Stell’ dir vor, was du willst!
Richte aber nicht über Menschen, die du nicht kennst - ist anmaßend.
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Therapie wenn man mit altagstress nicht mehr klarkommt ohne kiffen? War jetzt online beim artzt deshalb…hab Cannabis verschrieben bekommen,fühl mich schon besser jetzt
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Aber spas beiseite wenn jemand so dermaßen nicht klarkommt ohne kiff ist klar das man über Therapie nachdenken sollte, Sucht beginnt viel früher so früh das alle hier die noch nie mit einem professionellen erfahrenen suchtberater gesprochen haben überrascht wären wie früh und ab wann „Sucht“ eigentlich schon beginnt! ![]()
Viele kommen nur schnell in den verteidigungs modus „was ich süchtig das werde ich ja wohl besser wissen“ weil sucht in unseren Köpfen immer gleich führ absoluten kontrollverlust,schwäche und co steht automatisch sträubt man sich unterbewusst dagegen. ![]()
Stimmt! Las sich so als würde absolut jeder kiffer süchtig sein, habe den Satz ergänzt und ein oft eingefügt jetzt stimmts wieder
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Ein Arzt der dir gegen Alltagsstress empfiehlt täglich zu kiffen oder andere Substanzen einzunehmen und sonst nichts zu tun hat seinen Beruf verfehlt. Ich gebe dir recht wenn du den Vergleich zu jemandem heranziehst der täglich Bier trinkt nach einem harten Tag und jemandem der ständig kifft um mit Stress klarzukommen. Beide haben ein Suchtproblem und beide sollten über eine Therapie nachdenken. Es ist ein Unterschied ob man sich gelegentlich zum Spaß berauscht, meinetwegen auch um mal den Stress auszublenden…aber was du oben beschrieben hast, nämlich dass man durch die wachsende Belastung des Lebens im allgemeinen ja quasi gar keinen anderen Ausweg mehr hätte als sich regelmäßig zuzudröhnen, da gehe ich nicht mit. Da ist es auch völlig egal welche Drogen in Geschäften erhältlich sind und welche nicht und auch da würde jeder seriöse Arzt nicht mitgehen wenn er nicht mindestens ergänzend eine Therapie verschreiben würde um die Wurzel des Problems zu behandeln.
Nein es sollte nicht vermitteln das man aufgrund der wachsenden Belastung ja garnicht anders kann als sich weg zu ballern, „süchtig“ werden muss. Sondern das es Tatsache ist das nicht nur die für berufsgruppen typischen möglichen psy. Erkankungen durch Belastung und Stress ständig/stetig zunehmen sondern auch die psy Erkrankung die durch sonstige Belastungen im leben ausgelöst werden können,je nach fall typisch sind auch stetig steigen. Dadurch wird beobachtet das auch immer mehr menschen die ursprünglich im gesunden Zustand einen gesunden Konsum (alk/kiff) hatten anfangen sich selbst zu „therapieren“ der eine völlig bewusst der andere beginnt es unbewusst. In dem sie wenn sie unter stress stehen/leiden sich eben die ihnen bekannte wirkung ihrer genussndroge zu nutzen machen und vielen ist nicht klar das an diesem Punkt bereits alles kippt. Deshalb braucht es mehr Aufklärung, Cannabis ist ein tricky Medikament wenn man ehrlich ist aber ein gutes und dennoch händelbares für Gegner klingt folgendes paradox ist aber fakt. Der Konsum von Cannabis seine schlaf fördernde und entspannende wirkung können wenn gezielt medizinisch angewendet bei nicht kiffern so wie bei genuss kiffern in Verbindungen mit einer gezielten Verbesserung der lebensweise (mehr sport/bewegung,healthy food tage, und mehr für die seele [spazieren,radfahren im wald,etc was man begehrt braucht]) dazu führen das man trotz wieder kehrender starker belastung im job gesund bleibt. „Thrapiert“ man sich selbst lange nach dem die ersten alarm signale da waren man sie aber nicht erkannt hatt.kann Cannabis genau das Gegenteil bewirken und sich auf entstandene psy.probleme extrem negativ auswirken.Vorausetzung ist man erkennt als genuss kiffer frühzeitig an oder gesteht sich selbst ein das der stress schon dabei ist dazu zu führen das man eben vielleicht nicht mehr nur noch aus genuss raucht sondern schon auch weil s grad net so gut geht und man es schon auch