Okay, da sind zwar noch zwei halbe Purple Satellite ungeerntet, aber ich glaube eine Bewertung der outdoor- Tauglichkeit kann man trotzdem schon vornehmen.
Demnach lag ich also intuitiv richtig, und meine Favoriten Dubai Poison und Mountain Gold haben tatsächlich am besten abgeschnitten! Ich habe sie nicht verhätschelt gegenüber den anderen, aber in punkto Zähigkeit und Widerstandskraft, Wuchsverhalten und schließlich erfolgreicher Ernte liegen sie deutlich vorne, dicht gefolgt eigentlich von Purple Satellite. Die billige Durban Poison (wahrscheinlich nicht wirklich von Oaseeds selber angebaut) und die ach so gute guerilla- Sorte Danish Gold bilden dagegen die Schlusslichter.
Ich werde meinen Eindruck der jeweiligen strains jetzt etwas detaillierter und differenzierter beschreiben.
Disclaimer: Die Düngung war dieses Jahr nicht besonders meisterhaft, so dass die Pflanzen wohl mal gehungert haben, mal übersättigt waren bis zum Brechreiz. Das kann beispielsweise die Schimmelanfälligkeit der Nepal Jam hervorgerufen haben, so dass jemand anderes im gleichen Ort mit den gleichen strains vielleicht erfolgreicher gewesen wäre. Auch war es lange trocken, ohne dass ich alle konsequent mit zusätzlichem Wasser versorgt hätte. Das ist aber relativ normal bei guerilla. Versäumt habe ich es auch, alle ausreichend gegen Sturm zu schützen. Hätte man einfach nur dran denken müssen! Durchgebrochen ist zwar keine, aber einige standen schließlich doch recht wacklig auf den Beinen und waren zum Teil halb verwelkt.
KC Brains T.N.R:
Ich hatte ja drei Pflanzen an zwei Plätzen, also schon einigermaßen repräsentativ. Der eine spot war von Schimmel stärker betroffen als der andere. Aber nie waren die T.N.R. die verschimmeltsten, und von allen habe ich jetzt zuhause Blüten am trocknen. Den Schnitt gehoben hat halt die eine am glücklicheren Platz, von der mehr übrigblieb nach dem Putzen. Die anderen haben ja fast die Hälfte eingebüßt. Bis in die Blütezeit hinein wuchsen alle kräftig und waren sehr gut aufgebaut. Also das ist guter Durchschnitt für outdoor. Aber von den Ausmaßen wie von KC Brains beworben waren sie weit entfernt; selbst Purple Satellite waren deutlich größer.
edit: In der Tabelle ist ja nur von zwei T.N.R die Rede! Da war wohl einer bekifft- es waren ja 2+1.
Female Seeds Easy Sativa:
Auch hier ist auffällig, dass die Riesenhaftigkeit aus der Werbung schwer umzusetzen war. Und was sie später so krank gemacht hat, ist nicht geklärt. Tote Blätter und tote Blattspitzen, aber grüne Blüten im Inneren- wie verbrannt, oder erfroren.
Aber trotzdem relativ wenig Schimmel! Der Grow war ansonsten zwar eher unproblematisch, aber die T.N.R wuchsen doch etwas freudiger und kräftiger. Ich rechne es ihr hoch an, dass sie mir, zwar plötzlich totkrank, noch den Großteil ihrer Blüten vollreif übergeben hat.
Hybrids from Hell Danish Gold regular:
Diese Sorte war tatsächlich verblüffend schnell; das hätte ich bei einer photo kaum für möglich gehalten! Erntereife wohl Mitte August. Z.B. Beldia letztes Jahr oder jetzt eben Purple Satellite (oder halt auch Easy Sativa) waren deutlich später fertig als vom breeder angegeben, eigentlich zu einer typischen Zeit für normale outdoor- Sorten. Nur leider wurde der strain total an dänisches Klima angepasst- das ist doch etwas anders als im vergleichsweise tropischen NRW! Dann meine gnadenlose Flüssigdüngung und der trockene Hochsommer mitten in der Blüte… Auch hatte ich es über Wochen nicht geregelt gekriegt, nochmal nach dem Rechten zu schauen, mea culpa. Im Garten hätte man sie wohl besser hingekriegt. Aber das gilt sowieso für alle strains hier!!! Andere Grower haben mir jedenfalls bestätigt, dass sie im Sommer wetterempfindlich sein kann. Und vom Gras her ist sie für mich wohl sowieso nichts besonderes.
