Mykorrhiza selber vermehren bzw. züchten?

Heute ist mir wiederholt das Thema Mykorrhiza durch den Kopf gegangen. Diese ist ja recht teuer in der Anschaffung. Ich frage mich, in wieweit es möglich wäre, diese Pilze auf einfache Weise - am besten unsteril - zu vermehren.

Hat da jemand eine Lösung gefunden?

1 „Gefällt mir“

Ich hab’s selbst noch nicht probiert, aber mit (hart) gekochtem Reis sollte es funktionieren. Das ganze sollte aber schon halbwegs steril sein.

Ich überleg nochmal ein bisschen, vllt fällt mir dann wieder ein, wo ich’s gelesen hab…

Gar nicht. Da sind nicht nur Sporen von einer Art drinne, sondern von ganz ganz vielen. Als Privatperson kann man Speiseilze züchten, mehr aber auch nicht… sorry.

1 „Gefällt mir“

Aber wenn man Erde beimpft, kann man dafür sorgen, dass sie sich weiter verbreitet bzw. wächst? Oder geht das auch nicht?

Das geht, keine Frage. Man muss sich dann aber auch kümmern. Das Pilzgeflecht hat andere Ansprüche als Hanf.

Am besten geht man folgerndermaßen vor: Man geht zu einem Gartenbaubetrieb und besorgt sich dort Nullerde.

Diese Erde packt man in einen 50 Liter Kübel und stellt diesen kalt und dunkel. Das ist die Brütstätte für das Vorhaben.

Die Nullerde wird dann mit den Sporen geimpft. Nach 4-6 Monaten haben sich die Pilzgeflechte soweit ausgebreitet, das man diese Erde für einen Grow benutzen kann.

Nichts des so trotz würde ich die Nullerde mit 1/3 Biobizz Allmix anreichern. In der Erde sind noch andere Sporen drinne, die es bei den Glückspilzen nicht gibt.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

Gruß

2 „Gefällt mir“

Theoretisch breitet sich der Pilz auf geeignetem Medium aus. Mann könnte aktive Erde mit neuer Erde vermischen und schauen ob diese dann auch durchzogen wird vom Pilzgeflecht bzw ob sich auf der Erdschicht ein Schimmel entwickelt.

1 „Gefällt mir“

Woher wußtest Du, dass ich Glückspilze kaufen würde :smiley:

Weil es sonst nichts gescheites auf dem Markt gibt :wink:

1 „Gefällt mir“

Welche Pilze fehlen bzw. sind im Allmix drin?

1 „Gefällt mir“

Jede Menge. Welche? Das gibt BB nicht preis… trotz mehrmaliger Nachfrage. Es sind aber reichlich drinne.

Als Privatperson kann man Speiseilze züchten, mehr aber auch nicht… sorry.

OT: Und natürlich MMs :wink:

Jedoch weiß ich, was Du meinst. Man muss die Kulturen einzeln führen und dann zusammenbringen. Ich denke aber - wie Du schon gesagt hast - wo „Zucker“ ist, da wachsen auch die Pilze. Also Beutel nass machen, aufschneiden, beimpfen, ruhen lassen und verwenden.

Oder einfach den reifen Kompost begießen…

2 „Gefällt mir“

Ähm… negativ. Im Kompost sind genügend vorhanden, da bedarf es keinerlei Impfungen. Überhaupt ist das Outdoor nicht nötig, da die MO´s da von alleine kommen.

1 „Gefällt mir“

Heißt es nicht sonst immer, ein Kompost ist total steril?
Warum sollte sonst der Hersteller Angaben zur „Outdoorverwendung“ machen?

Es sind sicher Mikroben und Pilze im kalten Kompost und in der Erde - aber halt wilde Kulturen. Im Wald sind zum Beispiel andere als auf einer Wiese. Einen kalten Kompost könnte man jederzeit beimpfen. Einen heißen halt erst, wenn er reif ist.

Ich habe die Tage den ganzen Kompost vom letzten Jahr aufgebraucht. Unter einem Elektonenmikroskop betrachtet, hat man auf eine Millionenmetropole geschaut. Alles war sich am bewegen… überall feine gespinste (Pilzgeflechte).

Ab heute wird wieder Kompost angesetzt… natürlich ohne Schnellkomposter Zugabe.

