngelösung sollte man stets frisch anmischen. Grund: Schon nach 24 Stunden kann eine gelagerte Düngerlösung im pH-Wert kippen. Sollte beim Düngen was übrig bleiben, für Hauspflanzen verwenden oder wegschütten.

Was man braucht:

  • Dünger (Wachstumsdünger)
  • Ggf. Düngezusätze (CalMag o.ä.)
  • Vorbereitetes Wasser
  • Sauberer Eimer
  • Großen Löffel o.ä. zum anmischen
  • ph-/EC-Meter
  • ggf. pH-Down oder pH-Up

Vorgehen:

  1. Benötigte Menge Wasser in (sauberen) Plastik-Eimer füllen. Wichtig: Keine Blecheimer verwenden!
  2. Falls noch nicht getan, kann man jetzt Zusätze wie CalMag o.ä. zugeben
  3. Jetzt können wir Dünger nach Herstellerschema zugeben. Mit Rührlöffel o.ä. alles gut vermischen.
  4. Wenn wir mineralisch düngen, sollten wir den EC-Wert und den pH-Wert der Düngelösung jetzt messen um zu sehen, ob sie im optimalen Bereich sind. Die optimalen pH- und EC-Werte der Nährlösung werden im Dünge-Schema angegeben.
  5. Für eine EC-Erhöhung kann man etwas mehr CalMag dazugeben. Für eine EC-Senkung etwas mehr Gießwasser oder ein wenig destilliertes Wasser dazugeben. Für eine pH-Anpassung kann man pH-Down oder pH-Up nehmen.
  6. Beim organischen Anbau entfällt das Messen des EC-Wertes. Den pH-Wert sollte man aber trotzdem noch mal überprüfen. Wenn der pH > 7.5 ist, kann man etwas mehr Dünger dazugeben, da dies den pH absenkt. (Ein zu niedriger pH kommt beim organischen Growen so gut wie nie vor.)

Jetzt können wir wie in der Lektion Bewässerung erklärt langsam und in Intervallen die Nährlösung gießen.

Beim Düngen unserer Pflanzen wollen wir auch immer ein Auge auf Anzeichen von Über- oder Unterdüngung oder etwaige Mangelerscheinungen haben. Mit unserem Grow Doktor kann man die Pflanzen diagnostizieren und damit eine Lösung für potenzielle Probleme finden.