Feminisierte Samen selbst ziehen [Seedbreeding Guide] đŸŒ±

Moin, da ich im moment ein Experiment am laufen habe in welchem ich Feminisierte Samen selbst herstelle, möchte ich euch daran teilhaben lassen.

Zuerst einmal eine kleine schritt fĂŒr schritt ErklĂ€rung bevor wir zu meinem Experiment kommen, da einiges an Vorwissen ĂŒber die Pflanzen vorausgesetzt ist um Feminisierte Samen selber ziehen zu können.


Starten wir am Anfang :seedling:

Um RegulĂ€re Cannabis Samen zu ZĂŒchten ist nicht mehr notwendig als eine Weibliche und MĂ€nnliche Cannabispflanze zusammenzubringen und diese gleichzeitig blĂŒhen zu lassen, was jedoch nicht sonderlich geeignet fĂŒr die meisten Grower ist, da wie bereits erwĂ€hnt RegulĂ€re Seeds rauskommen und man diese Selektieren muss, nichts desto trotz ist es empfohlen um Feminisierte Seeds zu zĂŒchten, RegulĂ€re Seeds als „Mutterpflanze“ zu benutzen.

RegulĂ€res Saatgut ist von den Genen her stabiler als Feminisiertes, das liegt daran das Feminisiertes Saatgut bereits schon einmal „Reversed“ wurde.

„Reverse“ heißt im Prinzip nur das Ă€ußere Geschlecht umzudrehen, aus einer Weiblichen wird eine MĂ€nnliche oder aus einer MĂ€nnlichen eine Weibliche, wobei das letztere noch unbestĂ€tigt ist.

Der „Reverse“ trifft jedoch nur Ă€ußerlich zu, innerlich bleiben die Gene der Pflanzen gleich, die Gene des anderen Geschlechts waren ja von vornhinein nie in der Pflanze.

Um einen „Reverse“ durchzufĂŒhren benötigt man Kolloidales Silberwasser in einer StĂ€rke von 25-40PPM, vorzugsweiße ~30PPM.

Mit dem Kolloidalen Silberwasser fĂ€ngt man nun an zum Anfang der BlĂŒte jeweils im Abstand von mehreren Tagen die BlĂŒtentriebe zu besprĂŒhen, dies dient dazu, die Pflanze zu Stressen.
desto höher der PPM, desto höher der Stress, durch den hohen Stress wird wiederum der Hormonhaushalt verÀndert.

Das Chromosom welches zur Weiblichen BlĂŒtenproduktion benötigt wird, wird dementsprechend verĂ€ndert oder unterdrĂŒckt und die Pflanze beginnt daraufhin MĂ€nnliche BlĂŒten auszubilden, welche jedoch nur das Weibliche Chromosom besitzen.
Je nachdem ob man SelbstbestĂ€ubende oder komplett MĂ€nnliche Pflanzen ZĂŒchten möchte kann man sie mehr oder weniger BesprĂŒhen/Stressen.

Laut Erfahrungen aus aller Welt sind ĂŒblicherweise 3 SprĂŒhen bei ~30ppm SelbstbestĂ€ubende und ab 4-5x SprĂŒhen MĂ€nnliche Pflanzen.
Es ist außerdem Empfohlen maximal 6x zu SprĂŒhen, da ab dann das Weibliche Hormon zu nahe 100% unterdrĂŒckt wird und man keine LebensfĂ€hige Pollen zĂŒchtet, welche wiederum nicht zum BestĂ€uben geeignet sind.

Im Prinzip, Stresst man also die Pflanzen mit dem Kolloidalen Silberwasser nur aus um sie zu zwingen das „Äußere“ Geschlecht zu Ă€ndern.

Bei richtiger durchfĂŒhrung des ganzen haben die Resultierenden Pollen ausschließlich Weibliche Gene wodurch sie wiederum zu 99.9% Weibliche Cannabis-samen hervorbringen.



