Über Mykorrhiza gibt’s im Web genug zu lesen?
Mein Kenntnisstand war folgender:
Wenn die Pilzsporen mit Wasser in Berührung
kommen, keimen sie. Es bilden sich Mycele und
diese suchen nach Wirtswurzeln. Finden sie
keine, gehen sie wieder ein. Aus diesem Grund
scheint es unsinnig, sein Pflanzmedium oder
-substrat mit Pilzsporen zu inokulieren (impfen),
weil die meisten Myzele nicht zum Zug kommen.
Da die Sporen recht teuer sind, will man eine
solche Verschwendung natürlich vermeiden.
Über die Lebensdauer der gekeimten Sporen
findet man allerdings nichts im Web und so
schrieb ich einen Hersteller an. Hier ein Auszug
der Antwort:
Diese Antwort fand ich nicht nur erfreulich, sondern sie
hilft - mir zumindest - weiter.
Besagte Firma vertreibt verschiedene „Arten“ von Mykor-
rhiza (Endomykorrhiza, Ektomykorrhiza und Ericoide
Mykorrhiza).
Für „uns“ kommen hauptsächlich Endomykorrhiza in
Frage.
Natürlich kann man eine kostengünstige Impfung auch
vornehmen, indem man ein paar Löcher (drei bis vier)
in den Wurzelbereich der Pflanze sticht und diese mit
dem Präparat füllt (und danach wässert).
Besagte Firma bietet die Produkt ohne Trägermaterial
oder mit Vermiculite oder Torf als Trägermaterial an.
Im Handel ist man als Endverbraucher etwas einge-
schränkt, aber passende Präparate lassen sich finden.
Wird benutzt um das Wurzelwachstum stark zu boosten um mich kurz zu fassen.
Aber das steht nicht umsonst in Advanced drin meiner Meinung die Teile sind teuer und man kann viel falsch machen
Mykorrhizapilze gehen mit den Wurzeln der Pflanzen
Symbiosen ein. Die Pilze besorgen der Pflanze Nähr-
stoffe und bekommen dafür Kohlehydrate. Da die Pilze
ein sehr ausgedehntes Mycelgeflecht bilden, wird die
Nährstoffaufnahme (und damit das Wachstum) der
Wirtspflanze deutlich gesteigert. Auch halten die Pilze
andere, parasitäre Pilze, fern.
Am besten dazu mal den Wiki-Artikel lesen (gibt aber
eine Unmenge Informationen dazu im Netz - bis auf
die, deretwegen ich bei der Firma angefragt habe ).
@Levi
Falsch machen kann man da nicht besonders
viel, aber Recht hast Du mit dem Hinweis, dass
Mykorrhiza teuer ist (treibt den Preis für 40 Liter
meines selbst gemischten Mediums um 2 €
nach oben ).
Das ist aber angesichts des Aufwands, den die
Freunde des grünen Krauts mit ihren Pflanzen
treiben, durchaus vertretbar,
@anon8157545
Eher für 60 Pflanzen.
Richtig gelagert (trocken und dunkel) hält sich
das Präparat zwei Jahre.
Auf manchen Growshopseiten wird von einer
wahren Wunderwirkung berichtet, real aber wird
durch die Zunahme des Wurzelvolumens die
Nährstoffaufnahme um etwa 50 % gesteigert.
Allgemeine und nützliche Informationen findest
Du auf der Seite des erwähnten Hersteller:
1 Liter Pack reicht ewig, ok je nachdem wie viele Plants du grad am growen bist.
xD Wenn du 2 Pflanzen in deim Schrank stehen hast kannste bestimmt 3 mal growen haha. normalerweise gibts die glaub ich in 30g Packungen und da reichen die glaube ich so für 3 oderso. Kommt halt auch stark drauf an in was für nem Behälter man growed, wenn der 20 Liter fasst is das wieder anderst wien 11 Liter Topf
@Levi
Ich werde dieser Tage noch zwei Samen keimen lassen.
Autos - die kommen dann gleich in 30-Liter-Töpfe (das
scheint zwar etwas übertrieben, aber hier schadet ein
mehr an Medium/Erde nicht).
Pro Topf kommt ein Viertel Liter Mykorrhiza-Sporen auf
Blähton-Träger dazu. Das kostet mich 2 € zusätzlich
pro Topf, aber das ist ein Bereich, wo niemand sagen
würde, es sei zu teuer.
Meine Erdmischung kommt so insgesamt auf etwa
6,50 € für 30 Liter (Literpreis ungefähr 21 Cent).