deshalb braucht.Dann kann man besagten Therapie weg gehen. Erkennt man es nicht oder hatt vorher schon viel oder täglich rein aus genuss konsumiert bevor die probleme sich einschlichen und man sich sagt „ach was für Sucht ich rauche jeden tag aus genuss und das schon ewig und drei zeiten,stress hatt jeder“ dann ist das nicht gut liegt an mangelnder aufklärung auch deshalb bin ich für fachgeschäfte gewinn orientiert oder nicht ist egal Voraussetzung sollte aber die Zusammenarbeit mit den jeweiligen komunalen drogenberatungen sein um nen laden zu betreiben, nicht zu Überwachung sondern um in den läden einen feste „vertrauensperson“ der drogen Beratung zu installieren die man jeder zeit während den öffnungszeiten um ein 4 augen Beratungs gesprech bitten kann,die einem dann ohne auswirkungen lediglich die fragen beantwortet,einem eine Einschätzung zum sucht Verhalten anbietet,und an fachärtzte vermitteln/empfehlen kann,ohne das man angst haben muss am nächsten tag nichts mehr verkauft zu bekommen es sei denn man hatt suizidale absichten geäusert. Wir müssen umdenken und leute da abholen, ein kurzer schnack wenn ich eh schon dope hole ist viel niedrig schwelliger wirkungsvoller als wenn man erwartet das alle Konsumenten einmal selbst Initiative ergreifen in ner beratung anrufen, nen extra termin machen, dann in die Beratung fahren …wenn denn dann grad nichts wichtigeres ansteht oder wieder irgendwas länger dauert man denn termin um 30 min verpasst und nen neuen machen soll um wieder zu warten weils nicht spontan geht. Ich mach jetzt mal nen Punkt. Was ich zu dem thema beitragen wollte sollte jetzt klarer sein
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Ich wollte dir echt nicht aufen schlipps treten potti
war nur wohl wollen! väterlicher seits hatte auch niemand ein problem bis er ein problem hatte 3 sind tot einer davon sehr intelligenter Akademiker und kein bayrischer redneck der sein bier zur bier wurscht unem stükkerl bierbrot genießt und nach den ersten drei aperitiven noch 5 kurze bärwurz zum verdauen brauch
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Also bei dem Stress grad auf Arbeit bräuchte ich zum Ausgleich fast schon nen Joint zum Mittag ![]()
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Theoretisch wäre das genau so wenig ein Problem wie das Weißbier zum Mittagessen, tolerante Kollegen vorausgesetzt
Alles gut!
Wollte mich nur des Eindrucks verwehren, pauschal mit schwerstabhängigen Alkoholikern in eine Ecke gestellt zu werden. ![]()
Ja ne manchmal sollte ich mich gewählter ausdrücken denn selbst bei den bier trinkern war es so gemeint das es schon reicht/kippt wenn aus dem bier zum fussball/formel eins und im Biergarten in kurzer zeit ein fast tägl. Feierabend bier zuhause wird. Wir/manche/viele sollten einfach noch besser auf sich/uns achten bzw. lenren früher selbst einzuschreiten. Den an diesen kipp Punkten sind wir alle noch weit weg von versoffen/dumm geraucht , verwahrlost oder what ever. Auch deshalb sag ich das worte wie „SUCHT“ „alkeholisumus“ in 10 jahren nicht mehr automatisch dazu führen sollten das man automatisch nen chunky im kopf hatt oder nen versoffenen penner. Ansonsten sind wir mit der aufklärung und Handhabung hinterher.![]()
Wenn du da einen größeren Diskussionsbedarf siehst zum Thema Abhängigkeit/Sucht, vielleicht wäre es sinnvoll, einen separaten Thread dazu aufzumachen?
Hier soll es ja primär um die Legalisierung gehen. ![]()
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PS:
Glaube, die Schweizer sind auch Menschen - insofern sollten diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar sein. ![]()
Meine abschließenden Gedanken dazu. Wer diesen Alltag da draußen normal findet normal findet brauch wohl am ehesten eine Therapie. Das ist doch unfassbar krank wie sich die Gesellschaft entwickelt hat. In der Großstadt alle agressiv und aufm Land spannt dir jeder nach und man ist Gesprächsthema aufm Dorfdummfest und wenn du nen Unfall hast musst hoffen das einer dabei ist der erst den Notruf holt bevor er das auf insta postet.
