Dicker Stamm durch viel Wind? Oder doch nur Mythos?

Überall und jederzeit wird geschrieben, der Stamm wird dicker durch viel Wind… aber stimmt das wirklich?

Die Architektur unserer Pflanzen sagt eher… nein.

Als Pflanze, die der Kategorie der einjährigen Pflanzen zuzuordnen ist… haben sie einen hohlen Stängel und keine Stützwurzeln. Alle Wurzeln von Cannabis haben die Aufgabe, sich im Medium zu verankern… mit ihm zu interagieren, um Wasser mit Nährstoffen aufzunehmen.

Dadurch ist der Stamm sehr flexibel … und baut auch sehr starke Phasern auf… der Grund warum er weltweit kultiviert wurde… langlebig, reißfest und wetterfest… durch ihn wurde Seefahrt neu erfunden.

Hohlstängel
Erst wenn das Kopfgewicht der Pflanze zunimmt … sei es wie bei Faserhanf durch schnellen Höhenwuchs, schon sehr frühzeitig … oder unser Cannabis durch eine Zunahme der Fruchtstände … beginnt die Pflanze die hohlen Stängel immer dichter mit Mark zu füllen. Das sehen wir bei unserer Pflanze an der Erhöhung des Calciumbedarfs in den Blühwochen 2-5 … je nach Sorte.

Aber Sie können es auch selbst sehen. während der Vegetation einen Trieb im unteren Bereich nehmen … und den anderen in der 5. Blütewoche … sehen Sie sich die Hohlstiele an … der zweite wird deutlich mehr Mark haben als der erste.

Durch das Auffüllen mit Mark schützt sich die Pflanze vor Wind … weil das Kopfgewicht in der Blüte immer mehr zunimmt … und eine gefülltes Rohr knickt nicht so leicht wie ein hohles Rohr.

Bei mehrjährigen Pflanzen ist das anders … wie sieht es aus?
Wenn ein Baum im Wind schwankt, versucht er, sich an der gestauchten Stelle kräftig zu halten… und auf der gegenüberliegenden Seite Zugkraft aufzubauen… dies fördert das Dickenwachstum.
Ausschlaggebend dafür sind die Stützwurzeln… die Reaktion erfolgt auf Erfahrungen um sich für die wiederholenden Zyklus über Jahre zu schützen.

Für mehrjährige pflanzen wie den Bäumen ist ein Aufrechterhaltung des Stammes überlebenswichtig… für unser cannabis nicht. Du kannst den Stamm komplett in die waagrechtelegen… alle flexiblen Triebe werden sich zum Licht ausrichten und weiter wachsen… als wäre nichts gewesen… solange sie keine mpfindlichen Einbußen an Licht dadurch besitzt.

Ich habe den Test früher schon mehrmals wiederholt… das eine Abteil mit starken über die Seitenwände geführten Wind… in unterschiedlichen Intervallen und schwenkfunktionen… gegen ein Abteil mit ausreichender luftzirkulation um das co2 der Frischluft im Raum zu verteilen… ohne sichtbare Bewegungen an den Pflanzen.
Bis zur Einleitung der Blüte konnte bzgl der Stammdicke kein Unterschied festgestellt werden… eher nachteilige Begleiterscheinungen durch trockener Blattränder und Spitzen bei den stark bewindeten Pflanzen.

In einem anderen Test habe ich den Wind direkt von oben auf die Pflanzen gerichtet mit entsprechender Stärke… es entsteht eine gedrungene Wuchshöhe… mit mehr Verzweigungen auf kürzere Abstände… hört sich toll an… allerdings leidet die Entwicklungszeit… sie benötigt länger um eine Nodie aufzubauen… blattwachstum gebremst.
Durch das mehr an Verzweigungen auf kürzere Strecke, erscheint der gedrungene Stamm etwas dicker… nachgemessen zeigt sich dass der Stamm zwischen den Nodien gemessen gleich dick ist.

In unseren Tests haben wir festgestellt, dass neben Licht, Stickstoff und seine Silikate die Werkzeuge sind, mit denen man schnell kräftiges Stammwachstum aufbauen kann… das luftgemisch unter dem blatt austauschen… mehr Wind braucht es nicht… bis die Hochblüte beginnt.

Nur spezielles Training durch Gewalteinwirkung auf den Stamm z.b. knicken, weich machen usw. sorgen dafür dass der stamm an den geschwächten Stellen eine Verstärkung aufbaut. Die Kraft des Windes unserer Ventilatoren würde über die Flexibilität unseres Stammes abgefeuert… sie bewegen sich mit Leichtigkeit im Wind ohne das Bedürfniss seinen Stamm dick und stabil zu machen… für die kurze Lebenszeit werden die Nährstoffe sinnvoller in die Erhaltung ihrer Art investiert… nicht in einen dicken festen Stamm welcher lange tot in der Erde stehen wird… wäre dummes Management.

Viel Spaß bei der Diskussion… wer das ganze unabhängig von mir testen möchte herzlich willkommen… darf gerne mitmachen…

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Ich würde den Effekt vom Stamm im Wind auch zumindest als überbewertet bezeichnen.

Wenn eine Pflanze spargelt oder anderweitig zu dünn ist, dann liegt das eigentlich immer am Licht oder einer anderen Art von Unterversorgung.

