Double Talk Double Talk Double Talk
#12
Hallo Werte Cannabis Enthusiastinnen & Enthusiasten!
Endlich hatte ich etwas Zeit und habe diese dann auch gleich genutzt um den zwölften Straintalk zu schreiben. Im heutigen Talk widme ich mich zwei Äquatorialsorten oder auch weitläufig bekannt als „Sativas“.
Die Golden Tiger #3 und die Super Malawie Haze. Beide Strains vom spanischen Züchter ACE Seeds.
ACE Seeds aus Spanien – schon beim Namen zuckt’s dem echten Cannabis Liebhaber im grünen Daumen. Kein anderer Breeder in Europa züchtet mit so viel Hingabe und Respekt gegenüber klassischen Landrassen um sie euch ins Growzelt zu bringen. Während sich viele Saatgutbanken auf US-Hybeidkreuzungen stürzen, gräbt ACE tiefer – geografisch, genetisch und kulturell. Die Bank aus Galicien hat sich über Jahre den Erhalt, die Stabilisierung und die Weiterentwicklung klassischer Äquetorial - Genetik auf die Fahne geschrieben. Keine Industrial-Cookies, kein bunter Zirkus – hier gibt’s echte Linien aus Malawi, Thailand, Indien, Jamaika, Guatemala oder Vietnam. Die Philosophie ist klar: Vielfalt statt Einheitsbrei. Und wer schon mal einen Strain von ACE angebaut hat, weiß – das ist kein „Schnell-mal-eben-durchziehen“-Grow. Das ist ein Projekt. Ein Abenteuer. Und: ein echter Lernprozess.
Golden Tiger #3 und Super Malawi Haze – zwei Namen, die nicht nur nach Power klingen, sondern sie auch liefern. Beide Sorten bringen dieses tiefe, oft unterschätzte Erbe klassischer Landrassen mit. Nichts an diesen Pflanzen erinnert an moderne Hybrid-Versprechen wie „8 Wochen Blüte“, „kompakt“ oder „kaum Stretch“. Im Gegenteil: Die Dinger wachsen dir, wenn du nicht aufpasst, bis unters Dach. Und zwar schnell. Der Stretch war bei beiden Sorten extrem. Ich musste mehrfach eingreifen – croppen, binden, defolieren – wie ein Personal Trainer auf Speed. Ohne aktives Training hätten sie mir das Zelt auseinandergenommen. Die Blütezeit lag bei 85 bis 90 Tagen – wobei die Super Malawi Haze nochmal gut eine Woche länger gebraucht hat, bis die ersten Trichome den leicht bernsteinfarbenen Ton annahmen. Und genau da wurde auch geerntet. Ich wollte keine CBN-Schwere, sondern das volle Terpen- und THC-Spektrum zum richtigen Zeitpunkt. Klassisches „Window of Ripeness“-Timing.
Getrimmt wurde oldschool per Hand – ordentlich vor, dann sanft im Tumble Trimmer nachgearbeitet. Danach ab in die Gläser mit 62er Bovedas – mehrere Wochen langes curing, wie es sich gehört. Was dabei rauskommt? Kein Instagram-Showweed, keine dicken Kristallmonster, keine „Bag Appeal“-Granaten. Optisch erinnert das Ganze eher an das, was früher liebevoll als „Kraut“ durchging. Luftig, nicht spektakulär, aber verdammt authentisch. Und dann kommt der erste Vape … und du sitzt da und denkst: „ Alter, WTF. Das knallt ja richtig rein!“
Golden Tiger #3 kam mir schon beim ersten olfaktorischen Check angenehm zitronig und pfefferminzig entgegen. Fast wie frische Minze, nur eben mit einem ordentlichen Schuss Zitrusfrische im Abgang – extrem klar, fast schon kühl in der Nase. Im Vaporizer entfaltet sich das Terpenprofil dann organoleptisch nahezu identisch. Es schmeckt genau so, wie es riecht – präzise, aufgeräumt, und mit dieser klassischen, herben Note, die man früher beim Betreten niederländischer Coffeeshops in den 90ern sofort in der Nase hatte. Im Joint verbrannt? Ebenfalls Retro: Altes Haze, Spuren von Sandelholz, ein bisschen muffig – aber immer noch elegant.
