Aller guten Dinge sind 3 - Sortenwahnsinn in solarbetriebener 1qm Homebox

Warum 3? Weil es mein dritter Grow ist. Die anderen beiden Grows liegen schon sehr viele Jahre zurück und ich konnte bereits einige Erfahrung sammeln. Damals waren es im Schnitt als Ergebnis 150g trocken auf einer Fläche von 0,36qm mit drei Pflanzen. Da ist also noch Luft nach oben.

SETUP

Location: Indoor - 1qm (Homebox Q100)

Beleuchtung: LED Greenception GC9

Belüftung: Vents TT 125 (280 cbm/h) - momentan geregelt über einen analogen SMS-COM Controller

Dieses Rudiment vergangener Tage (aus NDL und Cooltube-Zeiten) läuft nach wie vor tadellos, wird aber demnächst von einem Dimmaktor ersetzt, damit ich die Drehzahl besser ansteuern kann und die Abluft nicht mehr nur alleine auf die Temperatur reagiert (Stichwort: VPD).

Raumklimasteuerung: Luftbefeuchter, Luftentfeuchter und Heizung (bald auch die Abluft) werden über eine zentrale Automation (Loxone) gesteuert. Dazu wird demnächst der VPD- Wert ausschlaggebend sein. Momentan regelt sich die Box halbautomatisch und ich muss ab und zu manuell nachsteuern (aufgrund der analogen Abluft), um einen optimalen VPD einzuhalten.

Strom: Die Energieversorgung läuft 100% autark über eine 14kWp PV-Anlage mit Speicher, sodass sich selbst der nächtliche Verbrauch der Komponenten auf der Stromrechnung nicht bemerkbar macht.

Growmedium: Bio Bizz Light Mix - EC und PH Werte werden im Giesswasser stetig kontrolliert und angepasst.

Dünger: BioBizz laut Light-Mix Schema

Bewässerung: Manuell

Momentan arbeite ich an einem selbstgebauten Growrack aus Alu-Profilen, zwecks zukünftiger automatischer Bewässerung. Diese wird als Tropfbewässerung realisiert.

Seeds:

Auch die Seeds sind Rudimente vergangener Tage. Diese wurden seit vielen Jahren kühl und trocken gelagert und keimten problemlos. Die Breeder sind mir leider nicht mehr bekannt.

Momentan im Zelt:
2x Northern Lights Automatic
2x Northern Lights
1x Jack Herer
1x Cheese

Dazu haben sich dann noch drei US-Genetiken als Stecklinge gesellt:
1x Creacendo
1x Wappa
1x Biscotti Mintz

Warum so ein Mischmasch? Ganz einfach: Wir sind ein Mehrpersonenhaushalt und haben den Luxus Mutterpflanzen halten zu können, die dann im legalen Bereich fortlaufend die Homebox mit Stecklingen versorgen können.

Die Automatics waren einfach mal spannend und dürfen nun unter 18/6 durchblühen.

Von den normalen Northern Lights wird die bessere als Mutter behalten, genauso wie die Cheese und die Jack Herer (vorausgesetzt, sie entwickeln sich so, wie erwartet). Die US-Genetiken werden ebenfalls erstmal als Mutter behalten, sodass eine gewisse Vielfalt an Sorten vorhanden ist. Macht in Summe 6 Muttis, welche Stecklinge liefern können.

Momentan stehen alle noch gemeinsam in der Homebox, auch wenn das Lichtspektrum gerade für die normalen Pflanzen im Wachstum nicht ganz optimal ist. Die GC9 liefert allerdings ein Vollspektrum. Sollte also gut gehen.

Gestartet wurde alles CannG-konform am 1. April.

Am 3. April ging es dann los und die Damen streckten sich schon in Richtung Lampe.

Am 8. April sah es dann so aus:

Nachdem die Temperaturen gerade Nachts leider oft stark fielen, gesellte sich die Heizung dazu. Diese machte sofort einen spürbaren Unterschied und die Pflanzen entwickelten sich spürbar schneller.

