Züchten, Kreuzen eigener Stränge erlernen, verstehen, sich informieren

Hallo,

nachdem viel für die Anfänger getan wurde, wäre ich dafür, sich auch um die werdenden Amateure zu kümmern.

So beschäftigt mich gerade in der Theorie das Züchten bzw. Kreuzen von Varietäten. Einmal sicherlich, um sich besser mit den „Strains“ auszukennen, aber auch zu verstehen, was da eigentlich passiert.

  • Was bedeutet es zum Beispiel, wenn von F1 oder F2 die Rede ist?
  • Welche Techniken gibt es, um neue Mutationen zu erzwingen?
  • Macht es Sinn, bestimmte Techniken aus anderen Bereichen in diesem anzuwenden? Diploidisierung zB.
  • Wie kann man abschätzen, wie eine neue Generation sein wird? Welche Merkmale sich übertragen werden und welche wahrscheinlich unterdrückt bleiben?
    usw.

Jede Menge Fragen, die wahrscheinlich auch noch weiter in die Tiefe gehen werden, wenn man sich erstmal damit genauer auseinandersetzt.

breeding #züchten #seeds

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Schön dass sich andere auch für dieses Thema interessieren dann fang ich mal an:

  • Die F-Varianten verhalten sich so:
    P-: Eltern (z.B Skunk #1♂ x White Widow♀)
    F1: Kinder
    F2: Kinder der Kinder
    etc.

  • Techniken um Mutationen zu erzwingen kommt mir nur folgende in den Sinn: Feminisierung(Zwitter und Weibchen Verkreuzen), Maksulinisierung(kollodiales Silber), Zwittern(Stress) und Bestrahlung(noch nie angewendet)

  • Selbst hab ich erkannt, dass ich nur durch Selektion, Stecklinge erzeugen, reveggen und jahrelangem Weiterverkreuzen zu meinem gewünschten Ziel und einem stabilen Strain kam.
    Zum Beispiel: wenn man einen Strain mit sich selbst verkreuzt, können die daraus entstehenden Samen ALLE Merkmale der Vorgängergenerationen haben.

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Hi. F1 sind aber nicht die Eltern, sondern die erste Filialgeneration. Ein Beispiel…du hast dir von einen Strain eine Female ausgesucht, die gewisse Eigenschaften hat die dir gefallen, nach dem gleichen Prinzip sucht man von einem anderen Strain einen Male.Nun kreuzt man und die daraus gewonnenen Samen ist die erste Filialgeneration = F1 . Diese F1 wieder angesetzt, werden dann wieder nach deinen am ehesten entsprechenden Idealbild selektiert und entweder untereinander (also F1 mit F1) vermehrt, das würde dann die 2 Filialgeneration =F2 geben ( Inzuchtlinie oder IBL) oder man kreuzt sie wieder mit den Eltern, das wäre dann eine Rückkreuzung. F3, F4 usw. werden nach den gleichen Kriterien wie F1/F2 selektiert. So ab F5/F6 kann es zu Degeneration kommen, dann könnte man wieder frisches Blut einkreuzen.

Wie du siehst, ne Menge Zeit und Arbeit die da drauf geht und kann Jahre dauern und auch in ner Sackgasse enden.

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Danke für die Info, habs korrigiert. Da geb ich dir recht.

S1, S2 usw fuck die scheiss 20 Zeichen… mach das weg!!!

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Nö!
Ist alles richtig so…

Beachte doch einfach den Punkt hinter Rückkreuzung. Da hört der Satz auf :grin:

Außerdem steht S1, S2 nicht für eine Rückkreuzung/Backcross sondern für Selfing :wink:

Beim Backcross oder Rückkreuzung wird eine Pflanze einer Filialgeneration mit einer Pflanze früheren Generation (in der Regel aus der Parentalgeneration) zurückgekreuzt, in meinen Beispiel oben die Eltern. Beim Selfing, wie es der Name schon sagt, die weibliche Pflanze mit sich selbst. Eine Technik, die meist nur bei einem Cut zum Einsatz kommt um Saatgut zu erhalten, das nahe dem Original ist, ohne Fremdgenetik einbringen zu müssen.

Ich muß ehrlich gestehen, manchmal schüttelst mich vor deinem geballten Fachwissen!