Oaseeds Durban Poison:
Was mir von Anfang an nicht gefallen hat, waren die viel zu zahlreichen Seitenzweige bis zum Boden. Die wachsen natürlich schwach und setzen jeweils wenig an, außerdem behindern und beschatten sie sich gegenseitig und werden auch von den Beikräutern feucht gehalten! Ich habe dann bis auf ein Drittel oder ein Viertel alle bis zum Stamm entfernt und den Rest passend formiert. Ein tiefer, langer hat immerhin noch ganz gut geblüht und blieb komplett gesund bis zum Ende. Aber an dem spot war die Durban halt als erste am schimmeln und musste dann jedes Mal geputzt werden. Also pflegeleicht ist was anderes!
ACE Seeds/ Green Mountain Seeds Purple Satellite regular:
Ich bin immer noch ungläubig, wie der strain sich bei mir dermaßen Zeit lassen kann mit der Reife. Und dass auch Schimmel ein Thema ist, ist natürlich eine Enttäuschung! Eigentlich sollte das mein wichtigster Zuchthengst werden, um aus deutlich späteren, empfindlicheren Sorten was brauchbareres, aber spannendes zu kreuzen. Jetzt ist da ja gar nicht so viel Unterschied! Dann lohnt sich das Kreuzen offenbar kaum. Optisch ist Purple Satellite auf jeden Fall ein Gewinn, und immerhin haben sie bis zum heutigen Tag durchgehalten. Auch wachsen sie sehr gut und liefern Ertrag; das war eine positive Überraschung. Aber dafür habe ich sie gar nicht gekauft!
ACE Seeds/ Green Mountain Seeds Mountain Gold regular:
Der spot (eine sandige Anhöhe) war echt etwas schwierig, und ohne zig Liter Wasser quer durch den Wald durch die Brombeeren zu schleppen, wären die MG und die Dubai Poison vielleicht verdurstet. Aber sie haben sich gut gefangen und sind mit sehr wenig Schimmel mehr oder weniger fertig geworden. Absolut perfekt wäre wohl eher der 25. 10. gewesen, aber ich habe lieber den Sack zu gemacht. Es gibt auch einen purple Phäno, dem wohl eines der Männchen zuzurechnen war, der noch etwas länger blüht als der grüne. Ich halte es für gut möglich, dass man den (zumindest in meiner Gegend) auch noch fertig bekommen würde. Ihr wisst, dass es mir diese langen, dünnen Blattfinger angetan haben- da hat man also eine reine Sativa vor sich, die (bzw. ihre Eltern aus Hawaii und Mexiko) über Generationen an gemäßigtes Klima angepasst wurde, und nicht zusätzlich irgendwie mit (Schimmel-) Afghan oder Skunk hybridisiert. Und blüht in Deutschland gerade so zuende.
ACE Seeds Nepal Jam:
Eine tolle Erscheinung mit ihrem rötlichen Stengel und teilweise auch rötlichen Blättern, und das war mit die kräftigste Pflanze von fünfen an dem spot. Aber sie wuchs ziemlich locker, also unterhalb der Spitze war recht wenig dran pro laufender Meter. Sie hätte also wirklich nochmal ertragreicher sein können, bei durchschnittlicher Verzweigung. Dann ging es auch recht zügig mit Schimmelbefall in der zweiten Hälfte der Blüte. Das hätte definitiv nicht passieren dürfen! Die Klimaresistenz und Schimmeltoleranz ist eigentlich der Trumpf dieses strains; vom Kiffen her ist er eigentlich nichts spezielles. Ich baue NJ bestimmt nochmal an, als vielleicht dann unverschimmelte Kontrollgruppe, so wie ich Purple Satellite natürlich auch nochmal probieren werde, ob die nicht doch mal früher fertig sind. Normalerweise hat man mit NJ ja eine robuste, wetterfeste reine Sativa, mit der man trefflich Hasch produzieren kann.
Bulk Seed Bank Dubai Poison:
Die Sorte hatte ich spät gekauft und zuerst gar nicht fest für 2025 eingeplant, weil ich ja mit Leda Uno, Rittus Haze etc. platztechnisch eigentlich schon ausgebucht war und ja auch schon die Oaseeds- Variante vorgesehen hatte. Aber schließlich habe ich sie doch mit reingenommen, und es nicht bereut. Als alter Durban- Grower von früher war ich sehr gespannt auf den Vergleich mit den anderen. Und sie brauchte sich nicht zu verstecken. Trotz erschwerter Bedingungen wie zum Beispiel weniger Nachmittagssonne als die Nachbarn oder größerer Wassermangel hatte ich von zwei Pflanzen an zwei verschiedenen spots eine kaum beeinträchtigte Ernte zu einem humanen Zeitpunkt. Mitte Oktober fertig, mehr kann eigentlich keiner von einer guten Sativa erwarten.