Organisch vs. Mineralisch - Welche Vor- und Nachteile sind reell und welche sind Bro-Science

Moin Leute,

ich bin mal wieder auf ein Video gestoßen, welches mich noch einmal zu Nachforschungen angeregt hat.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass absichtlich eine ungeschriebene Verbindung geschaffen wurde von organisch = bio = besser für unsere Umwelt

Einige Methoden werden dafür als Umweltschädlich angesehen, obwohl man das vielleicht nochmal überdenken muss.

Ist das wirklich so?! :face_with_monocle:

Welche Vorteile oder Nachteile seht ihr in eurer Anbau-Methode bzw. eurer Düngerserie?

Das soll kein Bashing werden, sondern mich interessiert da eher, warum man sich seine Methode ausgesucht hat. Dabei gibts kein richtig oder falsch, sondern es ist eher persönliche Präferenz.

Ob man damit z.B. mal angefangen hat und einfach noch nicht gewechselt ist, man zufrieden war mit allen Eigenschaften, das Interesse nicht so groß ist oder die Zeit fehlt, sich damit auseinander zu setzen, oder, oder, oder …

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Er hat mal gesagt, dass organisch unter Einsatz von Kunstlicht aufgrund von weniger Ertrag und hohen Umweltbelastungen durch die Produktion für das ganze Indoorzeug, Led Zelt usw. pro Gramm, der mineralische Dünger umweltfreundlicher ist. Den Sweetspot für die Pflanzen zu finden ist biologisch halt nicht so einfach. Ich persönlich hab bei Biogrows ehrlich gesagt häufig so ne schwere Süße geschmeckt, die ich gar nicht so toll find. Meine mineralisch gedüngten wandern gelb in die Trocknung. Da cure ich auch nicht, find die Terps so 10 Tage nach der Ernte am besten .LG

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Ich denke aus gärtnerischer Sicht ist organischer Anbau einer sehr schnellen und auch bodenfernen Kultur schlicht zu aufwändig, zu umständlich und zu träge.
Die Vorteile sehe ich hier ganz klar auf emotionaler Seite. Vielen gibt es einfach ein sau gutes Gefühl organisch anzubauen.
Leider ist dafür jedoch zu einem sehr großen Teil dieses verbale Greenwashing verantwortlich indem überall fett Bio drauf steht. Das finde ich sehr schade. Aber da gibt es halt leider keine Vorschriften. Ob Blutmehl, Knochenmehl etc. aus antibiotikadurchsetzter Qualzucht stammen ist dabei egal. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber die muss man auch suchen und finden wollen.

Vorteil bei organischen Grows ist natürlich dass sie einfach easy durchlaufen wenn alles passt.
Doof wird’s wenn was nicht passt. Dann muss man doch tiefer in die Materie einsteigen um eingreifen zu können.

Beim mineralischen Anbau muss man evtl schon im Vorfeld etwas tiefer einsteigen. Dafür kann an jeder Nährstoffschraube individuell sehr schnell und einfach gedreht werden.

Wie der gute Bruce ganz zu Anfang sagt darf man nicht vergessen dass die von der Pflanze aufgenommenen Nährstoffe immer exakt die selben sind. Der Unterschied liegt nur in der Darreichungsform.

Viele Grüße

Der Depp

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Ich baue Mineralisch an, wie das Zeug schmeckt weiss ich noch nicht, da es noch im Wachstum/Blüte sich befindet. Ich kann aber wirklich ziemlich schnell Effekte sehen, d.h. am nächsten Tag oder sagen wir 12h Später sieht man schon Veränderungen, weil die Pflanze so schnell anspricht.

Ich mach das aber irgendwo hybrid, d.h. mein allgemeiner Dünger ist Madame Grow - das sollte Bio Konzentrat Organisch sein, gepaart mit Mineralischen Salzen (Bor Salz, Kalium Citrat, Magnesium Citrat, Magnesium Sulfat, Eisen Sulfat, Organischer Schwefel, Kupfer Chelat)

Den Sweet Spot zu finden ist allerdings nicht ganz Einfach, bei Kokos muss man den PH Wert wirklich genau Monitoren, dieser Liegt auch etwas unter dem Anbau auf normaler Erde. (PH 6 ca.) Und man muss bei Salzen extrem vorsichtig sein, bei Eisensulfat wiege ich 1,2 miligram ab, die da mit ins Gieswasser kommen. Wenn man davon Zuviel in der Erde hat, kann es auch sehr blöd werden. (EC muss auch immer mit gemonitored werden.)

Soweit wie ich das erkennen kann, ist Kokos das richtige Substrat für Mineralisch, und wenn man Erde, Living Soil macht, kann man sich einen haufen Stress sparen. (Wenn man hier 100 Tage jedentag den Chemiker mit Pipette spielt, wird das auch etwas nervig auf dauer, aber nur so gewinnt man Erfahrung - wenn man die schon hat - kann man sicherlich grössere Kannister ansetzen, und die Optimale Lösung giessen, und sich dann auch seltener Kümmern.)

