Doc's Praxis: Arbeitsschritte im Jahreslauf

Ich möchte in einem thread mal allgemein meine Vorgehensweise beim Guerilla- Growing vorstellen! Dabei geht’s um folgende Aspekte:

  • chronologische Darstellung des Guerilla Anbaus von Frühjahr bis Herbst

  • wichtige Kriterien bei der Einschätzung der Lage

  • einzelne Beispiele der Arbeiten, mit Fotos

  • keine bestimmte Sorte, die durch die Saison begleitet wird (das mache ich vielleicht andernorts)

Vielleicht können sich Einsteiger hier Anregungen holen, statt mühsam das Rad neu zu erfinden, oder Fortgeschrittene Vergleiche anstellen und mir noch Tipps geben! :smiley:

Februar

Es ist ja noch nicht Saison! Aber das heißt nicht, dass es nichts zu tun gäbe. Das Wichtigste im Moment ist natürlich die Planung.

Ich habe mir schon im Spätsommer und Herbst verschiedene geeignet erscheinende spots angesehen und dort die späteren Standorte der Pflanzen, zumindest ungefähr, bestimmt.

Wenn wir in der Jahreszeit unterwegs sind, sehen wir den spot zur Erntezeit, und das ist sehr hilfreich. Manche Gehölze tragen schon weniger Laub als im Sommer, und die Sonne steht tiefer. Bietet die Stelle also noch genügend Tarnung und reicht der Lichteinfall aus? Welche Farben hat die Vegetation; würden die eigenen Pflanzen sich da unauffällig einfügen? Wenn z.B. vieles umher im späten September schon gelbe Blätter trägt, ist das ja eher ungünstig.

Die von mir gewählten Spots bieten aber entweder ausreichend Deckung oder passen farblich und von der Pflanzenhöhe und -struktur zu den Ladys.

Ich will an den gewählten Orten so viele Pflanzen anbauen, wie es geht, vor allem wegen der Vielfalt an strains. Die begrenzenden Faktoren sind natürlich die Gegebenheiten vor Ort, wie viele Pflanzen und spots ich sinnvollerweise noch betreuen kann, aber auch, was ich an Geerntetem auf einmal trocknen kann, oder wie viel ich überhaupt auf einmal ernten kann. Sechs reguläre Panama, wenn alles Weibchen werden sollten, nehmen auch zerteilt so viel Platz weg, dass ich praktisch schon mit dem Auto, am besten mit Anhänger, bis ran fahren müsste. Also mit einem normalen Rucksack oder egal wie mit dem Fahrrad würde es schwierig. Aber die Panama werden getoppt und daher weniger riesig. Ich postiere dann bei der Ernte wohl ein, zwei Grünabfallsäcke nahe der Straße und hole die umgehend mit dem Auto ab. :dash:

Auf jeden Fall muss ich mir rechtzeitig Gedanken machen, welche Pflanzen an welchem spot landen, und wie viele von welchem strain, wenn ich mehrere Samen habe. Die Wuchshöhe, der Lichteinfall und die Erntezeit spielen dabei eine wichtige Rolle! Vier strains, die alle Mitte Oktober reif sind, an vier verschiedenen Orten zu pflanzen, würde unnötigen Stress bedeuten. Allerdings schmeiße ich meine Aufteilungs- Lösungen aus verschiedenen Gründen regelmäßig über den Haufen, deswegen habe ich damit aufgehört, Pläne zu zeichnen, sondern auf einem großen Blatt Papier die spots als Flächen eingezeichnet, auf denen ich dann Pappkärtchen mit Sortennamen für jede einzelne Pflanze auslege. Das lässt sich beliebig ändern! Die aktuelle Lösung habe ich dann schnell im Kopf gespeichert. Das sieht etwa so aus:

Ich benenne die Plätze nach Merkmalen, die mir bei der ersten Begehung aufgefallen sind, und verdrehe die Bedeutung leicht, auf englisch. Daraus mache ich dann eine Abkürzung. So ist es unmöglich, Rückschlüsse zu ziehen, falls auf einer Grasverpackung noch der spot vermerkt ist, die bei mir oder einem Freund entdeckt wird. Beispiel: Abkürzung d.h. bedeutet „dump hole“, also so eine Art Müllgrube, weil die ganze Ecke tiefer liegt als der Weg, und mein Zugang am Rand eines dort abgekippten Schutt- und Erdehaufens verläuft. D.h./dump hole ist ja auch griffiger als so was wie „Lichtung im Gebüsch am Baggerseezaun“ oder „Flurstück 87 Nordost, Gemarkung Partenkirchen“! Die strains benenne ich im Umgang z.T. auch etwas salopper, z.B. Gringo Haze statt Greengo Bio Haze auto.

Jetzt ist Februar und der Frühling rückt näher. Aber noch fängt ja keiner an, irgendwelche Pflanzen draußen anzubauen! Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf schöpft wohl keiner Verdacht was das betrifft, wenn wir uns im Gebiet unserer Wahl jetzt nochmal etwas genauer umsehen. Im Frühling dagegen, wenn es wärmer geworden ist und alle über das neue Gesetz sprechen, wird das schon anders aussehen- da sollte besser alles geklärt sein. Welche gedeckten Zugangsmöglichkeiten haben wir? Wie kann man relativ bequem, aber ohne einen eindeutigen Trampelpfad zu hinterlassen, zur Pflanzstelle gelangen? Wo sollten die Pflanzen konkret stehen und wie muss der Platz optimiert werden?

Einerseits soll der Platz ja nicht zu sehr auffallen, im Extrembeispiel als quadratische, 40qm große bis zur nackten Erde gerodete Fläche. Andererseits wollen wir Licht- und Nährstoffkonkurrenz nur bis zu einem niedrigen Level tolerieren. Bestimmte Pflanzen wachsen echt schnell und wuchern im Handumdrehen wieder alles zu. Typisch sind Brennesseln oder Brombeeren am Guerilla- spot; die brauchen eine harte Hand! :farmer: Wenn die also vorherrschen, kann man sich auf erhöhten Aufwand einstellen. Später alles auf einmal zu erledigen, also Aufwuchs roden, Erde aufbereiten, einpflanzen, düngen und gießen, für einen Schutz gegen Schnecken oder Kaninchen sorgen- das kann ziemlich zeitaufwändig werden, wenn wir z.B. von sechs Photos ausgehen. Am sichersten ist aber eine „hit-and-run- Taktik“, bei der wir die Zeit am spot kurz halten! Wer weiß, ob nicht 10, 15 Minuten nach unserer Ankunft der Jäger seine erhöhte Position bezieht? Deswegen lohnt es sich, das Ganze etwas aufzuteilen.

Tatsächlich habe ich letztes Wochenende an zwei spots Brombeerranken mit der Gartenschere gekappt und dafür die Abenddämmerung bei leicht regnerischem Wetter gewählt (daher leider keine Fotos- nächstes Mal!). Die Pflanzenteile lieber nicht einfach irgendwie wegschmeißen… Wenn sie nachher verwelkt oben auf einer grünen Pflanzendecke liegen, sieht das auffällig aus; dann ist klar, dass dort gearbeitet wurde. Besser ist, sie zusammen zu treten und unter einem Busch verschwinden zu lassen. Beim nächsten Mal muss ich die Strünke mit der Wurzel ausgraben (Hacke oder Klappspaten), sonst treiben mir mitten zwischen den Pflanzen Brombeeren aus! :cactus: Natürlich hatte ich Arbeitshandschuhe an, und belastbares Schuhwerk.

Ich habe auch den Zuweg durch Brombeeren mit der Schere verbessert; da fehlt jetzt noch, einen großen, verzweigten Ast in den „Weg“ zu legen, damit er nicht zu verlockend aussieht.