Bereits am 19. April sahen die meisten Pflanzen schon kräftig aus.

Leider zeigte eine der Automatics Anzeichen eines Septoria-Befalls,weshalb ich die unteren Blätter vorsichtshalber entfernen musste.

Die Wurzeln sehen in Ordnung aus. Einige Töpfe waren allerdings schon etwas stärker durchwurzelt. Da hätte ich wahrscheinlich noch früher umtopfen können.

Am 22. April standen alle erstmal wieder gut da, sodass ich es wagen konnte, sie in die endgültigen Töpfe zu setzen. Ja, auch die Automatics (Schande über mein Haupt - das hätte ich anders lösen sollen… bislang scheint es ihnen aber nichts auszumachen)

Und so sieht es nun nach dem Umtopfen aus:

Die Automatics bilden bereits erste Blütenstände. Das ging fix. Gerade mal 19 Tage liegen zwischen dem ersten Keimblatt und dem Beginn der Blüte. Verrückt zu beobachten.

FYI:
Die zukünftigen Muttis stehen jetzt erstmal in 6l Tekus, die Automatics stehen in 18l Stoff-Pötten. Die Stoff-Pötte werden in Zukunft auch standardmäßig in der Homebox bleiben. Davon finden dann irgendwann einmal 9 Stück Platz, ohne zu eng zu stehen.

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Da schaue ich doch gerne mal zu.

UyMb

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Das Umtopfen hat den Pflanzen sichtlich gut getan. Über Nacht ist mal wieder das typisch schnelle Wachstum unserer Lieblingspflanze zu beobachten gewesen.

Die Automatics scheinen das Umtopfen nach wie vor ebenfalls gut vertragen zu haben.

RLF ist stabil zwischen 55% und 59%
Temperatur pendelt zwischen 19 Grad (nachts) und 22 Grad (tagsüber)

VPD liegt momentan zwischen 1,0 und 1,2 kPa - also ideal für diese Phase.

Falls jemand zufällig an der Formel für die Berechnung des VPD interessiert ist:

VPD = (0.61078 * exp(17.269 * T / (T + 237.3))) - (RH / 100 * 0.61078 * exp(17.269 * T / (T + 237.3)))

Ich arbeite allerdings mit einem Offset von -2 bei der Temperatur (T), um zumindest näherungsweise die Blattemperatur auch ohne IR-Fühler zu berücksichtigen. Dies ist bei oben genannter Formel noch nicht berücksichtigt und würde in meinem Fall so aussehen:

VPD = (0.61078 * exp(17.269 * (T-2) / ((T-2) + 237.3))) - (RH / 100 * 0.61078 * exp(17.269 * (T-2) / ((T-2) + 237.3)))

Die oben genannte Formel errechnet den VPD anhand der Lufttemperatur (T) und der relativen Luftfeuchtigkeit (RH). Bislang scheinen die ausgegebenen Werte gut zu passen, wenn ich sie mit den Tabellen verschiedener Anbieter im Netz vergleiche.

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Ich sollte den Report in: „Langweiligster Grow ever“ umbenennen. Hier läuft grad alles ziemlich geschmeidig. Die Pflanzen benötigen sehr wenig Pflege und der zeitliche Aufwand ist absolut minimal. Es sind momentan vielleicht 2-3 Stunden pro Woche, die ich in die Pflege investiere. Und da ist das Gießen schon mit eingerechnet.

Die Temperaturen pendeln zwischen 20 und 23 Grad umher, die RLF bewegt sich in der Regel bei fast konstanten 58% bis 60% und der errechnete VPD liegt im Bereich zwischen 0,9 bis 1,1 kPa.

Schön zu beobachten ist auch, wie die Damen nachts ihre Photosynthese herunterfahren und sich die Blätter morgens beim ersten Licht wieder aufrichten.

Die Automatics sind bei BT 5 angekommen
Die Standards sind bei VT 12
Die Klone in Woche 6

Kann gerne so weitergehen. Bislang tatsächlich der mit Abstand unproblematischste Durchgang. Der Schritt von damals 0,36qm auf heute 1qm Fläche macht mir die Regelung des Raumklimas auf jeden Fall einfacher.

