pH senker - Warnung - versteckte Nährstoffe

:microscope: pH-Senker im Praxischeck – Einfluss auf die Nährstoffbilanz im Indoor-Grow

Im Indoor-Grow wird der pH-Wert meist als reine Stellgröße betrachtet:
Einmal einstellen, fertig – ohne weitere Konsequenzen.

Genau hier setzt dieser Report an.

Denn in der Praxis zeigt sich schnell:
:backhand_index_pointing_right: pH-Senker sind keine neutralen Werkzeuge, sondern chemisch aktive Bestandteile der Nährlösung.

Je nach Produktbasis bringen sie zusätzliche Nährstoffe ein:

  • Phosphorsäure → Phosphor (P)
  • Salpetersäure → Stickstoff (N)
  • organische Säuren (z. B. Citronensäure) → kein direkter NPK-Eintrag, aber andere Effekte

Und genau diese „unsichtbaren“ Einträge können – besonders bei präziser Düngung nach mg/L –
die gesamte Nährstoffbalance verschieben.


:bullseye: Ziel dieses Reports

Dieser Report untersucht praxisnah:

  • Wie stark verschiedene pH-Senker tatsächlich in die Nährstoffbilanz eingreifen
  • Welche Unterschiede zwischen starken vs. schwachen Säuren bestehen
  • Wie sich reale Dosierungen (nicht nur Konzentrationen) auswirken
  • Ob moderne Produkte wie Monster Buds pH min kontrollierbarer sind als klassische Lösungen

:test_tube: Getestete Produkte

  • Monster Buds pH min (Phosphorsäure-basiert)
  • CANNA pH- Wuchs (Salpetersäure-basiert)
  • CANNA pH- Blüte (hochkonzentrierte Phosphorsäure)
  • Citronensäure (Referenz ohne NPK-Eintrag)

:warning: Warum das relevant ist

Wer mit Zielwerten arbeitet (z. B. über den Bergrow-Rechner),
optimiert seine Nährlösung auf den mg/L genau.

:backhand_index_pointing_right: Wenn dann jedoch der pH-Senker zusätzlich:

  • +40 mg/L Stickstoff
  • oder +70 mg/L Phosphor

einbringt, wird aus einer sauberen Nährlösung schnell eine verschobene Rezeptur.

Und genau das passiert oft unbemerkt.


:magnifying_glass_tilted_left: Ansatz dieses Reports

  • Berechnung der realen Nährstoffeinträge pro ml
  • Umrechnung auf typische Praxisdosierungen
  • Vergleich der Produkte unter identischen Bedingungen
  • Einordnung der Auswirkungen auf den Grow

:brain: Leitfrage

:backhand_index_pointing_right: Ist ein pH-Senker nur ein Werkzeug –
oder bereits ein Teil der Düngung?


:victory_hand: Ziel ist ein sauberer, nachvollziehbarer Vergleich –
und am Ende eine klare Antwort für die Praxis.


:handshake: Feedback & Austausch erwünscht

Dieser Report soll bewusst keine „Einbahnstraße“ sein, sondern ein gemeinsamer Erkenntnisprozess.

Wenn jemand:

  • eigene Erfahrungen mit pH-Senkern gemacht hat
  • andere Werte, Beobachtungen oder Abweichungen sieht
  • oder Ergänzungen und Verbesserungen vorschlagen möchte

:backhand_index_pointing_right: dann ist das ausdrücklich willkommen.

Gerade bei so einem Thema, das oft unterschätzt wird, sind unterschiedliche Perspektiven extrem wertvoll.

Ich freue mich über jeden konstruktiven Input – egal ob Praxisbericht, Gegenrechnung oder Detailkorrektur.
Am Ende profitieren wir alle von einem möglichst sauberen und realitätsnahen Gesamtbild.

:victory_hand: Danke euch!

