Teillegalisierung und die Folgen für die Gesellschaft und den Einzelnen

Guten Morgen miteinander! Ein großer Schritt ist getan, meine Gefühlslage bleibt gemischt. Wie ist das bei euch?

Wie wird sich das alles entwickeln? Ich würde mich über eure Prognosen freuen.

Hier mal meine Vermutungen…

Drei legale Pflanzen und 50 Gramm auf Lager sind enorm. Ich denke der Schwarzmarkt kann so in wenigen Jahren erkennbar verkleinert werden.

Die kleinen, legalen Anbauer werden mit Sicherheit viel untereinander tauschen und auch teilweise verkaufen. Für wie realistisch haltet Ihr das Vernichten von Blüten, welche über die 50g hinausgehen? Ich denke das macht kaum jemand. Der Rest wird verschenkt, getauscht oder verkauft.

Die organisierte Kriminalität in diesem Bereich wird dennoch dadurch geschwächt. Qualität wird steigen, Preise werden sinken. Eine Art Tauschbörse im Graubereich wird entstehen.

Aber hat das Ganze ausschließlich gute Auswirkungen? Trägt das Ganze nicht auch irgendwie noch mehr zur Spaltung der Gesellschaft bei?

Ein komisches Gefühl schwingt bei mir mit.
Alles wird jetzt verwaltet. Ganz nach dem Motto: „vorher ging es ja auch schon ganz gut, nicht dass es mit der Zeit verschlimmbessert wird“

Auch den Reiz des Verbotenen möchte ich an der Stelle nicht unterschlagen. „Eine so tolle Sache aus der sich der Staat raushält“
Paradoxer Weise war dadurch auch immer ein Gefühl der Freiheit vorhanden.

Unterm Strich bin ich zwiegespalten. Ich freue mich auf freien Konsum und Anbau, aber fürchte mich vor zukünftigen Änderungen welche das Gesetz und somit den Umgang verschlechtern.

Stimmt Ihr mir in meinen Punkten zu? Widersprecht mir gern!
Mich würden eure positiven aber auch negativen Vermutungen interessieren.

:v: feiert nicht so viel am Wochenende :wink:

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Ich stimme dir da zu.
Ich werde die „Überernte“ an Canabispatienten in meinem Freundeskreis verschenken, wobei ich ja eh nicht mehr viel anbaue.

Sehe ich auch so, es wird genug geben die sich nicht an die Vorgaben halten, gerade was den Konsum draußen und mit Uhrzeiten/Abständen zu tun hat.

Gestern selbst erlebt, 18:00 Innenstadt/Kinderfest und ne Gruppe hat angefangen zu Kiffen…so wird das nix werden :man_shrugging:t2:
Das wird sicherlich ein Problem und bei der nächsten Wahl ausgeschlachtet, einziger Trostpunkt, die schwarzen können momentan nicht ohne rot oder grün regieren :sweat_smile:

Mich interessiert jetzt nur noch das Thema Führerschein, der Rest passt für mich perfekt und ich bleib immer noch, was den Anbau betrifft bei: no tell, no smell, no sell :wink:

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Das hängt ganz davon ab, ob die Öffentlich Rechtlichen und die großen Magazine endlich mit ihrer Hetze und Verbreitung von Lügen sog. „Experten“ aufhören.

Ich habe mittlerweile mehrere Umfragen von verschiedenen Magazinen gesehen, in denen aktuell (angeblich) knapp über 60% gegen eine Legalisierung sind.
Letztes Jahr sah das noch anders aus, da hat das eher so um die 50/50 geschwankt - die Zahl der Befürworter ist aktuell auch gesunken (obwohl es jetzt quasi final beschlossen wurde, fehlt nur noch die Unterschrift von Frau Schwesig).

Und das ist meiner Meinung nach einzig und allein der Verdienst dieser ekelhaften Berichterstattung der letzten Monate und vor allem der letzten Wochen.

Das prägt natürlich die Sicht der Leute, die mit dem Thema sonst überhaupt nichts zu tun haben.

Nur mal so nebenbei: Ständig wurde zuletzt über „Drogentote“ gesprochen.
Wie viele Menschen sterben denn tatsächlich an Cannabis?
Wie viel Kilogramm (nicht Milligramm!) THC braucht man, um einen Menschen zu töten?

Warum wurde darüber nie gesprochen?
Das liegt doch eigentlich nahe, wenn man die ganze Zeit vor dieser ach so „toxischen“ Substanz warnt.

Das ist übrigens das, was mich die letzte Zeit mit Abstand am meisten angek*tzt hat - dass die Journalisten da mitmachen und sich so gut wie keiner traut, mal sachlich und objektiv zu berichten.