Gegossen wird weiterhin alle paar Tage nach Erfahrung und Gefühl.

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Heute waren die Damen dann auch wieder einmal extrem durstig. Die Pötte waren super leicht und brauchten dringend eine Portion Wasser. Bei der Kontrolle der Töpfe habe ich gesehen, dass die 6L Pötte nun scheinbar vollständig durchwurzelt sind. Das Umtopfen vor ein paar Tagen war also genau richtig.

Insgesamt wurden heute etwa 15 Liter gegossen. Die Automatics bekommen zusätzlich zum Bio Grow nun auch Bio Bloom und Top Maxx. Der EC des Giesswassers liegt bei 1,6 und den PH Wert habe ich auf 6,2 eingestellt.

Da das Gießen durch die unteren Blätter immer umständlicher wurde, habe ich die Damen untenrum etwas entlaubt. So ist das Handling deutlich entspannter.

Außerdem wurden sie etwas anders positioniert und gedreht, um eine gleichmäßige Entwicklung zu fördern.

Die Damen vor der Morgendusche…

…und danach:

Durch die große Gießaktion steigt natürlich grad die RLF und der VPD schmiert mir ab. Lässt sich aber leicht beheben, indem die Abluft nun erstmal um 20% erhöht wurde. Sollte also gleich schon wieder in einem Bereich von 1,0 ankommen und morgen wieder Richtung 1,2 wandern.

Momentan kämpfe ich ein wenig mit der Luftfeuchtigkeit. Sie liegt bei etwa 65% und ist so eben noch im Rahmen, dürfte aber gerne sinken, damit ich einen optimaleren VPD fahren kann. Da experimentiere ich noch ein wenig rum. So ganz glücklich bin ich an dieser Stelle noch nicht. Die Pflanzen scheint es bislang allerdings nicht zu stören. Ich möchte die RLF trotzdem besser steuern können.

Das erste Experiment war nun, eine automatische Kellerentlüftung zu realisieren, die über den Taupunkt gesteuert die zu feuchte Luft aus dem Keller absaugt. Klingt vielleicht erstmal total technisch, ist aber super einfach über einen klassischen Rohrventilator mit einer Funksteckdose gelöst. Alles weitere regelt die Software im Hintergrund, die laufend den Taupunkt des Kellers mit dem Taupunkt der Aussenluft vergleicht und bei trockenerer Aussenluft den Lüfter anschmeisst. Ich habe damals beim Umbau des Kellers zudem zwei 125er KG-Rohre in den Garten verlegt, die es mir einfacher machen sollten (so meine Idee damals), irgendwann einmal eine komplette Lüftungsanlage zu realisieren.

Das wäre nun also der erste simple Schritt. Ob es funktioniert? In der Theorie schon… aber ob sich das bald auch im Raumklima bemerkbar macht, oder ob der Lüfter nicht genug Leistung hat, werden wir dann sehen. Ganz zu Schweigen von dem entstehenden Unterdruck, da ja von irgendwoher Luft nachströmen muss. Ich habe nun erstmal ein Fenster gekippt geöffnet. Die Box pustet die Luft zudem im Moment auch zusätzlich noch aus einem anderen Fenster. Das ist allerdings so dicht, dass alleine durch die Abluft der Box ein Unterdruck entsteht und ich somit ständig frische (und ggf. auch feuchtere) Luft von irgendwo her ansauge, was jetzt nicht unbedingt dem Gedanken der taupunktoptimierten Lüftung entspricht.

Mein langfristiges Ziel ist es, die Abluft der Box so gering wie möglich zu fahren und die Luft in der Box selbst zu entfeuchten. Deswegen gesellt sich in den nächsten Tagen noch eine technische Spielerei in Form eines ziemlich leistungsstarken Luftentfeuchters dazu. Dadurch dürfte ich die RLF in der Box dann perfekt steuern können. Mal sehen, ob es dann auch noch mit dem Energiemanagement zusammen funktioniert und es ausreicht, ihn nur in den Zeiten laufen zu lassen, in denen eh ein Überschuss an Solarenergie produziert wird. Somit wären auch die Stromkosten an dieser Stelle erstmal zu vernachlässigen.

