SUPERERDE wer kennt Sie ? :D


#1

Hallo Lieber Crower,

heute will ich mal das Thema Erde mit euch klären.

Es gibt ja verschiede Sorten Erde für den Crow und jeder kennt das Problem ob man drinnen oder im Freien growt man muss Düngen !
Junior empfiehlt ja die Composana Erde wo ja nicht schlecht ist aber mit der richtigen Erde was ja der Grund Baustein für unsere Kinder ist denk ich kann man noch wesentlich Dickere Erträge rausholen wenn man das richtige Medium benutzt.

Wenn man diese Erde wirklich nicht düngen muss kann man auch nicht Überdüngen :stuck_out_tongue:

Ich habe jetzt einen Bericht gefunden wo von Supererde die Rede ist die wenn man Sie hat nicht Düngen muss.Dafür muss man sie aber selbst herstellen.

Und Zwar braucht man Dazu:

4 große Säcke mit Grundboden (hochwertige Bio Blumenerde mit Kokosfaser und im Idealfall, Mykorrhiza)
5 bis 10kg Regenwurmexkremente
1kg Blutmehl
1kg Fledermaus Guano
1kg gedämpftes Knochenmehl
0,75kg Rohphosphat
1/8 Tasse Epson Salze
1/4 Tasse Azomite (Spurenelemente)
1/2 Becher süßer Kalk (Dolomit)
1 EL pulverförmige Huminsäure

Sollte Dein Basisboden wärmebehandelt oder sterilisiert sein, ist es
eine gute Idee, die zuvor genannten Bactrex und Mycotrex Mischungen
hinzuzufügen.
Um die Supererde herzustellen, mische all diese Zutaten so zusammen:

  1. Für den Anfang brauchst Du erstmal einen sauberen Platz zum Arbeiten.
  2. Entweder Du legst eine Plane aus oder Du verwendest ein großes
    Kinderplanschbecken (Plastikpool), um die Mischung darin anzusetzen.
    Wenn Dir körperliche Arbeit nicht liegt, kannst Du auch einen sauberen
    Zementmischer verwenden.
  3. Schütte in der Mitte der Plane/des Pools einen Hügel Basisboden auf (ein paar Säcke).
  4. Verteil die pulverförmigen Nährstoffe auf dem Hügels.
  5. Schütte eine weitere Schicht Basisboden auf den Hügel.
  6. Verbreite das Fledermaus Guano auf dem Hügel.
  7. Schütte eine weitere Schicht Basisboden auf den Hügel.
  8. Gib die Zutaten in Schichten darauf, immer gefolgt von Basisboden, bis alles aufgebraucht ist.
  9. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich schmutzig zu machen. Zieh Deine
    Stiefel an und mische mit einem Spaten alles kräftig zusammen, bis es
    ein homogenes Substrat ist. Dies könnte bis zu 20 Minuten Arbeit
    bedeuten, aber es ist ein sehr wichtiger Schritt - der Boden ist nicht
    optimal wirksam, wenn er nicht sorgfältig vermischt ist.
  10. Die Bodenmischung wird dann für die Lagerung in große Plastikmülltonnen geschaufelt.
  11. Gib 10 Liter Wasser in jede Mülltonne. Dies erschwert künftiges
    Mischen, aber es aktiviert die Mykorrhiza darin und hilft, all die
    Pulver aufzulösen.
  12. Jetzt läßt Du die Mülltonnen 30 Tage lang in der Sonne kochen - paß aber auf, daß sie nicht im Regen stehen.

Für diejenigen die da noch einen Draustezen wollen können sich einen Komposthaufen anllegen und den darin gewonnen Mutterboden als Grunderde verwenden.

Das ganze benötigt natürlich recht viel Zeit da allein den Mutterboden im Komposter herzustellen 1 1/2 Jahre benötigt.

Aber denkt Ihr das Ganze lohnt sich dan auch oder ist es nur Zeit Verschwendung?

Welche Erde benutzt Ihr?


#2

Kennen tue ich die Mischung nicht aber die Zusammensetzung hört sich gut an.
Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du es ja mal ausprobieren und deine Erfahhrung damit posten. Da dürfte ja wohl noch nen wenig Zeit ins Land gehen. :wink:
Falls du das wirklich durchziehst, würde ich dir empfehlen nen Zementmischer ausm Baumarkt zu leihen. Alles andere kannste als Kiffer wohl vergessen. :sweat:
Ob das die Mühe wert ist wirst du wohl erst erfahren, wenn du ´s probiert hast.
Ich bleibe jedenfalls bei CompoSana. Bin halt faul.

Gruß


#3

Yep :smile:
Diese Supersoils werden dann zwischen Growdurchgängen “recycelt”, sprich mit frischen Zutaten aufgebessert, wieder ruhen gelassen, und dann wieder verwendet.

Es geht dann noch einen Schritt weiter, nämlich eine Dauererde zu machen - d.h., ma hat größere Töpfe, die ma immer wieder verwendet, ohne sie zwischenzeitlich auszuleeren. Als sehr! fauler Mensch hat mich das natürlich nochmal verstärkt angesprochen! :joy:

Kein wiederholtes Be- und Entsorgen von Erde mehr!
Kein Messen von PH Wert, kein Düngeschema, das ma befolgen muss.
Keine Abhängigkeit von Fläschchenproduzenten mehr!
UND bei Dauererde wird der Boden immer besser, je älter sie wird :smiley:

Allerdings gibt es einerseits in meiner Gegend ein Versorgungsproblem: die Zutaten bekommt ma nicht, und sie mir per Internet zu bestellen schien mir widersinning, da Teil meiner Motivation, diesen Weg einzuschlagen, darin liegt, Nachhaltigkeitsprinzipien in die Tat umzusetzen.

