Blasse Blätter mit weißen Punkten. Mangel?


#1

Moin allerseits!
Lange war ich nicht aktiv im Forum, aber aus gegebenem Anlass melde ich mich nun mal wieder zu Wort.
Es geht um den ersten Grow von einem Kumpel und mir. Shiva Skunk und Blue Widow, am 21.05. auf die Fensterbank eingepflanzt und am 13.06. outdoor ausgesetzt. Inzwischen ist viel passiert, ein paar sind weggetrocknet, andere wurden Opfer eines mysteriösen Angriffs, bei dem die Stiele zerstört wurden.
Nun befinden sich alle seit geschätzt einer Woche in der Blüte und die meisten sind etwa zwischen 1,20 und 1,50 Meter groß. Was mich stört, ist dass in den letzten Wochen bei allen Pflanzen außer einem Ausnahmeexemplar immer mehr eine blasse Färbung mit weißen Punkten eingesetzt hat, die nicht gerade gesund aussieht. Wir haben lange mit Brennesseljauche gedüngt, später auch mit Kaffeesatz, bis uns beides ausgegangen ist. Nun, nach sagen wir grob geschätzten 3 Wochen ohne Dünger habe ich beides erneuert und ich glaube am letzten Freitag wieder mit dem Düngen angefangen.

[bilder auf wunsch des nutzers entfernt]

Die Bilder stammen vom Dienstag. Ich hoffe, man kann das Problem einigermaßen erkennen. Ein paar Bilder sind mit und ein paar ohne Blitz geschossen. Von der einzigen Pflanze mit gesunder Färbung habe ich leider versäumt, ein Foto zu machen. Das oberste Bild zeigt eine Shiva Skunk, wenn ich mich jetzt nicht völlig täsche und alle anderen die Blue Widows, bei denen das Problem auch deutlich stärker vertreten ist. Eventuell liegt bei dieser gezeigten Shiva auch ein ganz anderes Problem vor, immerhin sieht sie etwas farbintensiver aus, aber sicherheitshalber habe ich das Foto trotzdem hochgeladen.
Was sagt ihr dazu? Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. ^^
~Greetingz~


#2

Ergänzung: Möglicherweise habe ich mich geirrt und das erste Foto zeigt die selbe Sorte wie die anderen (Blue Widow). Ich weiß, ich bin ein Rabenvater. :frowning:


#3

Wie habt ihr denn den “Dünger” angewendet?
Habe Ihr die Brennesseljauche auch auf die Blätter gesprüht? Die Punkte könnt ich mir so erklären - Jauche war zu stark und es sind leichte verbrennungen durch das besprühen?!
Nur ne theorie - sonst auch mal hier schauen:
http://www.zimmerpflanzendoktor.de/bestiti.htm

Irgendwas tierisches auf den Pflanzen zu sehen? Mal auch unter den Blättern genau schauen… Pflanzendoktor sagt das die warscheinlichkeit für Schädlinge hoch ist :frowning:


#4

Danke für den Hinweis! Krabbeltiere sind bei unserem Spot tatsächlich viele unterwegs, allerdings hauptsächlich Spinnen, Ameisen und Ohrenkneifer…
In den letzten Wochen habe ich allerdings gar kein Getier gesehen, was natürlich nichts bedeuten muss. Laut dem Pflanzendoktor muss zur Bekämpfung der Schädlinge, die zu den Symptomen passen, die Luftfeuchtigkeit entweder erhöht oder verringert werden, je nachdem, welches Getier eben nun der Übeltäter ist. Macht sich leider etwas doof, da ich ja zum einen die Tiere nicht mit eigenen Augen gesehen habe und es sich zum anderen etwas schwierig machen dürfte, die Luftfeuchtigkeit outdoor anzupassen. Ich hab mir den Wetterbericht angeschaut und zumindest in den nächsten Wochen wird die Luftfeuchtigkeit beim Spot gleichmäßig zwischen 45% und 85% auf und ab schwanken, ich gehe einfach mal davon aus, dass das in den vergangenen Wochen ähnlich war. Sind diese Werte akzeptabel?
Auf jeden Fall werde ich das nächste Mal, wenn ich unsere Lieblinge besuche, ganz gezielt Ausschau halten.
Eine andere, vielleicht in unserem Fall effektivere Möglichkeit wäre laut Pflanzendoktor, Raubmilben einzusetzen. Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht? Mir persönlich ist das nicht ganz geheuer. Würdet ihr sagen, dass das unbedenklich ist, oder kann man damit vielleicht auch Schaden anrichten?

Danke und liebe Grüße!


#5

Schaden anrichten normalerweise net - ist nur die Frage wie gut das ganze Outdoor klappt…
Ich hatte schon mehrmals Nemathoden (Nützlinge die im boden die Trauermückenlarven killen), dass hat gut geklappt und tut weder den Pflanzen noch Haustier oder Mensch etwas.

Ich denke du musst auf jeden Fall nochmal hin bzw. das nächste mal wenn du da bist (so schnell du kannst) auf jeden Fall auf Tierchen prüfen, und wenn welche da sind direkt vor Ort bestimmen welche es sind. Also Beschreinungen usw. ausdrucken und mitschleppen.
Ohne das kannste nix machen… Außer auf gut Glück Neemöl besorgen und die damit einsprühen vllt.