So, jetzt darfst du wieder rumbeißen… :grin:

edit Rechtschreibung

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Also habe mich jetzt mal etwas genauer mit dem Thema beschäftigt. Eine Sammengewinung sollte dennoch nix im Wege sehen, habe mir einige stabile Sorten besorgt :+1:

Achja gibt’s irgend eine Möglichkeit bei männlichen Pflanzen den Pollen wuchs mehr zu stemuliren?

Moin. Außer einer Selektion vorab nach dem augenscheinlich schönsten , stärksten, triebfreudigsten etc. wohl eher nicht. Bei genug Platz, Zeit und Muße…3-4-5 Kerle separieren und dann den fitalsten als Samenspender nutzen.

So viel Pollen braucht man aber auch gar nicht, um eine ausreichende Menge zwecks Vermehrung, Kreuzung an Samen zu erhalten…da täuscht man sich schnell :slight_smile:
Bin gerade mit ner Vermehrung durch und such/mach mal ein paar Bildchen…

Selektierter Herijuana IBL Mann
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Ungefähr 10%-15% der Pollen gesammelt, mehr ist echt nicht nötig!
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Mit nen Pinsel einen mittleren/unteren Seitentrieb vorsichtig bepinselt (echt penibel aufpassen), ich lass danach 2 Tage eine Brötchentüte drüber, damit wirklich nur der Trieb bestäubt wird. Nach ein paar Tagen sieht man schon, das die Pistills sich verfärben und auch die ersten Ansätze der Samen sind erkennbar
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weiter fortgeschritten…
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Die Samenreifung dauert in der Regel etwas länger, als die Reifung der weiblichen Blüte, sollte man bei der Planung berücksichtigen, obwohl auch locker eine Teilernte (fem Blüte) möglich ist. Ich achte auf eine gute Quote abgereifter Samen, bevor ich die Schere ansetze.
Samen puhlen( viele lassen erst was antrocknen, trocknen bevor sie puhlen. Ich mach es direkt, mehr oder weniger „nass“, da ich wirklich nur einen relativ kleinen Seitentrieb befruchte.
2 Pflanzen befruchtet ergaben ca. jeweils 120 Samen, was mir absolut reicht.
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und die zweite
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Und done…selbst vermehrte Herijuana IBL! Damit kann ich dann weiter spielen und kostet mich keinen Cent. :slight_smile:

Von dem gesammelten Pollen habe ich ca. nur die Hälfte gebraucht, der Rest wurde eingefroren

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Mehr mehr mehr… Ich bin begeistert

Vielen lieben dank @anon92285513

Eine Sache habe ich noch nicht so richtig verstanden. Bei allen Kreuzungen bzw Mutationen muss man auf jedenfall eine Männliche Pflanze daneben haben um die weibliche zu befruchten?

Ich finde dieses Thema verdammt interessant und es wundert mich, warum nicht so viele hier drauf eingehen. Vorallem dein und @anon92285513 Kommentare haben sich so krass faszinierend angehört. Bin voll begeistert.

@anon92285513 @S.T.A.L.K.E.R

So oder so, wenn ich damit anfangen würde, würde ein kleines topf wie 4l ausreichen, nicht wahr? Die pflanze muss ja nicht groß sein viele blüten haben, nicht wahr? Ich frage nur nach, weil ich soviele fragen habe und nicht weiß wo ich anfangen soll und um schon mal das Prinzip zu verstehen. Naja, einen kleinen Teil davon zu mindest.

Ich weiß, es gibt bestimmt sehr gute tutorials aber ich verstehe einfach besser durch foren. Aber falls jemand dennoch ein tutorials empfehlen möchte, bin ich dennoch selbstverständlich dankbar und schaue es an :))

Ich kenn da ein tolles Buch… kostet zwar 45€ aber jedes Wort wert… nennt sich: Enzyklopädie der cannabiszucht

Wird dir alle fragen beantworten

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Hi
nein, du brauchst im Prinzip nur den Pollen vom Kerl. Wobei ich aber empfehle den Kerl auch auswachsen zu lassen, nicht das zum Schluss hin ne weibliche Blüte auftaucht, also zwittert. Da das Zwittergen dominant vererbt wird, kannst du den Pollen dann in die Tonne kloppen.

