[Bioanbau] Lebendige Erde - Living Soil

Eine große Sehnsucht für viele Grower ist es natürlich, einen biologischen Durchgang durchzuführen - obwohl dieser zu den schwersten gehört. Warum ist das so?
Die konventionelle Landwirtschaft macht es sich sehr einfach: Stört etwas, dann wird es rausgenommen. Es stehen dafür diverse chemische Käulen zur Verfügung, die Beikraut, Insekten und Pilze unterdrücken.

Diese Möglichkeiten hat Otto-Normal-Gärtner nicht. Er muss sich auf andere Methoden konzentrieren, die im biologischen Anbau üblich sind - wie das Umgraben, Jäten und Zurückschneiden der Umkräuter, Giftkräutersud um Insekten zu vertreiben oder Nutztiere, um diese in den Griff zu bekommen. Aber beim Pilz sind die Möglichkeiten beschränkt bis nicht vorhanden. Auf den Weinbergen kommen Kupfersalze zum Einsatz - was jedoch seit 200 Jahren auch Probleme bereitet, denn Kupfer ist ein Pflanzengift und für uns ein giftiges Schwermetall. Man hat mittlerweile eine Möglichkeit gefunden, indem man Pilzkulturen vorimpft - speziell Hefepilze - die dafür sorgen, dass weniger Nährstoffe für andere vorhanden sind. Diese Methode hatte ich schon vorgeschlagen, konnte sie selber jedoch noch nicht prüfen, also das Einweichen von Bäckereihefe in Wasser und das Spritzen im Herbst gegen den Schimmel. Ansonsten bleibt nur die Stärkung der Pflanzen durch Schachtelhalmextrakte oder ähnliches.

Und als wäre das noch nicht genug, machen manche Romantiker den nächsten Schritt und wollen sogar Indoor ein richtiges Erdbiotop aufbauen. Das ist natürlich ein unglaublich verkomplizierendes Vorhaben, denn einmal wird man dort nie diese Vielfalt erreichen und auf der anderen holt man sich jede Menge Tiere ins Haus hinein - ob die nun für die Pflanzen schädlich sind oder nicht, sie sind im Haus und nicht jedermann hat ein Haus, in dem das üblich ist, dass etwas durch die Luft saust.

Nichts destotrotz wollen wir uns mal anschauen, was für Vorteile eine „lebendige Erde“ mit sich bringen könnte.

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In 10 Min. startet ein Livestream von Timm zum Thema „Living Soil“:

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Vielen Dank für den Link @DjangoElBongo, was für geniales geballtes Wissen.

Es hat mich total inspiriert. Ich recycle meine Erde schon lange und pimp sie mit EM aber das ist nochmal ein paar Level höher. Ich werde dieses Produkt für meinen nächsten Run ausprobieren. Nur noch Wasser sonst nix das wäre doch mal was für mich. Da bin ich auch gerne bereit den höheren Preis zu bezahlen wenn die ganze Kette bis ganz unten verdient. Muss ich gleich mal die Foren Suche auf bestehende FLO Living Soil grows abchecken.

Wenn jemand einen Growreport mit dem Produkt kennt bitte melden.

Ich wünsche euch einen friedlichen Abend.

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kann nur sagen, dass Geschmack und Geruch von der Erde bzw. den verwendeten Düngern abhängt und deshalb schmecken einfach die Biosachen viel „interessanter“.

Von der Düngung mit Klee halte ich nicht soo viel, zumal der Klee über die Knöllchenbakterien ja nur Stickstoff produziert, den wir genug haben. Andere Mineralien zieht er noch immer aus den Töpfen.

Ich habe auch gleich ein 5L Säckchen bestellt. Beim nächsten grow gibts nur Flo und H2O :wink:
Bin echt gespannt.
Übrigens bei „Garden Eden“ gibts das 5 L Säckchen für 45€ :+1:t2:
Lg SR :sunglasses::v:t2:

Hallo zusammen

Mich reizt das Thema Living Soil auch aber die Infos sind schwierig zu bekommen… ich habe mir Florganics mal angeschaut. Wie sind nun eure Erfahrungen damit? @SandyRivers und @Alpi ?