Es kann aber auch ein Vorteil sein, da man sich so die Insekten Plage erspart, die man im Organischen Anbau evtl hätte. (Da ich ein Teil Organische Erde hatte, wurde vorsorglich Neemöl behandelt.)

Ich verwende keinen Kunstdünger, das Madame Grow Zeug wird laut deren Aussage auch vom Nachhaltigkeits Fond der EU gefördert. Wieviel da dran ist kann ich nicht sagen, aber ich schreibe doch recht oft mit denen via Whats App, und sie haben auch hilfe Angeboten mit Video Calls um die Pflanze zu begutachten und Tipps zu geben, bis jetzt wirklich guter Eindruck den ich da habe. (Die Sprechen Spanisch, der Techniker Englisch, aber sie benutzen wohl Google Translate, funktioniert soweit ganz gut.)

Die sonstigen Salze die Verwende werden im mg bereich eingesetzt und belasten auch nicht die Umwelt, da nichts weggespült wird. Abgesaugter drain geht noch auf Terasse/Blumen.

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Ca. 8% des Weltweiten Energiebedarfs wird für die Herstellung von Kunstdünger benötigt. Fast ein Drittel geht an Kleingärtner zu denen wir auch gehören.

Gibt es da noch Fragen??? WTF

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Da würden mich aber mal Quellen interessieren. Kleingärtner gibt’s ja nur in der ersten Welt. Wäre hammerhart wenn die ein Drittel des Düngers verkonsumieren.

Viele Grüße

Der Depp

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Da würd ich auch gerne wissen wo du das her hast?

LG

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Also zum Energieanteil hab ich was gefunden. Das sind wohl um die 2%.
Erstaunlich wenig wenn man überlegt dass das ja zu einem guten Teil für unsere Grundversorgung zuständig ist.

Viele Grüße

Der Depp

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Hab was von der Regierung gefunden…ob man denen trauen kann?! :sweat_smile:

Darin wird der Energiebedarf in Deutschland der Stickstoffdünger-Herstellung erklärt.

Interessant ist Seite 11, da wird bei der Herstellung Energie gewonnen, statt verbraucht. Es ist aber leider kein weltweiter Gesamt-Vergleich dabei, aber auch Seite 12 ist interessant, da sind die 2% zu finden.

Insgesamt ist der Ansatz des Energiebedarfs sehr interessant finde ich. Da lohnt es sich bestimmt mal genauer zu schauen. :face_with_monocle:

Edit: Ganz unten ist ein kleiner klickbarer Link mit der Quelle. Sind dann 113 Seiten, ich fang schonmal an…

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Moin,

das Problem ist eigentlich ein anderes:

Normalerweise wird als Ausgangsprodukt Ammoniak genutzt. Diese wird aus Luftstickstoff und Wasserstoff bei Drücken um die 200 bar erzeugt.

Wasserstoff spielt in vielen chemischen Prozessen eine zentrale Rolle und wird aktuell meist aus Erdgas gewonnen, dabei entsteht CO2 fossilen Ursprungs… und je nachdem wie die Energie erzeugt wurde eben weiteres fossiles CO2.

Wenn man sich etwas mit klimaneutraler Energie beschäftigt, kommt man zwangsweise auf Wasserstoff als Energieträger. Aus verschieden Gründen ist Wasserstoff aber nicht ideal um z.B. Erdgas beim Heizen zu ersetzen und um Energie zu transportieren wäre grüner Ammoniak sinnvoller. Und da ist nun das Dilema…

Meines Wissen nach, ist die Ammoniakherstellung von 1-2% des weltenweiten CO2 verantwortlich.

Und dann wollen wir aus dem Grünen Wasserstoff in Zukunft ja auch noch Biokraftstoffe herstellen, damit wir unsere geliebten Verbrenner weiter fahren können und um die Stahlherstellung zu dekabonisieren brauchen wir es auch…

Nur die Effizenz der einzelne Prozesspfade schaut sich keiner an… und darum geht es am Ende…

Grüße

Edit: Ratet mal, welches Land die Top 3 Rangliste der mineralischen Düngerexporte anführt…

Edit 2: https://www.welthungerhilfe.de/welternaehrung/rubriken/agrar-ernaehrungspolitik/ukrainekrieg-als-treiber-der-globalen-duengemittelkrise

Edit 3: Was würdet ihr zu jemanden sagen, der jeden Tag etwas runterspült und, was umsonst ist und es dann im Growshop für die Pflanzen bestellt?

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Ich baue auf organischer Basis an, weil es für mich entspannter ist. Wenn man es richtig macht, kippt man ab und zu Wasser irgendwo rein und hat ansonsten nichts zu tun. Mineralisch wäre für mich als Ex-CTA wahrscheinlich machbar, bisher schreckt mich das Gepansche und die notwendigen Messungen ab.
Vllt. versuche ich nach diesem run mal n paar Töpfe mineralisch…irgendwer Empfehlungen für ne gute Düngerlinie (je weniger Flaschen desto besser)?

