Schimmel und Schädlingskontrolle

Schimmel & Schädlingskontrolle

Schimmel und Schädlinge sind der Feind jedes Cannabis Anbauers. Obwohl schon problematisch während der Keimung und im Wachstum, kann ein Befall in der Blütephase einem schnell die ganze Ernte verderben.

Deswegen sind die richtigen Vorbeugungsmaßnahmen und eine konstante Kontrolle unserer Pflanzen auf Schimmel und Schädlinge in der Blüte immer wichtig.

Checkliste Schimmelkontrolle:

  • Schimmel vorbeugen
  • Pflanzen auf Schimmel kontrollieren
  • Was tun bei Schimmel?

Checkliste Schädlingskontrolle:

  • Schädlinge vorbeugen
  • Pflanzen auf Schädlinge kontrollieren
  • Schädlinge bekämpfen

Schimmel vorbeugen

Feuchtigkeit, die in dicht-gepackte Buds eindringt, kann bei unzureichender Belüftung nur schlecht verdunsten. Die Buds fangen zu schimmeln an und in kurzer Zeit ist die ganze Ernte gefährdet.

Vorgehen um Schimmel vorzubeugen:

  1. Schimmel mag eine konstante Temperatur. Kleine Temperaturschwankungen helfen, Schimmel vorzubeugen. Die Schwankungen müssen jedoch innerhalb des grünen Bereichs für die Blütephase (20ºC-26ºC) sein. Im Bedarfsfall Heizung im Raum, wo die Growbox steht z. B. über Nacht etwas runterdrehen.
  2. Der Temperaturabfall muss jedoch niedrig gehalten werden. Fällt die Temperatur z. B. über Nacht mehr als 8ºC abfällt, erhöht sich die RLF schlagartig. Dies führt dann auch zu Schimmel! Ein Thermometer mit Min/Max Anzeige hilft solche Schwankungen zu erkennen.
  3. Schimmel fühl sich am wohlsten bei abgestandener Luft. Deswegen Frischluftzufuhr und Abluft kontrollieren und beide ggf. höher aufdrehen.
  4. Auf gute Luftzirkulation achten. Bei Bedarf einen weiteren Umluft Venti in der Box aufstellen. Die zwei Ventilatoren aufeinander ausrichten. Damit bekommt man eine optimale Luftverwirbelung.
  5. RLF in der Growbox stets unter 50% halten. Wenn nötig, Raum öfter lüften. Growbox nicht in einem feuchten Raum aufstellen. Keine Wäsche zum Trocknen im selben Raum aufhängen. Bei Bedarf kann man mit einem Schlauch trockene Luft aus einem anderen Zimmer oder von außen ansaugen.
  6. Falls man Platz in der Box hat, den Abstand zwischen den Pflanzen erhöhen. Eine dicht-gepackte Growbox erlaubt nämlich keine gute Luftzirkulation. Dies begünstigt Schimmelbildung.
  7. Gießwasser und Gießwerkzeug immer sauber halten und nur drinnen stehen lassen. Weiterhin sollte man auch Haustiere von den Pflanzen fernhalten. Ansonsten können Schimmelsporen von außerhalb in die Box gelangen.

Pflanzen auf Schimmel kontrollieren

Vorgehen zur Schimmelkontrolle

Wichtig: Beim Arbeiten in der Box immer Handschuhe und saubere Kleidung anziehen um keine Sporen von außen hereinzubringen.

  1. Bei der Kontrolle auf Wasserablagerungen an der Pflanze und in der Growbox achten. Kondenswasser an den Wänden in der Growbox deuten immer auf erhöhte Luftfeuchtigkeit hin. Schimmelgefahr!
  2. Falls jedoch die RLF in der Growbox schon optimal ist und sich dennoch Feuchtigkeit ablagert, deutet das auf Umluft Problem hin. Man sollte dann den Umluft-Venti so ausrichten, dass die betroffene Stelle besser „umlüftet“ wird. Bei Bedarf Venti höher aufdrehen bzw. einen weiteren Ventilator dazustellen.
  3. Selbst wenn die Luftfeuchtigkeit durchgehend im 30-50% Bereich ist, sollte man auf möglichen Schimmel achten. Da der Schimmel über Sporen einerseits durch die Luft aber auch durch das Wasser beim Gießen immer einen Weg in die Growbox findet , gilt es einen Ausbruch von Schimmel schnellst-möglich zu erkennen .
  4. Typische Spots für Schimmel sind jegliche Stellen, wo sich Pflanzenteile berühren oder dicht beieinander sind - beispielsweise an Abzweigungen und vor allen an den Blüten. Vor allem der große Bud an der Spitze (Headbud) ist sehr dicht in Masse und damit ein Einfallstor für Pilze.
  5. Auch sind Verletzungen an der Pflanze typische Stellen, über die sich Pilzinfektionen einnisten können. Solche Spots deswegen häufig kontrollieren.
  6. Anfangs wenn die Blüten noch klein sind, reicht es alle paar Tage zu schauen. Je größer die Blüten werden, desto öfter muss man kontrollieren. Sobald die Buds voll ausgebildet sind, sollte man die Pflanze täglich auf Schimmel untersuchen.
  7. Achtung: Schimmel kann auch durch Phosphorüberdüngung ausgelöst werden.