Die Wirkung ist, wie man es von so einem genetischen Monster erwartet: fast ausschließlich cerebral. Eine klare Kopfsache, aufweckend, Zunge lösend im Gespräch und mit erhöhter Neigung zu unsinnigen Gedankengängen. In Gesellschaft absolut unterhaltsam – man lacht, man redet, man verliert sich. Ein typisches „Kiffertalk“-Weed, das nicht müde macht, nicht drückt, nicht lahmlegt. Aber Vorsicht an alle Newbies: Diese Sorte spielt nicht. Sie greift direkt da an, wo man am wenigsten Widerstand hat – in der Zentrale. Wer an Hybride mit viel Body gewöhnt ist, wird sich erst mal wundern. Keine Erdung, kein Sofa, kein Futterflash. Nur Energie, Gedanken und ein bisschen die Gefahr, in Gesprächen ständig den Faden zu verlieren.
Ganz anders, und doch verwandt, wirkt die Super Malawi Haze. Schon beim Öffnen des Glases strömt einem ein deutlich blumigeres, kräuterbetonteres Aroma entgegen – unterlegt mit erdigen tiefenTönen, fast schon meditativ. Der Geschmack im Vaporizer bringt genau das zurück: Blumig, krautig, ein Hauch Weihrauch. Fast schon sakral. Die Wirkung? Ein Brett. Kopflastig, Augendruck, durch und durch intensiv. Man spürt ein echtes Headband-Gefühl, als hätte jemand einen Gürtel um den Kopf gebunden. Und dann kommt sie – die körperliche Komponente. Nicht schwer, nicht lähmend wie bei afghanischen Indicas oder klassischen Kushes, sondern eher wie ein seichter Wasserfall. Man wird ruhig, nicht leblos. Entspannt, aber nicht zerlegt. Und wenn man mehr konsumiert, setzt sich ein deutlich spürbares Stoned dazu – allerdings ohne zuzumachen. Super Malawi Haze eignet sich ideal zum Runterkommen, für Musik, für introspektive Phasen. Allein auf der Couch? Perfekt. In Gesprächen? Naja, sagen wir: Situationsabhängig.
Beide Sorten spiegeln auf faszinierende Weise ihre genetischen Wurzeln wider. Golden Tiger bringt thailändische, malawische, mekongische und indische Genetik zusammen – allesamt Regionen mit reicher Cannabis-Kultur. In Malawi wird Cannabis als „chamba“ angebaut – ein spirituelles und soziales Werkzeug, seit Generationen kultiviert. Illegal, aber tief in der Gesellschaft verankert. Thailand wiederum hat eine lange Geschichte medizinischer Nutzung und hat 2022 Cannabis überraschend legalisiert, doch aktuell wird die Freizeitnutzung wieder eingeschränkt. Indien – Heimat des legendären Charas – betrachtet Cannabis spirituell, medizinisch und rituell – trotz gesetzlicher Einschränkungen. Super Malawi Haze kombiniert die Power dieser Linien mit einer sorgfältig selektierten Nevil’s Haze – einem der einflussreichsten Haze-Strains der Welt, ursprünglich in den Niederlanden entwickelt, basierend auf südindischer und kolumbianischer Genetik.
Dass ACE Seeds daraus zwei so distinkte, intensive und hochwertige Sorten gebaut hat, spricht für das Können des Breeders. Beide Sorten wirken authentisch, tief und sehr, sehr nachhaltig. Wer visuell fette Buds sucht, sollte sich woanders umschauen. Wer aber bereit ist, sich auf die wilde Seite der Cannabis-Welt einzulassen, bekommt mit Golden Tiger #3 und Super Malawi Haze zwei echte Charakterpflanzen – anspruchsvoll, aber lohnend. Zwei Cannabissorten, die einem wieder zeigen, dass Weed nicht nur ballern, sondern auch bewegen kann.
So schon wieder am Ende des heutigen Straintalks. Sobald bei mir wieder neue Strains im Gläschen sind werde ich an dieser Stelle berichterstatten.
Bis dahin für euch alle zwei Handbreit Platz unter den LED’s und
Happy growing
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