Ihr habt vielleicht meinen Report vom letzten Jahr gesehen, wo ursprünglich zehn, dann immerhin acht strains beurteilt werden sollten. Dabei waren das unterschiedliche Plätze und verschiedene Genetiken: Hier ein feminisierter Polyhybrid, dort fünf reguläre Pflanzen eines einfachen Hybrids aus zwei IBLs. Diesmal wird es weniger verwirrend und etwas valider im Vergleich: es geht um drei Sativa- Kreuzungen, ungefähr gleich stark hybridisiert, eher unteres Preissegment von zwei bis fünf euro pro Samen, alle angeblich einfach anzubauen und im September fertig. Natürlich sollen auch alle jeweils das beste Gras liefern, das ist ja normal. Auf jeden Fall: wenn es so anwenderfreundliche Züchtungen sind, dann sollten sie doch auch im Wald funktionieren? Zumal ich zur Zeit sowieso größtenteils „außer Hauses“ anbaue, und daher mit Mimöschen nichts anfangen kann. Ich sollte sie nicht lange bitten müssen, damit sie performen!
Um folgende strains geht es:
Easy Sativa von Female Seeds
Cinderella 99 von Eurogrow
Eli von R- Kiem Seeds
Easy Sativa hatte ich ja schon '24 und '25, und beide Male kam der strain ziemlich schwach 'rüber… Dabei sind viele guerilla- Anbauer in Europa überzeugt davon. Nun also ein letzter Test am dritten spot! (der vierte Same in der Packung war '24 nicht gekeimt) C99, der Klassiker, bekannt aber glaube ich eher aus der indoor Szene, und hier von einem unbekannten breeder bzw. als raubkopierter oder nachgezüchteter white label- seed. Ich lese aber sowohl bei Eurogrow, als auch bei Ape Origin’s C99, dass outdoor ok wäre. Etwas besonderes bei Eurogrow: die Wirkung sei eindeutig psychedelisch. Eli ist glaube ich relativ neu und wurde erkreuzt aus Rosetta Stone (wo White Widow und wiederum C99 eine Rolle spielt) und Sawla, einer ghanaischen Landrasse. Es wird auf die Schimmeltoleranz outdoor hingewiesen, die Wirkung sei ausgewogen und cool.
Alle sind mittlerweile am Keimen, wobei Easy Sativa sich eindeutig am meisten Zeit gelassen hat (ich habe die Packung vor fast drei Jahren gekauft), und C99 am schnellsten war.
Der spot ist leider noch nicht vorbereitet, da stehen noch mittelhohe Brombeeren. Ich wollte eigentlich innerhalb einer umzäunten Schonung anbauen, aber nachdem sie jahrelang einfach nur zuwucherte, wird dort jetzt wieder regelmäßig freigeschnitten… Neben dem Zaun ist allerdings noch ein breiter Streifen mit Wildwuchs, wo genug Sonne hinkommt. Dort probiere ich es jetzt.
Ich hatte auch hohe Erwartungen… Hätte ich mich wirklich zunächst auf drei Pflanzen beschränkt bei meinem Neueinstieg in die Welt des Eigenanbaus, wäre die Easy Sativa auf jeden Fall dabei gewesen! Die Beschreibung klang sehr vielversprechend, und der strain ist halt beliebt. Leider habe ich bisher kein Prachtexemplar zustande bekommen… Aber wer weiß! Aller guten Dinge sind drei.
Hab gestern gesehen dass Linda neue Outdoorsorten im Angebot für Deutschland hat mit “F1 Fast flower” sollten Photos sein…vielleicht wäre dass was fürs wilde Outdoorgrown… Liebe Grüße
Ich war tatsächlich heute am überlegen, welchen strain ich wohl neu mit ins Programm nehme… Denn leider tut sich anscheinend bei der Easy Sativa nichts mehr! Sie hat nach wie vor nur die runden Keimblätter! Keine Spur von den normalen.