So und jetzt erstmal einen buffen ![]()
Empfehle dir mehr in der Stadt abzuhängen, so aggressiv ist da niemand, sorry aber musste echt mal gesagt werden.
Einfach nicht alles glauben was im TV kommt.
War seit Jahren nicht mehr soviel in der Innenstadt wie seit April 24
Sagt derjenige, der mir ein Trauma mit seiner „Frankfurt Tinder“ Empfehlung beschert hat..
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Ach komm, die „777“ hat es dir doch angetan ![]()
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Hab gerade nochmal reingeschaut… ich glaub, da bleib ich lieber bei „420“.
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Ist das auch ein Tattoo nach dem ich jetzt suchen soll
?
War jetzt nicht speziell auf eine Dame aus dieser tollen Sendung bezogen.
Bin mir aber sicher, dass man „420“ auch öfters mal findet. ![]()
Cannabisclub in Hamburg:
Der Hamburger Konstantin Glodzinski wollte mit Freunden Cannabis züchten, legal in einem Anbauverein. Er hätte nicht gedacht, dass es so kompliziert werden würde.
Urbs.ociety e. V.: In den nächsten Tagen steht die Ernte an. Mit 560 Cannabispflanzen können alle Mitglieder des Vereins versorgt werden: 15–50 Gramm im Monat.
Gut Weed will Weile haben – Seite 1
Eigentlich ist Konstantin Glodzinski ein entspannter Typ, er trägt häufig Schlappen, geht surfen, und achtet auf seine Work-Life-Balance. Aber seit Kurzem ist da dieses Problem, nachts knirscht er mit den Zähnen. Er vermutet, das liege an der Anspannung. Und wo die wiederum herkommt, da hat Glodzinski auch eine Vermutung.
Über ein Jahr hat Glodzinski darauf hingearbeitet, dass er und seine Mitstreiter gemeinsam Cannabis anbauen können. Knapp 70.000 Euro habe er investiert, Paragrafen gewälzt, von denen er nie gedacht hätte, dass es sie gibt, und bis tief in die Nacht an Anträgen gefeilt. Vor ein paar Wochen sagte er am Telefon: „Ich sehe aus wie der Tod.“ Sein Arzt hat ihm mittlerweile eine Beißschiene verordnet.
Cannabisclub in Hamburg: Konstantin Glodzinski hat einen Anbauverein gegründet. Knapp 70.000 Euro habe er dafür investiert und Paragrafen gewälzt, von denen er nie gedacht hätte, dass es sie gibt.
Dabei klang am Anfang alles so einfach. Am 1. April 2024 beschloss die Bundesregierung die Teillegalisierung von Cannabis. Seitdem ist der Besitz der Droge erlaubt, 25 Gramm darf man bei sich haben, 50 Gramm zu Hause lagern und drei Pflanzen selbst züchten. Und Bürger wie Glodzinski dürfen sich in sogenannten Anbauvereinigungen zusammentun, maximal 500 volljährige Mitglieder können gemeinsam anbauen und ernten.
Die Hoffnung der Legalisierungsarchitekten um Karl Lauterbach, den ehemaligen Gesundheitsminister: Konsumenten werden lieber Mitglied in einem Verein, wo sie ihr Cannabis legal beziehen können, anstatt ihr Gras beim Dealer zu kaufen. In dieser Sichtweise sind die Clubs ein Versuch, den illegalen Cannabismarkt auszutrocknen.
Bisher bleibt die große Club-Welle allerdings aus. In Hamburg rechnete das Bezirksamt Altona, das zentral für alle Anbauvereine zuständig ist, ursprünglich mit 150 Anträgen. Bis heute sind ganze 21 eingegangen, und davon haben erst neun eine Zusage erhalten.
Wer Konstantin Glodzinski eine Zeit lang begleitet, beginnt zu ahnen, warum das so sein könnte.