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:microscope: Vergleich von pH-Senkern – Einfluss auf die Nährstoffbilanz (Praxisanalyse)

Im Grow werden pH-Senker oft als „neutral“ betrachtet.
Die Realität zeigt jedoch: Die Dosierung entscheidet über den Nährstoffeintrag.


:bar_chart: Ausgangswerte (real aus dem Grow)

Produkt Dosierung
CANNA pH- Wuchs bis zu 60 ml / 10 L
CANNA pH- Blüte ca. 2,7 ml / 10 L
Monster Buds pH min aktuell Testphase

:bar_chart: Nährstoffeintrag pro 10 Liter Nährlösung

:green_circle: CANNA pH- Wuchs (Salpetersäure <3%)

  • 60 ml / 10 L
  • Stickstoffeintrag:

:backhand_index_pointing_right: 6,73 mg/ml × 60 ml = 403,8 mg N / 10 L
:backhand_index_pointing_right: = 40,4 mg/L Stickstoff

Einordnung:

  • Das ist ein klar messbarer N-Boost
  • Entspricht bereits einem kleinen Wachstumsdünger-Anteil

:red_circle: CANNA pH- Blüte (59% Phosphorsäure)

  • 2,7 ml / 10 L
  • Phosphoreintrag:

:backhand_index_pointing_right: 266,6 mg/ml × 2,7 ml = 719,8 mg P / 10 L
:backhand_index_pointing_right: = 72,0 mg/L Phosphor

:backhand_index_pointing_right: entspricht:
165 mg/L P₂O₅

Einordnung:

  • Das ist extrem hoch
  • Liegt bereits im Bereich eines vollwertigen PK-Boosts
  • Kein „pH-Korrekturwert“ mehr, sondern aktive Düngung

:blue_circle: Monster Buds pH min (24,5% Phosphorsäure)

:backhand_index_pointing_right: Referenzwert:

  • 1 ml / 10 L:
    10,4 mg/L Phosphor

:bar_chart: Vergleich auf einen Blick

Produkt Dosierung N (mg/L) P (mg/L)
CANNA pH- Wuchs 60 ml / 10 L 40,4 0
CANNA pH- Blüte 2,7 ml / 10 L 0 72,0
Monster Buds pH min 1 ml / 10 L 0 10,4

:brain: Kernaussage

:backhand_index_pointing_right: Nicht die Konzentration entscheidet – sondern die Dosierung im Tank.

  • Schwache Säure (HNO₃) in hoher Menge
    relevant für N

  • Starke Säure (H₃PO₄) in kleiner Menge
    massiver P-Eintrag


:warning: Kritischer Punkt für präzise Grower

Wenn du mit Zielwerten arbeitest (mg/L):

  • +40 mg/L N (Canna Wuchs)
  • +72 mg/L P (Canna Blüte)

:backhand_index_pointing_right: Das sind keine Nebeneffekte mehr,
sondern aktive Verschiebungen deiner Nährlösung


:rocket: Erwartung Monster Buds

Da deutlich schwächer konzentriert:

:backhand_index_pointing_right: Du wirst voraussichtlich benötigen:

  • 3–6 ml / 10 L

Das ergibt:

Dosierung P (mg/L)
3 ml / 10 L ~31 mg/L
5 ml / 10 L ~52 mg/L
6 ml / 10 L ~62 mg/L

:backhand_index_pointing_right: Fazit:

  • Deutlich kontrollierbarer als CANNA Blüte
  • Aber immer noch relevant für die PK-Bilanz

:receipt: Fazit

  • pH-Senker sind Teil der Düngung
  • Besonders Phosphorsäure wirkt wie ein unsichtbarer PK-Booster
  • Monster Buds liegt genau zwischen „neutral“ und „aktivem Dünger“

:victory_hand: Im aktuellen Run wird spannend:
Wie stark beeinflusst Monster Buds real die PK-Werte im Vergleich zu CANNA?

