Organisch oder mineralisch anbauen?

Grundsätzlich kann man Hanf auf zwei verschiedene Arten anbauen: organisch oder mineralisch. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die beiden Methoden erst mal nur beim verwendeten Dünger und dem Growmedium.

Jedoch hat die Anbaumethode, die man wählt einen entscheidenden Einfluss auf viele Vorgehensweisen beim Grow. Und schenkt man einigen Growern Glauben, dann spielt die Wahl der Anbaumethode vielleicht sogar eine Rolle wie gut das Endprodukt dann schmeckt.

Was hat es nun mit den beiden Düngemethoden auf sich? Worin unterscheiden sie sich, und welche soll man am besten für einen Grow verwenden? Hier kann mehr darüber erfahren!

Organisch vs. Mineralisch

Cannabis braucht zum Wachstum neben Wasser und Licht jede Menge Nährstoffe. Und gerade bei der Nährstoffversorgung der Pflanze gibt es zwei verschiedene Wege, wie man sie füttert: Entweder organisch oder Mineralisch.

Der Hauptunterschied zwischen mineralischem und organischem Anbau ist, dass man bei mineralisch den Pflanzen direkt Nährstoffe verabreicht. Beim organischen Anbau „füttert“ man die Pflanzen nicht direkt. Stattdessen schafft man eine optimale Umgebung für die effektiven Mikroorganismen in einer lebendigen Erde.

Welche Anbau Methode soll man nun wählen? Nun, beide haben ihre Vor- und Nachteile. Was man als Grower am besten macht, ist, dass man die Vor- und Nachteile der beiden Methoden abwägt. Je nachdem was einem beim Anbau wichtig ist, kann man sich dann für eine Düngemethode entschließen. „Besser“ als die andere Methode ist keine, sonst gäbe es auch nicht zahllose Internet Diskussionen zu diesem Thema. Am besten probiert man selbst aus, welche Anbaumethode einem am besten zusagt!

Organischer Anbau

Der wesentliche Unterschied beim organischen Anbau ist, dass man Nährstoffe nicht direkt den Pflanzen verabreicht. Stattdessen „füttert“ man nützliche Bakterien, sogenannte effektive Mikroorganismen, in einer „lebenden“ Erde. Diese Mikroorganismen wandeln dann organische Nährstoffe, welche man zugibt bzw. welche sich in der Erde befinden in eine Form um, die von den Pflanzen aufgenommen werden kann.

Damit das Leben in der Erde die Nährstoffe optimal umwandeln kann, muss man als Grower eine optimale Umgebung zu schaffen. Nur so können die nützlichen Organismen in der Erde ihre Arbeit verrichten.

Düngt man organisch, benötigen die Mikroorganismen in der Erde normalerweise einige Tage, um die organischen Bestandteile im Dünger in Pflanzennährstoffe umzuwandeln. Aus diesem Grund kann man damit nicht schnell auf Mangelerscheiungen reagieren.

Bei manchen organischen Düngern ist eine leichte mineralische Düngung zur Behebung von Nährstoffmängeln durchaus möglich. Hier sollte man jedoch mit der Dosierung vorsichtig sein. Mineralischer Dünger kann das Innenleben der Erde schnell schädigen und dadurch die Verarbeitung organischer Nährstoffe stark bremsen.

Für viele Anbauer wiegen die vielen Vorteile vom organischen Anbau die Nachteile ganz leicht auf. Zum Beispiel ist ein organischer Grow weitaus fehlertoleranter, sodass er auch für Anfänger bestens geeignet ist.

In einer lebenden, organischen Erde wird beispielsweise der pH-Wert viel besser gepuffert als bei mineralisch. In der Praxis bedeutet dies, das der pH beim Anbau nicht so wichtig ist da er sich von selbst auf einen optimalen Wert reguliert.

Akribische Kontrollen vom pH und EC-Wert der Nährlösung, wie sie bei mineralisch zwingend nötig sind, muss man beim organischen Anbau nicht machen. Und letztendlich zählt für viele auch, dass ein organischer Grow natürlicher ist, sprich man benötigt weniger „Chemie“ um zu einem schmackhaften Endergebnis zu kommen.

