Du merkst, dass du mit Natur arbeitest, wenn plötzlich alle Antworten auf Deine Fragen mit „es kommt darauf an“ beginnen.
Es gibt keine Pauschalantworten in diesem Bereich.
Ob du nur Wasser für deine grows brauchst hängt davon ab, wie die Inputs sind in Qualität, und ob die „Umweltbedingungen“ das Überleben der mikrobiellen Herde gewährleisten.
Du könntest einfach Wurmkompost mit gekaufter Erde und etwas zusätzlicher Belüftung mischen.
Geht das? Kommt darauf an!
Wie sehr und womit wurde das Substrat zB aufgedüngt? Wenn der Salzanteil (denn chemischer Dünger ist SALZ) zu hoch ist, sterben die Mikroben im Wurmkompost ab und aus ists mit dem biologischen Nährstoffwechsel.
Um chemische mit mikrobiellen Methoden zu mischen, muss ma wirklich wissen, was ma tut.
So gibt es beim Ausstieg aus der synthetischen Landwirtschaft bei laufendem Betrieb (und das muss eben sein, denn die Kredite müssen bezahlt werden sonst ist Haus und Hof weg) zB Ausschleifphasen, in den Fällen, wo der Boden derart zerstört bzw noch zusätzlich mit Schwermetallen oder sowas belastet ist, dass die reine Wiedereinführung mikrobiellen Lebens nicht gleich klappen kann (denn die Mikroben sterben einfach alle, wenn sie ausgebracht werden).
Dr. Elaine Ingham, die seit vielen Jahren diese Art Bodensanierungen in großem Maßstab macht, gibt ein Maximum von 100kg Salzen pro Hektar Landfläche an, das eingebracht werden kann, ohne dabei das Bodenleben signifikant zu beeinträchtigen. Das ist insgesamt, nicht pro chemischem Element. (zum Vergleich: synthetische Dünger werden auf Empfehlung nach Bodenanalysen jährlich tonnenweise in die Böden eingebracht, die aber diese Substanzen zum Großteil nicht halten können…)
Also ich kann Dir von einer Mischwirtschaft nur abraten. Mir ist das jedenfalls zu hoch.
Bei der Arbeit mit Mikroben muss auch vorausschauend, nicht reaktiv gearbeitet werden, da es eine Zeitachse gibt dafür, dass Stoffe verfügbar gemacht werden. D.h. die Nährstoffe müssen schon da sein, bevor es zu Problemen kommt.
Deshalb werden auch in der organischen Cannabis-Szene Nährstoffe mit mittel- und langzeitwirkung in die Substratmischungen gemischt - das sind v.a. Kelp (Ascolosum nodosum), gemahlene Luzerne, Fisch- und Knochenmehl, Neemmehl.
Danach wird regelmäßig mit Wurmkompost re-innokuliert (dringend zu empfehlen!), und es wird manchmal zusätzlich auch oberflächengedüngt - und das kann sehr unterschiedlich aussehen.
Manche schwören auf wöchentliche Mulchungen mit Beinwell, andere bevorzugen 2-3- Gaben einer handvoll Guano im Verlauf des Grows - wobei es da 2 Sorten gibt - hab mich damit noch nicht auseinander gesetzt aufgrund der manchmal zweifelhaften Erntemethoden…
Hier gilt es, mit der Zeit einen eigenen Stil zu entwickeln, der die Inputs nutzt, die in Deinem Lebenssystem leicht verfügbar sind.
Momentan bin ich grad, zusammen mit Bekannten die denselben Weg gehen, in der Post-Anfängerglück-Phase gelandet. Unsere Pflanzen sind zur Zeit, während wir eben unser System neu aufbauen, hässlich. haha
Aber ich kann Dich beruhigen: ernten tun ma trotzdem, und wenn du wirklich ein Mikroben-Armageddon erleben solltest, kannst du, niedrig dosiert, immer noch zu Pflanzensmoothies (Brennessel oder Luzerne oder einfach kräftig grün wachsende Pflanze zB für N) als Frischbeigabe, oder gar zu etwas wie Biobizz als Notüberbrückung zurückgreifen.
Mit dem Umstieg steigst du auch aus einer gewissen Denkart aus. Zumindest für eine Zeit, denn wenn das System dann mal ausgeglichen ist, ist es viel mehr „plug and play“ als der syntethische Weg, trotz all seiner exakten ml-Angaben, je sein kann.
JA nur-Wasser-giessen Wirtschaft IST das Endgame im mikrobiologischen Ansatz, und wir haben auch schon Ausgangsrezepturen, mit denen wir anfangen und auch schöne Ergebnisse erzielen können.
Aber ich verheimliche nicht, dass der Weg dahin ein abenteuerreicher ist, bei dem du viele Dinge lernst, v.a. über das Zeugs, das uns so verkauft wird, die du manchmal vielleicht lieber nicht wissen wolltest, und auch einiges vergessen musst, das uns so eingeredet worden ist haha