1 „Gefällt mir“

Zur Zeit bin ich halt wieder mal in Sachen Bodenleben unterwegs und habe zwei Methoden - IMO und JADAM - gefunden, wie man Bodenpilze auf einem Nährmedium wie Reis kultiviert. Und ja, das müsste für alle Mykorrhizas funktionieren, soweit ich das verstehe. Jedoch ist der Sprung von Sproren zu Myzelien meist schwierig, weil sich gerne Schimmelpilze einschleichen. Da die gefundenen Methoden jedoch unsteril arbeiten, könnte es auch funktionieren oder ist zumindest Glückssache, also eine Frage, wie oft man die Methoden wiederholt und verfeinert.

2 „Gefällt mir“

Glückspilze sind schon vor einer Woche angekommen. Zuerst habe ich sie - wie in der Anleitung beschrieben - im Gießwasser vermischt und verteilt. Aber man sieht natürlich mit bloßem Auge nix.

Gestern hatte ich jedoch ein wenig Pulver auf die Wurmkisten verteilt, weil ich da sowieso eine kleine Rettungsaktion starten musste, und siehe da, heute zeigen sich schon Fäden in einer Kiste. Es geht also in Wurmkompost richtig flott, die Pilze zu vermehren bzw. Myzelien heranzuziehen.

Ich bleibe dran und werde berichten.

Achja, Stichwort #LAB. Ein anderer Versuch in meiner alten Stadtwohnung ist mir noch eingefallen. Mein Nachbar hatte seine saure Milch im Vorgarten verschüttet und ich habe meinen Bioeimer immer nach dem Entleeren mit Wasser ausgewaschen und unter meinem Balkon entleert.

Also bei meinem Nachbarn sind die Büsche so wüchsig gewesen, die stellten alle anderen in den Schatten. Bei mir war es nur jede Woche ein wenig, aber die Rose unter meinem Balkon hat das neue Bodenleben dankbar aufgenommen und Blüte bis spät in den Herbst hinein wie verrückt.

2 „Gefällt mir“

U.a. darauf hatte ich in meinem ersten Beitrag hier hinweisen wollen.

Scheint nicht das Problem zu sein. Zur wirklichen Vermehrung sind Arbuskuläre Mykorrhizapilze allerdings auf einen Symbiosepartner angewiesen, wie ich kürzlich gelesen habe.

Deshalb hab ich gestern eine Schale mit Sphagnum Moos beimpft. Mal schauen was draus wird.

Edit: Manchmal hab ich auch echt ein Brett vor’m Kopf… Als Moorpflanze geht das Sphagnum ne Symbiose mit Ericoiden Mykorrhizapilzen ein… nutzt natürlich nichts. :man_facepalming:

3 „Gefällt mir“

Ich muss kurz eine Beobachtung teilen:

Ich hatte ja ein wenig Pilzpulver in meine Wurmkisten hinein getan und dort tat sich in einer auch nach einem Tag sofort sichtbar etwas - die Pilzfäden breiteten sich aus. Aber was ich nicht gedacht hätte, ich habe auch eine Pappe mit dem Pilzpulver getroffen und diese feucht gehalten und da hat sich der Pilz ordentlich bedient. Das Lignin ist fast völlig raus. Die Pappe ist richtig weich geworden und das nicht, weil sie feucht war. Viel weicher noch und voller Pilzfäden.

Paul Stamets - falls den jemand kennt - hatte ja auch mal eine Methode vorgeschlagen, auf Pappe Pilzmyzele zu vermehren und dann an Stellen, wo man die Pilze haben möchte, zu vergraben. Ich hätte bis heute nicht geglaubt, dass das auch für Symbionten funktioniert. Dachte das ginge nur mit Holzzersetzern.

2 „Gefällt mir“

Hi @hare

bist Du mit dem Versuch weiter gekommen, erfolgreich gewesen ?

1 „Gefällt mir“

Es gibt tatsächlich Methoden, wie man Symbionten zB. aus einem Waldstück in den Garten implantieren kann. Man nimmt dazu ein Nährmedium, gräbt es ein, wässert es und holt es später infiziert zurück. Oder man nimmt direkt ein wenig Erde aus einem Waldstück, gibt das in eine leichte Melasselösung, die man mit Sauerstoff begast - ähnlich wie bei der Herstellung von EMA.

Ich selber habe mir die Trockenmischung von Glückspilze aus Tyrol geholt und bin damit sehr zufrieden. Man kann die praktisch auch trocken in minimalen Mengen direkt auf eine feuchte Stelle geben - insbesondere jetzt in der feuchtwarmen Herbstzeit - und sie vermehren sich sehr gut. Schon Tage später sieht man eine deutliche Flaumentwicklung.