Das sagt Chat GPT dazu, gezielt nach evidenzbasierten Quellen gefragt…
Die Praxis, Cannabispflanzen vor der Ernte für 48 Stunden in völlige Dunkelheit zu versetzen, wird unter Growern häufig diskutiert. Ziel ist es, die Produktion von THC und Terpenen zu steigern. Allerdings ist die wissenschaftliche Evidenz für diese Methode begrenzt.
Was sagt die aktuelle Forschung?
Es existieren keine umfassenden, peer-reviewten Studien, die eindeutig belegen, dass eine 48-stündige Dunkelphase vor der Ernte den THC-Gehalt signifikant erhöht. Einige kleinere Experimente und Erfahrungsberichte deuten jedoch auf mögliche Effekte hin:
Ein Grower-Bericht zeigte einen Anstieg des durchschnittlichen THC-Gehalts von 18,4 % auf 19,7 % nach einer 3-tägigen Dunkelphase. Allerdings handelte es sich hierbei um einen nicht-kontrollierten Versuch ohne wissenschaftliche Validierung.
Ein angebliches Experiment der SIMM’s Growers berichtete von einem THC-Anstieg von bis zu 30 % nach 72 Stunden Dunkelheit. Diese Studie wurde jedoch nie offiziell veröffentlicht, und die Ergebnisse sind daher nicht verifizierbar.
Mögliche Erklärungsansätze
Die Theorie hinter der Dunkelphase basiert auf folgenden Annahmen:
Stressinduktion: Die Dunkelheit könnte als Stressor wirken, der die Pflanze dazu anregt, mehr Harz und damit THC sowie Terpene zu produzieren.
Schutz vor Lichtabbau: THC ist lichtempfindlich und kann bei Lichteinwirkung zu CBN abgebaut werden. Eine Dunkelphase könnte diesen Abbau minimieren.
Chlorophyllabbau: In Dunkelheit wird weniger Chlorophyll produziert, was zu einem milderen Geschmack führen kann.
Fazit
Aktuell gibt es keine solide wissenschaftliche Grundlage, die die Effektivität einer 48-stündigen Dunkelphase vor der Ernte eindeutig bestätigt. Die vorhandenen Hinweise stammen größtenteils aus nicht-kontrollierten Experimenten und Erfahrungsberichten. Daher sollte diese Methode mit Vorsicht betrachtet und idealerweise selbst getestet werden, um festzustellen, ob sie in der eigenen Anbausituation Vorteile bringt.
Für eine fundierte Bewertung wären kontrollierte wissenschaftliche Studien erforderlich, die die Auswirkungen der Dunkelphase auf Cannabinoid- und Terpenprofile systematisch untersuchen.
Die 48–72-stündige Dunkelphase vor der Ernte von Cannabis wird vor allem im Zusammenhang mit sekundären Pflanzenstoffen wie Cannabinoiden (z. B. THC, CBD) und Terpenen diskutiert. Für primäre Pflanzenstoffe (wie Zucker, Aminosäuren, Chlorophyll) gibt es ebenfalls Effekte, aber diese stehen eher im Hintergrund. Hier der evidenzbasierte Überblick:
- Sekundäre Pflanzenstoffe
THC und andere Cannabinoide
Theorie: Dunkelheit soll den THC-Gehalt erhöhen, indem sie als Stressfaktor wirkt. Stress kann bei Pflanzen zu einer erhöhten Harz- und Cannabinoidproduktion führen.
Evidenzlage: Bisher keine peer-reviewte Studie mit klarer Korrelation zwischen Dunkelheit und signifikantem Anstieg von THC oder anderen Cannabinoiden. Nur Anekdoten und Grower-Tests mit nicht kontrollierten Bedingungen.
Terpene
Terpene sind flüchtige Verbindungen, die für Geruch und Geschmack verantwortlich sind.
Dunkelheit könnte helfen, Terpene zu konservieren, da sie bei Licht, Hitze und Sauerstoff leicht abgebaut werden.
Hypothese: Durch Lichtentzug könnten Pflanzen ihre Abwehrmechanismen hochfahren und mehr Terpene produzieren – aber auch das ist nicht wissenschaftlich gesichert.
- Primäre Pflanzenstoffe
Chlorophyll
In Dunkelheit wird kein neues Chlorophyll produziert; vorhandenes wird langsam abgebaut.
Das kann beim Trocknungsprozess zu einem milderen Geschmack führen, da überschüssiges Chlorophyll oft für das „grasige“ Aroma verantwortlich ist.
Zucker und Stärke
Ohne Licht findet keine Photosynthese mehr statt.
Die Pflanze beginnt, gespeicherte Zucker/Stärke zu verbrauchen.
Dies kann sich positiv auf den Geschmack und die Verbrennungseigenschaften auswirken.
Aminosäuren und Proteine
Hier sind die Daten sehr spärlich. Es wird vermutet, dass Dunkelheit einen gewissen Einfluss auf den Stickstoffmetabolismus haben kann, aber es gibt keine Cannabis-spezifische Forschung dazu.
Fazit
Für sekundäre Pflanzenstoffe wie THC und Terpene gibt es keine belastbare wissenschaftliche Evidenz, dass Dunkelheit vor der Ernte einen signifikanten positiven Effekt hat – aber die Theorie ist biologisch plausibel und wird oft praktiziert.
Für primäre Pflanzenstoffe wie Chlorophyll und Zucker gibt es etwas mehr Verständnis, insbesondere im Hinblick auf Geschmack und Trocknung.
Insgesamt bleibt die Dunkelphase ein experimenteller Grower-Trick, der noch nicht evidenzbasiert abgesichert ist, aber potenziell kleine qualitative Unterschiede machen kann.