Die Saat
Vergangenes Frühjahr steht fest: Die Legalisierung kommt. Glodzinski tut sich mit zwei Freunden zusammen, einer arbeitet als Unternehmensberater, der andere ist von Beruf Gärtner und spezialisiert auf biologische Landwirtschaft. Sie nennen ihren Club urbs.ociety; urbs von urban und vom englischen herbs, Kräuter; ociety steht für society, zu Deutsch Verein – urbaner Kräuterverein.
Glodzinski gründet einen Chat mit den ersten Vereinsmitgliedern. Im Chat herrscht Begeisterung:
„Yeahhh
<3“
„Find ich super“
„Herrlich meeeeeeega. Endlich ein Stück Normalität“
Glodzinski wuchs in Buchholz auf, er selbst kiffte zum ersten Mal, als er 13 war, und flog direkt auf: „Meine Mutter hat an meinen roten Augen gesehen, dass ich high war.“ Mit 16 sei der Konsum regelmäßiger geworden. Cannabis habe ihn von seiner Prüfungsangst in der Schule befreit, sagt Glodzinski, so fühlte es sich zumindest an. Sein Leben bekam er auf die Reihe, ging zum Sport, machte eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann, später studierte er und arbeitete als Architekt. Irgendwann habe er das Interesse an Cannabis verloren, sagt Glodzinski, dann hörte er für ein paar Jahre auf. „Heute freue ich mich, wenn ich hier und da ne Tüte rauchen kann.“
Wenn im Verein alles gut läuft, will er seinen aktuellen Job kündigen
Wieso will er überhaupt einen Anbauverein gründen? Teil von etwas Neuem zu werden, das finde er aufregend. Und: „Selbstständig sein, gemeinsam mit Freunden“, sagt Glodzinski, „hörte sich nach einer schönen Art, zu arbeiten an.“ Wenn alles gut läuft, würde er seinen aktuellen Job dafür gern an den Nagel hängen – Anbauvereine dürfen nicht gewinnorientiert wirtschaften und finanzieren sich über Mitgliedsbeiträge, für die man im Gegenzug Cannabis bekommt, aber: „Als Vorstand eines Anbauvereins kann man sich wahrscheinlich ein kleines Gehalt auszahlen“, sagt Glodzinski. „In NRW ist das rechtlich schon möglich.“
Seit vergangenem Juli können sich Cannabisanbauvereine auf eine Lizenz bewerben – in Hamburg ist das Bezirksamt Altona zuständig. Glodzinski muss für den Lizenzantrag beim Amt ein „Anbau- und Weitergabekonzept“, ein „Sicherungs- und Schutzkonzept“, ein „Gesundheits- und Jugendschutzkonzept“ einreichen, Präventionskenntnisse nachweisen und ein „Liegenschaftskataster im Maßstab min. 1:500 mit entsprechenden zeichnerischen Eintragungen“ vorlegen. Glodzinski und seine Freunde bezahlen Fachanwälte, sie holen sich Rechtsbeistand. Weil so viel zu tun ist, arbeitet Glodzinski in dieser Phase nur noch in Teilzeit, sitzt teilweise bis nachts an dem Antrag, der am Ende 130 Seiten umfasst. Nach wenigen Wochen bekommt er ihn zurück, muss nachbessern.
Eine Anbaufläche fand Glodzinski schon 2023, eine Industriehalle in Buxtehude. Aber er ist Wahl-Hamburger. Für die Ausgabe des Cannabis – Anbau und Ausgabe müssen laut Cannabiskonsumgesetz (KCanG) an verschiedenen Orten stattfinden – will er unbedingt etwas in Hamburg finden. Der 40-Jährige spricht mit mehreren Maklern. Das Einzige, was dabei herauskommt, ist ein Raum in Billbrook, zu weit draußen, findet Glodzinski. Über Kontakte erfährt er von anderen Objekten. Doch immer, wenn das Thema darauf kommt, was er mit den Räumen vorhabe, sei das Gespräch vorbei gewesen. „Wir haben ungefähr 15 Absagen bekommen“, sagt er. „Es gibt immer noch ein Stigma: Die Leute denken, da kommen Junkies. Unsere Mitgliederschaft ist aber divers, wir haben vom Oberarzt im UKE bis zum Arbeiter alles dabei, die Mitte der Gesellschaft“, sagt Glodzinski.