#6

Ich war vorhin deswegen beim Spot und hab auch nach gründlicher Suche kein einziges Tier außer 2 kleiner Spinnen gefunden. :confused: Wäre es möglich, dass die Übeltäter sich von alleine verzogen haben?


#7

Oder du hast die Übeltäter gefunden und Sie für Spinnen gehalten:

Spinnmilben:

Eine der ärgsten und am meisten verbreiteten Schädlinge an Zimmerpflanzen ist die Gemeine Spinnmilbe, Tetranychus urticae.
Sie gehört zu den Spinnentieren, besitzt also vier Beinpaare (die
Larven der Spinnmilben haben wie die Insekten nur drei Beinpaare). Ihr
Kopf, Brust und Hinterleib ist wie bei allen Milbenarten zu einem ovalen
Körper verschmolzen. Mit ihren zu Stechborsten umgewandelten
Mundwerkzeugen stechen sie die Pflanzenzellen an um sie auszusaugen.
Spinnmilben sind ca. 0.5 mm lang und gelblichgrün, orange oder rotbraun
gefärbt. Sie zeichnen sich durch eine hohe Produktivität aus.

Lediglich die Gemeine Spinnmilbe ist in der Lage die für sie
typischen feinen Gespinste anzulegen. Die anderen an Zimmerpflanzen
schädigenden Spinnmilben sind dazu nicht befähigt. Die Gespinste lassen
sich durch besprühen mit Wasser leicht sichtbar machen.

Spinnmilben saugen bevorzugt auf der Blattunterseite in der Nähe der
Blattadern. Bei starkem Befall sind sie jedoch auf der gesamten
Blattspreite anzutreffen. Durch das Saugen des Zellsaftes aus den
Epidermiszellen erscheinen diese, nachdem Luft in sie eingedrungen ist,
gelblichweiß bis silbrig. Das Blatt wirkt also anfänglich fein
gesprenkelt. Bei fortschreitender Schädigung verfärben sie sich
graubraun und trocknen ein.

! Spinnmilben lieben trockene, warme Luft. Diese Tatsachen
erklärt das oft massive Auftreten dieses Schädlings während der
Heizperioden.!

Bevorzugte Pflanzen:

(Gemeine Spinnmilbe, Tetranychus urticae): Abutilon (Schönmalve),
Aspargus (Zierspargel), Aspidistra (Schusterpalme), Campanula
(Glockenblume), Cissus (Klimme), Chlorophytum (Grünlilie), Coleus
(Buntnessel), Cyperus (Zypergras), Ficus (Gummibaum), Fuchsia (Fuchsie),
Gardenia (Gardenie), Hedera (Efeu), Hibiscus (Roseneibisch), Palmae
(Palmen), Pelargonium (Pelargonie), Primula (primel), Rhododendron
(Azalee), Rosa (Zimmerrosen), und viele mehr.
(Gewächshausspinnmilbe, Brevipalpus obovatus): Ampelopsis
(Doldenrebe), Anthurium (Flamingoblume), Aphelandra (Glanzkölbchen),
Aspidistra (schusterpalme), Begonia (Begonie), Campanula (Glockenblume),
Cissus (Klimme), Coleus (Buntnessel), Crassula (Dickblatt), Dizygotheca
(Fingeraralie), Euphorbia (Wolfsmilchgewächse), Fatsia (Zimmerkalla),
Ficus (Gummibaum), Fuchsia (Fuchsie), Gardenia (Gardenie), Hedera
(Efeu), Hibiscus (Roseneibisch), Hoya (Wachsblume), Peperimia
(Zwergpfeffer), Primula (Primeln), Saintpaulia (Usambaraveilchen),
Sinningia (Gloxinie), Zantedeschia (Zimmerkalla).
(Kakteenspinnmilbe, Brevipalpus russulus): Cereus, Chamaecereus, Echinocactus, Echinocereus, Coryphanta, Ferocactus, Lobivia, Mammillaria, Pilocereus.
(Orchideenspinnmilben, Tenuipalpus pacificus): Acrides, Cattleya, Cypripedium, Dendrobium, Grammatophyllum, Oncidium, Phalaenopsis, Saccolobium.

Bekämpfung: Da die Spinnmilben niedrige Luftfeuchtigkeit
benötigen, kann man durch Eintüten der zuvor gewässerten Pflanzen in
Kunststoffbeuteln ein Kleinklima schaffen, welches die Pflanzen einige
Tage ertragen können, die Spinnmilbe jedoch tötet.

Im Fachhandel finden sich verschiedene Spezialpräparate (Akarizide), mit
denen sich die Milben sicher bekämpfen lassen. Hartlaubige Pflanzen
können mit speziellen Ölen (Rapsöl, Weißöl) behandelt werden. Ebenfalls
wirksam sind Nützlingschonende Spritzmittel aus natürlichen Fettsäuren
mit Kaliumsalzen. Auch Insektizidstäbchen zeigen während der
Hauptwachstumszeit eine ausreichende Wirkung gegen Spinnmilben.

Biologisch lassen sich die Spinnmilben durch Raubmilben bekämpfen.


#8

Vielen Dank und so, aber ich hab mir Bilder von Spinnmilben angesehen, das was ich meine sind wirklich Spinnen, also braune Viecher mit längeren krummen Beinen, die in Netzen zwischen den Blättern unserer Babys hocken. Ich werde natürlich weiter Ausschau halten, weiterhin Fotos zum Vergleich schießen und mit etwas Glück erholen sich die Pflanzen ja von alleine. ^^