Nachteil beim organischen Anbau ist, dass das Leben der Erde ungewollte Gäste anziehen kann. Schädlinge fühlen sich pudelwohl in lebendiger Erde und können dort ihre Eier ablegen. Ein Befall lässt sich aber vermeiden, wenn man ein paar Grundregeln einhält. Mehr dazu in unserem Schädlingsartikel.

Beim Bio Anbau growt man auch organisch, hier jedoch mit natürlichen organischen Bestandteilen wie Kompost, Jauche, Molassen usw. Jedoch kann Bio hier auch bedeuten, dass die Bestandteile in einem Dünger von besonders hoher Qualität und möglichst naturbelassen sind. Ein bekannter Hersteller solcher organischer Bio Dünger ist Biobizz.

Auch kann man organische Dünger nicht für Grows mit Hydroponik und Grows auf Ton, Kokos oder Perlit verwenden. Damit organischer Dünger überhaupt wirkt, braucht man eine „lebendige Erde“. Diese Erden enthalten die sogenannten „Effektiven Mikroorganismen“ (EM), welche die organischen Bestandteile dann in Pflanzennährstoffe umwandeln.

Flüssiger organischer Dünger ist jedoch nicht für automatische Bewässerung geeignet. Die organischen Bestandteile lagern sich nämlich nach einiger Zeit in fester Form ab und verstopfen die Leitungen.

Neben den typischen Flüssigdüngern gibt es mittlerweile jedoch auch organische Feststoffdünger. Deren Besonderheit ist, dass man sie vor dem Grow und beim Umtopfen einfach unter die Erde mischt. Dann muss man den Pflanzen nur noch reines Wasser geben und muss sich über das Düngen keine Sorgen mehr machen. Damit sind sie auch optimal für automatische Bewässerungssysteme geeignet.

Vorteile

  • Überdüngung nur schwer möglich
  • Keine pH und EC-Kontrolle nötig
  • Bessere pH/EC Pufferwirkung
  • Angeblich besserer „natürlicher“ Geschmack
  • Umweltfreundlich, da weniger Chemie

Nachteile

  • Wirkt nicht sofort, sondern zeitverzögert
  • Nicht zur Mangelbehebung geeignet
  • Höherer Preis im Vergleich zu mineralisch
  • Nicht für autom. Bewässerungssysteme geeignet (Ausnahme: Feststoffdünger)

Mineralischer Anbau

Bei der mineralischen Düngung hat man volle Kontrolle über die Nährstoffgabe der Pflanzen. Sprich, man kann diese präzise auf die Bedürfnisse von Pflanzen einstellen. Nicht nur beim Anbau von anspruchsvollem Cannabis Exoten, die besondere Anforderungen an die Düngung haben ist dies ein Vorteil. Etwa sind einige Sorten ziemlich empfindlich für Überdüngung, während andere besser mit nur leichter Nährstoffgabe wachsen. Die Nährstoffgabe können erfahrene Grower so für die besten Ergebnisse je nach Strain „feintunen“.

Ein mineralischer Grow hat wie die anderen Arten des Anbaus seine Vor- und Nachteile. Einer der Vorteile ist, dass man bei mineralischem Anbau die Pflanzen direkt „füttert“. Mineralische Dünger beinhalten Pflanzennährstoffe wie z. B. Stickstoff und Spurenelemente wie Eisen oder Calcium in einer Form, die den Pflanzen direkt zur Verfügung steht und von diesen schnell aufgenommen werden kann.

Düngt man mineralisch, kann man demnach blitzschnell auf die Bedürfnisse der Pflanzen eingehen. Beispielsweise kann man bei Mangelerscheinungen benötigte Nährstoffe ohne Zeitverlust verabreichen. Bei anderen Methoden würde man hier wertvolle Zeit verlieren, was dann in eine verminderte Ernte resultieren würde.

Das Growmedium spielt bei der mineralischen Düngung eher eine untergeordnete Rolle. Das Medium dient bei mineralisch in erster Linie dazu, den Pflanzen im Topf halt zu geben, und zur zeitweiligen Speicherung vom Wasser und den zugeführten Nährstoffen. Eigentlich ist ein Substrat beim mineralischen Anbau nicht mal notwendig.