Die Anzucht
Im November bekommt urbs.ociety die Anbaulizenz. Wenig später steht Glodzinski in den leeren Räumen der Buxtehuder Industriehalle, grauer Boden, weiße Wände. Das Gesetz fordert robuste Schutzvorkehrungen für die Halle. „Vor die Fenster kommen noch Stahlplatten“, sagt er. „Sodass Diebe erst die Fenster einschlagen und dann mit der Flex durchmüssen.“
Dass alles so kompliziert ist, findet Glodzinski zwar etwas absurd, aber die Legalisierung sei eben für alle neu, sagt er, auch für den Staat und die Behörden. Für das Bezirksamt Altona hat Glodzinski nur Lob übrig. Es habe sich mit urbs.ociety und zwei weiteren Clubs gleich zu Anfang zusammengesetzt. Man sei bemüht gewesen, den Clubs im Rahmen des Rechts so gut wie möglich zu helfen. Das ist nicht selbstverständlich – eine bayerische Gemeinde baute letztes Jahr extra einen Spielplatz, um zu verhindern, dass sich ein Cannabisclub ansiedelt. Denn Anbau und Abgabe des Cannabis müssen in Deutschland mindestens 200 Meter entfernt von Spielplätzen, Schulen und Kitas passieren, so steht es im Gesetz.
Im Dezember erreicht Glodzinski eine Nachricht vom Buxtehuder Bauamt: Es scheint plötzlich nicht mehr sicher, ob urbs.ociety in seiner Industriehalle Cannabis anbauen darf. „Im Grunde geht es jetzt um die Frage, ob wir als Anbauverein als Gartenbau oder Indoorfarming eingestuft werden“, sagt Glodzinski. „Als Gartenbau dürften wir in einem Gewerbegebiet nicht agieren.“ Glodzinski stoppt danach die Anschaffung der Tische, auf denen die Pflanzen wachsen sollen, stoppt den Ausbau der Industriehalle und erstellt ein weiteres, vierseitiges Schreiben mit dem Titel „Stellungnahme zur Einordnung der Nutzung der Halle als Indoorfarming gemäß KCanG und Baurecht“.
Er sagt: „Für uns ist das ein Albtraum.“ Im Chat mit den Mitgliedern verlieren einige die Geduld. Auch Austritte habe es gegeben. „Das sind alles Konsumenten, die kaufen jetzt weiter auf dem Schwarzmarkt oder in Online-Apotheken.“ Mit Letzterem meint Glodzinski Internet-Shops, die oft im Ausland sitzen und deren Legalität umstritten ist. Bei ihnen kann man neuerdings noch leichter als Selbstzahler an medizinisches Cannabis kommen, manchmal reicht es, anzuklicken, dass man unter Stress oder Schlafstörungen leidet. Ein persönliches Anamnesegespräch findet meist nicht statt. Von diesen getrockneten Cannabisblüten für medizinische und wissenschaftliche Zwecke wurden 2024, dem Jahr der Legalisierung, über 40 Tonnen mehr als noch im Jahr 2023 nach Deutschland eingeführt, zeigen Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Den Verdacht, dass der Bezug über den illegalen Markt weiterhin hoch ist, teilt die Polizei Hamburg. Auf Anfrage schreibt sie: Der private Anbau beziehungsweise die wenigen Anbauvereinigungen deckten „bei Weitem nicht den tatsächlichen Bedarf der Konsumenten“, Cannabis werde „weiterhin illegal erworben“.
Glodzinski ist klar, dass Cannabiskonsum nicht unproblematisch ist
Nach einigen Wochen dann großes Aufatmen: Alles habe sich geklärt, sagt Glodzinski, es sehe danach aus, als würde ihr Änderungsantrag genehmigt. Dann könne der Anbau im neuen Jahr endlich starten.
Also richten er und seine Mitstreiter die Industriehalle weiter ein, bereiten Räume für die verschiedenen Arbeitsschritte vor – von Anzucht über Pflanzenwachstum, bis hin zum Entfernen der Blüten, die, wenn sie getrocknet sind, zum Beispiel geraucht werden können. Bestellen Pflanzenlampen. Bauen eine Lüftung ein, verlegen Starkstromkabel sowie Dünger- und Wasserleitungen. Bringen Samen in die Erde, gießen Stecklinge.