Wie willst du denn in freier Wildbahn - sollte das Thema zur Sprache kommen - mit anderen Menschen darüber reden, wenn die sich nur aus solchen Quellen informiert hatten und dann eine entsprechende Meinung dazu haben?
Das ist praktisch nicht möglich!
Und das spaltet natürlich in der Tat die Gesellschaft.

Ich hoffe wirklich sehr, dass das öffentliche Interesse hier wieder zurück geht, befürchte aber - solange die Pharmaunternehmen und Brauereien noch nicht am Geschäft beteiligt sind - dass man immer wieder neue „Schreckensmeldungen“ zu Tage fördern wird. „Kiffer“, die sich in der Öffentlichkeit nicht benehmen können, Verkehrsunfälle, Jugendliche, die „abstürzen“ usw…

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Verstehe dich zu 110 % was du geschrieben hast ist einfach richtig.

Ich hab mich vorgestern dabei erwischt beim überlegen zukünftig „gar nicht mehr“ mit anderen / nicht Befürwortern zu unterhalten. Hab überlegt ob das evtl mehr Sinn macht.

Ich denke wir müssen uns da gar nicht mehr verbiegen, lass sie doch negativ denken, es ist legal jetzt uns wurde sozusagen „Recht“ gegeben.

Da muss man niemanden mehr überzeugen, gibt immer Leute die es nicht akzeptieren, lass die einfach und versaut dir nicht deine Zeit mit denen mMn.

Provozieren darfst natürlich auch nicht

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Für den, der kifft und selber anbauen will, ist es grundsätzlich eine Entlastung; und ich habe mich letztes Jahr sehr über die Ankündigung dieses vernunftgeprägten Projekts gefreut.
Ich war mit dem Schwarzmarkt und dem niederländischen Coffeeshop- System sowieso seit langem unzufrieden und habe mich mit dem Gedanken getragen, doch mal wieder selber loszulegen.
Die 50g sind ein Detail, dass in der Praxis keine Bedeutung haben muss, es sei denn, irgendwas anderes liefert Grund für eine HD (zum Beispiel verticken).
Mit der Zeit wird sich einschleifen, wie man etwa mit einer normalen Erntemenge rechtlich umgeht, ob drei reguläre Jungpflanzen nicht ein bisschen wenig sind, oder unter welchen Umständen Kiffen in der Öffentlichkeit klargeht. Da gibt’s noch viele Ungereimtheiten. Dass sich nachträglich durch Änderungen dieser revolutionäre Ansatz total verschlechtert und alles nur bis zur Unkenntlichkeit verwässert wird, glaube ich nicht. Hoffentlich wird es in manchen Details eher etwas lockerer. Karl musste einfach irgendwo anfangen!
Ich finde es aber eine Riesenchance und ein international wettbewerbsfähiges Modell, dass hier Eigenanbau grundsätzlich ok sein soll. Womöglich verbreitet sich qualitativ hochwertiges Cannabis zuungunsten des organisierten Verbrechens in Freundeskreisen, so dass die meisten versorgt sind.
Das organisierte Verbrechen wird aber versuchen, über das CSC System richtig Reibach zu machen; mit dem Hintergedanken sind genaue Kontrollen auch ok.

Allzu wild Fremden einen vorzukiffen finde ich falsch. Die aus einer anderen Welt als wir sollen lernen, dass damit eine Kultur der Achtsamkeit einhergehen kann, und dass in unserem Leben nicht alles dem Konsum einer Droge untergeordnet wird.

Ja, ist schon langweilig, wenn es nicht mehr verboten ist! :laughing: Es war ja schon vorher so, dass nicht gerade zwangsläufig die Handschellen klicken, wenn man in der Öffentlichkeit kifft. Also das war eine billige Art, mit einem Bein außerhalb des Systems zu stehen, was manche vielleicht gerne zelebrieren möchten. Ein Lichtblick dabei: die jüngeren Semester haben es ja immer noch schwer! Die bleiben also cool. Die älteren sind dann halt arrivierte, spießigere Kiffer mit ihrem 40er Zeltchen oder ihrem CSC Ausweis.

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An synthetischen Cannabinoiden sind tatsächlich schon Menschen gestorben.

Natürlich, gerade die Legalisierung sollte da Abhilfe schaffen.

