Ich erarbeite hier im OP eine Zusammenfassung meiner Recherchen zum Thema Lichtspektrum und Morphogenesis in Cannabis.
Das kurze Fazit;
das Spargeln, dass wir bei z.B. Jungpflanzen auf der Fensterbank oder unter Glühbirne beobachten können, ist primär durch ein fehlendes absolutes maß an Photonen im blauen Bereich zurückzuführen.
Das heisst aber nicht, dass eine Grow Lampe mit relativ wenig blau, zwangläufig zu nicht-kompaktes Wachstum oder Spargeln führt: Ich konnte selbst unter ‚Warm Weiß‘ mühelos sehr kompakte Keimlinge und Jungpflanzen anziehen, in dem ich einfach ausreichend Licht vom Anfang an gegeben habe.
Ist blaues Licht in ausreichender Menge vorhanden – auch mit Überschuss an rot – kommt es nicht zu langestreckten Cannabis Pflanzen.
Das heisst nochmal deutlicher: Optimal-kompaktes Wachstum wird nicht durch Anwendung von LED-Lampen mit 3000k warmweiß, bzw. mit dominantem Rotanteil, ausgeschlossen.
Zusätzlich zum Blauanteil kann (laut Theorie und Biochemie), das Rot:FernRot Verhältnis einen ‚Schattenreflex‘ steuern.
Der Lampenhersteller kann also seelenruhig eine Vegi+Bloom Lampe entwickeln, dessen Anteil der deutlich effizienteren 4+ umol/j 660nm Rot Dioden höher ist als heutzutage üblich und dadurch mehr Effizienz erzielen.
Das hat cre.science auch erkannt und im Bloomstar Babo 450e umgesetzt.
Die Mischung aus LM301h EVO und LM301b EVO ergibt den dualen Gipfel um 435-450nm, den ich gerne sehe. Sehr interessant für mich ist, das auch cre.science auf Fern-Rot zusatz-Dioden verzichtet… und dass Cannabis-Züchter am laufenden Band ohne die 730nm Dioden fette Ernten erzielen. Wie können wir das mit der R:FR Theorie vereinbaren?
Ausführung:
Reaktionen auf blaues Licht
Zwei wichtige Photorezeptoren für blaues Licht sind Kryptochrome und Phototropine. Blaues Licht ist für eine Reihe von Pflanzenreaktionen wichtig, z. B. für die Unterdrückung der Stängelstreckung, den Phototropismus, die Bewegung der Chloroplasten innerhalb der Zellen, die Öffnung der Stomata und die Aktivierung der Genexpression, einiger morphogener Gene und anderer nicht.
Die Öffnung der Spaltöffnungen und die Höhenkontrolle sind für Beleuchtungssysteme im Gartenbau von besonderer Bedeutung. Ein niedriger Gesamtgehalt an blauem Licht (z. B. weniger als 10 % des gesamten Photonenflusses) kann bei mehreren Pflanzenarten zu Blattödemen (Anschwellen der Blätter) und Entwicklungsproblemen führen.
Der absolute Gehalt an blauem Licht wirkt sich immer stärker auf die Verringerung der Pflanzenhöhe aus. Dies kann in einigen Fällen wünschenswert sein (z. B. um kompaktere Setzlinge zu erzeugen und die Transportkosten zu senken), führt aber im Allgemeinen zu einer geringeren photosynthetischen Effizienz. Ein hoher relativer Anteil an blauem Licht verringert die Blattfläche der Pflanze und kann aus diesem Grund unerwünscht sein.
Reaktionen auf rotes und fernrotes Licht
Was die Photomorphogenese betrifft, so sind die am besten verstandenen Entwicklungsprozesse diejenigen, die von roten und fernroten Lichtspektren gesteuert werden. Für die Zwecke dieser Diskussion werden wir uns auf rotes (R) Licht als den Spektralbereich um 660 nm und auf fernrotes (FR) Licht um 730 nm beziehen. Um den Einfluss dieser beiden Spektralbereiche auf die Pflanzenentwicklung besser verstehen zu können, muss man zunächst die Bedeutung des als Phytochrom bekannten Pigments verstehen, das für die durch R- und FR-Licht vermittelten Reaktionen verantwortlich ist.
Phytochrom ist ein Pigmentprotein, das in zwei ineinander überführbaren Formen existiert - einer rotlichtabsorbierenden Form (Pr) und einer fernrotabsorbierenden Form (Pfr). Phytochrom wandelt sich bei der Absorption des entsprechenden Lichts von einer Form in die andere um, bis ein Gleichgewicht hergestellt ist, wobei die relative Menge jeder Phytochromform vom Verhältnis von R- zu FR-Licht im Lichtspektrum abhängt. Mit anderen Worten: Wenn Pr R-Licht absorbiert, wird es in Pfr umgewandelt, und wenn Pfr FR-Licht absorbiert, wird es in Pr umgewandelt. Die Spektren beider Formen überschneiden sich in gewissem Maße, und das Phytochrom absorbiert auch etwas blaues Licht, doch wird dies in diesem Leitfaden nicht behandelt.
Das Übergewicht der einen oder anderen Form (das vom R/FR-Spektralverhältnis abhängt) kann eine Reihe von Entwicklungsprozessen stimulieren oder hemmen, wie z. B. die Keimung von Samen, das Entrollen von Blättern, die Chlorophyllbildung und die Streckung von Stängeln. Darüber hinaus ist Phytochrom der Kontrollfaktor für die Förderung (oder Unterdrückung) der Blüte bei photoperiodischen Pflanzenarten.
Quelle: How Light Impacts Plant Development: Photomorphogenesis - Part 2 - Growers Network







