Grow 2 – Ernte, Trocknung & Fazit (28.06. – 10.07.2026)
Servus zusammen,
nach knapp elf Wochen ist mein zweiter Grow nun erfolgreich abgeschlossen. Die letzten Tage vor der Ernte waren wetterbedingt nochmals ziemlich spannend, aber im Nachhinein kann ich sagen: Es hat sich definitiv gelohnt.
Die letzten Growtage
Growtag 76 / BW 8 / BT 56 (28.06. → 29.06.)
Die Temperaturen im Zelt erreichten mit bis zu 36,4 °C nochmals ihren Höhepunkt während des gesamten Grows. Durch das morgendliche Öffnen des Growraums konnte ich die Durchschnittstemperaturen zumindest auf 32,4 °C während der Tagphase und 29,6 °C während der Nachtphase senken.
Trotz der extremen Hitze hielten sich beide Pflanzen erstaunlich gut. Die Harzproduktion war weiterhin gut und Bud Rot war zu keinem Zeitpunkt ein Thema. Der VPD blieb trotz der hohen Temperaturen mit rund 1,4 kPa bei 60–64 % rF am Tag sowie 1,2 kPa bei 60–62 % rF in der Nacht erstaunlich stabil.
Lediglich die Super Boof zeigte erste Anzeichen von leichtem Foxtailing. Damit konnte ich jedoch gut leben – ich denke, es gibt schlimmeres.
Die Apricot befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Erntefenster, während die Super Boof nach meiner Einschätzung noch etwa ein bis zwei Tage länger benötigte.
Rückblickend war ich überrascht, wie gut beide Pflanzen die extreme Hitze weggesteckt haben. Ehrlich gesagt hatte ich deutlich stärkere Auswirkungen/Probleme erwartet. Da man doch so einiges liest. Aber wenn ich so lese bei welch Temperaturen manch andere schon Ihren Grown durchgeboxt haben, hab ich mir gedacht „scheißt da nix, dann fahlt da nix“
Suber Boof
Apricot
Growtag 77 (29.06. → 30.06.)
Die außen Temperaturen entspannten sich langsam. Die Lampe wurde zwischenzeitlich von Stufe 7 (ca. 200 Watt) auf Stufe 5 (ca. 140 Watt) reduziert, damit die Temperaturen im Zelt nicht noch weiter eskalieren.
Zum letzten Mal wurde ausschließlich mit pH-angepasstem Wasser gegossen:
-
Super Boof: 4,2 Liter
-
Apricot: 2,0 Liter
das Düngen wurde bei beiden Pflanzen ca. 1 Wochen vor Ernte am 23.06. eingestellt. Die Apricot war nun vollständig erntereif, die Super Boof stand unmittelbar davor.
Growtag 78 (30.06. → 01.07.)
Die letzte Trichomkontrolle bestätigte schließlich das, worauf ich die letzten Tage gewartet hatte,
Beide Damen befanden sich für mich im optimalen Erntefenster. Die Super Boof hatte überwiegend milchige Trichome mit vereinzelten bernsteinfarbenen Köpfen. Die Apricot zeigte bereits einen etwas höheren Bernsteinanteil, weshalb ich bei ihr eine etwas entspanntere und leicht Couch lastigere Wirkung erwarten werde. 
Obwohl die Temperaturen noch immer relativ hoch waren, lagen sie bereits deutlich unter den Spitzenwerten der vorherigen Tage (Tag 31,4 °C und Nacht 27,3 °C. Damit fiel am 01.07. die Entscheidung zur Ernte.
Die Ernte
Beide Pflanzen wurden zunächst als komplette Pflanzen aufgehängt, damit sie möglichst langsam und gleichmäßig trocknen konnten. Da die Blüten, insbesondere bei der Apricot, recht kompakt waren, habe ich die Äste mit etwas Draht leicht nach außen gezogen. So wurde die Pflanzenmitte geöffnet und die Luft konnte deutlich besser zwischen den Colas zirkulieren. Ich hatte dadurch einfach ein besseres Gefühl, was die Trocknung und die Schimmelvorsorge betrifft.
Die Trocknung
Mit der Ernte hatte ich ehrlich gesagt auch etwas Glück.
Genau zu diesem Zeitpunkt endete die Hitzewelle und die Außentemperaturen gingen deutlich zurück. Dadurch konnte ich das Klima im Trockenzelt wesentlich besser kontrollieren, als ich zunächst befürchtet hatte.
Während der Trocknungsphase pendelten sich die Werte ungefähr bei:
ein.
Klar, das sind nicht die perfekten Bedingungen, aber unter den Umständen war ich damit absolut zufrieden. Das Wichtigste für mich war, dass der Geruch während der gesamten Trocknungsphase nie wirklich gelitten hat. Ein leichter Heugeruch war zwar zwischendurch im Zelt wahrnehmbar, direkt an den Blüten rochen beide Sorten jedoch durchgehend angenehm und fruchtig.
Die Abluft lief überwiegend auf niedriger Stufe, dazu kamen drei schwenkende Umluftventilatoren. Getrocknet wurde komplett im Dunkeln bzw. im Zelt.