Dr. Bruce Bugbee, ein renommierter Pflanzenphysiologe und Professor an der Utah State University, hat sich ausführlich mit der Praxis der 48–72-stündigen Dunkelphase vor der Ernte von Cannabis beschäftigt. Seine Forschungsergebnisse und Empfehlungen bieten eine evidenzbasierte Perspektive auf dieses Thema.
Dr. Bugbees Einschätzung zur Dunkelphase vor der Ernte
In einem Interview betont Dr. Bugbee, dass während der Dunkelheit keine Photosynthese stattfindet, was bedeutet, dass die Pflanze keine neue Energie produziert. Ohne Licht werden keine neuen Terpene oder Trichome synthetisiert; stattdessen verbraucht die Pflanze gespeicherte Zuckerreserven. Daher sieht er keinen Vorteil in einer verlängerten Dunkelphase vor der Ernte.
Empfehlung: Licht bis zur Ernte beibehalten
Dr. Bugbee empfiehlt, die Beleuchtung bis zum Zeitpunkt der Ernte aufrechtzuerhalten. Dies ermöglicht der Pflanze, weiterhin Photosynthese zu betreiben und somit die Produktion von Cannabinoiden und Terpenen fortzusetzen. Er argumentiert, dass der Fokus auf die kontinuierliche Synthese dieser Verbindungen gelegt werden sollte, anstatt zu versuchen, bereits produzierte Stoffe durch Dunkelheit zu konservieren.
Temperaturmanagement als Schlüssel zur Terpenkonservierung
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Dr. Bugbee hervorhebt, ist die Rolle der Temperatur. Kühle Temperaturen können die Flüchtigkeit von Terpenen reduzieren und somit deren Verlust minimieren. Er schlägt vor, dass eine Senkung der Temperatur in den letzten Tagen vor der Ernte effektiver sein könnte als eine Dunkelphase, um die Qualität des Endprodukts zu verbessern.
Zusammenfassung
Keine wissenschaftliche Evidenz unterstützt die Praxis einer 48–72-stündigen Dunkelphase vor der Ernte zur Steigerung von THC oder Terpenen.
Licht bis zur Ernte fördert die kontinuierliche Produktion von Cannabinoiden und Terpenen.
Kühle Temperaturen in den letzten Tagen können helfen, Terpenverluste zu minimieren und die Qualität zu erhalten.
Dr. Bugbees Forschung legt nahe, dass die Praxis der verlängerten Dunkelphase vor der Ernte eher auf Mythen als auf wissenschaftlichen Fakten basiert. Stattdessen sollten Grower den Fokus auf optimale Lichtverhältnisse und Temperaturmanagement legen, um die Qualität ihrer Ernte zu maximieren.
Die Idee, dass der Calvin-Zyklus durch 48–72 Stunden Dunkelheit vor der Cannabis-Ernte „gestoppt“ wird, ist grundsätzlich biologisch korrekt, aber was daraus folgt, ist weder wissenschaftlich belegt noch eindeutig positiv für die Cannabinoid- oder Terpenproduktion.
Was ist der Calvin-Zyklus?
Teil der Photosynthese, genauer gesagt der lichtunabhängigen Reaktionen (auch „Dunkelreaktionen“ genannt – ein irreführender Begriff, denn sie benötigen Produkte aus dem Lichtprozess).
Er findet im Stroma der Chloroplasten statt und dient der Fixierung von CO₂ zu Glukose mithilfe von ATP und NADPH (die wiederum durch Licht erzeugt werden).
Was passiert in 48–72 Stunden Dunkelheit?
Wenn eine Pflanze 48–72 Stunden kein Licht erhält:
Kein ATP/NADPH: Ohne Licht findet keine Photolyse statt → Calvin-Zyklus kommt zum Erliegen, weil die Energie fehlt.
Die Pflanze beginnt, gespeicherte Energie (Zucker, Stärke) zu mobilisieren, um den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.
Sekundärmetabolismus (z. B. Terpen- oder Cannabinoidproduktion) ist stark lichtabhängig. Ohne Licht wird kaum noch neues THC oder Terpen gebildet.
Was ist das Ziel hinter der Dunkelphase (laut Befürwortern)?
Abbau von Chlorophyll → besserer Geschmack, sanfterer Rauch.
Reduktion von Wassergehalt → höhere Konzentration von Wirkstoffen (relativ, nicht absolut).
Stressor-Effekt → Pflanze „fühlt“ das Ende und könnte mehr Harz bilden (biologisch eher fraglich).
Was sagt die Wissenschaft dazu?
Keine peer-reviewte Studie zeigt, dass der Stopp des Calvin-Zyklus durch Dunkelheit zu einer signifikanten Steigerung von THC, CBD oder Terpenen führt.
Dr. Bruce Bugbee und andere Wissenschaftler betonen, dass Licht essentiell für die Synthese dieser Stoffe ist.
Sobald Licht fehlt, werden keine neuen sekundären Pflanzenstoffe mehr gebildet, da der Energiestoffwechsel der Pflanze herunterfährt.
Fazit
Ja: Der Calvin-Zyklus wird in Dunkelheit gestoppt – rein physiologisch korrekt.
Nein: Daraus ergibt sich kein wissenschaftlich belegter Vorteil für die Cannabinoid- oder Terpenproduktion.
Die Dunkelphase ist daher nicht evidenzbasiert als Qualitäts-Booster einsetzbar. Wer sie nutzt, macht dies eher aus Erfahrungswerten oder Tradition.
Happy growing