Zum Beispiel befinden sich bei einigen hydroponischen Systemen die Wurzeln direkt in einer Nährlösung, eine „Erde“ oder ein anderes Substrat wird im Prinzip gar nicht benötigt. Die Möglichkeit für eine schnelle und direkte Nährstoffversorgung der Pflanzen, ohne den Umweg mittels natürlicher Prozesse wie in der Natur bringt jedoch auch Nachteile mit sich.

Ein mineralischer Grow ist weitaus weniger tolerant für Fehler. Bei der Düngerdosierung muss es sehr präzise gehen, denn sonst kann man schnell überdüngen. Eine akribisch genaue Kontrolle von pH und EC Wert des Wassers bzw. der Nährlösung sind Pflicht. Sind diese nämlich nicht im optimalen Bereich, wird die Pflanze sofort reagieren – mit Mangelerscheinungen oder Überdüngung.

Die Verwendung eines pH- und EC-Meters, und gegebenenfalls jedes Mal beim Wässern und/oder Düngen die Nährlösung mit pH Down/Up Produkten anpassen zu müssen, sind beim mineralischen Grow eigentlich fast schon zwingend notwendig.

Aus diesen Gründen ist ein rein mineralischer Grow eher etwas für fortgeschrittene Grower. Für Growanfänger ist ein organischer Anbau in „lebendiger“ Erde besser geeignet. Hier muss man weitaus weniger penibler sein, und überdüngen kann man eigentlich nicht.

Vorteile

  • Volle Kontrolle über Düngerzugabe
  • Schnelle Mangelbehebung
  • Funktioniert mit Ton, Perlit, Hydroponik
  • Geringeres Risiko für Schädlinge
  • Für automatische Bewässerung geeignet
  • Höherer Ertrag als beim organischen Anbau
  • Günstig im Preis

Nachteile

  • Akribische pH und EC-Kontrolle Pflicht
  • Hohe Gefahr von Überdüngung
  • Nur bedingt für Growanfänger geeignet
  • Toleriert Fehler nicht gut
  • Gefahr der Übersalzung des Growmediums
  • Geschmack „angeblich“ unterlegen zu „Bio“

Organisch-Mineralischer Anbau

Es gibt auch Mischdünger, die organische und mineralische Bestandteile enthalten. Diese vereinen die Vorteile von beiden Düngemethoden. Diese Dünger haben in der Regel einen geringeren Gehalt an sofort verfügbaren Nährstoffen, sodass das Risiko für Überdüngung geringer ist als mit rein-mineralischen Dünger.

Die organischen Komponenten im Mischdünger sorgen dafür, dass der Pflanze auch über einen längeren Zeitraum noch ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen.

Die Mischdünger sind jedoch auch nicht perfekt, sprich sie haben auch ihre Nachteile. Da sie weniger an direkt-verfügbaren Nährstoffen enthalten, sind sie nicht so gut zur schnellen Mangelbekämpfung wie rein mineralische Dünger geeignet. Die Bodenfruchtbarkeit wird auch nicht in dem Ausmaß verbessert, wie es ein rein organischer Dünger kann.

Mineralisch-organische Mischdünger sind für unterschiedliche Substrate erhältlich. Zum Beispiel gibt es die Produkte von HESI jeweils in Varianten für den Anbau in Erde, für Cocos oder für Hydro.

Mischdünger sind nur bedingt zur automatischen Bewässerung geeignet. Beispielsweise kann man die Produkte von HESI auch mit dem Autopot verwenden, solange man das Wasser mit einer Umkehrosmoseanlage auf EC = 0 bringt.

Vorteile

  • Vereinigt die Vorteile von organisch/mineralisch
  • Gefahr für Überdüngung geringer als mit rein mineralischen Dünger
  • Bessere pH/EC Pufferung durch die organischen Bestandteile

Nachteile

  • Nicht zur schnellen Lösung bei Problemen (Mängel usw.) geeignet
  • Kein 100% organischer Grow

Welche Methode zum Anbau wählen?