Hier noch ein creepy Nachtshot von heute:

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Endlich kann ich den VPD-Wert perfekt steuern. Der Luftentfeuchter verrichtet absolut einwandfrei seine Arbeit und ich kann das Dampfdruckdefizit endlich auf einem stabilen Niveau halten.

Momentan liegt die Temperatur Tagsüber im Schnitt bei 25 Grad und sinkt nachts auf etwa 22 Grad. Dabei kann ich die Luftfeuchtigkeit stabil zwischen 55% und 60% halten. Der VPD-Wert liegt damit in der Regel zwischen 1,0 kPa (nachts) und 1,2 kPa (tagsüber).

Scheint den Pflanzen zu gefallen. Sie sehen (bis auf eine kleine Ausnahme) super gesund aus.

Hier mein kleiner Problemfall: helle Spitzen. Kann ich mir noch nicht ganz erklären… vielleicht habt ihr eine Idee?

Die Automatics sehen schon länger aus wie mit Zucker überzogen. Ganz schön früh, finde ich. Oder ist das normal?! Bin mal gespannt, was da noch kommt.

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Long time no see…

Was ist zwischenzeitlich passiert?

Die Automatik-Damen haben sich prächtig entwickelt und haben teilweise riesige Headbuds entwickelt… was aber leider bei einer Pflanze (trotz Luftentfeuchter!!!) zu Botrytis geführt hat, weshalb ich mich leider vom Großteil des Headbuds verabschieden durfte. Hier mal ein paar Bilder kurz vor der Ernte:



Jetzt hängen die unversehrten Blüten zum Trocknen in der Trockenkiste. Der Geruch wirkt unfassbar nostalgisch. Northern Lights ist halt ein absoluter NL Klassiker, nachdem die Genetik in den 80ern aus Nordamerika zu uns kam.

Das Vegi-Zelt ist zu meiner Testumgebung geworden und ich versuche nach wie vor Stecklinge zu ziehen, was mir je nach Genetik noch nicht perfekt gelingt. Von den Samenpflanzen habe ich teilweise mehrere Stecklinge erfolgreich ziehen können. Bei den zugekauften Ami-Stecklingen zeigt sich noch kein Wurzelwachstum. Hoffentlich passiert da noch was.



Das Blütezelt steht seit etwa einer Woche auf 12/12 und die ersten Blütenansätze werden bei den meisten Pflanzen bereits sichtbar. Jetzt heißt es beobachten und ggf. selektieren, welche Genetik später als Mutterpflanze da bleiben darf. Bislang verhalten sich alle Pflanzen unauffällig.

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Neuer Monat, neues Update.

Die Pflanzen sind mittlerweile in Blütewoche 6. Die Wappa und die Northern Lights brauchen wohl noch etwa 2 Wochen. Die Cheese evtl. minimal länger. Danach dürften sich Jack Herer und ganz zum Schluss die Biscotti-Mintz anschließen.

Mein momentanes Sorgenkind - die Crescendo Dame - wird wohl etwas länger benötigen, da mir damit ein Malheur passiert ist: Sie hatte zu einem Zeitpunkt einen so hohen Wasserbedarf, dass mir nicht aufgefallen ist, dass sich Trockenspots in der Erde entwickelten. Die Pflanze wurde danach komplett gewässert und musste sich etwa 1-2 Wochen fangen, bis sie sich wieder ordentlich weiterentwickelt hat. Mal sehen, was damit wird.

Damit das nicht noch einmal passiert, haben alle Pötte nun ein Blumat-System drin. Das funktioniert bislang extrem gut. Damit ist das Zelt erstmal zum Selbstläufer geworden.

Was mir ebenfalls wieder auffällt, ist die schwache LED. Momentan hängt eine GC9 von Greenception drin. Der nächste Durchlauf wird mit einem stärkeren Leuchtmittel starten.

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