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Ich bin Anfänger und im ersten Grow.

Wie die meisten habe ich mich belesen. Aber als Anfänger bleibt man trotzdem erstmal planlos.

Da organisch einfacher sein soll und man überall Biobizz hört, habe ich mich für Biobizz entschieden.
Dass es Bio ist, fand ich natürlich auch cool. Mein eigenes Bio Gras anbauen… Marketing hat gewirkt :grin:

Interessantes Thema auch für einen Anfänger, der glaubt, dass er in etwa die Hälfte versteht, aber wahrscheinlich eher 5% versteht :grin:

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hat jemand den Green Power Bio Dünger getestet (im Vergleich zu Biobizz) ?

Ja, ich habe momentan eine Pflanze (Auto) mit BioBizz und zwei mit GreenPower am laufen. Bin mit GreenPower deutlich zufriedener und hatte bis jetzt noch keinen ersichtlichen Mangel (Bw 4).

Ich mach grad den ersten Versuch und bleib bei organisch, weil es bei den Tomaten gut funktioniert. Heißt : alles steht in gut abgelegenem und gesiebtem Kompost mit ner Schaufel unfertige Kompost oben drauf, damit die Würmer und das Kleinzeug da weiterarbeiten können. Das ganze auf der Fensterbank und mit Mischkultur (Zwiebeln, Bohnen). Keine Geruchsbelästigung durch die Erde.
Trotz eher kleiner Statur (wegen schlechtem Wetter in der Anfangsphase) blühen sie fleißig (knapp 7 Wochen alt) , machen jetzt im Stretch locker 12cm/4 Tagen und sind saftig grün. Obwohl sie nie auch nur 1 Körnchen Dünger bekommen haben. Die Ernte wird sicherlich nicht so riesig wie mit Profi-Ausstattung, aber alles was ich an Aufwand habe, ist gelegentlich Leitungswasser reinzuschütten.

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Hab mir sagen lassen, dass der echt top sein soll. Hab mir selbst gerade erst eine Flasche gekauft und bin mal gespannt

Organisch draußen, mineralisch drinnen. Finde, das passt gut.

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Ganz schlicht und einfach wegen dem Geschmack.

Ich habe Kollegen in meinem Umfeld die auch am growen sind, der eine hatte Canna und der ander nutzt die Hesi Mineral linie.
Ich kenne also 3 verschiedene Düngerarten und dessen Gras da ich selber organisch anbaue.
Mir persöhnlich schmeckt Bio/Organisch einfach am besten, auch das Aroma ist viel intensiver als zb. bei Canna. Hesi Mineral ist vom Geschmack noch voll ok wenn man es richtig dosiert, zuviel ist auch scheiße. Canna hat dagegen sogar so schlecht abgeschnitten das mein Kollege der seit jahren mit Canna angebaut hatte auf BioBizz umgestiegen ist weil der so begeistert war vom Aroma und Geschmack.
Jetzt nutzt er genauso wie ich BB Grow und Bio Hesi Bloom und ist sehr zufrieden mit seinen ergebnissen auch wenn im großen und ganzen etwas weniger Ertrag rauskommt.

Ich sehe da auch nur den Vorteil drin Mineralischen Dünger zu nutzen um schneller und mehr Ertrag zu bekommen, nachteil ist das der Geschmack und Aroma drunter leiden.

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Dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe mit BioBizz angefangen, zwischen drin mal mit Canna auf coco gegrowt - die Erträge bei coco und mineral Dünger sind den Abstrich im Geschmack für mich nicht wert. Daher mit BioBizz weiter gemacht und letzendlich bin ich bei Living Soil gelandet. Eine Mischung aus fetter Erde und etwas zusätzlichem flüssig Dünger ist für mich der beste Kompromiss.

Obwohl ich sagen muss ein unterschied zwischen organischem Flüssig Dünger und Living Soil besteht auf jeden Fall. Habe die selbe Genetik in BioBizz und Living Soil angebaut, Geschmack war in Living Soil immer ein wenig intensiver als bei reinem BioBizz.
Nur zwecks Handhabung und mangelnder Erfahrung mit Living Soil werde ich das ganze langsam umstellen und weiterhin BioBizz verwenden.

Dem ist nichts hinzuzufügen. :ok_hand:

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Oh das ist eine ganz üble kombo… irgendwie schafft es Canna den Geschmack vom Cocos mit dem Eigengeschmack von Canna in den Buds abzulagern. Dann hat das Weed so ein Torf/Moos/Waldboden Geschmack, egal welche Sorte man gerade raucht alles schmeckt als würde man innen Waldboden beißen :man_shrugging:
Mein Kollege hatte diese Kombo mal gefahren, nach zwei versuchen ist er wieder auf Erde umgestiegen bis ich ihm mein BioBizz Gras unter die Nase gehalten hatte, seitdem gibt es kein Canna mehr bei ihm :sweat_smile:

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