Ich denke, ein Teil der bewusst abschreckenden Formulierungen, auch von Lauterbach selbst, geschieht, damit (gerade junge) Leute sich dem vielleicht mit bisschen mehr Respekt nähern, als dem knackigen Spaß im Glas. Was ich nicht verkehrt finde, solange man Fakten nicht verbiegt. Niemand sollte vergessen, dass es sich vielleicht um eine der harmloseren und jetzt legalen Drogen handelt, aber es ist immer noch ne recht potente Substanz, die die Psyche unvorbereitet ordentlich durcheinanderrütteln kann. Respekt ist da nie verkehrt.

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Da hab ich leider auch starke Bedenken. Da liegt jetzt umso mehr ein Auge drauf und leider gibt es ja auch einige „dumme“ Kiffer…

Die Freude überwiegt zwar, aber irgendwie fühlt es sich auch komisch an aus der gewohnten Situation rausgeworfen zu werden mit der Angst, dass es irgendwie kaputtreguliert wird und es am Ende weniger Spaß macht.

Egal, das zeigt nur die Zeit…wird sich schon positiv entwickeln

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Das versteht sich doch von selbst, dass ich nicht von synthetischen Cannabinoiden gesprochen habe.

Lauterbach darf gerne über „toxische Beimengungen“ und „synthetische Cannabinoide“ sprechen - „toxische THC Konzentrationen“ (hat er auch schon gesagt) finde ich eher schwierig, zumal bei einem Vergleich mit den beliebten Apotheken-Gras Sorten schnell klar wird, dass die meisten über 20% THC haben.

Ich fand ja den Spruch „Just say know!“ immer sehr gut in Zusammenhang mit „Drogen“.

Wichtig wäre mir, dass die Personen, die zukünftig z.B. an Schulen aufklären, authentisch auftreten und vor allem keinen Unsinn erzählen.
Wenn du da Achtklässlern weismachen willst, dass Cannabis in etwa das gleiche wie Crack oder Heroin ist, dann werden die dich auslachen - die haben auch Internet und können sich bei Bedarf auf seriösen Webseiten informieren.
Ebenso halte ich das, was ich teilweise von der Kampagne der BZgA gesehen habe, für kontraproduktiv ("Kiffer sind dumm und essen ihre Suppe mit der Gabel etc…).

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Glaube es gibt Leute, die das schon immer gemacht haben und durch ihren besonnenen Umgang damit nie aufgefallen sind.
Nach Einhaltung aller Regeln - no tell, no sell, no smell, Samen niemals bestellen und an seine Adresse schicken lassen, gilt auch für das Growzubehör, PKW stehen lassen wegen Test, sollte sich nix ändern.
Das Gesetz ist für die nur reine Formsache.

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Warum sollte man zukünftig Samen nicht bestellen oder sogar Growzubehör? Ist alles legal ab 1.4.

Das Gesetz ist nicht nur reine Formsache, sondern entzieht den Strafverfolgungsbehörden den Zugang zu den Wohnungen.

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Ich mach weiter wie bisher nach dem Motto no sell no smell no tell nur ohne Paranoia.

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Dass tatsächlich jemand Blüten vernichtet, glaub ich nicht. Dazu ist der Stolz auf die eigene Ernte dann doch zu groß. Dann ist man halt für ne Weile doch wieder im illegalen Bereich, bis der Vorrat sich wieder gesund geschrumpft hat. Oder man versorgt Freunde und Verwandte mit. Oder man lagert einen Teil bei Oma im Keller. Oder man verarbeitet die Überschüsse weiter. Gibt ja viele Möglichkeiten. Alles vielleicht nicht superlegal, aber so richtig schaden tuts ja auch keinem.
Ich hätt da eher ein schlechtes Gewissen, wenn ich saubere Blüten vernichte, während der Kumpel, dessen Ernte halt nix wurde, den Scheiß vom Schwarzmarkt raucht. Solange alles strikt unkommerziell bleibt, find ich das kein Drama.

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Wo kein Kläger da kein Richter. Aber man sollte besagten Kumpel oder sonstigen „Komplizen“ halt sehr, sehr gut kennen. Ich kann mir in meinem eigenen Umkreis nicht viele Personen vorstellen denen ich derart vertraue.

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Die 50g sind denke ich ein Kompromiss der einzelnen Verhandler des Gesetzes.

Solange man der Polizei keinen Anlass gibt deine Bude zu stürmen erfährt ja auch keiner etwas vom 51 & 52 Gramm.

Sinniger für mich wäre gewesen, dass man die Menge Zuhause lagern darf die ein CC Mitglied auch im Jahr beziehen darf.

