Mehrere Fragen zur Anzucht im Jiffy

Edit: Für alle die das mal später lesen, ich habe die Antworten/Lösungen aus dem Thread bereits in den ersten Beitrag eingefügt, da man leider nur eine Antwort als Lösung markieren kann (evtl. ein Verbesserungsvorschlag Richtung Mod-Team? @anon3654716)

Hi Growmunity,

Ich habe versucht meine Fragen in eine halbwegs durchdachte/erkennbare Struktur zu geben. Um auf meine Fragen referenzieren zu können, habe ich sie nummeriert. Für eine bessere Lesbarkeit, habe ich weniger wichtige aber vielleicht dennoch interessante Zusatzinfos in aufklappbare Infoboxen verpackt.

Ich hoffe das macht alles irgendwie Sinn, ich bemühe mich, aber irgendwie schaffe ich es nicht Fragen kurz und prägnant zu formulieren ohne dabei vl. wichtige Infos wegzulassen :ca_giggle_joint:

Grundvoraussetzung: Der Grow wird organisch durchgezogen

Vorgeschichte

ich werde beim nächsten Grow das erste mal mit Samen starten (die liegen schon bereit). Dazu hatte ich mich vorinformiert und mich für die Taschentuchmethode zum Vorkeimen entschieden, danach sollte es in 3L Töpfe gehen und nach Durchwurzelung in die Entdtöpfe.

Als ich im Growshop die Samen abgeholt habe, wurde mir dort zu den Jiffys zur Anzucht „geraten“ (war mehr die persönliche Erfahrung des Verkäufers). Den Plausch zusammengefasst:
Samen vorkeimen --> Jiffy vorbereiten --> Samen in Jiffy setzen --> Jiffy in Endtopf setzen nach Durchwurzelung

Das hat mich eigentlich „überrumpelt“, hatte ich ja eine andere Methode im Sinn. Aber es wirkte für mich in diesem Moment alles schlüssig und somit kaufte ich die Jiffys (ja ich weiß, hier im Blog werden die ausdrücklich nicht empfohlen, aber irgendwie möchte ich das jetzt nun so durchziehen ^^)

Jetzt las ich mich noch mehr ein in das Thema „Jiffys, Keimung, Anzucht, Umtopfen, Pro/Contra etc“ ein, und folgende Fragen bleiben zurück die ich bis jetzt nicht alleine beantworten konnte. Freue mich über jede Hilfe :slight_smile:

Mein derzeitiger Plan:
a) Samen im Taschentuch vorkeimen lassen
b) Nach Keimung: mit Wurzel nach unten in den aufgequellten Jiffy

Frage 1: Wo kommt dann der Jiffy hin? Habe gehört/gelesen zwischen

  • direkt ins Zelt inkl. 18/6 Beleuchtung
  • bei Raumtemperatur egal wohin unter ne Glocke (quasi dunkel)
    … was stimmt denn nun? Edit: Antwort: bei Raumtemperatur egal wohin unter ne Glocke (quasi dunkel)

c) Umtopfen in Endtöpfe

Frage 2: Wann topft man bei Jiffies um? Bei Bildung des Keimblatts oder wartet man bis der Jiffy durchwurzelt ist (oder ist sogar beides gleichzeitig der Fall)?

Edit: Antwort:

Frage 3: Erde Endtopf
Sowie Frage 2 beantwortet ist, stellt sich die Frage der Erde. Geplant war eigentlich in die Endtöpfe mit BioBizz LightMix umzutopfen.
Jetzt lese ich:

  • dass vorgedüngte Erde einerseits zu scharf ist
  • BioBizz LightMix dafür gut geeignet ist (LightMix ist vorgedüngt).
    … was stimmt denn nun? Edit: Antwort: Light Mix als Anzuchterde passt. Es gibt hier aber auch Grower die im Allmix vom Samen weg erfolgreich verwendet haben.

d) Gießverhalten in der Anzuchtphase

Frage 4: Gießt man einen 11l Topf inkl. Jiffy in der Anzuchtphase genauso wie in der Wachstumsphase? (gemäß Gießtutorial. 1/3 Topfvolumen, von außen nach innen gesamthaft bis zum nächsten spürbaren „leichterwerden“ des Topfes? Hört sich für mich nicht richtig an da in der Wachstumsphase der Topf ja schon gut durchwurzelt ist. In dieser Phase könnte das Gewicht ja trügen, da 80% der Wurzeln ohne Wasser schwerer sind als der kleine Teil des Jiffys mit den Wurzeln die in der Zwischenzeit pupstrocken sein könnten?)