Nun kommen wir endlich zu meinem eigenen Seedbreeding Project, das ganze konnte jedoch leider nur mit Feminisierten Saatgut durchgefĂŒhrt werden da es kein RegulĂ€res dieser Sorte gibt. :grin:

Zuerst schnitt ich mir 6 Stecklinge einer Cherry MAC Muffin und habe sie 1-2 Wochen wachsen lassen um mir schließlich die 2 besten raus zu selektieren, wichtig ist es das alle Stecklinge von einer starken und Robusten Pflanze kommen, schließlich möchte man auch gute Seeds.

Die 2 Selektierten Pflanzen stellte ich sofort in eine gesonderte Umgebung und habe sie in die BlĂŒte geschickt und Angefangen das Kolloidale Silberwasser in einer StĂ€rke von ~30ppm zu SprĂŒhen.

Insgesamt habe ich 5x gesprĂŒht in folgenden Zeitplan, BT gezĂ€hlt ab Lichtumschaltung:
BT1 → BT5 → BT8 → BT11 → BT16

Ab BT20 waren die ersten PollensÀcke zu erkennen.




Zum reifen benötigen diese nun ungefĂ€hre 4-5 Wochen, sie werden dann leicht BrĂ€unlich und man kann gelegentlich kleine „PollenpfĂŒtzen“ auf den ZuckerblĂ€ttern erkennen.

Um die Pollen zu ernten kann man nun die ganze Pflanze jeden Tag in einem großem Einmachglas ausschĂŒtteln oder wie ich, die Pollen vorsichtig mit einer Pinzette ernten, die noch stehenden weißen Stigmen der Pflanzen bestĂ€uben und die restlichen Pollen in einem kleinem Glas aufbehalten fĂŒr den ZukĂŒnftigen Nutzen.

Nach der BestĂ€ubung der weißen Stigmen von Weiblichen Pflanzen, vorzugsweiße in der 3-4 BW, werden die Stigmen brĂ€unlich, wie oben auf dem Bild zu erkennen.
Nach ungefÀhr 2 Wochen wird man dann die ersten Seeds erkennen können, wie unten zu sehen.

Die Samen welche in den Calyxen der BlĂŒten wachsen benötigen im Anschluss durchschnittlich 5-6 Wochen um zu reifen, sobald die ersten Samen von alleine aus den Calyxen fallen oder mit leichter Nachhilfe heraus schlĂŒpfen sollten sie schön BrĂ€unlich mit einem leichten schwarzen Tigermuster sein.

Pro kleinem Trieb kann man durchschnittlich mehrere hundert Samen erwarten, ausgewachsene Pflanzen können komplett bestÀubt auch gerne mal mehrere Tausend bis Zehntausend Seeds abwerfen.


Wenn Automatisch BlĂŒhende Sorten mit den Feminisierten Pollen bestĂ€ubt werden, entstehen warscheinlich Feminisierte Samen, gemischt mit wenigen Automatischen Seeds, da die Ruderalis Genetik Rezessiv ist, was heißt, dass sich die Ruderalis Gene in den Hintergrund verlagern wĂ€hrenddessen die der Feminisierten Sorte sich in den Vordergrund verlagert.

Um Automatisch BlĂŒhende Samen zu ZĂŒchten darf man die Pflanzen deshalb nur mit Pollen bestĂ€uben welche selbst von einer Automatisch BlĂŒhenden Sorte kommen.

Ruderalis Genetiken werden aber im ersteren Teil desto trotz ihre Genetischen Eigenschaften weitergeben (Purplen, Aroma etc.), auch wenn nicht so stark ausgeprÀgt.


Notizen
-Kollodiales Silberwasser vorzugsweiße ~30ppm.
-BesprĂŒhen der Pflanze, nicht öfters als 5-6x.
-Pollen benötigen 4-5 Wochen Reifezeit, Seeds benötigen 5-6 Wochen.
-Bester BestÀubungszeitpunkt bei Weiblichen Pflanzen zwischen BW 3-4.