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Interessantes Thema für den ein oder anderen, denke ich.:wink:

Aber ich brauche das nicht. Auf Erde wird nicht angepasst, macht nur Probleme und auf Cocos passe ich erst etwas den PH an und bringe dann den EC auf den richtigen Wert. Ich dünge da nicht nach ml/l…:wink:

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Interessanter Punkt, danke dir für die Rückmeldung :slightly_smiling_face:

Ich glaube, hier kommt es stark auf das jeweilige Setup an.

Bei sehr stark gepufferten Erden oder eher „organischen“ Runs kann das ohne Anpassung sicherlich funktionieren.
In meinem Fall sieht es allerdings etwas anders aus:

Mein Leitungswasser liegt bei etwa pH 7,6 und ich arbeite eher mineralisch bzw. mit gezielter Nährstoffsteuerung.
Da habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Pufferwirkung der Erde zwar hilft, aber nicht alles abfangen kann – gerade wenn man in Richtung präziserer Steuerung geht.

Deshalb passe ich den pH bewusst an, um reproduzierbare Bedingungen zu haben.

Mich würde interessieren, wie dein Wasserwerte und dein Setup genau aussehen – vielleicht liegt der Unterschied genau da :slightly_smiling_face:

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Solange dein Dünger den pH Wert in einen passenden Bereich drücken kann. Sagen wir mal pH 6.0-7.0 dann ist weiteres anpassen nicht notwendig. Der pH wird in der Erde fallen und nicht steigen.

Ich für meinen Teil schwöre aber auf pH 5.8-6.2 auf Erde und habe damit auch bessere Erfahrungen gemacht. Als in den Grows wo ich nicht angepasst habe.

Ich benutze selbst für Sämlinge den pH Bloom. In meinen Augen spielt das keine Rolle. Kann jeder sehen wie er möchte, sind meine eigenen Erfahrungen.

Hauptsache keine Zitronensäure denn die ist für die Tonne.

Weiteres macht es keinen Sinn den Dünger in Einzelteile zu zerlegen und sich von jedem Sekundäre, Makro & Mikronährstoff die mg/l auszurechnen.

Grundwasser mit CalMag auf ca 120/30 bringen. Und der Rest macht der Dünger.

Kommt nen Mangel wird Dünger erhört. Wird es zu viel wird er reduziert.

Nährstoffe sollten nicht einzeln angepasst werden, sondern immer im ganzen angehoben werden.

:victory_hand:t2::victory_hand:t2:

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Ich growe in der Blüte noch mit NDL und benutze aufbereitete Erde. Leitungswasser grob so PH 7,5 und Calcium/ Magnesium = 44/4,5. Ich gieße nur Leitungswasser…

Cocos mache ich wenn, dann nur in kleinen Töpfen. Hesi TNT für Wachstum, brauche ich nur kurz, geht dann schnell in Blüte. Dann kommt Hesi Coco für weiches Wasser als Dünger und Phosporsäure zum PH senken. Also erst etwas senken ud dann gebe ich Dünger dazu. Dann EC langsam erhöhen bis sie fertig sind.^^

Ich nutze auch keinen P/K Boost oder P+, braucht es nicht, macht nur Probleme.

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Danke euch beiden für die Einblicke :+1:

Ich glaube, der Unterschied liegt hier stark im Ansatz.

Euer Weg funktioniert – keine Frage – vor allem mit gut gepufferter Erde und eher „ganzheitlicher“ Düngung.
Das sehe ich auch so, dass man damit stabile Ergebnisse erzielen kann.

Mein Ansatz geht allerdings bewusst in eine andere Richtung:

Ich versuche, die Nährlösung möglichst reproduzierbar und kontrolliert aufzubauen (inkl. mg/L Betrachtung).
Gerade deshalb finde ich das Thema pH-Senker spannend, weil sie eben nicht neutral sind, sondern die Nährstoffbilanz mit beeinflussen.