Heute habe ich mir einen anderen Spot angesehen und einen guten alternativen Zuweg entdeckt. Es ist gibt dort vielversprechende Wuchsbedingungen (Tarnung, Besonnung, Nährstoff- und Wassergehalt des Bodens) und es verirrt sich kaum einer in diese Ecke, aber auf dem Weg dorthin über Feld- und Waldwege kann man teils von weither gesehen werden. Ich werde dann wohl immer ein Fernglas mitnehmen, um wenigstens rechtzeitig die Hochsitze zu checken, wenn ich die Pflanzen besuche. :ninja: In den Bauernhöfen wird hoffentlich keiner auf Lauerposten sitzen; das Risiko nehme ich in kauf.

Meine Lieblings- Besuchsart sieht generell folgendermaßen aus: ich fahre mit dem Fahrrad wie jedermann durch die Landschaft, biege in den Waldweg ab, verstecke das Rad so 20- 50m vor meinem Zugang zum spot hinter Büschen, und betrete danach den Pfad so:

Das heißt, schon wenige Meter nach dem Verlassen des Weges, wobei Pflanzen besser überschritten als niedergetreten werden sollen und wir besser haarscharf an einem Baum vorbeigehen als einen Pfad bequem einen Meter entfernt davon auszutreten, knickt die Route ab! Sie verläuft dann parallel zum Weg (das sieht auch nach zigmal Drüberlaufen praktisch keiner vom Weg aus, wenn es hinter Vegetation ist) und schlägt erst hinter einer Deckung wieder die richtige Richtung ein. Somit wird jemand, der hinter Gebüsch eine Art Pfad erkennen sollte, nicht so leicht verleitet, sich dorthin durchzuschlagen. Außerdem ist am erneuten Knick (rote Kreuze) auch eine optimale Stelle, um eine Art Sperre zu schaffen. Das kann ein abgebrochener Ast sein, den wir für uns selber natürlich jedes Mal zur Seite legen, oder wir belassen zum Beispiel einen störenden großen Seitenzweig an einem Busch, unter dem wir dann jedes Mal durchschlüpfen müssen, oder lassen den Pfad über einen liegenden Baumstumpf verlaufen. Die Spur ist verwischt, weil Hindernisse signalisieren, dass es da doch nicht weitergeht. :male_detective:

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Wow so viel hilfreich und nützliche Informationen in einem Post! :heart_eyes: schon mal danke dafür.
Ich muss das jetzt erstmal etwas ruhen lassen und bestimmt noch des Öfteren nachlesen!

Abo ist gezogen!:v:

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Bin als Indoor-Gärtner schwer beeindruckt, was es da alles so zu bedenken gibt, bzw. wie Du das Ganze angehst. Ist offenbar schon ein komplexes Thema: Pflanzenfarbe(n) im Erntezeitfenster, „Verschleierung“ der Zuwegung usw., … das ist der Stoff, aus dem gute Agenten-Krimis gemacht sind! :ok_hand:t3: :male_detective:t3:

Da setz’ ich mich doch gerne dazu.
:couch_and_lamp:

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Sehr cool, vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen, ich pflanz zwar nicht guerillamässig, ist aber dennoch spannend zum lesen, hab deinen Thread auf beobachten gestellt. Zudem, was nicht ist kann noch werden Greetz Snugglez
Observe Rowan Atkinson GIF by Working Title

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Und schon sagt mein Hirn ich muss auch raus :+1:
Bombe dein Tutorial
Dankeschön

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Wo ich doch beim Thema gedeckter Zuweg war: einer meiner spots ist da besonders vorteilhaft gelegen! Ich komme vom Hauptweg, biege in einen Feldweg ein, fahre dort am Bereich mit dem spot vorbei, und biege später in ein Waldstück ab, wo anscheinend immer wieder jemand mit dem Trecker reinfährt, um Gartenabfälle und ähnliches abzukippen. Dort bin ich also außer Sicht, aber noch auf einer Art Fahrweg, habe Platz und kann das Fahrrad z.B. hinter einen solchen Haufen legen und zu Fuß weiter.
Auf dem Bild die hellgrünen Kreise symbolisieren Haselnusssträucher. Unter deren dichtem Laubdach wächst kaum etwas, man kann ohne einen Pfad auszutreten, ein ganzes Stück weiter. Dann kommen niedrige Brombeeren, aber ich kann einen umgekippten Baum als Brücke benutzen, so dass ich immer noch keinen Trampelpfad produziere. Von dort kann ich mir ruhig Trittlöcher in den Brombeeren zum vorgesehenen Pflanzbereich anlegen, weil das vom Weg aus keiner mehr wirklich einsehen kann. Die Vegetation am spot ist nicht allzu hoch, von unter ein Meter bis an die drei Meter reicht die Palette. Vor einigen Jahren wurden Bäume neu gepflanzt, die jetzt zwei, drei Meter hoch sind, aber in nicht besonders dichten Reihen stehen. Allzu hochgewachsener Hanf würde neugierigen Passanten hier vielleicht auffallen. Aber ich pflanze auch nur ein paar Selbstblüher, z.B. Mexican Airlines.