Also 600g feinstes Cannabis …

:slightly_smiling_face::wave:t3:

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Eine vielleicht etwas andere Richtung, als die hier gerade diskutierte, aber ich finde, es passt hier gut rein. Ich bin gerade übder den Kommentar von Berlins OB Wegener (CDU) gestolpert, der sich den VA gewünscht hätte, eben im Hinblick auf Jugendschutz und Arbeitsbelastung der Ordnungsbehörden.

Wie ich finde, und das habe ich des öfteren in der Politik der Union gesehen, wird häufig sehr auf die staatlichen Organe für die Aufrechterhaltung der rechtsstaalichen Ordnung fokussiert, und verkennt dabei ein anderes wichtiges Element, die Zivilgesellschaft. Doch gäbe es diese und deren Einfluss nicht, wären die staatlichen Organe in jeder Hinsicht verloren in ihrer Aufgabe.

Ich glaube, gerde im Hinblick auf Cannabis und die Legalisierung für Erwachsene, wird die Zivilgesellschaft bei der Durchsetzung der Regeln des CanG stärker in Erscheinung treten, auch aus ganz eigennützigen Gründen.
Denn niemand Verantwortungsbewusstes möchte sich dieses Gesetz wieder kaputt machen lassen, indem die Regeln in der Öffentlichkeit und gerade beim Jugendschutz laissez-faire ausgelegt und mal ein Auge zugedrückt wird.

Ich für meinen Teil werde jemanden, der an einem offensichtlich dafür nicht gedachten Ort konsumiert, darauf ansprechen, ebenso wie möglicherweise Minderjährige. Letzteres ist mir zum Glück bisher nicht vorgekommen.

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Moin,

ich persönlich werde mit sicherheit Blüten vernichten, auch wenn da immer etwas Bedauern dabei sein wird, da ich mich nach all den Jahren der Prohibition nicht ganz von der paranoia freimachen kann, dass es irgendwann wieder verboten wird. Und dann möchte man natürlich Vorrat haben.

Trotzdem werde ich mich an die 50 Gramm halten.
Eine kleine Pflanze reicht schon locker, um meinen Jahresbedarf doppelt zu decken. Ich werde aber auf jeden Fall mehr anbauen als ich brauche. Zum einen um Abwechslung zu haben, zum anderen weil es ein Hobby, wie ein Aquarium, ist. Und auch aus Prinzip, weil es endlich erlaubt ist.

Noch steht Säule 2 ja nicht…

Grüße

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Achja, die Frage kam ja hier auch irgendwo auf:

https://www.drugcom.de/newsuebersicht/topthemen/bekifft-durch-passivrauchen/

Kurz, in einem total verräucherten Raum kann evtl. nach vielen Stunden Thc durch Passivrauchen nachweisbar sein. In aller Regel aber dann immer noch unter dem momentan extrem strengen Grenzwert. Und ohne dass man davon die geringste Wirkung hat.

Befürchtungen vor (Hoffnungen auf?) Qualmwolken bei Volksfesten braucht also keiner zu haben.

Vor dem Nichtraucherschutzgesetz hat es bei Konzerten oder in Clubs niemanden gestört, wenn da ne Tüte geraucht wurde.
In nem engen, indoor Raucherbereich würde ich aber wohl nicht auf die Idee kommen nen joint zu rauchen, wenn ich noch rauchen würde…

Da sollte man schon Rücksicht auf die anderen nehmen. Gibt ja auch Menschen, die den intensiven Geruch nicht mögen.

Wüsste nicht was dagegen spricht mal kurz vor die Tür zu gehen.

Grüße

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Hi,
wo ich denke, daß es zukünftig etwas schwierig wird: " Jugendliche".

Ich selbst hab mit 16 das erste mal gekifft und hatte dann immer mal wieder … suchtlos sag ich mal.
Ich frag mich, wie diese jungen Erwachsenen jetzt an das Zeug rankommen können, das Gesetz bleibt scharf dagegen, wie kann man denen eine Brücke zu anständigem weed bauen?

Ich schätze das wird so laufen wie beim Alk auch. Irgendwer kennt irgendwen, dessen Papi den Vorrat nicht wie Fort Knox sichert.

Oder einem erwachsenen Grower wird das Geld knapp und er vertickt den Ernteüberschuss, den er sonst versteckt oder entsorgt hätte. Oder die Kids kommen irgendwie an ein paar Samen ran und machen damit Guerilla Growing. Letzteres eher unwahrscheinlich in urbaneren Gebieten aber sicher nicht unmöglich, wenn der Wille stark genug ist.

Selbst wenn Jugendliche durch die Teillegalisierung indirekt leichter rankommen können, denke ich dass es unterm Strich positiv sein kann, aber die Eltern müssen ihren Part dafür auch gewissenhaft spielen.