LST yes/no Übungsplatz Automatics

Moin Pflanzgenossen,

ich habe Dank meiner Gier noch 2 Automatics in Töpfen stehen, der Rest ist in einem Beet.
Nun habe ich mich etwas in das Thema Low Stress Training eingelesen und als Anfänger (2ter Grow) kitzelt es in meinen Fingern ob ich das auch mal ausprobieren sollte.
Die Geister scheiden sich anscheinend ob man es auch bei Automatics anwenden kann oder nur bei Photos. Das Training wird nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt empfohlen.
Nun zu meiner Frage meint ihr den ‘‘Sweet Spot’’ habe ich schon verfehlt? Wie gesagt sie wären ein wenig der Übungsplatz was das Thema LST angeht für mich.
In rot ist eine Double Kush Cake und im grauen Topf eine Amnesia XXL (beides Automatics von Sensi Seeds).
Gekeimt sind sie beide ca. vor einem Monat (Ende April/Anfang Mai)

Vielleicht kann mir hier ein Erfahrener ‘‘Binder’’ zu oder abraten :slight_smile:

Vielen Dank und gutes Gelingen eurer Projekte!

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Moin @dr.pilserano!

Dann mal los! :wink:

Gerade weil du 2 Damen zur Verfügung hast, drängt sich ein Vergleichst Test ja förmlich auf.

Ich growe überwiegend Autos Indoor und nutze dabei auch LST.
Da die Vegi bei Selbstblühern limitiert ist, ist auch das Zeitfenster für ein LST sehr eingeschränkt, … aber vorhanden! :slight_smile:

Da so ein Bondage Stress verursacht, was wieder zu Lasten der Vegi-Zeit geht, sollte das Stress Level so gering wie möglich gehalten werden. Das geht am Besten so, dass wenn die Triebe durch einen geringen Zelldruck, (Turgor) - also wenn die Pflanze durstig wird und „sich hängen“ lässt - elastisch werden und sich einfacher in Position biegen und binden lassen und das Verletzungsrisiko gering gehalten wird.

Kurzum :vor dem Gießen! :slight_smile:

Hier nen paar aktuelle Bilder aus meinem Micro-Grow (auch ne Automatik!), den du leider nicht lesen kannst, da im „Stammgrower-Bereich“ verortet:

Gestern Vormittag:

Heute Vormittag:

Geht also :smiling_face_with_sunglasses:


Für Mitlesende, die sich noch nicht so wie Du in die LST-Materie eingearbeitet haben, habe ich das mal durch ne KI zusammenschrauben lassen - gecheckt und für gut befunden. :innocent:

Hier mein knackiger Prompt dazu:

Warum macht man LST? Pro & Contra! Unterschiede beim LST bei Photos und Autos? Was gibt es zu beachten?

Pflanzenphysiologische Grundlagen und Praxis des Low Stress Trainings (LST)

Low Stress Training (LST) bezeichnet eine pflanzenschonende Methode zur Formgebung und Ertragsoptimierung beim Indoor-Anbau von Cannabis. Im Gegensatz zu High-Stress-Techniken (HST) wie dem Topping wird hierbei kein Pflanzengewebe zerstört oder abgeschnitten.


  1. Das biologische Funktionsprinzip: Brechen der Apikaldominanz

Cannabis weist von Natur aus eine ausgeprägte Apikaldominanz auf. Die Pflanze wächst in einer Tannenbaum-Struktur mit einem dominanten Haupttrieb. Verantwortlich hierfür sind Pflanzenhormone, die sogenannten Auxine. Diese werden in der obersten Triebspitze (Apikalknospe) produziert und wandern am Stamm nach unten, wo sie das Wachstum der darunter liegenden Seitentriebe aktiv unterdrücken.

Wird der Haupttrieb horizontal nach unten gebogen, sodass er sich unterhalb des Niveaus der Seitentriebe befindet, wird der Auxinfluss umverteilt. Die Hormone verteilen sich gleichmäßig auf alle nun freigestellten Achselknospen. Die Pflanze bricht die Apikaldominanz auf, wodurch sich die Seitentriebe hormonell wie gleichberechtigte Haupttriebe verhalten.


  1. Pro & Contra des Low Stress Trainings

Anhand der folgenden Übersicht lassen sich die Vor- und Nachteile dieser Trainingsmethode für die Anbauplanung abwägen:

:red_circle: CONTRA

  • Hoher Arbeitsaufwand: Die Fixierungen müssen in der vegetativen Phase fast täglich kontrolliert und nachjustiert werden.
  • Mikroklima-Veränderung: Das extrem dichte Blätterdach begünstigt stehende Feuchtigkeit im Inneren der Pflanze. Eine leistungsstarke Umluft ist zwingend erforderlich.
  • Mechanisches Risiko: Bei falschem Gewebezustand oder zu spätem Trainingsbeginn können verholzte Stämme irreparabel splittern.