Vergleich das mal mit den Preisen für Blumenerden in
Bau-/Gartenmärkten oder Growshops (abgesehen
davon, dass die gekaute Erde relativ tot ist).
In Wirklichkeit ist es im Allgemeinen (und soweit wir bisher wissen) so, dass die Pflanzen Enzyme aussondern, die die Sporen zum keimen antreiben. Die Enzyme sowie eigene Botenstoffe leiten dann das Wachstum der Hyphe zur Wurzel hin. Unglaublich spannend!
Und der Pilz hat es dann eilig, so innerhalb von 72 Std. muss er es schaffen, an der Pflanze anzudocken, da er (meist) selbst keine Kohlenstoffe produzieren kann und nur eine kleine Reserve zum Start hat.
Daraus ergibt sich, dass Nähe des Sporen zur Pflanzenwurzel sich positiv auf Besiedelung auswirkt.
Ich schütte einfach vom Pulver ins Pflanzloch, bzw beize die Samen. Meine Flächenversuche (Rasen, Beete - Pulver in Wasser aufgelöst und eingegossen) waren nicht von Erfolg gekrönt, da war die Verteilung einfach zu ungezielt.
Was die Sporen angeht, gibt es Sporen, die Jahrhunderte überdauern, andere kürzer. Sie liegen im Boden und werden auch gefressen. Also wie das so in der NAtur halt ist, viele Wagnisse
@calliandra
Ja, es ist ein sehr spannendes Thema.
Ich hatte die Sporen vor 13 Jahren (oder so) zum
ersten Mal eingesetzt - seither hat sich in dem Be-
eich einiges getan.
Danke für den Link!
Da kommen ja alle möglichen Fragen auf.
Soweit überhaupt erwähnt, haben sie immer nur jeweils eine Spezies im Einsatz (wobei der Rhizophagus irregularis bzw.Rhizophagus intraradices, hiess bis vor kurzem Glomus intraradices, der weitverbreiteste sein mag, d.h., er geht mit allen haha). Allerdings ist die Konzentration von 40mio Sporen pro L (bei dem Advantage Produkt, also ohne Trägermaterial) sehr hoch im Vergleich zu anderen mycos-produkten!
Der momentane Forschungsstand (auch für Laien nachzulesen in Jeff Lowenfels’ neuem Buch, Teaming with fungi) zeigt allerdings in Richtung Vielfalt. Es werden immer neue Kooperationen und Konstellationen gefunden, mycos, die sowohl saprophytisch als auch mycorrhizal leben können, Pflanzen, die mehrere Spezies bewirten, Spezies, die mehrere Pflanzen bewirten und in deren Kommunikationsnetz aufgenommen werden, und wir haben null Ahnung, ob sie jeweils Spezialfunktionen übernehmen.
Daher ist das beste, was wir in der Praxis machen können, eine gute Vielfalt anzubieten, aus der die Pflanze dann sich das heraussuchen kann, was sie tatsächlich braucht.
In der Hinsicht gefällt mir die soluble mischung von Glückspilze fast immer noch besser, obwohl sie all-round-mischungen machen, wo so einiges drin ist das nicht nötig wäre, dafür aber für alles verwendet werden kann. Ich habe mit ihnen darüber gesprochen, und mir wurde gesagt, dass sie eine neue Produktreihe in Planung haben, die modularer sein wird.
Aber die Sporencounts sind in den Produkten wesentlich niedriger, derzeit dosier ich halt höher.
@calliandra
Danje für die Hinweise.
Noch zu den Kosten.
Ob mein Medium für einen 30-Liter-Topf mit dem
Einsatz von Mykorrhiza Präperaten 50 Cent mehr
kostet, spielt angesichts der Gesamtkosten für
unsere Grows nun wirklich keine Rolle, und ob es
statt 50 Cent vielleicht nur 30 oder 20 sind, erst
recht nicht.
Wer es besonders teuer mag, kann auf die Pro-
dukte von Advanced Nutrients zurückgreifen
(Voodoo Juice und Piranha), die aber schon
etwas besonderes zu sein scheinen.
Wenn es hierzu ‚News‘ gibt lese ich diese gerne. Habe auch noch einen Beutel Mykorrhiza hier liegen welches noch ungetestet ist. Hab da irgendwie eine Art Blockade. Irgendwie will ich da nicht so ran…
@Erdgrower
Mykorrhiza eignet sich nicht für den Hydroanbau
(vermute ich zumindest). Wenn Du auf Hydro
umsteigst, kannst Du Dein Mykorrhiza immer
noch im Garten verwenden (oder für Töpfe mit
Gewürzkräutern).