Das Buch von dem Mike wurde hier diverse Male verlinkt, kann aber auch etwas überfordern…

Bei den Schweizer gibt es eine Rubrik, die da drauf eingeht Zucht und Vermehrung

Mit TOR is es extremst umständlich geworden hier was zu schreiben, macht quasi was es will

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Hier noch mal praktisch entwickelt:

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Hey @hare, da du hier nach Jahren nochmal was gepostet hast, antworte ich mal… interessantes Thema, hab auch vor mal zu Kreuzen oder sogar zu breeden!? :man_shrugging:
Vielleicht lebts hier ja nochmal auf… ich verfolge

Gruß Otti :victory_hand:

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Bei mir geht es auch dieses Jahr los mit dem breeden; hatte ja letztes Jahr schon was weitervermehrt.

Ich habe drei reguläre strains am laufen, eventuell kommt noch ein vierter hinzu. Ich möchte den Pollen der Männchen dann nicht nur zum Befruchten verschiedener strains verwenden, sondern auch trocknen und einfrieren für später. Außerdem werde ich versuchen, Stecklinge zu erzeugen, um z.B. die gleiche Thai mit zwei verschiedenen Pollen zu befruchten, ohne das dabei genetisch was durcheinanderkommt. Der Clou wäre, dann auch Stecklinge von feminisierten strains zu reversen, um davon (weiblichen) Pollen zu erhalten, der sowohl ebenfalls gelagert werden kann, als auch zur Samenproduktion genutzt werden kann.

Ich ziele ab auf einige Typen von Sativa strains, die in Deutschland outdoor gut zurechtkommen: ein extrem anregender, die Sinne schärfender und Lust auf Bewegung machender strain, einer der perfekt für soziale Anlässe ist, auf denen man Leute kennenlernen kann oder mit ihnen etwas cooles unternimmt (aber nicht so sportlich), und einer oder mehrere eher abgespacete, zum Träumen und Herumalbern. :wink:
Ach, und vielleicht noch einer, der sich zum Verwildern eignen könnte, weil er einfach so unkrautartig robust ist.

Ich gehe davon aus, dass ich erst in drei, vier Jahren einigermaßen was fertig habe! Bis dahin muss ich wohl mit den Zwischenergebnissen vorlieb nehmen. :grinning:

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Aber ist dafür eine Thai Sorte ein guter Anfang? Brauchen nicht gerade die äquatornahen Sorten extrem lange bis zur Reifung?

Kennt jemand „smart breeding“? Auf deutsch Präzisionszucht.
Meint ihr sowas ist privat schon möglich?

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Naja, das hört sich schon ziemlich nach Laborarbeit an…

So sonnig und trocken wie sich diese Saison gibt, hoffe ich, keimfähige Samen aus der Wild Thailand von World of Seeds zu erhalten. Die Sorte braucht bis Ende Oktober oder maximal erste Novemberhälfte. Das Marihuana ist zweitrangig; ich erwarte nicht zu viel. Wie erwähnt versuche ich dabei, auch Stecklinge einzusetzen, die dann handlicher sind als die Mutterpflanze und somit auch im geschützten Folientunnel ausreifen können, bis die Samen geerntet werden. Die Befruchtersorte wird Purple Satellite, die deutlich früher reift. Und falls das mit der chemischen Behandlung klappt, könnte ich auch noch eine Bestäubung eines weiteren Thai- Stecklings durch eine Durban Poison fem. (genauer gesagt durch deren Steckling) durchführen. Aber da die Durban selber meist erst Mitte Oktober fertig ist, ist das leider ein heikleres Projekt.
So hätte ich jedenfalls eine Kreuzung mit 50% Thai Genetik.
Ich könnte auch Chocolope mit TNR Kreuzen, die beide 50% Thai Genetik haben und besser von alleine outdoor zurechtkommen müssten, mache ich vielleicht auch. Aber ich vermute, dass die Nachkommenschaft dieser Hybriden dann zu viele Phänotypen aufweist, und ich räumlich nicht mehr klarkomme, um einen davon zu stabilisieren.

Es ist eine Herzensangelegenheit mit den Thais, aber ich habe ja auch noch verlässlichere Eisen im Feuer…

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Hier geht es um die Stärkung der Samen der nächsten Generation durch epigenetische Prägung - gezielte Reizung der Elternpflanzen.

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