Bei meinem Leitungswasser (pH ~7,6) habe ich außerdem die Erfahrung gemacht, dass ich ohne Anpassung früher oder später in Bereiche komme, die ich nicht mehr sauber kontrollieren kann – auch wenn die Erde natürlich einiges puffert.

Ich würde das daher gar nicht als „richtig oder falsch“ sehen, sondern eher als zwei unterschiedliche Herangehensweisen:

  • eher robust / erfahrungsbasiert
  • oder eher kontrolliert / berechnet

Beides kann funktionieren – ich versuche hier im Report eher den zweiten Weg sauber aufzudröseln :slightly_smiling_face:

Bin aber auf jeden Fall gespannt, wie sich das im weiteren Verlauf zeigt.

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Ich finde es gut und wichtig, dass einmal klar angesprochen wird, dass pH-Up/Down-Produkte nicht ohne Nebenwirkungen sind.

Dazu kommen oft noch Cal/Mag-Zusätze – und schon wird das Ganze schnell unübersichtlich und fehleranfällig. Also genau das Gegenteil von einem robusten System.

Auch wenn „Mono“ im Namen steht, ist kein Produkt wirklich frei von sogenannten Spectator-Anionen.

Das führt in der Praxis häufig dazu, dass man Cal/Mag von Anbieter A am besten auch mit dem Veg-/Bloom-Dünger desselben Herstellers kombiniert, damit alles zusammenpasst – klassischer Vendor-Lock-in.

All das zehrt am verfügbaren EC-Fenster, wodurch es leichter zu Problemen kommt, die eigentlich vermeidbar wären.

Dabei gibt es durchaus elegantere Lösungen, zum Beispiel:
Calciumformiat und Trimagnesiumdicitrat.

Die Formiat- bzw. Dicitrat-Anionen sind sogar nützlich: Sie werden von Pflanzen und/oder Mikroorganismen metabolisiert und verschwinden einfach aus dem Substrat. Citrat-Anionen können darüber hinaus helfen, Mikronährstoffe besser verfügbar zu machen.

Das schließt ganze Fehlerklassen aus und das ist dann wirklich robust :upside_down_face:

Leider ist insbesondere Calcium Formiate schwierig zu bekommen für den private Endverbraucher
wohingegen Profis keine Probleme haben. Hier mal ein Beispiel Cairan.

Happy Growing
Luminious

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Sehr spannender Beitrag, danke dir dafür :+1:

Genau auf den Punkt gebracht mit den „nicht neutralen“ pH-Senkern – das ist ja im Prinzip der Kern, warum ich das Thema überhaupt aufgemacht habe.

Den Punkt mit den Spectator-Ionen und dem begrenzten EC-Fenster finde ich besonders interessant.
Das merkt man in der Praxis oft, ohne es direkt zuzuordnen – gerade wenn mehrere Produkte kombiniert werden (CalMag, pH-Down, Dünger etc.).

Die Idee mit Formiat- bzw. Citrat-basierten Lösungen klingt aus chemischer Sicht natürlich extrem sauber, vor allem wenn die Anionen im System nicht akkumulieren.

Für den Hobbybereich ist das aktuell vermutlich noch etwas schwierig umzusetzen, aber genau solche Ansätze zeigen ganz gut, in welche Richtung ein wirklich „sauberes“ System gehen kann.

Ich werde im Report auf jeden Fall im Auge behalten, wie stark sich die pH-Senker real auf die Nährstoffbilanz auswirken – vielleicht lassen sich da ja auch praktische Rückschlüsse ziehen.

Danke dir für den Input, das bringt nochmal eine ganz andere Perspektive rein :slightly_smiling_face:

danke für den Beitrag. Für mich als Coco-Anbauer mit RO-Wasser aber nicht von Relevanz da ich bereits nach Zugabe vom Dünger auf pH 6.2 komme und nur 10 Tropfen (bei 20l NL) pH- für 5.8 benötige. Das bisschen was zusätzlich reinkommt ist ein Rauschen,macht den Bock nicht fett und hebt meinen EC um 0.01 an

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Ich mußte mich gerade, eher unfreiwillig, mit dieser Thematik befassen. Gegen Phosphorsäure habe ich mich sofort ganz bewußt entschieden, eben wegen der hohen Phosphor-Einträge in die Nährlösung. Die kann ich derzeit überhaupt nicht gebrauchen.