Die Ernte
Anfang Mai steht Glodzinski wieder in seiner Industriehalle, jetzt hört man das laute Summen von Ventilatoren. Er öffnet eine Tür, gleißendes Licht scheint ihm entgegen, und dann, wenn sich die Augen justiert haben: ein Meer aus Grün. 440 Cannabispflanzen. Mit denen im Nebenraum kommen Glodzinski und seine Mitstreiter auf 560, genug, um mit dem Ertrag der Pflanzen alle Mitglieder mit der gewünschten Menge an Cannabis zu versorgen – eine Monatsration von zwischen 15 und 50 Gramm ist möglich. Rund 350 Mitglieder hat urbs.ociety mittlerweile, sie sind zwischen 25 und 65 Jahre alt.
Am Stängel jeder Pflanze hängt ein QR-Code. Über diesen ist jede Pflanze digital dokumentiert. Das sei wichtig, sagt Glodzinski, falls sein Club kontrolliert werde. Er müsse dann etwa nachweisen, seit wann eine Pflanze wachse, und dass insgesamt nicht mehr produziert werde als erlaubt. „Alles muss stimmig sein, damit die Behörde uns weiter vertraut.“
Die Sorten, die Glodzinskis Club aktuell anbaut, heißen Watermelon Skittles, Biscotti und Amnesia Lemon. Auf der Website seines Anbauvereins, sagt Glodzinski, dürften sie weder schreiben, dass sie sehr leckeres Cannabis anbauen, noch, wie viel THC darin enthalten ist oder wie ihre Sorten heißen – wegen des per Gesetz vorgegebenen Werbeverbots. Glodzinski ist bewusst, dass Cannabiskonsum nicht unproblematisch ist. Dass es verboten ist, Auto zu fahren, wenn man eine bestimmte Menge an THC – dem psychoaktiven Wirkstoff der Hanfpflanze – im Blut hat. Dass ein hoher THC-Gehalt auf Dauer das Risiko für Depressionen, Angstzustände und psychotische Störungen erhöht. Er sagt aber auch: „Bei Alkohol verfällt der Körper viel schneller.“
Über private Kontakte hat Glodzinski mittlerweile einen Ort für die Ausgabe gefunden: in der Altstadt, mitten in Hamburg.
In diesen Tagen werden er und seine Mitstreiter das erste Mal ernten. Um das Cannabis von Buxtehude in die Altstadt zu bringen, kann er aber nicht einfach in die S-Bahn steigen. Glodzinski muss dabei § 22 des Konsumcannabisgesetzes befolgen, „Sicherung und Transport von Cannabis und Vermehrungsmaterial“. Er muss das „Datum, die Start- und Zieladresse des Transports sowie die Mengen in Gramm und Sorten des transportierten Cannabis spätestens einen Werktag vor Beginn des Transports“ an das Bezirksamt Altona melden. Er muss die Blüten in einen sicheren Behälter legen, zum Beispiel eine verplombte Kiste, erst dann darf er losfahren. Zudem muss immer mindestens ein Vereinsmitglied die Ware eskortieren – es ist ungefähr so, als müsste immer jemand von der Brauerei dabei sein, wenn man eine Kiste Bier von A nach B bringt.
Glodzinski ist stolz darauf, was er und seine Mitstreiter geschafft haben. Er sei jedes Mal geflasht, wenn er in den Anbauraum komme, sagt er strahlend, während sein Blick über die Cannabispflanzen gleitet.
Nur irgendwie, findet Glodzinski, fühle man sich wegen der ganzen Auflagen manchmal kriminalisierter als vorher.
Im Chat gab es kürzlich Aufregung, dabei ging es um den neuen CSU-Innenminister Alexander Dobrindt, in dessen Zuständigkeit neuerdings die Cannabisgesetzgebung fällt, und um die Signale der CDU, die Legalisierung wieder zu kippen. Machen Glodzinski diese Neuigkeiten keine schlechte Laune? Er sagt: „Wir haben in Vertrauen auf den Staat Investitionen getätigt. Wir sind guter Dinge, dass der Staat nicht in die Lage kommen möchte, uns und die anderen Anbauvereine entschädigen zu müssen.“ Da ist wieder der entspannte Glodzinski – er glaubt, es werde schon alles gut werden.
