Hey Jack, hey Depp, danke für eure Kommentare Ich kläre mal kurz auf, damit wir die Sache mit den F1-Hybriden und der Genetik klar auf die Kette kriegen.
Jack, zu deiner Frage:
Du hast gefragt, wann eine Pflanze homozygot ist und ob man das ohne Sequenzierung erkennen kann. Eine Pflanze ist homozygot, wenn sie für ein bestimmtes Gen zwei gleiche Allele hat, also stabil züchtet und ihre Nachkommen immer die gleichen Eigenschaften kriegen. Das erreicht man durch Inzucht oder Selbstbestäubung über mehrere Generationen, so sechs bis acht. Dann hast du eine samenfeste Sorte, die immer gleich bleibt. Wenn du zwei solcher stabilen, aber verschiedenen Sorten kreuzt, kommt ein F1-Hybride raus. Der hat dank Heterosis – also dem Hybrid-Boost – krasse Vorteile wie schnelleres Wachstum, mehr Ertrag oder bessere Resistenz gegen Krankheiten, weil die Gene der Eltern sich perfekt ergänzen.
Ohne Sequenzierung kannst du Homozygotie nicht hundertprozentig sicher checken, aber wenn die Pflanzen nach ein paar Generationen Inzucht immer gleich aussehen und sich gleich verhalten, sind sie wahrscheinlich homozygot für die wichtigen Merkmale. Mit Gen-Analysen, zum Beispiel Markern, ist es aber viel genauer.
Du hast recht, dass die F2-Generation, also die Kinder von F1-Hybriden, total auseinanderfällt. Das kommt durch genetische Rekombination – die F1 sind heterozygot, und in der F2 mischen sich die versteckten Gene, was zu ganz unterschiedlichen Pflanzen führt.
Depp, zu deinem Punkt:
Du sagst, F1 ist einfach die erste Generation nach einer Kreuzung, egal wie die Eltern sind. Das stimmt in der Pflanzenzucht so nicht. Klar, technisch gesehen ist F1 die erste Generation, aber in der Zucht – auch bei Cannabis – bedeutet „F1-Hybride“ was ganz Bestimmtes: die Nachkommen von zwei homozygoten, genetisch verschiedenen Elternlinien. Nur so kriegst du die krasse Einheitlichkeit und den Heterosis-Effekt, der die Pflanzen so stark macht. Wenn du zwei Hybriden oder Polyhybriden kreuzt, die selber schon heterozygot sind, kommt kein echter F1-Hybride raus, sondern nur ein bunter Mix, der unvorhersehbar ist. Das ist dann ein Polyhybride, kein F1.
Wenn du so was als „F1“ bezeichnest, sorgt das nur für Verwirrung, vor allem in der Cannabisszene, wo manche Züchter oder Händler den Begriff missbrauchen, um Samen teurer zu verkaufen. Wie ich in meinem Post schon gesagt habe: Für solche Kreuzungen sollten Begriffe wie X1, X2 oder G1, G2 oder WTF1,WTF2, und so weiter benutzt werden, damit die Genetik klar bleibt.
Die Schlamperei mit dem Begriff „F1-Hybride“ macht die Sache unnötig kompliziert. Echte F1-Hybriden sind wertvoll, weil ihre homozygoten Eltern für vorhersehbare, einheitliche Nachkommen mit krassen Vorteilen durch Heterosis sorgen. Wenn wir das Label für jeden x-beliebigen Mix missbrauchen, täuscht das die Grower und macht es schwerer, mit stabilen Linien. mit solchen Linien können wir unsere eigenen F1-Hybriden züchten, die richtig was hermachen.