Da blieb mir für den Moment nur Zitronensäure, die leider längerfristig instabil ist, weil sich das Bodenleben um eine recht zügige Umwandlung der organischen Bestandteile kümmert. Aber so, wie es aktuell ist (2-tägiger Gießrhythmus) kann ich zumindest momentan damit leben.

Nichtsdestotrotz habe ich mich wegen Alternativen schlau gemacht.

Salpetersäure fiel dabei sofort durch’s Raster, weil sich die Pflanze in der Hochblüte befindet, und da sind zusätzliche Stickstoff-Einträge, zumal in dieser Höhe, unerwünscht.

Mir wurde von Gemini dann noch Schwefelsäure (H2SO4) vorgeschlagen, und ich finde, der Vorschlag ist zumindest überdenkenswert.

Natürlich kommt hier eben wieder Schwefel hinzu, der ist aber bei Leitungswasser mit nicht zu hohen Sulfat-Werten unkritisch. Ich hab’s mir durchrechnen lassen, das sieht eigentlich ziemlich gut aus.

Aber, cave: Schwefelsäure ist sehr aggressiv, da ist große Vorsicht angesagt, und ich habe ehrlich gesagt keine Lust, zuhause mit hochkonzentrierter Schwefelsäure herumzupantschen. Es ist auch gar nicht so einfach, zumindest an die höher konzentrierte Säure heranzukommen.

Als junger Bursche, also vor zig Jahren, hatte ich ein Kellerlabor und habe dort sehr viel experimentiert. Da bin ich einfach nach Krefeld zu einem Chemikalienhandel gefahren und habe dort als Minderjähriger (!) literweise Säuren (Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure) gekauft. Das ist heute wohl nicht mehr so einfach.

Daher bin ich gerade auf der Suche, ob’s vielleicht irgendwo Schwefelsäure in einer akzeptablen Konzentration wie z.B. irgendwas zwischen 1% und 5% zu kaufen gibt. Ich denke, 10% wären auch noch ok, man muß dabei so oder so mit Schutzhandschuhen und Augenschutz arbeiten.

Es gibt auch noch die Möglichkeit, Kationenaustauscher zu verwenden. Da wird’s dann aber schnell ziemlich aufwendig, die Option habe ich derzeit erst einmal auf die Seite geschoben.

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Hi Romay :seedling:

Ich habe aus dem pH-Down ein pH-Up Problem gemacht für die Blühphase.

Dazu verwende ich einen Dünger der eigentlich für Leitungswasser gedacht ist mit destilliertem | Regen | Osmose Wasser: Egal, Hauptsache gaaanz weich muss es sein!

In meinem Fall CANNA Terra Flores. Das Ergebnis ist jetzt natürlich viel zu sauer, weil ja keine Karbonate aus dem Leitungswasser die Säure(n) neutralisieren.

Daher brauche ich nun einen pH-Up. Dazu greife ich ins Regal mit den Backzutaten:

https://www.amazon.de/dp/B0D2LBR4NG?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title&th=1

Das ist Kaliumbikarbonat. Damit stelle ich den pH Wert nach Wunsch ein und erhalte gleichzeitig einen K+ Boost für die Blüte. Im Medium passiert nun folgendes mit dem Anion:

HCO3−​ + H+ ⇌ H2​CO3 ​⇌ H2​O + CO2​↑

Also bleibt Wasser und CO2 und das CO2 gast aus, das Anion verschwindet vollständig und K+ bleibt zurück und ist verfügbar.

Man bekommt also einen K+ Boost ohne eine permanente EC-Strafe.

