Stressfreies Umtopfen

Umtopfen, so der gängige Tenor, bedeutet Stress für
die Pflanze.
Das stimmt insofern, als das ein nicht richtiges Um-
topfen der Pflanze schon eine Menge Stress beschert.
Dafür verantwortlich sind hauptsächlich zwei Gründe:
Der Ballen zerfällt.
Das Medium wird gewechselt.
Damit der Ballen nicht zerfällt, müssen zwei Bedingun-
gen erfüllt sein:
Der Topf muss gut durchwurzelt sein.
Das Medium sollte relativ trocken sein.
Für den Grad der Durchwurzelung kann man schlecht
Richtwerte festlegen, wenn aber Wurzeln aus den
Löchern am Topfboden treten, sollte der Topf gut durch-
wurzelt sein. Hier ist man aber auch auf (seine eigenen)
Erfahrungswerte angewiesen.
Ein weiteres Problem ist hier das Medium. Torf oder
Kokos haben einen schlechten Zusammenhalt, sofern
man nicht vorher Bentonit oder Lehm beigemengt hat,
und der Ballen wird nur von den Wurzeln zusammenge-
halten.
Der zweite kritische Punkt ist das neue Medium.
Pflanzt man aus „erzieherischen“ Gründen um (bessere
Durchwurzelung, bessere Transportierbarkeit in der An-
fangsphase), sollte tunlichst das gleiche Medium verwen-
det werden. Ist der Grund des Umpflanzens ein Problem
des vorhandenen Mediums, kommt man natürlich um
einen Wechsel nicht herum.
Beim „handwerklichen“ Teil des Umpflanzens ist folgende
Vorgehensweise angeraten:
Man füllt den Boden des neuen Topfes so weit, bis ein Topf
der gleichen Größe wie der, der die umzutopfende Pflanze
enthält, darauf gestellt oben bündig mit dem neuen Topf ab-
schließt. Den leeren Topf belässt man im neuen und füllt
nun ringsum das Medium auf, bis er zu etwa zwei Dritteln
seiner Höhe vom Medium umgeben ist. Dann bewegt man
ihn leicht zu zwei gegenüberliegenden Seiten, so das dort
etwas Luft ist, und entnimmt ihn dann.
Jetzt wird die Pflanze aus ihrem Topf genommen, indem
man die Hand auf das Medium legt, so dass sich der Sten-
gel zwischen Mittel- und Ringfinger befindet. Man dreht den
Topf und und zieht ihn langsam ab. Die Pflanze wird nun
mit der flachen Hand an gegenüberliegenden Seiten des
Ballens gehlten und in das Loch gesetzt; danach wird das
Medium ringsum angedrückt und der neue Topf dann kom-
plett gefüllt (auch danach das Andrücken nicht vergessen).
Das Angießen sollte in kleinen Portionen erfolgen, wobei
nach jeder ein Weilchen gewartet werden sollte.

Achtung:
Wenn aus den Ablauflöchern am Boden schon Wurzeln
austreten, sollten diese unbedingt abgeschnitten werden
(am besten mit einer Schere), weil sich sonst der Ballen
nur schwer aus dem Topf nehmen lässt uns dabei leicht
auseinanderfallen kann.

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Macht es nach dem Umtopfen Sinn am Anfang nur eher innen rund um die Pfanze rum zu giessen oder gleich die ganze Fläche?

Das ist relativ egal - wenn das Medium etwas taugt,
wird sich das Wasser durch die Kapillarwirkung eh
verteilen. Da der Ballen aber recht trocken ist (es zu-
mindest gewesen sein sollte), empfiehlt sich, die
ganze Fläche zu gießen (portionsweise mit Pausen
dazwischen).

thx für die tolle anleitung, hat soeben einwandfrei geklappt👍🏻

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Hallo!
Mit grösseren Pflanzen hatte ich noch nie Probleme mit dem Umtopfen, wenn man halt gesunden Menschenverstand walten lässt wie mit Deinen Tips. (Halt Pflanzen nicht „rausreissen“ usw. sondern behutsam vorgehen).

Das Umtopfen KANN aber relativ kritisch sein bei Sämlingen da die sehr empfindlich sind, und Sämlinge topft man ja normalerweise sowieso immer um sobald die grösser sind.

Was ich mache:

  • In Steinwollewürfeln anzüchten —> Genial zum Umtopfen weil halt super problemlos. Jiffies gehen eigentlich auch, hier aber das Netz abnehmen (!!) beim Umtopfen da es keine Garantie gibt dass das Netz zerfällt. Und dann aufpassen dass man dieses vorsichtig macht wenn schon einige Wurzeln aus dem Jiffy rauskommen.
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