Edit: Antwort: hier hab ich mich entschieden in 3L Töpfe umzutopfen, aufgrund des Bilds von @SaftigerBud . Dann kann man auch normal nach Gießtutorial gießen und später in den Endschuh umtopfen.

Danach in der Wachstums/Veggiephase sollte ich mich dann wieder zurechtfinden, die Sämling/Anzucht Phase hab ich halt noch nie gemacht. Vor meinem ersten Grow überhaupt, bevor ich überhaupt die Begriffe kannte, las ich überall von „Jiffys“ in 4 verschiedenen Foren. Deswegen erkannte ich im Growshop beim Gespräch den Begriff wieder und schätzte ihn als sinnvolle Methode ein. Im Nachgang, beim näheren Recherchieren stellten sich allerdings doch ein paar Zweifel ein ^^

Vielen Dank für eure Hilfe! :slight_smile:

Lg L1W3

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Genau. Manche packen es in ein Treibhaus mit Heizung. Aber im Grunde kann man das auch improvisieren. Erst wenn die Keimblätter sich zeigen, ist es der Pflanze überhaupt möglich, Sonnenlicht umzusetzen. Vorher ist Wärme wichtig, eventuell Keimhilfen.
Zudem gibt es Breeder, bei denen die Samen besser aufgehen als andere. Aber das ist bei der richtigen Temperatur und Medium eher zu vernachlässigen.

Wenn die Quelltablette (gibt auch welche auf Cocosbasis) durchwurzelt ist bzw. die Wurzel deutlich unten heraustritt.

Lightmix ist - wie der Name sagt - leicht vorgedüngt und kann deshalb als Anzuchterde genutzt werden. Es ändert sich lediglich das Schema. Manche kommen besser mit einer vollaufgedüngten Erde (Bei BioBizz wäre das der Allmix) klar, manche besser mit dem Lightmix. Das ist letztlich eine Frage der Praxis und Gewohnheit. Vielleicht will man auch nochmal umtopfen, wenn die Pflanze groß genug ist, dann könnte man mit AllMix ein wenig Dünger sparen. Symbionten sind in beiden Erden enthalten und müssen vorher aktiviert werden.

Normalerweise soll man zwei Wochen die Erde nicht düngen, weil in der Zeit die Bodenaktivität zunimmt und Nährstoffe freigesetzt werden. Aber das ist immer ein wenig unterschiedlich. Es ist ein Biotop und reagiert auf Temperatur und Feuchtigkeit. Hier gab es auch schon Leute, die mit einem Lightmix Probleme bekommen haben. Meistens geht es dann um Überwässerung.

In Erde zu growen ist genauso schwer, wie in anderen Medien. Man sollte seine Erde im Zusammenhang mit seinen Gewohnheiten kennen bzw. kennen lernen. Probleme sind nicht völlig auszuschließen, aber wenn man sauber und gleichmässig arbeitet, sollte sich das zeigen.

Es gibt dann natürlich noch immer die Möglichkeit einer Ausfallsicherung - nur machen das die wenigsten. Die meisten ziehen genauso viel Samen vor, wie ins Zelt passen. Wenn man aber ein oder zwei Pflanzen mehr hat, kann man die schächeren irgendwann herausnehmen und steht nicht mit leeren Händen da, wenn mal eine nicht keimt.