Einen Phosphor boost braucht es sowieso nicht, weil alles über 30-50ppm keinen nutzen in Ertrag und Qualität liefert und die meisten Dünger schon mehr als genug davon enthalten.

Das habe ich selbst getestet mit Trimagensiumdicitrat + Calcium Format und dass skaliert bis >2000PPFD/86+DLI! Man kann die Nutzlast an NPK so stark erhöhen, dass gerade so mit täglicher Wässerung 86+DLI stabil laufen: Wenn man noch ein paar andere Kleinigkeiten beachtet :upside_down_face:.

Das macht es extrem robust, wenn man viel niedriger ansetzt mit den PPFD/DLI.

Happy Growing
Luminous

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Moin!

Dein Gedankengang hat was, definitiv. Einen identischen Effekt würde man auch mit dem von mir genannten Kationenaustauscher erreichen, mit ziemlich viel Aufwand, und müßte das Wasser dann ebenfalls in die entgegengesetzte Richtung pampern.

Mich stört bei der ganzen Sache, auch bei dem, was ich geschrieben hatte, nur diese Anmutung von Chemielabor :grimacing:.

Ich möchte das eigentlich alles gar nicht, meine Labor-Zeiten sind definitiv schon lange vorbei. Ich möchte kein Bittersalz verwenden, und auch keine Zitronensäure. Ich bekomme jedes Mal 'ne Krise, wenn ich in der Küche stehe und mit einer Feinwaage die Pülverchen für die Nährlösung abwiege. Da sträubt sich was in mir.

Aber, wie man hier sagt, wat mutt dat mutt. Daher versuche ich jedoch auch, die Notwendigkeiten mit so wenig Aufwand wie nur eben möglich zu erfüllen. Und da hat der Aspekt „1 Flüssigkeit“ gegenüber „2 3 Pülverchen“ einen Vorteil :ca_giggle_joint:.

Robust ist die Lösung mit der Schwefelsäure auch, die hält den pH sehr stabil. Ich habe mit dem Thema sicherlich noch nicht abgeschlossen, da ist noch weitere Recherche nötig. Ich werde mir auch ganz sicher deine Lösung genauer anschauen, danke dafür.

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Also Ph - wuchs hat viel Salzsäure drin neben der Salpetersäure habe es aber selbst noch nicht benutzt

Was ich fälschlicherweise mal zum Ph senken benutzt habe weil es gut funktioniert ist silic Rock von plagron

Der Fehler ist bloss es muss als erstes ins Wasser damit Sachen nicht ausfallen und nicht mehr verfügbar sind

Es besteht aber die Möglichkeit vorher zu probieren wie viel man braucht zum senken und es am Anfang zu nutzen

Durch Osmose Wasser brauche ich aber nur noch Ph+ ganz selten mal - und dann nutze ich Phosphorsäure

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:droplet: pH senken – einmal sauber aufgedröselt

Vorweg:
Den Einstieg oben habe ich noch selbst hinbekommen, aber bei den ganzen chemischen Zusammenhängen wird’s schnell tief.
:backhand_index_pointing_right: Ich habe mir deshalb bewusst Unterstützung durch KI geholt, um das Ganze sauber auseinanderzuziehen und keine falschen Schlüsse zu ziehen.

Wenn irgendwo Denkfehler drin sind – gerne korrigieren. Ich will es wirklich verstehen :+1:


:alembic: 1. pH senken ist nie „neutral“

Egal ob Produkte wie Canna pH- Grow oder reine Säuren:

  • Phosphorsäure → bringt Phosphor (P)
  • Salpetersäure → bringt Stickstoff (N)
  • Salzsäure → bringt Chlorid (Cl)

:backhand_index_pointing_right: Bedeutet:
Man senkt nicht nur den pH, sondern verändert immer die Nährlösung mit.


:rock: 2. Silic Rock als pH-Tool – funktioniert, aber…

Plagron Silic Rock ist eigentlich alkalisch (hebt den pH).