Wenn ich mir sowas anschaffe, dann möchte ich nur ungern alle paar Jahre wieder einen Beutel kaufen sondern gewisse Nährstoffe selbst noch nachführen. Klappt das gut? Auch habe ich mir überlegt, meine eigene living Soil zu erstellen. Das käme dann zwar recht teuer aber wenns nachher halten würde…

Flo sagt ja, dass man Haferflocken und Kokos nachschütten soll, da dies als Nahrung dient. Woanders habe ich gelesen, dass man Zuckermelasse verwenden kann.

Würde mich über euer Feedback freuen!

Lg Garry

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Hi @Garry,

Also ich habe FLOrganics erst einmal verwendet und kann nichts schlechtes darüber sagen. Ich hab noch im laufe des grows 3 mal CalMag gegeben das war’s.
Angeblich kann man FLOrganics 2mal verwenden (no Till) hab ich aber noch nicht probiert, gibt aber ein paar no till growreporte hier im Forum.

Selbst living soil machen ist echt nicht so einfach.
Haben schon ein paar Leute versucht.
Kostet halt Zeit. Da machst du einen Durchgang und schaust wie der läuft. Anschließend änderst du dein Rezept und schaust wieder…. Also du merkst schon. So schnell funktioniert das nicht.

Lg :smiling_face_with_sunglasses::victory_hand:t2:

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Danke für dein Feedback :blush:

Ja mein Ziel wäre schon, dass man die Erde dann wirklich über Jahre hinweg verwenden kann… Sonst macht es für mich abgesehen von der Ökologie wenig Sinn umzustiegen… auf beide Arten muss ich ja dann regelmässig wieder neue Erde oder Fertigmischungen kaufen - bei living soil halt einfach deutlich weniger.

Da ich denen 56 Liter Töpfe geben würde, sollten sie ja schon mal genug Platz haben. Das Schwierigste ist, als nicht kommerzieller Kunde an die Rohstoffe ranzukommen. Meistens sind sie bereits in Produkten verarbeitet und dann weiss man eben nicht mehr, was man sich denn sonst noch alles ins Zelt holt… Gerade die Bakterienkulturen sind schwer zu bekommen. Für Vulkanasche bezahlt man auch ein Vermögen :sweat_smile:

Und wenn ich mir einen Spatenstich Waldboden hole, kann ich mir ebenfalls Zeugs reinholen, welches ich da nicht haben möchte :thinking:

@anon35721652 & @Raymond sind Experten auf diesem Gebiet. Die züchten ihre eigenen würmer.:grin: Finde ich persönlich sehr spannend, und auch sehr nachhaltig. :ok_hand::+1:

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Ob’s aber alleine mit Cocos funktioniert ist halt auch wieder die andere Frage :sweat_smile:

Danke für die Verlinkung, nett von dir! :slight_smile:

Ich hätte an folgende Mischung gedacht:
20% Cocos
30% Plagron Lightmix
5% Vulkangestein
20% Wurmhumus
15% Biokohle

Zusätzliche Komponenten:
Alfalfa Klee
Mycrenpilze (diese Zusammensetzung müsste passen) BioTabs Mycotrex 100g - growland

Kompost thé
Seetangpulver 50 gramm
Chitinhaltiger Dünger
Dolomitkalk
Organischer Phosphatdünger
Mulch
Regenwürmer
Weisse Asseln
Springschwänze
Haferflocken

Theoretisch müsste ich dann für sehr lange Zeit lediglich Kokos nachschütten… das ganze in 56 Liter Stofftöpfen mit Blumat Maxi Bewässerung. Der Hohe Kokos und Biokohleanteil sollte die Nährstoffflut speichern und langsam aber sicher abgeben. Das müsste dann ja für einige Durchgänge reichen. Zusätzlich würde ich die nicht verwerteten Schnittreste immer wieder portionsweise beigeben. Somit sollte der maximal mögliche Anteil an Nährstoffen recyclet werden.

Warum ausgerechnet stofftöpfe wenn ich fragen darf…:man_shrugging:

Sicher darfst du :slight_smile:
Wegen der besseren Belüftung und Wurzelbegrenzung… so hat man nicht den kreuz und queer 360 Wurzelwuchs und weil ich aktuell mit Stofftöpfen sehr positive Erfahrungen gemacht habe. Sprich beim Stofftopf merkt die Pflanze aufgrund des Luftzuges, dass da ende Gelände ist und setzt mit dem Wurzelwachstum an anderen Stellen verstärkt fort. Wohingegen beim Kunststoff… naja du weisst ja sicher was ich meine. Die Wurzelbildung ist dort kreuz und queer.