Nach und nach fĂŒge ich immer mehr Bilder in den Guide hinzu, ich warte gerade im moment auf die Samen!
Viel Spaß beim ZĂŒchten wĂŒnscht euer! :crazy_face:

32 „GefĂ€llt mir“

Hoch brissantes Thema :relieved:

couch GIF

Bin dabei

Toll! Und herzlichen Dank fĂŒr den Input.
Die Chemikalie ist ja leicht zu bekommen und das Prinzip recht simpel. Jetzt wo das Growen hierzulande wohl endgĂŒltig Fahrt aufnimmt, mĂŒssten ja langsam mehr Leute auf den Trichter kommen und mit dem ZĂŒchten oder Vermehren anfangen.
Ich auf jeden Fall, aber zunÀchst eher mit regulÀren strains und deren Nachkommenschaft.

Haben eigentlich bei normalen Zwittern die PollensĂ€cke auch mĂ€nnliche Gene? Also wenn eine allgemein weibliche Pflanze quasi von alleine auch ein paar mĂ€nnliche BlĂŒten bildet.

1 „GefĂ€llt mir“

Ich denke schon, Zwitter entstehen beim Breeden meist dadurch, dass, die meisten großen Breeder erst einmal einen Grow machen in welchem sie die RegulĂ€ren Pflanzen nach Pheno selektieren und von diesen Steckis nehmen.
WĂ€hrend die „Mutterpflanzen“ aus den RegulĂ€ren Seeds dann bereits BlĂŒhen, werden die Steckis ĂŒber die nĂ€chsten 2 Monate unter schwacher LED und in kleinem Topf gehalten.

Wenn die Mutterpflanzen schließlich fertig sind und man weiß welche Pflanze fĂŒr welchem Pheno sorgt, werden die Steckis wiederum in die BlĂŒte geschickt und mit den oben genannten Schritten feminisiert, das große Problem welches jedoch dabei entstehen kann, ist , dass die Breeder die Steckis verwechseln weil sie durch zu spĂ€tes Etikettieren dieser oder einfach einer zu großer Menge kein ĂŒberblick mehr haben, dort kann sich dann ein Stecki von einer ungewollten MĂ€nnlichen oder Zwittrigen Pflanze einschleichen und mit Pech verbreiten, was man dann natĂŒrlich auch nicht mehr merken wird, da alle Steckis die mit dem Silberwasser besprĂŒht wurden sowieso beginnen Pollen auszubilden :grimacing:.

Genetisch bedingte Zwitter, fangen erst in den letzten Tagen der BlĂŒte an PollensĂ€cke auszubilden, welche jedoch wiederum nur Weibliche Gene beeinhalten, siehe Rodelisation.
Diese sind nicht weiter schlimm und können in der Regel ignoriert werden, zum reifen benötigen sie ja 4-5Wochen.
Sie entstehen weil die Pflanze Ende der BlĂŒte nochmal all ihre Energie zum Fortpflanzen einsetzt.

Gehört in einem Amerikanischem Video in welchen sich ĂŒber die Profitgier diverser
Seedbanks aufgeregt wird.

The TRUTH about Feminized Seeds & Herms - LAZY Breeders & Ethics in Cannabis Seed Production

:v:

3 „GefĂ€llt mir“

Ach so, also die schneiden Stecklinge, sobald das Wuchsverhalten eindeutig ist, das Geschlecht aber noch nicht. Dann schreiben die bei den Stecklingen von drei, vier gleichartigen Exemplaren noch schnell dran: „bushy dark green phenotype with large leaves“, und spĂ€ter in der BlĂŒte ist eine der "Mutter"Pflanzen mĂ€nnlich, aber alle Stecklinge wurden schon „in einen Topf geschmissen“ und feminisiert. :face_with_raised_eyebrow:

Das meinte ich eigentlich; manche Pflanzen bilden ja auch zusĂ€tzlich mĂ€nnliche BlĂŒten durch Stress (bestimmte Genetiken sind ja z.B. sehr sensibel was Trimmen angeht), und können dann tatsĂ€chlich auch reife Samen hervorbringen, bei einem normalem Erntetermin.

2 „GefĂ€llt mir“