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Also nachdem ich meine Pflanzen von drinnen nach draußen, in die Freie Natur, gestellt habe, war das Erste, was wirklich gewachsen ist, der Stamm - und zu der Zeit war es sehr windig.
(meine Beobachtung, kann natürlich auch andere Gründe/Ursachen haben)

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Das darfst du getrost auf das Vollspektrum der Sonne schieben… den gleichen Effekt hast du auch ohne Wind… sobald du eine pflanze von innen nach aussen stellst.

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Ich bin überzeugt, dass es irgendwo Mammut-Hampfbäume gibt mit meterdicken, knorrigen Stämmen, die seit Jahrhunderten in verlassenen Tälern des Dschungels stehen.
Samen so gross wie Kokosnüsse.
Tödliche Harztropfen aus 100m Höhe… :crazy_face:

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Sobald du ihn gefunden hast gib mir bescheid… so will ich sterben… beim ernten von einem bud erschlagen.

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https://hanfjournal.de/2020/01/24/auf-den-spuren-der-alten-hanfrassen-mammuthanf-in-nepal-entdeckt/

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Nicht, dass die uns dann Hanf als tödlich verkaufen wollen :wink:

Interessant.

Vor allem wie ich das bisher unreflektiert hingenommen habe. Anfangs sogar mit dem Finger an den Keimligen gewackelt um „Wind“ zu simulieren. :joy: :rofl:

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Naja, zu der Zeit war es allderings nur bewölkt und verregnet. War glaube die letzte Mai Woche.

Auf das wird es dann wohl hinaus laufen :rofl::+1:

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Wirklich interessanter Bericht und sehr schlüssig geschrieben.
Ich werde es , beim nächsten Mal, ausprobieren da ich immer etwas Probleme mit Windbrand hatte .

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Veggie: Ich schalte den Ventilator aus Gewohnheit und zur Simulation ein. Alle 3 Stunden für 2 Stunden.
Blüte: Aber während der Blütezeit dient es eher der Feuchtigkeitsreduzierung.

Die Sonne hat trotz der Wolken mehr Kraft als die meisten (alle) Lampen

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Mythos. Ich hatte mit Ketama eine Sorte, welche im Zelt bereits früh einen vergleichsweise dicken Stamm entwickelt hat.

Das ist eine reine Wachstumsgeschichte. Wenn oben mehr Hormone nach unten geleitet werden, dann werden Wurzel und Stamm angepasst.

Das was hier genannt wird, ist eine Verdickung durch eine Verletzung. Auch diese gibt es; wirkt dann jedoch anders, nicht gewachsen sondern eher als „Verwachsung“ wie der Kallus bei heilenden Knochen.

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Oooooder… je mehr Triebe, desto dicker der Stamm. Der dient ja als Nährstoff-Autobahn eigentlich. Denke dass man bei häufigem Toppen dann einen dicken Stamm bekommt, was aber auch an der langen Lebensdauer und Vegi liegen kann…

Und wahrscheinlich ist es eine Symbiose aus Wachstum und Halt auch.

Mir fällt gerade ein:
als ich meine Pflanzen nach draußen gesetzt habe, hatte ich die „Muttererde“ ein Stück über die neue rausgucken lassen - ist eigentlich bissel doof, da so die Wurzeln leicht das Sonnenlicht abbekommen bzw von Wildtieren angefressen werden können.
Aber… es ist nichts schlimmes passiert - die Wurzeln, die in der Muttererde über der neuen Erde waren (hoffe ihr könnt euch vorstellen wie ich das meine^^), sind sogar zu richtig dicken Stämmen geworden.

Es spricht also wohl wirklich war für - dass es ein Mythos ist. :smiley:
Das es aber an den Seitentrieben liegt, kann ich mir nicht ganz vorstellen. Denke das hat vllt wirklich was mit den Hormonen zu tun.

Ansicht verstehe ich es so, eine stärkere Luftzirkulation bei Jungpflanzen führt zu einer Anregung des Wurzelwuchs.

Das kann ich nach meiner Erfahrungen voll bestätigen.

Meine Ventilatoren laufen 24/7

Liebe Grüße :heart:

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… Erkenntnis reiht sich an Erkenntnis!
Wenn das hier so weitergeht, kann jrgong sein Growbook neu schreiben :stuck_out_tongue_winking_eye:

So muss dat auch!
Wenn auch jetzt mit neuer Argumentationskette … wobei für mich die Anwesenheit von indirekt pustenden Ventis allein dadurch nötig ist, da sich in der bewegter Luft keine Feuchtigkeit stauen kann.

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Damit das nochmal klar rüberkommt… mein Thread soll nicht dazu verführen auf Ventilation zu verzichten…
es sollte klar sein dass eine gute Luftzirkulation viele Vorteile mit sich bringt und sie für topergebnisse unverzichtbar ist… aber die Stammdicke kommt von den Nährstoffen Licht/Co²/O²/N/Silikate/Chelate… da kann der wind nichts dafür.
Deshalb braucht auch keiner wer dünne stängel hat seine pflanzen mit einem Sturm drangsaliere … wenn die blätter leicht wackeln reicht es völlig.

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