:green_circle: PRO

  • Ertragssteigerung: Die Entstehung minderwertiger Blüten im Schatten („Popcorn-Buds“) wird minimiert. Alle Triebe entwickeln sich zu vollwertigen Blütenkerzen.
  • Optimale Lichtausnutzung: Es entsteht ein absolut flaches, homogenes Blätterdach (Canopy), bei dem jedes Blatt im idealen PPFD-Bereich der Lichtquelle arbeitet.
  • Effiziente Höhenkontrolle: Essenziell für den Anbau in kompakten Systemen mit strikter vertikaler Raumlimitierung.
  • Keine Regenerationspause: Da kein Schnitt erfolgt, verliert die Pflanze keine Zeit für den Wundverschluss und wächst nahtlos weiter.

  1. Systematischer Vergleich: LST bei Autoflowering vs. Photoperiodischen Pflanzen

Der genetische Unterschied zwischen Autoflowering- und photoperiodischen Sorten hat gravierende Auswirkungen auf die Fehlertoleranz und das Zeitmanagement beim LST:

Kriterium Photoperiodische Pflanzen (Photos) Autoflowering Pflanzen (Autos)
Steuerung der Lebensphasen Phasenwechsel erfolgt rein über die Umstellung des Lichtzyklus (z. B. auf 12/12 Stunden). Phasenwechsel erfolgt rein über eine genetisch fixierte Zeitschaltuhr (meist nach 3–4 Wochen).
Fehlertoleranz bei Gewebeschäden Hoch: Bei Triebbrüchen oder starkem Stress wird die Wachstumsphase künstlich verlängert, bis die Pflanze vollständig regeneriert ist. Extrem niedrig: Jede Stagnation oder Wachstumsverzögerung mindert den Endertrag, da verlorene Vegi-Tage genetisch nicht nachgeholt werden können.
Bedeutung von LST für die Genetik Optionales, aber effektives Werkzeug zur Ertragssteigerung und Flächenausnutzung. Die absolute Königsmethode: Da High-Stress-Techniken (Schnitt) wegen des Zeit Limits oft zu Ertragsverlusten führen, ist LST hier die sicherste Methode.
Dauer des Trainingsfensters Beliebig lang. Die Pflanze kann über Wochen und Monate hinweg in jede gewünschte geometrische Form trainiert werden. Extrem kurz. Das flache Blätterdach muss exakt mit dem Einsetzen der Vorblüte fertig geformt sein, bevor der Stretch verholzt.

  1. Kritische Erfolgsfaktoren bei der Durchführung

Für eine verletzungsfreie und erfolgreiche Anwendung im Zuchtraum müssen folgende Parameter strikt eingehalten werden:

  • Das Gegenanker-Prinzip: Bevor die Triebspitze in eine Richtung gebogen wird, muss die Basis des Hauptstammes unmittelbar über der Erdoberfläche in die exakt entgegengesetzte Richtung fixiert werden. Ohne diesen Gegenanker wird der Wurzelballen einseitig ausgehebelt oder der Stamm reißt an der Basis ab.
  • Das Turgor-Timing: Das Training darf niemals unmittelbar nach dem Gießen durchgeführt werden. Wenn die Pflanzenzellen maximal mit Wasser gesättigt sind (hoher Turgordruck), sind die Stängel starr und brechen wie Glas. Der optimale Zeitpunkt liegt kurz vor dem Gießen, wenn das Substrat trocken ist und das Pflanzengewebe durch den nachlassenden Zelldruck elastisch wird.
  • Materialauswahl: Die Verwendung von dünnen Bindfäden oder unbeschichteten Drähten ist zu unterlassen, da diese bei zunehmendem Dickenwachstum des Stammes die Saftbahnen (Xylem/Phloem) einschnüren. Es sind ausschließlich breite, weiche Materialien wie gummierte Pflanzendrähte oder textile Klettbänder (Meterware) zu verwenden.
  • Vorausschauende Geometrie: Triebe werden im LST-Kreistraining oder der sternförmigen Ausrichtung nicht dorthin gebogen, wo aktuell Platz ist, sondern dorthin, wo nachfolgende Triebe in den kommenden Tagen die beste Lichtintensität vorfinden.

Viel Erfolg gewünscht!
:farmer: :ca_hempy:


Edit

Meine Automatic war gestern beim Runterbinden 31 Tage alt!

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Hallo
Aber hab da mal ne Frage.
Seine Pflanzen bl0hen ja schon zumindest die im roten Topf.
Ist das denn nich doch ein wenig spät für LST?

Nicht das die anfangen zu zwittern.

Aber generell bin ich bei dir das der Versuch klug macht.