Dass es „funktioniert“, ist eher ein Nebeneffekt – dabei passiert aber:

  • Veränderung von Kalium + Silizium
  • Einfluss auf Ca/Mg-Verfügbarkeit
  • Risiko von Ausfällungen

Der Hinweis:

„muss zuerst ins Wasser“

:check_mark: absolut korrekt
:right_arrow: zeigt aber auch, wie reaktiv das Ganze ist


:warning: Der eigentliche Knackpunkt

Wenn man Silic nutzt, um pH zu steuern:

:backhand_index_pointing_right: man verändert gleichzeitig das komplette Nährstoffgleichgewicht

Das heißt:

  • nicht nur pH-Korrektur
  • sondern Eingriff ins gesamte System

:light_bulb: 3. Osmosewasser macht vieles einfacher

Mit Osmosewasser:

  • kaum Puffer → pH leicht steuerbar
  • weniger Bedarf an starken Säuren

Dass man dann selten pH- braucht und ggf. Phosphorsäure nutzt, ist logisch :+1:

Aber auch hier gilt:
:backhand_index_pointing_right: pH runter = immer auch Nährstoffeintrag


:bullseye: Fazit

  • @Romay → denkt das chemisch sehr sauber durch
  • @Manni → bringt wichtige Praxispunkte (v. a. Reihenfolge)

Aber:

:backhand_index_pointing_right: Silic ist ein Additiv, kein pH-Werkzeug
:backhand_index_pointing_right: pH-Steuerung und Düngung sollte man trennen, wenn man Kontrolle will


:brain: Kurz gesagt

„Funktioniert irgendwie“ ≠
:backhand_index_pointing_right: kontrolliert
:backhand_index_pointing_right: reproduzierbar
:backhand_index_pointing_right: optimal


:compass: Noch ein interessanter Punkt (Thema Aufwand)

Was hier auch deutlich wird:

:backhand_index_pointing_right: Es geht nicht nur um Chemie, sondern auch um Handling

  • mehrere Einzelstoffe → maximale Kontrolle, aber mehr Aufwand
  • „eine Lösung“ → einfacher, aber weniger fein steuerbar

Am Ende ist das eine Grundentscheidung:

:microscope: Will ich alles exakt kontrollieren?
oder
:toolbox: will ich ein möglichst simples, stabiles System?

Beides kann funktionieren – aber es ist nicht dasselbe.


Bin gespannt auf eure Meinungen dazu :backhand_index_pointing_down:

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Man könnte die Sache tatsächlich ganz pragmatisch angehen, da muß man aber flexibel in der Düngeranpassung sein und die Bereitschaft mitbringen, den ganzen Kram auch mal durchzurechnen.

Die Salzsäure lasse ich jetzt mal ganz raus, Chlor-Einträge möchte eigentlich niemand (na ja, zumindest ich nicht) in seiner Nährlösung haben. Schwefelsäure können wir auch rausnehmen, weil sich das, was erreicht werden soll, durch die beiden verbleibenden Säuren erreichen läßt.

Verbleiben noch als stabile Säuren Salpetersäure und Phosphorsäure. Wenn man die Einträge von N durch die Salpetersäure berücksichtigt, ließe sich diese wäre der Vegetationsphase einsetzen, die Phosphorsäure analog dazu während der Blütephase.

Nachteil: Ich habe keine Ahnung, wie einfach oder schwierig es ist, an Salpetersäure heranzukommen, die ist hochaggressiv. Es gälte erst einmal, die Verfügbarkeit niedriger Konzentrationen (3%, 5% oder so) zu überprüfen. Dazu kann man mit Salpetersäure viel Unfug anstellen (Synthese von Sprengstoffen!), ich könnte mir vorstellen, daß die Abgabe reguliert ist. Liest hier jemand mit, der z.B. in einem Labor arbeitet und das aufklären könnte?