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Mit Interesse dabei:)

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Danke @hare für die ausführliche Antwort :slight_smile:

Wenn ich dich richtig verstanden habe, sieht mein Plan also wie folgt aus:

  • Samen im Taschentuch vorkeimen
  • Vorgekeimter Samen im aufgequellten Jiffy platzieren, in dunkler Umgebung (unter Glocke)
  • Warten auf erstes Blattpaar (Keimblätter), danach von „Fensterbank“ (Raumtemperatur) ins Growzelt (bzw. unter Beleuchtung)
  • Wenn die Wurzeln aus dem Jiffy kommen (standardmäßig eher unterhalb?) in die LightMix Endschuhe umtopfen

Stellt sich mir nur noch nie Frage zum richtigen Gießverhalten. Der/Die/Das kleine Jiffy wird in einem 11l Topf eingesetzt. Die LightMix Erde werde ich vorher aktivieren (sprich: angießen).
Man kann hier doch nicht nach dem „wenn-es-sich-leicht-anfühlt“-Prinzip agieren, oder doch? In meiner Vorstellung hat der kleine Keimling doch nicht viel Wurzelwerk.

Wie weiß ich wie viel und in welchen Intervallen ich gießen muss, wenn man direkt in die Endschuhe topft?

Sry wenn das schon an anderen Stellen mehrfach beantwortet wurde :sweat_smile:

Lg L1W3

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Du musst kein Taschentuch nehmen, kannst direkt in die Quelltabletten reinsetzen. Der Vorteil an den Taschentüchern, die werden halt schneller warm - halten aber auch weniger Feuchtigkeit und müssen lichtgeschützt aufbewahrt werden. Das Problem hast Du bei den Tabletten ja nicht.

Schon etwas mehr als Raumtemperatur. Deutlich mehr als 20. Dann brauchen sie auch nicht so lange. Und gleichmässig Temperatur am besten.

Es gibt unterschiedliche Methoden beim Gießen.
Messstäbe mit denen man die Feuchtigkeit überwachen kann.
Gießen langsam und flächig 1/3 der Topfgröße in Litern, bis (ein wenig) Wasser unten austritt - nennt sich „Auf Drain gießen“. Bei 11 Litern wären das also etwa 3-4 Liter. Anfangs kann man über das Topfgewicht noch erkennen, ob die Erde Wasser benötigt. Später, wenn die Pflanzen groß sind, geht das nicht mehr so einfach.

Auch nach dem Zustand der Erde kann man sich richten.

Eine andere Methode wird unter „Powerflow“ diskutiert. Handelt sich um eine Art Misch-Hydrokultur mit „Ebbe und Flut“-Schema.
Kurz: Man stellt die Töpfe in eine (Zeltgroße) Schale und gießt von unten, bis der Topf kein Wasser mehr zieht. Den Rest kann man entweder wegschütten oder man man in den Topf eine Blähtonschicht in fast der Höhe der Schale hinein, trennt die Erde durch ein Vlies und kann dann das Wasser auch stehen lassen.

Ich spar mir die Jiffys mittlerweile komplett und habs bei diesem Grow so gemacht das erst 18std ins Wasserglas kamen und sobald sich der Samen anfing zu öffnen, also noch keine Wurzel draußen, hab ich sie in kleine mit Light Mix gefüllte Töpfe gesetzt.
Finde die Jiffys trocknen zu schnell aus und wenn die kleine Wurzel schon aus dem Jiffy gewachsen ist was nach 1 Tag der Fall ist gibts meist den normalen kurzen Umtopfbedingten Wachstumsstop beim einsetzen.
Im ganzen haben die auf diese Art stressfreier und schneller ihr Leben begonnen.

Natürlich kamen die kleinen Töpfe in ein Minigewächshaus mit Kuppel bzw. durchsichtige Plastiktrinkbecher drüber.
Eine woche später gings schon in die Endtöpfe 10L Stoffpot mit AllMix. Dürfen nicht zu lang in den kleinen Töpfen sein sonst gibts Probleme. So kann ich auch direkt die Endtöpfe mit 1/3 nach Gewicht gießen. Denn vom Angießen und aktivieren was ich erst beim Eintopfen mache bis zum ersten richtigen gießen haben sich die Wurzeln genug verteilt.

