Liebe Mitgrowerinnen und Mitgrower,
gestern habe ich Plätzchen gebacken. Dazu habe ich die grüne Butter genommen. Ganz im Gegensatz zu meinen bisherigen Versuchen ist die grüne Butter diesmal im Kühlschrank ganz fest geworden, etwa so, wie brüchige Bakelite.
Wegen der ganz starken Wirkung des abgeleckten Löffels beim Kochen habe ich mich entschieden, die doppelte Menge an Kekse zu backen. Rezeptur und Prozedur gibt stehen hier Rezept: Butter-Kekse.
Ich habe jetzt keine passende Fertigmischung gefunden also habe ich Zimt, Kardamom, Nelken und Ingwer genommen (alles gemahlen und getrocknet). Dazu kam noch eine Tube Vanillie-Mischung (das war eine zähflüssige, bräunliche Masse). Alles anderes ist wie im Rezept beschrieben.
Trotz der doppelten Menge war ein halber Keks schon ganz ordentlich, was die Wirkung betrifft. Die Gewürze kamen kaum zur Geltung. Dieser Eindruck mag allerdings auch daran liegen, dass ich zurzeit ziemlich verschnupft bin und das mit Schmecken und Riechen nicht so gut funktioniert.
Wie auch in meinem vorherigen Bericht möchte ich zusammefassen, was ich diesmal gelernt habe.
1. Menge ist nicht alles
45,6 Gram sind im herkömmlichen Sinne wirklich nicht viel. Natürlich hätte ich mich über eine größere Zahl auf dem Display der Wage gefreut, aber dieses Grass war, gemessen an dem, was ich bisher gegrowt habe, extrem potent. Schon beim Ernte war es klar, dass diese Dame wesentlich mehr Harz geliefert hat, als die vorherigen und ich habe mit einer massiveren Wirkung gerechnet. Trotz doppelter Menge an Kekse haut schon ein halber Keks ordentlich rein. Das heißt auch, dass ich vorerst kein Grow starten muss. Ich bin jetzt gut versorgt.
2. Mehr Pot
Na ja, das ist etwas zu allgemein formuliert, denn das wollen hier (vermute ich mal) alle. Hier geht es jedoch darum, dass ich nächstes Mal einen wesentlich größeren Blumentopf einsetzen sollte. 10 Liter ist schön und gut und hilft zu verhindern, dass die Dame aus dem Zelt wächst, aber ich habe wirklich den Eindruck, dass 10 Liter zu wenig sind.
Größere Töpfe sind auch höher, aber das wäre kein Problem, denn dank LST hätte die Dame noch locker 30-40 cm höher wachsen können und hätte immer noch in den Zelt gepasst. Allerdings wäre die Ernte megenmäßig etwas besser ausgefallen (vermute ich mal).
3. Düngen ist gut
@Core hat mich darauf hingewiesen, dass die Dame am Anfang ihrer Blütephase Mangelerscheinungen aufwies, die später verschwanden und er hat sich gefragt, was passiert sei.
Die Antwort war (so, im Nachinein) ganz einfach: In der Veggie-Phase habe ich mit 1/3 der Schema gedüngt und in der Blütephase mit vollem Schema. Hier reden wir von zwei verschiedenen Düngern von zwei verschiedenen Herstellern.
Ob in der Veggie-Phase das volle Schema Sinn macht oder nicht, werde ich in meinem nächsten Grow herausfinden müssen. Dass 1/3 zu wenig ist, betrachte ich als bewiesen.
4. Risikomanagement
Das klingt vielleicht wie irgendein Management-Bullshit, das ich mir leider bei der Arbeit viel zu oft anhören muss (anstatt zu arbeiten), aber das ist es diesmal nicht.
Die Renovierungsarbeiten in der Nachbarwohnung haben mich zu einigen Änderungen gezwungen. Solange der Nachbar noch hier gewohnt hat (seit Jahren), kannte ich sein Bewegungsprofil und ich konnte mich danach richten (zu Beispiel ist er Ausländer und war immer wieder verreist). Das geht jetzt nicht mehr.
Das führte zur Entscheidung einer nächtlichen Ernte mit allerlei Sicherheitsvorkehrungen. Nachts sind alle zu Hause und schlafen. Das ist schon mal gut. Allerdings bin ich kein großer Fan von Ernten-Statt-Schlafen und das machte das Ganze eher schwierig.
Das Backen der Plätzchen kann man jederzeit machen. Das riecht nach alles mögliche.
5. Die Genetik
Mit diesen Seeds bin ich sehr zufrieden. Natürlich habe ich auch diesmal nicht die märchenhafte Ernte aus dem Prospekt einfahren können, aber das ist mir noch nie gelungen. Die Dame wuchs jedoch schnell und die Blüten wurden sehr potent.
Mir stehen keine Mittel zur Bestimmung des THC-Gehalts zur Verfügung (und so etwas im Internet zu bestellen halte ich, ehrlich gesagt, für keine so gute Idee), also muss ich die Potenz im Selbstversuch herausfinden. Das muss sich so gesalten, dass ich nach dem Versuch nicht 15 Stunden am Stück schlafen muss.
Diesmal wird vor jedem Versuch gewogen.
6. Druck
Wie Ihr in meinen vorherigen Beitrag sehen konntet, habe ich diesmal Hilfsmittel zum Auspressen der heißen Wasser-Fett-Mischung aus dem Grünzeug geholt. Eine Kartoffelpresse ist in einer Küche alles anderes als auffällig.
Sie ist jedoch extrem wirkungsvoll: Ich war erstaunt, wie viel Fett sich noch im Grünzeug versteckt war.
Als Nächstes kommt der Selbstversuch mit dem Grünzeug, 10 gram (10 sind zu viel und könnten wieder zu einer Art Filmriss führen) 1 gram für den Anfang. Ist es immer noch potent, wird es verkapselt. Wenn nicht, dann werde ich mir etwas ausdenken.
Darüber werde ich selbstverständlich bald berichten.