Grüße :grin::call_me_hand:

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Das Risiko besteht natürlich und es gibt auch keine Garantien, … aber auch nicht das sie zwittern wird! :wink: Stress ist i.d.R. nie gut für unsere Pflanzen. Ein übertriebenes Defolieren, oder Hitzestress kann ebenso zum zwittern führen. Daher würde ich ja einen „Kübel“ opfern um einen Vergleichsgrow zu haben. → Dann wissen wir es besser.

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Erfahrungsgemäß wird der verursachte Stress beim LST irgendwie eh überbewertet - meiner Meinung nach. Ausnahmslos jedes Mal wenn ich die Pflanze runtergebunden habe, kam sie am ersten Tag logischerweise gar nicht klar aber direkt am nächsten Tag stand die wieder senkrecht in der Bahn.

Zumal ich meine Pflanzen schon auch teils arg vernachlässigt habe, und auch da haben die nicht gezwittert. Das war definitiv mehr Stress, um ehrlich zu sein teilweise kurz vor dem Kollaps.

Daher denke ich die wird das LST schon verkraften - sofern die Stängel noch gut flexibel sind. Später in der Blüte werden die nämlich etwas zäher.

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a so ein Bondage Stress verursacht, was wieder zu Lasten der Vegi-Zeit geht, sollte das Stress Level so gering wie möglich gehalten werden. Das geht am Besten so, dass wenn die Triebe durch einen geringen Zelldruck, (Turgor) - also wenn die Pflanze durstig wird und „sich hängen“ lässt - elastisch werden und sich einfacher in Position biegen und binden lassen und das Verletzungsrisiko gering gehalten wird.

Cool, das die beste Erklärung im Internet bisher für mich. Danke.

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Ich vermute, dass es stark von der Sorte abhängig ist. Bisher hat bei mir auch noch nie was gezwittert und das obwohl ich die echt gequält habe. Wahrscheinlich hätte ich ohne ein bisschen mehr an Ernte raus holen können, wobei es immer noch mehr als genug war, aber das war es auch schon. Das ist aber natürlich nur anekdotisch.

Edit:

Das hier ist jetzt ein schöner Versuch und ich bin gespannt was das Ergebnis sein wird. Vielleicht irren sich ja alle.

Moin,

wenn du die Möglichkeit hast, solltest du den grauen Topf beschatten, damit dir in den nächsten heißen Wochen nicht die Wurzeln durchkochen!

Viel Spaß bei deinen ersten LST-Versuchen!

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Moin, danke für den Tipp :slight_smile: wetter technisch sieht das in den kommenden Wochen bei mir gar nicht so heiss aus… sollen immer nur maue 20 Grad werden also noch weit entfernt von den heissen Sommertemperaturen :wink:

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moin gärtnerInnen,

hier noch etwas Schnur liegen könnte das von der Stärke ausreichen? (siehe Bild) sonst, haken etc habe ich noch im garten rumfliegen…

Grüsse

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so gesagt getan… ich biege jetzt erstmal den hauptstamm rüber, in den nächsten tagen werde ich mal gucken was die Pflanze macht… und dann dementsprechend nochmal andere äste biegen…

hier solls nur regnen aber ich hoffe mal das mein kleines experiment früchte tragen wird

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Du solltest hier einen „Anker“ :anchor: setzen (180° gegen LST-Richtung) um einen Gegenzug aufzubauen, damit sie nicht aus der Erde „gezogen“ wird.

:backhand_index_pointing_down:

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wird nachgeholt, hier ein kleiner zwischenstand: sollte ich den Hauptrieb/Spitze noch versuchen ein wenig runter zu bekommen? Und die anderen Triebe schon versuchen nach “aussen” zu bekommen?

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Unbedingt!
Das Ziel ist, die apikale Dominanz zu „brechen“. Dazu muss der Haupttrieb tiefer liegen, als der Rest der Pflanze. Bondage immer erst unmittelbar vor dem Gießen durchführen, da hier der Zelldruck gering ist und der Trieb nicht abbricht. Wenn der Trieb schon zu alt ist (verholzt) wird das schwieriger.

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okay danke :+1: muss ich mal gucken wie ich das bewerkstelligt kriege da der ja schon ordentlich über den Top-Rand hinausgewachsen ist…

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Mutig wieder flach zurück ziehen. :wink:

:backhand_index_pointing_down:

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:sos_button:

Falls doch mal ein Trieb nachgibt und abreißt, die Wunde wieder entlasten, mit Honig zum „desinfizieren“ und Heilversorgung einschmieren und mit Klebeband o.ä. fixieren/bandagieren → kann also überleben & Früchte tragen. :wink:

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huuii das wird ne Dehnübung, ich werde ihr das über die nächsten Tage mal graduell beibringen :wink:

danke

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gewicht…ein paar schwere muttern kieselsteine…oder anglerblei…gummiband…oder dickendraht…das an die spitze hängen…

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Yoga “geglückt” mal gucken was sie die tage macht, ein Fächerblatt ist flöten gegangen aber naja

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