Heute war ich da und habe den spot von Brombeeren freigeschnitten (Leider wieder kein Foto, das war schon nach 18 Uhr, und ich wollte keinen Blitz). Dabei kam mir der Gedanke, dass ich auf das Thema Brombeeren doch noch mal etwas genauer eingehen sollte. Denn die sind ja bei mindestens jedem zweiten Guerilla spot ein Faktor!

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Brombeeren

Brombeergebüsch!

Lange Fangarme, zähe, superspitze Stacheln und eine epidemiehafte Ausbreitung überall da, wo Platz ist. Das ist ein Terror der Natur gegen die Menschheit! Aber nicht für den ambitionierten Guerilla- Gärtner… :wink:

Brombeeren fordern uns heraus, weil man ihre Kolonien durchqueren muss, weil sie mit dem Wurzelstrunk 'raus müssen, wo wir was pflanzen wollen, und dort in der Nähe auch regelmäßig beschnitten werden müssen, bevor sie alles beschatten und ersticken. Aber dazu brauchen wir nicht viel mehr als feste Kleidung, die nicht leicht durch die Stacheln beschädigt werden kann, Lederhandschuhe, kräftige Schuhe oder Stiefel, zum Beispiel Sicherheitsschuhe, eine Rosenschere oder Klappsäge und eine Blumenkelle/Schäufelchen (für kleinere bis normale Brombeeren in lockerem Waldboden; bei großen Brombeeren eignet sich eine kompakte Hacke oder ein Klappspaten besser). So ausgestattet kommen wir schon irgendwie zum Ziel!

Aber es geht nicht nur darum, uns irgendwie gegen diese böse, aber sauleckere Pflanze zur Wehr zu setzen; wir wollen sie als guter Guerilla auch gegen den „Feind“ wenden! Denn in der Funktion hat sie sehr positive Eigenschaften: sie schreckt gut ab und sie tarnt. Haben wir z.B. im Herbst einen verlockenden Platz gefunden, und es gibt Brombeeren am einfachsten Weg dorthin, könnten wir z.B. einen großen, verzweigten toten Ast hineinplatzieren, so dass er von den bogig wachsenden Ranken umgehend erklommen werden wird und so eine „natürliche“ Sperre entsteht. Wenn wir unsere Lederhandschuhe dabeihaben, helfen wir dabei lieber einfach mal nach und legen junge Ranken schon vorsorglich auf den Ast. Deren Seitentriebe wachsen in unserer Saison dann noch ein Stück höher!

Generell können wir immer die jungen Ranken so umlegen, dass sie mehr Tarnung oder mehr Abschreckung zum Durchlaufen bieten. Sind sie mit der Spitze schon irgendwo angewurzelt, können wir sie manchmal durch leichtes Ziehen wieder lösen, oder wir reißen oder schneiden halt das dünnere Ende ab, so dass sie mit der Mutterpflanze verbunden bleibt. Dann haben wir ein langes, sehr biegsames Pflänzchen in der Hand, dem wir beliebig einen neuen Platz zuweisen können. Meistens geht es beim Tarnen oder Abschrecken ja darum, dass sie höher wächst; also da haben wir ihr doch mal einen echten Gefallen getan! Und sie uns ja auch. :revolving_hearts:

Mit Handschuhen umlegen können wir die Ranken auch, wenn es um besseres Durchschlüpfen zum spot geht. Das sieht viel natürlicher und damit unauffälliger aus, als wenn wir übertrieben gesagt mit einer Machete oder einem Akkufreischneider einen Gang hineinhacken würden. Wir ziehen also eine störende Ranke aus ihrer alten Position (bleibt mit der Wurzel verbunden) und legen sie so beiseite, dass sie nicht mehr im Weg ist. Leben und leben lassen! Sie bleibt ein Tropfen im Brombeermeer, aber wir kommen besser damit zurecht. Ich habe heute wie gesagt Trittstellen in den Brombeeren vorbereitet, indem ich mit Handschuhen die Ranken punktuell beiseite gedrückt habe. So kann ich dann wie ein Reiher hindurchstaksen, und es sieht nicht so richtig nach einem Pfad aus. Diese Trittlücken muss ich aber dann ab und zu erneuern, weil jede benachbarte Pflanze sich dieses verlockende Plätzchen an der Sonne erschließen will.

Wenn euch ansonsten Ranken in Bodennähe nerven, weil sie sich wie Stolperseile verhalten und einfach an beiden Seiten fest verwachsen sind- direkt beim ersten Mal durchschneiden, oder das Stück ganz herausschneiden. Am besten wird unser Platz ja zwar komplett stealth, aber eigentlich zügig und verhältnismäßig bequem zu erreichen! Das ist jetzt am Anfang beim Erschließen des Platzes immer ein bewusstes Abwägen, wie viel Komfort zum Hinlaufen wirklich nötig ist, aber so was wie Stolperfallen braucht ja keiner.

Gartenscheren sind eine super Waffe gegen Brombeerranken, aber wenn wir quick and dirty eine ganze Ecke freimachen wollen, geht es manchmal mit einer Klappsäge auch sehr gut! Tief die Ranken packen, und darunter die Klinge durchziehen, wie beim Petersilie abschneiden mit einem Messer. Um Platz für die Pflanzung zu machen, gehe ich am Rand der vorgesehenen Freifläche entlang und gucke oder taste mit dem Handschuh, wo etwas diese Grenze durchwächst. Das wird alles mit der Schere gekappt! Von der Höhe der Pflanzen bis zum Erdboden. Wenn ich mit einer Seite fertig bin, oder einmal rum bin, schiebe ich das Ganze zur Seite und schaue, wo es in der Mitte der Fläche noch angewachsen ist.

Am Ende habe ich einen Haufen gekappte Brombeeren, der wie gesagt irgendwo flach am Boden verschwinden soll, und an der Pflanzstelle lauter Stoppeln. Wenn die mit der Wurzel 'raus kommen, nehmen wir dazu zum Beispiel eine normale Pflanzschaufel, die wir erstmal wie einen Dolch halten, oder eine kleine Wendehacke. Wir packen den Strunk und ziehen ihn zur Seite, vom Bereich weg, wo wir gerade in die Erde hacken wollen (wir können auch durch Stochern die Wurzeln so weit freilegen, dass wir sie einzeln mit der Schere kappen können). Es müssen nicht unbedingt alle Wurzeln 'raus, nur jeweils das dicke obere Ende, das oft auffallend knorrig ist.

Übrigens, wenn wir viele Ranken gekappt haben und sie irgendwie eine gewisse Strecke weit aus dem Bereich heraustransportieren müssen, treten wir sie zu einem Bündel zusammen, das mehrfach zugeklappt wird. Das ist handlich und hält weiter zusammen, wegen der Stacheln.

Thema Werkzeug; wer unbedingt eine Machete will, sollte sich besser eine Hippe kaufen, wie z.B. die von Fiskars. Die passt unter Umständen besser in den Rucksack als eine Machete und wird mit Buschwerk besser fertig. Viele billige Dschungelmacheten eignen sich für kaum mehr als Schilf oder Brennesseln. Brennesseln kann man aber auch zur Not (mit Handschuhen) mit einem großen Brotmesser abschlagen.
Hippe

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