Im Chat gab es kürzlich Aufregung, dabei ging es um den neuen CSU-Innenminister Alexander Dobrindt, in dessen Zuständigkeit neuerdings die Cannabisgesetzgebung fällt
Wie kommen die darauf?
Primär ist das BMG zuständig.
Und von mir aus noch das BMJ.
BMEL für die Modellprojekte.
Allerdings war Hamburg erst neulich wieder im Gespräch mit den CDU Forderungen, hatte hier berichtet:
Diese Gesundheitsexpertin der CDU, Frau Christ, hat sich übrigens neulich auch bei AW geäußert:
"Sehr geehrter Herr XXX,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre klar formulierten Gedanken zu unserem Antrag. Zunächst möchte ich betonen, dass es uns als CDU nicht darum geht, pauschal alte Positionen zu verteidigen oder Reformen aus Prinzip abzulehnen. Vielmehr sehen wir es als unsere Verantwortung, Gesetzesvorhaben kritisch zu prüfen und auf mögliche Risiken für die Gesellschaft – insbesondere für Kinder und Jugendliche – hinzuweisen. Genau das tun wir auch mit unserem Antrag zur Rücknahme der Cannabis-Legalisierung.
Zum Thema Jugendschutz:
Sie sprechen an, dass es erstmals Gesetze gibt, die den Jugendschutz beim Cannabiskonsum regeln. Das ist richtig – allerdings halten wir die vorgesehenen Maßnahmen für unzureichend. Studien aus Ländern mit Legalisierung zeigen teils widersprüchliche Entwicklungen. Gerade in Kanada und einigen US-Bundesstaaten gibt es Berichte über einen steigenden Cannabiskonsum bei Minderjährigen, da legale Verfügbarkeit oft zu einer gesellschaftlichen Verharmlosung führt. Wir möchten nicht riskieren, dass junge Menschen in der Entwicklungsphase auf eine Substanz zugreifen, deren Langzeitfolgen auf das Gehirn wissenschaftlich belegt sind.
Zum Schwarzmarkt:
Die Legalisierung sollte eigentlich den Schwarzmarkt eindämmen – das war eines der zentralen Versprechen. In der Praxis sehen wir jedoch, dass sich dieser Effekt in Hamburg und Deutschland nicht einstellt. Ein regulierter Markt funktioniert nur dann, wenn Qualität, Preis und Verfügbarkeit mit illegalen Angeboten konkurrieren können – das ist unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht der Fall. Die Nachfrage wuchs durch die Legalisierung so stark, dass laut dem BDK das Gesetz in Hamburg sogar einen regelrechten „Schwarzmarktboom“ erzeugt hätte. Genau dies war aber gerade nicht der Sinn und Zweck. Gleichzeitig wird der staatliche Kontrollaufwand immens hoch, insbesondere was Besitzmengen, Anbau und Abgabe betrifft. All das bindet Ressourcen bei Polizei und Justiz, ohne die gewünschte Entlastung tatsächlich zu bringen.
Zur internationalen Erfahrung:
Sie haben Recht: Es gibt Länder mit positiven Erfahrungen, andere wiederum haben Legalisierungsschritte teilweise zurückgenommen oder kritisieren deren Folgen inzwischen offen. Die Situation ist differenziert. In Deutschland erleben wir mit dem jetzigen Gesetz jedoch eine überhastete Umsetzung, die viele praktische Fragen offenlässt – von der Kontrolle über Anbauvereinigungen bis hin zur rechtssicheren Abgrenzung von Konsumzonen im öffentlichen Raum. Das halten wir für ein Risiko, dem wir verantwortungsvoll begegnen müssen.
Unsere Haltung:
Wir stehen für einen präventiven Ansatz in der Drogenpolitik: Aufklärung, Beratung, Hilfe – ja. Legalisierung und Normalisierung einer gesundheitlich riskanten Substanz – nein. Unser Antrag dient dem Schutz besonders gefährdeter Gruppen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Ressourcen und gesellschaftlichen Werten.
Ich danke Ihnen nochmals für Ihre Anregungen und stehe Ihnen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Christin Christ MdHB"
Das mag sein, den Fahndungsdruck scheint allerdings das BMI erhöhen zu können.