Während der Trocknung habe ich mich außerdem bewusst nicht ausschließlich auf den klassischen Astbruch-Test verlassen. Stattdessen habe ich regelmäßig einzelne Testbuds mit einem Hygrometer kontrolliert. Das hat mir deutlich mehr Sicherheit gegeben und gezeigt, wie viel Restfeuchtigkeit sich noch im Inneren der Blüten befand. Rückblickend würde ich diese Vorgehensweise jederzeit wieder so machen.
Curing
Das Curing startete etwas versetzt aufgeteilt, da teile der Super Boof und Apricot weitere waren, die Buds im unteren Pflanzenbereich haben etwas länger gebraucht als die Tops. Start des Curings am 07.07., die letzten Buds wanderten dann am 10.07. ins Glas.
Die Gläser werden mit Hygrometer überwacht, derzeit habe ich in einen Apricot Glas die VIVI Curing Bags drinnen liegen, jedoch habe ich beim kauf nicht nachgesehen, da sie die rF auf 58%b regulieren sollten (sollten, weil sich derzeit die rF auf 60% eingependelt hat)
Die restlichen Werte in den Gläsern liegen derzeit bei 62 % bis 64%
Erste Verkostung
Natürlich musste ein kleiner Testbud geopfert werden. 
Die Apricot hat mich dabei wirklich positiv überrascht:
-
sehr schneller Wirkungseintritt
-
zunächst klar und kopflastig
-
nach etwa 20–30 Minuten entwickelte sich eine angenehm ausgewogene Kopf- und Körperwirkung
-
zum Schluss deutlich augendrückend und sehr entspannend
Geschmack und Aroma waren bereits ohne Curing feinstens. Ich bin gespannt, wie sich beide Sorten in den nächsten Wochen noch entwickeln werden.
Die Super Boof pfeift ebenso ordentlich.
Die Wirkung empfinde ich bisher als etwas kopflastiger als bei der Apricot, taugt jedoch auch zum schlafen gehen.
Endergebnis
Apricot Auto
68,02 Gramm
Super Boof
131,95 Gramm
Nach dem finalen Curing werde ich noch etwas Kosmetik betreiben und die Buds optisch etwas aufhübschen. Ein paar kleinere Zuckerblätter dürfen dann noch weichen. Ich finde, nach dem Curing lässt sich das einfach sauberer und angenehmer erledigen.
Gesamt
Für mich unglaubliche 199,97 Gramm.
Mit diesem Ergebnis hätte ich ehrlich gesagt nicht einmal im Traum gerechnet.
Dass am Ende praktisch 200 Gramm auf der Waage liegen, hat mich komplett überrascht – sogar so sehr, dass ich die Super Boof gleich zweimal nachgewogen habe.
Das zweite Wiegen bestätigte das Ergebnis jedoch ebenfalls.
Die Apricot werde ich in den nächsten Tagen sicherheitshalber ebenfalls noch einmal nachwiegen. Nicht, weil ich der Waage nicht traue, sondern weil ich dieses Ergebnis selbst kaum glauben kann.
Und bevor jetzt jemand fragt: Natürlich werde ich mich als gesetzestreuer Bürger an die geltenden gesetzlichen Bestimmungen halten und sämtliche Mengen, die über das erlaubte Maß hinausgehen, ordnungsgemäß entsorgen. 

Mein persönliches Fazit
Rückblickend war dieser Grow sehr lehrreich.
Ich habe viel über Temperaturmanagement (auch wenn´s bei den Sommerlichen Temperaturen nicht kontrollierbar war außer VPD und rF natürlich, das hat geklappt
), die Trichomentwicklung sowie die richtige Trocknung gelernt. Der größte Lerneffekt für mich war jedoch die Erkenntnis, dass ein erfolgreicher Grow auch bei deutlich höheren Temperaturen möglich ist, als man oft liest – vorausgesetzt, man beobachtet seine Pflanzen genau und reagiert rechtzeitig.
Besonders bewährt hat sich für mich die Entscheidung, mich während der Trocknung nicht auf feste Tage oder den klassischen Astbruch-Test zu verlassen, sondern konsequent mit Hygrometern zu arbeiten. Das hat mir deutlich mehr Sicherheit gegeben und ich werde es auch bei zukünftigen Grows wieder genauso machen.
Ein riesiges Dankeschön geht an alle, die den Grow begleitet bzw. mitgelesen haben. Ein besonderer Dank geht an @Northlight76 für den einen oder anderen Tipp sowie bei @Genpool für den Hinweis, dass man die Pflanzen nicht übermuttern muss/soll. Rückblickend war das wahrscheinlich einer der wertvollsten Ratschläge während des gesamten Grows. Wenn ich an meinen ersten Grow zurückdenke, war ich doch deutlich unentspannter. Dieses Mal bin ich insgesamt wesentlich ruhiger geblieben – und ich glaube, genau das hat den Pflanzen und mir am Ende auch gutgetan.
Ich hoffe, mein Bericht kann dem einen oder anderen Anfänger etwas weiterhelfen – insbesondere denen, die ebenfalls im Sommer oder bei höheren Temperaturen growen und sich deshalb viele Gedanken machen.
Jetzt dürfen beide Sorten erst einmal in Ruhe curen. Ich freue mich schon darauf, in einigen Wochen den geschmacklichen und wirkungstechnischen Unterschied zwischen der Apricot und der Super Boof zu vergleichen und werde dazu natürlich noch ein Update nachreichen.
Vielen Dank fürs Mitlesen!
Beste Grüße