Grauschimmel (Botrytis)

Grauschimmel fängt als weißer Flaum mit ganz dünnen Fäden an. Es sieht fast aus wie ein sehr dicht gewebtes Geflecht von Spinnennetzen, das über den Pflanzenteilen liegt.


(Bild: Grauschimmelbefall sieht aus wie ein Geflecht von Spinnennetzen)

Grauschimmelfäule kann an der gesamten Pflanze auftreten. Bei Verletzungen z. B. kann Grauschimmel eine Pflanze schnell infizieren. Grauschimmel kann auch überall sonst wo es nass oder verdreckt ist vorkommen. Gute Hygiene beim Grow ist deswegen Pflicht!

Wenn Grauschimmelfäule die Buds befällt, was schnell vorkommen kann, spricht man von

Bud Rot

Oft kann man Bud Rot (Blütenfäule) an den Blütenblättern erkennen. Diese sind oft gelblich-braun verfärbt, feucht und fallen leicht ab. Dann ist es aber schon viel zu spät!

Bud Rot fängt nämlich im inneren der Buds an und dringt langsam nach außen. Deswegen ist er am Anfang auch nicht leicht zu erkennen. Man muss die Buds wirklich sorgfältig auseinanderbiegen, um einen frühen Befall zu erkennen.


(Bild: Blütefäule ist nicht immer gleich erkennbar da sie innen im Bud anfängt)

Je weiter der Schimmel sich ausbreitet, desto brauner werden die Stellen. Das sind die verrotteten Zellen der Pflanze. Bei zunehmender Ausbreitung fangen die schimmeligen Stellen an auch wirklich ekelhaft zu riechen.


(Bild: Der ganze Bud ist durch Blütefäule verschimmelt)

Was tun bei Schimmel?

Im Falle von Schimmel heißt es: Sofort handeln!

Verschimmelte Teile müssen ganz vorsichtig und großzügig entfernt werden, ohne die betroffenen Stellen zu schütteln. Anderenfalls werden die Schimmelsporen herumgewirbelt und in der Luft verteilt.

Vorgehen:

  • Befallene Pflanzenteile großzügig abschneiden und sofort in Müllbeutel entsorgen. Keinesfalls in der Growbox liegen lassen.
  • Luftfeuchtigkeit in Growbox möglichst auf 25-35% senken (Lüfter aufdrehen oder Luftentfeuchter benutzen).
  • Schimmelige Buds niemals (!!!) rauchen oder sonst irgendwie konsumieren. Diese enthalten stark giftige und allergene Stoffe.

Verschimmelte Pflanzen-Teile niemals in den Kompost oder in die Bio-Tonne geben, sondern stets luftdicht im Müllbeutel verschließen und im Restmüll entsorgen!

Schädlingskontrolle

Wie Schimmelbefall, Pilze oder Nährstoffprobleme können Schädlinge einem Grow ein frühzeitiges Ende bereiten. Vorbeugung, laufende Kontrolle und für den Fall der Fälle eine effektive und rasche Bekämpfung von Schädlingen sind deswegen beim Anbau von Cannabis unverzichtbar.

Checkliste Schädlingskontrolle:

  • Schädlinge vorbeugen
  • Pflanzen auf Schädlinge kontrollieren
  • Schädlinge bekämpfen

Schädlinge vorbeugen

Vorgehen:

  1. Wichtig: Bei jeglicher Arbeit in der Growbox saubere Nitril Handschuhe verwenden und saubere Kleidung anziehen. Damit schützt man die Pflanzen vor unnötigen Schmutz, Bakterien und Schimmelsporen.
  2. Feines Zuluft Gitter bei der Zuluft anbringen. Größere Insekten (Fliegen, Käfer ö.ä.) können dann nicht von außen in die Growbox gelangen.
  3. Immer richtig gelagerte Erde aus dem Growshop benutzen. Billige Baumarkterden sind oft mit Schädlingen bzw. deren Eiern infiziert. Solche billigen Erden müsste man vor Benutzung dann erst sterilisieren.

Pflanzen auf Schädlinge kontrollieren

Vorgehen:

  1. Täglich Ausschau halten auf Blättern, Buds und auf der Erde.
  2. Nach Blattschäden/Fraßspuren Ausschau halten . Viele Cannabis Schädlinge sieht man am Tag nicht, da sie nachtaktiv sind. Die Fraßspuren (Löcher, Verfärbungen usw.) kann man jedoch nicht übersehen.
  3. Viele der typischen Cannabis Schädlinge sind so klein, man kann sie mit dem bloßen Auge fast gar nicht erkennen. Ein Taschenmikroskop oder eine gute Lupe hilft die Biester zu sehen. Auch auf den Unterseiten der Blätter nachsehen. Hier verstecken sich Schädlinge oft.

Schädlinge bekämpfen.

Vorgehen:

  1. In der Blüte sollte man Insektizide wie Neemöl oder Spruzide nicht mehr benutzen da sich nun die Blüten bilden. Würde man jetzt sprühen, würde dies das Gras mit einem ekligen Geschmack und evtl. einer Menge schädlicher Chemie verderben.
  2. Raubmilben sind die beste Lösung zur Insektenbekämpfung in der Blüte. Damit kann man auf biologische Weise effektiv häufige Schädlinge wie Blattläuse, Thripse usw. bekämpfen.
  3. Bei Schädlingsbefall hilft zur schnellen Diagnose unser Growdoktor. Hier kann man dann eine schnelle Lösung finden.