Ich habe nur im Garten hin und wieder leichten Befall. Da kann man händisch noch gut gegensteuern und befallene Blätter entfernen - wenn man es früh genug sieht.
Habe auch gelesen, dass Milch bei akutem Befall helfen soll. Hab ich aber nicht getestet. Und bei dir hat es ja dann leider nicht geholfen. Der Tipp zum Kaisernatron ist gut.
Im Zelt ist es halt mies, da können Sporen lange überleben und es kommt immer wieder zum Befall. In dem Fall würde ich dann doch zum Chlor greifen. Aber immer erst nach dem Grow.
Purolyt ist übrigens HOCl. Angeblich nicht gesundheitsschädlich, aber dass möchte ich so nicht bestätigen.
Edit:
Was ChatGPT zu Purolyt meint
Kurz gesagt: Bei sachgemäßer Anwendung gilt Purolyt nicht als gesundheitsschädlich. Es besteht überwiegend aus Wasser, etwas Kochsalz und einer sehr geringen Konzentration an hypochloriger Säure (HOCl). Laut Hersteller enthält es weniger als 0,1 % aktive Chlorverbindungen und ist nach der CLP-Verordnung nicht als gefährlicher Stoff eingestuft.
Zu deiner eigentlichen Frage:
Zerfällt Purolyt wirklich zu Wasser und Salz?
Im Wesentlichen ja.
Hypochlorige Säure (HOCl) ist chemisch relativ instabil. Sie reagiert mit organischem Material, Licht und Luft und wird dabei verbraucht. Übrig bleiben hauptsächlich:
- Wasser (H₂O)
- Chlorid-Ionen (Cl⁻), also praktisch Kochsalzbestandteile
- geringe Mengen anderer Mineralien bzw. Salze
Der Hersteller beschreibt dies ebenfalls so: Die wirksamen Bestandteile reagieren wieder zu Wasser und Spuren von Mineralien zurück.
Verflüchtigt sich das Chlor komplett?
Das wird oft etwas vereinfacht dargestellt.
Es ist nicht so, dass sämtliches Chlor einfach als Chlorgas in die Luft verschwindet. Vielmehr wird das „aktive Chlor“ chemisch umgewandelt. Ein Teil reagiert mit Mikroorganismen und organischen Stoffen, ein kleiner Teil kann als Chlorverbindung zerfallen oder sich verflüchtigen. Am Ende bleibt hauptsächlich normales Chlorid zurück – also dieselbe Chlorform, die auch in Kochsalz enthalten ist.
Ist das für Menschen problematisch?
Bei den üblichen Konzentrationen von HOCl eher nicht.
Hypochlorige Säure wird sogar vom menschlichen Immunsystem gebildet, um Krankheitserreger abzutöten. Das bedeutet nicht, dass man beliebige Mengen davon trinken sollte, aber die Substanz selbst ist deutlich milder als klassische Chlorbleiche (Natriumhypochlorit).
Wo liegt die eigentliche Vorsicht?
- Nicht mit Säuren oder anderen Reinigungsmitteln mischen.
- Nicht in hoher Konzentration als Nebel einatmen.
- Nicht direkt als Lebensmittelzusatz verwenden, wenn das Produkt dafür nicht zugelassen ist.
- Kühl und lichtgeschützt lagern, weil HOCl mit der Zeit zerfällt.
Falls du an Cannabis denkst
Viele Grower verwenden Purolyt gegen Schimmel, Mehltau oder zum Bud-Washing. Die Begründung lautet meist, dass HOCl nach Minuten bis Stunden zerfällt und keine relevanten problematischen Rückstände hinterlässt. Das ist chemisch plausibel, ersetzt aber keine offizielle Zulassung für das Endprodukt.
Mein Fazit: Deine Vorstellung ist grundsätzlich richtig. Purolyt hinterlässt nicht dauerhaft „aktives Chlor“ auf behandelten Oberflächen oder Pflanzen. Die hypochlorige Säure wird relativ schnell verbraucht bzw. zerfällt, und zurück bleiben überwiegend Wasser und geringe Mengen chloridhaltiger Salze. Das ist einer der Gründe, warum HOCl-Produkte als vergleichsweise schonende Desinfektionsmittel gelten.
Wenn du Purolyt speziell für die Anwendung auf Blüten kurz vor der Ernte oder für Bud-Washing bewerten möchtest, kann ich die Chemie und die zu erwartenden Rückstände noch deutlich genauer aufdröseln.