EasyPlugz will ich noch testen vor allem für Steckis aber bis dahin ziehe ich kleine Töpfe den Jiffys vor. Zusätzlich kommt beim Eintopfen noch Myko/Tricho Mischung an die Wurzeln.

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Womit ich bis jetzt am besten gefahren bin ist das ich meine Auto’s im Zewa hab keimen lassen, dann in den Jiffy und wenn der „Kopf“ zu sehen ist sofort in den bis auf Drain gegossenen Endtopf ohne „Netz“ einsetzen. Dieser wird dann direkt im Zelt mit einer SF 1000 im 18/6 Modus auf ca. 50cm „bestrahlt“ :grimacing: Ich fahre die Lampe direkt auf 100% wobei die Meinungen hierbei auseinander gehen…
Aber ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht :blush:

Hast du noch einen kleinen Topf? Bspw 3L?

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… nimm Zewa anstatt Taschentücher, den Rest kannste so machen und das Netz vom jiffy kannste dranlassen beim Umtopfen.
Wie @SaftigerBud schrieb ist ein zwischentopf bis 3 Liter zu empfehlen bevor in den Endtopf gepflanzt wird

Wichtig ist beim jiffy den auszudrücken bevor die gekeimten Samen reinkommen.
Ich schmeiß die jiffy über Nacht in einen Behälter mit Leitungswasser, dann werden die ausgedrückt, der gekeimte Samen kommt rein und fertig…zum bewässern: ich geb da 2-3 Schnapsgläser Wasser pro jiffy wenn der Sämling das Licht erblickt hat, sieht man bei jiffy ganz gut wenn gewässert werden muss

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Nach zehn Tagen
So habe heute die jiffis aufgemacht , bei den [Jack herer] lagen die Samen mit weißen Trieb unverändert drin, habe sie jetzt in kleine Pötte gepackt mit biolightmix…hoffe es wird
Bei den california war bei allen drei jiffis nicht wirklich was zusehen, kann das sein dass die verfault sind.?
Aller Anfang ist schwer :sweat_smile:

Weißt Du, wie man die Quelltabletten richtig befeuchtet?

Man quellt sie auf und dann drückt man das Wasser heraus, sodass die Tablette nur feucht, aber nicht nass ist. Dann erst den Samen hineinlegen. Hinzu kommen dann noch die Enzyme. Du solltest Bohnen, Erbsen oder Linsen oder auch andere Samen keimen lassen. Das Quellwasser nicht wegschütten, sondern das solltest Du nutzen, um damit die Quelltabletten aufquellen zu lassen, dann wie oben beschrieben ausdrücken und den Samen hineinsetzen.

Dann auf die richtige Wärme achten - die ideale Temperatur für Klone & Sämlinge liegt zwischen 20 und 25 ° C und gleichzeitig die hohe Luftfeuchtigkeit von 70% (er-)halten. Man kann die Quelltabletten in eine Ladung feuchter Perlite setzen, das erhält die Feuchtigkeit länger und sie verdunstet auch nicht so schnell, da die Oberfläche kleiner ist. Es gibt kleine Gewächshäuser, in denen man die Luftfeuchtigkeit und Wärme mit geringem Aufwand erhalten kann. Kleine Heizmatte darunter - wenn es nicht sogar eine eigene Heizung hat - und die Kappe drauf. Jetzt heißt es Geduld haben.

(Nebenbei: Bei über 80% zerschießt Du Deinen Luftfilter - den Du aber noch nicht benötigst. Ich erwähne das nur, weil manche ihre Samen ins Zelt stellen mit Pflanzenlampe und Belüftung. Braucht man nicht. Erst wenn die Keimblätter draußen sind, braucht man eine Lampe und die benötigt auch nur wenig Leistung. Eine normale Schreibtischlampe genügt erstmal völlig. Wenn sich der Keimling reckt, kann man die Lichtstärke hochfahren.)

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Werden sie dir definitiv anfangen zu spargeln. Stell sie lieber unter deine Lampe.