Um es gleich vorwegzusagen, keine der beiden Düngemethoden ist „besser“ als die andere. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Welche am besten geeignet ist, kann davon abhängen, welchen Growstil man bevorzugt (z. B. einfacher Grow oder mehr Kontrolle). Letztendlich ist es eine Sache des persönlichen Geschmacks, ob man die mineralische oder die organische Route für einen Grow gehen will.

Für Anfänger empfehlen wir jedoch auf jeden Fall organisch, da es weitaus fehlertoleranter ist als mineralische Düngung. pH und EC sind bei organisch nicht so wichtig, und viel falsch machen kann man bei der Dosierung mit organisch auch nichts.

Falls man ein es super einfach haben will oder ein automatisches Bewässerungssystem nutzen will, kann man auch zu organischem Feststoffdünger greifen. Diese Dünger, die meist in Granulat oder Pulverform erhältlich sind, mischt man vorher (oder später, wie z. B. beim Umtopfen) unter die Erde. Danach entfaltet der Dünger seine Wirkung über mehrere Wochen.

Im Vergleich dazu bietet der mineralische Anbau fortgeschrittenen Growern ein Maximum an Kontrolle über die Nährstoffgabe. Bei Zeichen von Unter- oder Überdüngung kann man blitzschnell reagieren (z. B. durch Anpassen der Dosis), und Mangelerscheinungen kann man mit mineralisch schnellst-möglich beheben.

Bei einigen schwierigen Cannabis Exoten muss man bei der Nährstoffzufuhr sehr präzise sein, dies geht dann auch nur mit mineralischer Düngung. Fortgeschrittene Grower können die Nährstoffgabe dann für optimale Ergebnisse feintunen.

Weiterhin kommt man bei Grows in Coco oder mit einem hydroponischen System an mineralischer Düngung nicht herum.

Als Grower sollte man in Betracht ziehen, was einem beim Anbau wichtig ist. Dann wägt man die Vor- und Nachteile jeder Methode ab und kann darauf basierend eine Entscheidung zu treffen.

Unabhängig davon, welche Anbaumethode man letztendlich wählt, ist eines jedoch sicher: Gutes Gras kann man mit beiden Methoden anbauen!

Kaufempfehlungen

Nicht nur Anfängern empfehlen wir organisch zu düngen. Auch erfahrene Grower können sich damit das Leben einfach machen, da man damit so gut wie gar nicht überdüngen kann und die Handhabung extrem einfach ist. Nicht vergessen: Die Erde muss die sogenannten „Effektiven Mikroorganismen“ enthalten, damit organischer Dünger seine Wirkung entfalten kann. Falls man sich unsicher ist, welche Erde mit welchem Dünger „kompatibel“ ist, einfach beides vom gleichen Hersteller kaufen. So ist man auf der sicheren Seite.

Unsere Top-Empfehlung ist die organische BioBizz Dünger-Reihe. Sie passt optimal zur von uns ebenfalls empfohlenen BioBizz Erde. Am besten kauft man das BioBizz Starter-Set, wo die wichtigsten Basis-Dünger und Zusatz-Mittel direkt mit dabei sind.

Für fortgeschrittene Grower, die volle Kontrolle bei der Nährstoffzugabe haben wollen, empfehlen wir zur mineralischen CANNA Terra Düngerserie greifen. Die hat sich seit Jahrzehnten in der Grower-Szene bewährt.

Eine dritte Option ist ein organisch-mineralisch Dünger. Damit fährt man quasi einen Mittelweg zwischen organischer Langzeitversorgung und mineralischer Sofort-Verfügbarkeit. Wir empfehlen das HESI Starter-Set Erde zu kaufen, so dass man direkt alle Mittel vorhanden hat.

Für absolut faule Grower empfehlen wir die organischen Pulver-Dünger von Green House Feeding. Dieser wird einfach einmalig unter die Erde gemischt, so dass man nicht mehr mit jedem Bewässern eine Nährlösung anmischen muss. Damit kann man sogar ein Automatisches Bewässerungssystem beim organischen Grow benutzen.

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