Nicht nur in Bayern, schau mal hier - das war zwar noch vor der Teil-Legalisierung, wo die Hürden noch etwas höher waren.
Allerdings hat sich bei den niedergelassenen Ärzten die letzten Monate auch nicht so viel getan bzw. geändert, obwohl die Hürden zur Verschreibung gesenkt wurden. Viele haben immer noch Angst vor Regress-Forderungen.
Das ist auch ein Aspekt, den ich im Hinterkopf hatte, als ich meine Meinung hier gepostet hatte - weil ich es traurig fände, wenn diese Thematik um „Rezept erschleichen… das ist strafbar…“ jetzt übertrieben hochgekocht wird, so dass sich am Ende viele nicht mehr trauen, die Telemedizin Portale zu nutzen, selbst wenn sie tatsächlich Beschwerden haben, die mit Cannabis behandelt werden könnten.
Diese Diskussion wirkt sicherlich auf einige einschüchternd, keiner möchte am Ende noch Stress wegen Cannabis Rezepten bekommen.
Und diese Unsicherheit, ob das denn tatsächlich alles rechtens ist, mit nur wenigen Klicks so ein Rezept zu bekommen, ist durchaus existent. Selbst Journalisten, die solche „Selbstexperimente“ medienwirksam durchgeführt haben, hatten idR entsprechende Bedenken geäußert (einige sich vorab sogar extra noch beim Anwalt informiert und grünes Licht geben lassen).
Übrigens hat u.a. auch Frau Wegge (SPD) auf einer der Konferenzen (bin mir nicht mehr sicher, ob es die CaNoKo war oder eine andere) vor Publikum gesagt, dass sie selbst es schon mehreren Bekannten und Freunden empfohlen hätte, sich online ein Rezept zu holen, bevor sie irgendeinen Mist am Schwarzmarkt kaufen, wo keiner weiß, was da drin ist und die sich am Ende noch damit vergiften. Auch das kann ich durchaus nachvollziehen, selbst wenn das moralisch streitbar ist.