Daher habe ich die Erstellung meiner Erdbasis zutatenmäßig reduziert und abgekürzt.

Die Grundmischung von Dauererden besteht meist aus:

  • 1/3 Torf (kann auch durch Kokosfaser ersetzt werden - ist weniger
    hydrophobisch und erneuerbar, während beim Torf immer gestritten wird
    ob’S nachwächst oder Ökosysteme dafür zerstört werden)
  • 1/3 Kompost bzw. Wurmkompost
  • 1/3 Aerationsmaterial (Lavastein, Perlite, …)
  • Und dann kommen die ganzen halb bis ganz exotischen (und mMn
    eigentlich nicht essentielle) Zutaten hinzu.

Also habe ich meine Mischung mit dem, was ich hatte, in etwa nach diesem Verhältnis erstellt:

  • 1/3 Living Garden (Hausmarke von Obi) Bio Blumenerde torffrei
  • 1/3 gebrauchte CompoSana 50% Gewicht (vom 1. Grow),
  • 1/3 Lavastein

Zugabe von Neemkuchenmehl & zermahlenen Eierschalen, ca. ein dutzend Regenwürmer, und immer wieder Pflanzenmaterial-Mulch, auch während des Grows.

Ich habe diese Erde gleich in den endgültigen Topf gefüllt und mit einer 5cm dicken Schicht aus gehäckseltem Beinwell aufgemulcht (Bis ich die Pflanzen eingesetzt habe, war der Beinwell bereits vom Bodenleben zersetzt worden) und insgesamt einen knappen Monat ruhen lassen, bevor ich sie bepflanzt habe.

Zwischenzeitlich habe ich noch eine Schicht Kleegras draufgelegt, die ich aber teilweise wieder entfernen musste, da es die bakteriellen Zersetzungsprozesse derart angekurbelt hat, dass die Erde total heiss wurde – und ich hatte die Zeit nicht, die diese zusätzliche “Reifung” benötigt hätte, da ich die Erde schon bald brauchte.
Stattdessen kam noch Zitronenmelisse und Ysop dazu, den ich im Garten zurückgeschnitten hatte.

Also eine schlampige Version, ganz ohne Schnickschnack (ok, ein Teil der Schnickschnack-Zutaten war bereits in den gekauften Erdmischungen – Torf im CompoSana, und a bissl Guano und so in der Komposterde) - und durchsät mit “Fehlern”, die ich heute so nimmer machen würde :joy:

Ob’s funktioniert? Und wie! :grin:
Trotz weiterer Fehler beim Growen selbst (allen voran, dass ich 2 Pflanzen in den Topf, der nur für 1 bestimmt war, gesetzt habe), stehe ich davor, eine nette Ernte einzufahren (s. mein Growjournal)

In diese Welt einzusteigen, heisst auch umzudenken:

Zentral ist nicht die chemische Zusammensetzung - wie das bei der Fläschchenkultur, die aus der chemischen Sicht von Pflanzenwachstum erwächst, und die wiederrum nur dadurch mainstream geworden ist, weil die chemische Industrie post WW2 neue Absatzmärkte brauchte. Und damit den Böden weltweit den Rest gegeben hat – die meisten der industriell genutzten Ackerflächen sind heute TOTER BODEN, der nicht mehr in der Lage ist, Stoffe aus der Luft zu binden und unsere Verseuchung der Welt damit noch verschlimmert.

Vielmehr geht es um die Förderung des Bodenlebens, das alle Nährstoffe die im Boden sein mögen (und es sind meist eh alle drin, die eine Pflanze je brauchen könnte!) erst aufspaltet und pflanzenverfügbar macht.

Und zwar genau in dem Ausmaß, wie die Pflanze es selbst grad braucht. Dazu schickt die Pflanze Botenstoffe in den Boden (zusammengesetzt aus den Zuckern, Kohlenstoffen und Proteinen, die sie bei der Photosynthese erzeugt), um genau die Bakterien und Pilze zu fördern, die sie gerade braucht. D.h., jede Pflanze hat in ihrem Wurzelballen eine Bodenlebenkultur, die ihr am zuträglichsten ist - so die Bedingungen und der Grundstock an bakteriellen und fungalem Leben eine Auswahl und Förderung erlaubt. Und deswegen wird eine Dauererde auch immer besser: wenn ich die nächste Pflanze neben den Wurzelballen der vorherigen einsetze, sind im Boden bereits in höherem (kultiviertem) Maße die Mikroorganismen, die Cannabis am besten unterstützen, vorhanden. Unsere Pflanze gärtnert mit, wenn wir es ihr erlauben.

Wenn ich meinen Boden mit den Blättern vom Auslichten meiner Pflanze mulche, werden durch die Zersetzungsprozesse die Nährstoffe, die sie dem Boden entnommen haben und in sich gebunden haben zum Aufbau ihres Gewebes, wieder verfügbar, und zwar direkt. Und es entsteht ein Kreislauf, in den wir nur fördernd eingreifen, weil wir höhere Ansprüche an Zyklusgeschwindigkeit und Erträgen haben als die Natur dies für wichtig hält :wink:

Eine wunderbare Einführung in dieses Prinzip gibt Elaine Ingham, eine hoch angesehene Bodenmikrobiologin, z.B. in diesem 1,5 stündigen Vortrag :heart_eyes: