Hallo, ich hab das tolle Wetter genutzt um für dieses Jahr mal ein Experiment zu starten. Ich möchte den Effekt von Mulch und Gründüngung auf Pflanzen in Living Soil vergleichen. Da ich eh schon länger Love Living Soil benutze und damit sehr zufrieden bin, hab ich jetzt mal Kakaoschalen als Mulch und Luzernesamen als Gründüngung die es dort im Shop gibt, bestellt
Setup:
Location: Outdoor Beleuchtung: Sonne Belüftung: Wind Growmedium: Einfach die alte Erde von letztem Jahr nochmal neu mit Love Living Soil durchgemischt. Dünger: Love Living Soil Bewässerung: Regenwasser
Seeds:
New York Diesel Automatics 10 Stück
Hab die Erde erstmal vorbreitet, also alles gut durchgemischt, gewässert und auf jeweils 5 Kakaoschalenmulch verteilt und auf den anderen 5 Luzernensamen. Hab alles gut gewässert und lass es jetzt 14 Tage ruhen. In der Zwischenzeit hab ich schon mal die Samen angesetzt. in 14 Tagen sollten sie fertig zum umtopfen sein.
Hier schonmal ein paar Fotos von den vorbereiteten Töpfen.
Mulchen hat viele Vorteile; ich habe es immer gescheut, weil sich Schnecken unter dem Mulch besonders wohlfühlen sollen, und ich wollte denen nicht zusätzlichen Komfort bieten
Bei Gründüngung bin ich mir nicht sicher … ich kenne das nur im Rahmen einer Fruchtfolge, d.h. die Pflanzen stehen die ganze Saison über. Hab gehört, dass Klee z.B. nicht innerhalb weniger Wochen den Stickstoff im Boden erhöht, sondern dass es dafür viel länger braucht.
Aber vielleicht bin ich ja unzureichend informiert, das ist eher Halbwissen. Freue mich, wenns jemand besser weiß
Richtig, hab deswegen auch extra nochmal bei Love Living Soil nachgefragt. Die Luzerne soll regelmäßig gemäht werden ( 15 - 20 cm Höhe ) und dann als Mulch auf die Erde gelegt werden.
@Sebugsux Bin auch mal gespannt wie die Schnecken drauf reagieren. Bei den Kakaoschalenmulch könnt ich mir vorstellen das es den Schnecken zu trocken ist und die sich davon fernhalten. Die gemähte Luzerne könnte sie eher anlocken. Mal schauen ob sich welche Blicken lassen, die letzten Jahre waren Sie immer eine Plage, dieses Jahr scheint Ihnen die Trockenheit nicht zu bekommen.
Spannendes Experiment ! Ich kenn bisher nur den Kakaoschalenlmulch, macht optisch wirklich was her und riecht auch immer gut. Die Luzerne ist eher was fürs Beet als für die Töpfe, wenn du mich fragst. Bin mal gespannt wie die Töpfe in ein paar Wochen aussehen.
Klasse Vorhaben
Wir sind gespannt was du im Laufe der Zeit berichtest.
Wir mulchen auch den Garten. Frisches Grün zieht Schnecken an, da sie angeblich bis zu 200m weit den „Geruch“ des Vergehens wahrnehmen können.
Sie fressen das, was von Natur aus sowieso kaum Überlebenschancen hätte. Der beim Fressen entstehende Kot und der Schleim sind wachstumsfördernd, quasi als eine Art „Dünger“ für das, was kräftig/widerstandsfähig/überlebensfähig ist.
Wir lassen es antrocknen, bringen es aus und gießen es mit „effektiven Mikroorganismen/EM“ leicht an.
Seit dem war nichts (mehr) von Schnecken zu sehen. Im Gegensatz dazu waren früher viele nach Regenschauern unterwegs.
Wie oben schon erwähnt wurde, benötigen Beipflanzen ebenfalls Nährstoffe zum Wachsen.
Sie führen dem Boden erst nach deren Lebensende bei der Verrottung durch das Bodenleben Nährstoffe hinzu.
Im Sinne vom symbiotischen Zusammenspiel/Symbiose, beispielsweise zur Insektenabwehr per Duft (siehe Lavendel) macht es durchaus Sinn, jedoch NICHT als schnell verfügbarer Nährstofflieferant. Dieser Prozess bedingt ein aktives Bodenleben durch Mikroorganismen (im allgemeinen Sinn. Ob nun gewisse Pilzarten mit dazu zählen sei mal dahingestellt).
Es gibt ja auch Leguminosen (wie z.B. Luzerne), die Stickstoff im Boden einlagern, da sie in Symbiose mit Knöllchenbakterien leben. Man kann sie abmähen und entfernen, bevor sie ihre Vermehrungsreife erreicht haben, danach machen sich dann andere über die an den alten Wurzeln haftenden Stickstoffvorräte her; die Kulturpflanzen z.B.. Die Reste der Pflanzen selber, wie z.B. Erbsenstroh, enthalten zwar ebenfalls relativ viel Stickstoff, aber daraus gewinnt man nicht besser düngenden Flächenkompost, als wenn man z.B. einfach zerhackte Brennesseln von woanders her einarbeiten oder zum Mulchen nehmen würde.
Für mich macht Gründungung am meisten Sinn, um den Boden eines Beetes vital, feucht und fruchtbar zu halten, wenn man in der Saison monatelang keine Kulturen dort hat, also als Übergangsstadium oder vielleicht als Vorbereitung, wenn man z.B. erst im Juni etwas neues dort pflanzt (Zucchini oder Kürbis vielleicht, die stört ja auch kein eingearbeitetes Grün). Stickstoffsammelnden Pflanzen wie Phacelia („Bienenfreund“) würde ich dabei natürlich immer den Vorzug geben.
Ja genau, so wurde es oben beschrieben, daß die pflanzenverfügbaren Nährstoff erst nach Aufschluss durch das Bodenleben nutzbar sind und nicht sofort (während des Wachstums der Begleitpflanzen).
Deshalb wird eine Gründüngung auch erst NACH dem eigentlichen Anbau vorgenommen, sodass das Bodenleben über die kühleren Monate das Material zersetzen und umwandeln können, sodass es für die nächste Saison (im Frühjahr) pflanzenverfügbar ist.
Ich bin jetzt überfragt, welche Stickstoffform genau in den Knöllchen vorliegt, aber die Pflanzen kriegen den Stickstoff durch das Bodenleben ja als Nitrat… Ich war einfach davon ausgegangen, dass da Nitrat drin ist, weil es ja nunmal für die Pflanzen (Leguminosen) gedacht war.
Es dürfte aber ja auch nicht allzu lange dauern, bis die Knöllchen durch die Bakterien aufgeschlossen sind?
Wenn ich im Juni Zucchini pflanzen will, könnte ich doch von März bis Mitte Mai Phacelia wachsen lassen, dann abmähen oder einarbeiten und die Zucchini schließlich pflanzen. Wenn das Nitrat erst ein paar Wochen nach der Pflanzung frei wird, reicht es ja immer noch.
Sofern das Grün mit eingearbeitet werden soll und die Nährstoffe dann KOMPLETT zur Verfügung stehen sollen ist der Zeitraum, aufgrund der relativ geringen Temperaturen (für das Bodenleben), zu gering. Klar kann man beispielsweise mit Pflanzenkohle die Bodentemperatur leicht erhöhen. Doch auch damit reicht die Zeit nicht (es macht lediglich nen Unterschied von 2-3 Wochen, je nach Region und Wetterlage/Temperatur).
Landwirte und im Gartenbau wird aus genau diesem Grund im Herbst Gründüngung eingesät damit genug Zeit über die kühleren Monate bleibt um das Grün und die Wurzeln (inklusive der Stickstoffknöllchen) aufzuschließen und umzuwandeln.
Es kann durchaus sein daß es schneller geht. Doch diejenigen, die dieses System schon seit Jahrzehnten nutzen werden schon wissen (primär durch eigene mehrjährige Beobachtung) warum sie es genau so machen (und nicht im zeitigen Frühjahr).
Um auf dein Beispiel mit dem Bienenfreud einzugehen: auch dieser wird im Herbst (nachdem die letzte Ernte eingebracht wurde) ausgesät und über den Winter sich selbst überlassen. Durch den Schnee entsteht eine isolierende Deckschicht, die das Bodenleben und somit den Zersetzungsprozess fördert (sofern es nicht über nen längeren Zeitraum -10 Grad und womöglich ohne Schneeschicht).
Im März ist nichts mehr von dem Pflanzenmaterial zu sehen.