Spricht was dagegen im Bezug auf Living Soil? Habe auch Anbieter gesehen, welche ebenfalls Stofftöpfe nutzen.

Ich weiss nur noch nicht, ob ich einen gewöhnlichen Gorilla Stofftopf nehmen soll, oder aber das fast 100% teurere Qualitätsmodell… bei 4 Stück schlägt das schon ordentlich zu Buche.

Edit: Was ich damit sagen will: Beim Stofftopf wird die Energie für die Bildung des Wurzelsystems besser genützt als beim Kunststofftopf.

Wie bereits erwähnt signalisiert der Luftzug der durch den Stoff kommt der Pflanze, dass dort fertig ist und sie nicht weiter in diese Richtung zu bohren braucht. Entsprechend verstärkt sie das Wachstum effizient an den Stellen, an denen sie dieses Signal noch nicht hat. Wenn sie dann mal überall gewurzelt hat und auf Luft stösst, stoppt die Pflanze die Bildung des Wurzelsystems, weil es einfach keinen Sinn mehr macht noch weiter zu wurzlen. Stattdessen arbeitet sie mit dem, was sie hat.

Die Pflanze im Kunststofftopf kennt aber keinen Kunststoff. Sie wird immer das Gefühl haben, noch irgendwo hinwurzeln zu können. Darum hast du da dann auch mehr Wurzeln als Erde drinn. Und zwar fette Wurzeln. Überschüssige Energie, die hätte in die Buds gesteckt werden können.

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funktioniert… :face_with_hand_over_mouth: :stuck_out_tongue_closed_eyes:

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Dann sag mir was ich falsch gemacht habe:
-55/35 Kalk
-U-Mehl
-HMP

Die Kokosfasern haben sich so zersetzt dass da (denke ich) kein Sauerstoff mehr an die Wurzeln kam und es in ner kompletten Katastrophe endete…

Kann es am Mehl gelegen haben? Wird ja auch gerne benutzt um zB Kompost schneller zu zersetzen…:thinking:

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urgesteinsmehl nehme ich gar nicht…dolomit 50 gr. pro 15 L topf und ca. 5 gr. granulierten kohlensauren kalk 90
und viel Perlite oder Vermiculite… ich nehme kokos und eine Perlite Vermiculite mische…ca bei 15 L 60% Kokos und rest P u.V…giessen mit EM (oder alphaboost) bei jeder bewässerung

damit kenne ich mich nicht aus…

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Dolomit + den 90er nimmst du weil du dann mit deinem LW aufs Verhältnis kommst oder warum beide?

ich habe es nicht so mit dem religiösen 3/1 verhältnis…
habe sehr weiches wasser und da würde mir der PH abrauschen ohne zugabe von dolomit…den granulierten nehme ich wegen langsamer freisetzung…

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Hi Garry :vulcan_salute:

Den aktuellen Living-Soil-Thread kennst du? Lesenswert :+1:

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Danke :blush::v:

Ich denke, ich werde es mit meiner Mischung versuchen. So habe ich einen höheren Cocos und Pflanzenkohleanteil als Alpi. Dann sollte es die Pflanze auch nicht verbrennen, wie das bei seiner 20%-Mischung Floanteil der Fall war…

20% Cocos
30% Plagron Lightmix
5% Vulkangestein
20% Wurmhumus
15% Biokohle

Zusätzliche Komponenten:
Alfalfa Klee
Mycrenpilze
Blut-, Knochen und Fishmehl
Kompost thé
Seetangpulver 50 gramm
Chitinhaltiger Dünger
Dolomitkalk
Organischer Phosphatdünger
Mulch
Regenwürmer
Weisse Asseln
Springschwänze
Haferflocken

Auf Guano verzichte ich… ja es ist ein guter Nährstofflieferant für die notwendigen Nährstoffe, kann aber meiner Meinung nach problemlos ersetzt werden. Ziel wäre, dass die Mische für 2 Jahre hält :smile: wahrscheinlich schiesse ich damit wiedereinmal übers Ziel hinaus aber Challenge accepted :laughing: mein Nächster Run wird wahrscheinlich ein Living Soil-Versuch