Definitiv. Damit wären wir auch bei den von mir bereits genannten Kationenaustauschern. Die sind nichts anderes als Geräte/Anlagen für die selektive Wasserenthärtung, die reduzieren Ca und Mg, die restlichen Mineralstoffe bleiben unangetastet. Das ist aber, wie auch Osmose, mit (ggfs. erheblichem) Aufwand und den entsprechenden Kosten verbunden.

Das schreckt zumindest mich dann auch (noch) ab.

Bei Kationenaustauschern wird das Wasser im einfachsten Fall durch eine Kartusche, die Kügelchen eines Harzes, eines stark sauren Kationenaustauschers, enthält, geleitet. Das nennt sich dann „Teilentsalzung“. Die Kartuschen sind irgendwann aufgebraucht, danach binden sie übermäßig viel Kalium und müssen ausgetauscht (oder evtl. auch regeneriert) werden.

Wie ich erfahren habe, kann man auch noch Harnstoff-Phosphat als sehr stabilen pH-Senker verwenden. Damit fügt man seiner Nährlösung gleich Stickstoff und Phosphor auf einen Schlag hinzu. Muß ich mir in den nächsten Tagen auch noch mal genauer anschauen.

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Silic rock hat laut datenblatt viele säuren

[quote=„SgtWeed, post:15, topic:75470“]

Plagron Silic Rock ist eigentlich **alkalisch** (hebt den pH).

[/quote

]

Eigentlich komisch das so wenig Gefahrensymbole drauf sind

Contains:Silicic acid, potassium salt ,nitric acid

Und es senkt den Ph sehr stark in der angegebenen Menge von 1ml/L

Finde das Thema sehr interessant danke fürs Erstellen :face_blowing_a_kiss:

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Mit „Silicic acid“ ist Kieselsäure gemeint, höchstwahrscheinlich Orthokieselsäure Si(OH)4, die liefert bioverfügbares Si. „Potassium salt“ ist Kaliumchlorid KCl, das liefert K (und etwas Cl). Und „Nitric acid“ ist Salpetersäure HNO3, daher kommt der Stickstoff.

Ich hätte nicht gedacht, daß ich irgendwann noch mal meine eher rudimentären Chemiekenntnisse rauskramen kann :rofl:.

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Ich verwende seit kurzem T.A. PH Minus (Salpeter Phosphor und Zitronensäure) in der Abreifphase!
(niedriger Stickstoffanteil s. Bergrowrechner)

Aber auch schon länger!

PH- Pulver Green Buzz Nutriens.
(Harnstoffphosphat 17-44-0 mit Silicate)
1g Ph- Pulver N170mg P196mg

Hatte damals den Hersteller angeschrieben
Wieviel Stickstoff und Phosphor das Pulver
Bei 10Liter Leitungswasser und 5,5gPH-Pulver
einbringt!

Um die Menge des PH- Pulvers zu reduzieren wurde das LW mit RW verdünnt!

Jetzt wird natürlich zusätzlich T.A. Cal/Mg Supplement benötigt(geringer Stickstoffanteil)

Kombiniert mit cana Mono Kalium und hartem Leitungswasser Wasser hat man einen NPK Dünger mit geringem Salzanteil!

Heute wurde das PH-Pulver zum ersten Mal mit Regenwasser vermengt und danach mit dem Leitungswasser und diverse Dünger.

Es gab immer leicht Ausfällungen…
Vermutlich durch die Silicate.
Kann aber auch nur am kalkhaltigen Leitungswasser liegen.
:smiling_face_with_sunglasses::victory_hand:t2:

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Sehr informativ, die meisten Fragen, die ich zu Harnstoff-Phosphat hatte, sind damit beantwortet. Danke!

Zitronensäure bildet bei sehr kalkhaltigem Wasser evtl. Tricalciumcitrat, das in leichten Schlieren ausfällt. Wäre also auch eine Möglichkeit. Das würde auch den Senkungseffekt beeinflussen, weil das Citrat kaum wasserlöslich ist.

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