Komisch, ist aber so…
Ein ähnliches Problem habe ich ja mit dem ersten Wild Thailand Keimling, weswegen ich schon den zweiten Samen auf den Weg gebracht habe. Also bevor nur zwei Pflanzen hier im Report richtig weiterwachsen, musste ein Ersatz her. Ich habe natürlich eine gewisse Auswahl am Start… Zunächst fiel mir die Chocolate/Chocolope von Eurogrow ein, allerdings sind davon vor kurzem zwei Nüsse nicht gekeimt, weswegen ich nun bereits eine Chocolope von DNA Genetics am laufen habe, die an einem anderen spot gepflanzt werden soll. Chocolope passt auch in punkto Erntezeitpunkt nicht besonders gut zu den anderen. So fiel meine Wahl auf Afrodite von Kannabia, eine Gratisbeilage.
Ich charakterisiere den strain später. Vielleicht klappt ja wieder irgendwas nicht! Grummel…
Im Hintergrund links erahnt man dunkel mein „überdachtes“ Paranoia- Plätzchen, wenn die Kleinflugzeuge wieder tief fliegen.
Der Platz ist nicht ganz quadratisch, sondern eher so nierenförmig, damit man vom Zuweg aus nicht voll 'reingucken kann, sondern noch eine Brombeer- Ecke ins Blickfeld ragt:
Natürlich werden Triebe von den Seiten weiter 'reinwachsen; wir stehen ja noch am Anfang der Saison. Also da werde ich ein paarmal wieder zurückschneiden müssen. Und das war ja nur eine grobe Vorbereitung… Die Wurzeln müssen auch noch 'raus, vor der Pflanzung, zumindest so viele, dass für die einzelnen Pflanzen und den Schneckenschutz genug Platz ist. Wenn die übrigen Stummel wieder austreiben wollen, kann man das zur Not immer wieder abreißen oder -schneiden.
Was die Reifezeit betrifft, passt Afrodite also gut zu den anderen beiden; mit Eli hat sie auch die Jack Herer- Ahnenschaft gemein und die rustikale afrikanische Genetik. Ich bin aber mal gespannt, ob sie überhaupt so pflegeleicht im Anbau ist. Robust und toll wachsend sind ja angeblich alle strains, laut breeder… die Wahrheit zeigt sich dann am spot!
Tatsächlich sind bisher beide auf gleichem Niveau weitergewachsen! Und jetzt? Beide wollen laut breeder ziemlich breit werden, also mit vier Pflanzen wird es eng am spot…
Eigentlich würde ich lieber der Easy Sativa den Vorzug geben, wie vorgesehen! Für die Samen habe ich mal Geld bezahlt und aber leider noch keine vernünftige Leistung erlebt. Außerdem ist das eine geläufige Sorte als Referenz, um Eli und C99 als outdoor- Pflanze nachher einordnen zu können. Ich glaube, ich halte die gratis Samen- Afrodite aber noch ein Weilchen im Topf vorrätig, falls es frühe Ausfälle am spot gibt. Nächste oder übernächste Woche wird gepflanzt!
Ihr seht hier hinten in dem eckigen Topf die C99, vermuteter Kaliummangel an den Blättern, die aber nach Holzaschegabe schon wieder etwas normaler aussehen und im grauen Topf Eli. Beide wollen mal langsam umziehen; C99 ist schon irgendwie bei 35cm. Vielleicht komme ich ja morgen dazu!
Links die kleine Easy Sativa; immerhin am Leben und wächst auch allmählich, und ganz vorne Afrodite.
Gestern war ich am spot und habe die Brombeerstummel ausgegraben. Wasser zum Gießen wurde zuvor auch schon hin transportiert. Man sieht hier um kurz vor 6 abends, es kommt eigentlich genug Sonne an. Der Blickwinkel geht ungefähr nach Süden. Morgens bis vermutlich 9 oder 10 Uhr wirft leider der Wald Schatten auf den spot, aber herrje- es ist eben guerilla!
Ich habe Kompost der Walderde beigemischt und etwas organischen Dünger eingestreut. Angegossen wurde mit Brennesseljauche- Wasser 1:20.
Rechts im Bild C99, links Eli.