Um uns die Zeit ein bisschen zu vertreiben, hier ein bisschen Hintergrund zum Gender-Gaga und warum wir es hier treiben, wie wir es treiben.
Bevor es bei mir also überhaupt konkret losgeht, möchte ich mir mit euch die Anwendung von kolloidalem Silber ansehen, warum das überhaupt klappt und wie man es (hoffentlich) richtig macht.
Ich werde versuchen (!) im Laufe des Projekts immer wieder solche theoretischen und trockenen Einschübe zu posten. Wir sind schließlich nicht nur zum Spaß hier…
Wenn man mit kolloidalem Silber arbeitet, fühlt man sich ein bisschen wie ein verrückter Alchemist. Man nimmt eine weibliche Pflanze, die in aller Unschuld ins Blühen gehen will und zwingt sie mit ein paar Sprühstößen, plötzlich männliche Blüten zu entwickeln. Klingt nach Hexerei, ist aber reine Pflanzenphysiologie. Der Trick liegt darin, dass Silber den Ethylen-Signalweg blockiert. Ethylen ist das Hormon, das Cannabis daran erinnert: “Du bist eine Frau, mach Blütenkelche.“ Nimmt man ihr dieses Signal weg, denkt die Pflanze: “Ach so, ich bin ein Daddy? Dann eben Pollensäcke.“ Genau das nutzen wir, wenn wir feminisierte Samen erzeugen wollen.
(Steht bereit mit 50ppm)
In der Praxis heißt das: Man beginnt kurz vor dem Switch auf 12/12 damit die Pflanze täglich gründlich einzunebeln. Und zwar nicht zaghaft, sondern so, dass die Knoten und Blütenansätze ordentlich benetzt sind. Die Konzentration sollte bei ungefähr 30 ppm liegen. Das hat sich in Studien und in der Praxis als wirksam erwiesen. Wer glaubt, dass eine einzelne Sprühung reicht, liegt daneben: das Ritual muss über Wochen, durchgezogen werden. Erst wenn die Pollensäcke klar zu sehen sind, darf man die Flasche wegstellen. Bis dahin heißt es: Spray, pray, and repeat.
Natürlich hat die Sache auch ihre Grenzen. Kolloidales Silber wirkt, aber es ist so etwas wie der alte Opel Corsa unter den Silberpräparaten. Fährt ans Ziel, wenn man geduldig ist. Silver Thiosulfat ist der Porsche. Nur dass STS eben in der heimischen Küche nicht ganz so leicht zu mischen ist und mehr Vorsicht verlangt. Für die meisten Hobbyprojekte reicht kolloidales Silber völlig. Dauert nur etwas länger und erfordert Durchhaltevermögen. Wichtig ist vor allem, dass die behandelte Pflanze gesund ist, weil sie durch das Silber ohnehin Stress erfährt. Wenn sie eh schon schwächelt ist das Gender-Gaga mit großer Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt.
Und damit die Frage gleich geklärt ist: Nein, wir wollen nicht alle Pflanzen umdrehen. Wir suchen uns eine Pflanze aus die wir als Vaterfigur missbrauchen wollen und konzentrieren uns ausschließlich auf sie.
Ob wir dann tatsächlich alle anderen Silberhasen bestäuben, ob wir den designierten Daddy früher in die Blüte schicken (um seinen Samen zu sammeln), ob wir bereits eine Woche vor dem Switch mit den Silber-Shots beginnen oder erst wenige Tage? Wir werden sehen.
Quellen
Ram, H.Y.M. & Sett, R. (1982). Induction of Male Flowers on Female Plants of Cannabis sativa by Gibberellins and Silver Nitrate. Theoretical and Applied Genetics, 62(4).
Lubell, J.D. & Brand, M.H. (2018). Foliar Sprays of Silver Thiosulfate Produce Male Flowers on Female Hemp Plants. HortTechnology, 28(6), 743–747.
Adal, A.M. et al. (2021). Production of Feminized Seeds of High CBD Cannabis sativa L. Plants 10(11), 2541. [PMC8591233]
Lubell, J.D. et al. (2023). Colloidal Silver Compared to STS for Male Flower Induction in Cannabis sativa. Plants 12(19), 3442. [PMC10574327]
Timoteo Junior et al. (2024). Optimized guidelines for feminized seed production, Frontiers in Plant Science

