so einfach ist es nicht. Ein Arzt darf ein rezeptpflichtiges Medikament nicht ohne Diagnaose / Indikation verschreiben. Der Patient darf sich ein Rezept für ein verschreibungspflichtiges Medikament auch nicht erschleichen. Das hat mit BTM erstmal nichts zu tun.
Sicherlich kann jeder in Abstimmung mit seinem Arzt das Medikament auswählen, aber der Arzt muss es am Ende auf Basis einer medizinischen Indikation verschreiben.
Um die ging es mir nicht. Da würde ich nie etwas gegen sagen. Es ging davor ja um den Missbrauch von Cannabis als Medikament. Ich sehe es auch kritisch, wenn man sich durch einen Fragebogen klicken kann, der darauf ausgerichtet ist, die im Nachhinein ein Cannabis-Rezept zu verschreiben. Dadurch werden auch zugleich andere Methoden zur Behandlung von „Wehwehchen“ oder Schlafproblemen zurückgestellt. Außerdem maße mir auch nicht an die Meinung eines (bayrischen) Arztes anzuzweifeln. Vielleicht hat der ein oder andere Arzt (in Bayern vlt auch eher mehr als weniger, I dont know) auch Scheuklappen auf, was diese Behandlungsmethode Cannabis angeht, aber fachkundiger als wir oder zumindest als ich und wahrscheinlich auch die aller meisten anderen hier, wird er wohl sein.
Und auch wenn die Zahl der korrekt bzw. inkorrekt verschriebenen Rezepte definitiv unklar ist und viele potenzielle Patienten sich (zurecht) seit der Legalisierung trauen diese Behandlungsmethode in Anspruch zu nehmen, so ist uns doch allen klar, dass da mehr als nur ein schwarzes Schaf bei ist. Es wäre viel wichtiger den medizinischen Nutzen klarer in den Vordergrund zu bringen und Bundesland unabhängig Ärzte an ihren hippokratischen Eid zu erinnern, der nicht von Landesminister unabhängig ist. Auch das ist nicht einfach und nicht das realistischste auf der Welt…
Aber ich würde immer den Ansatz fahren, ebenfalls davon auszugehen, dass die Telemedizin - zumindest teilweise -ausgenutzt wird um ungerechtfertigt an Cannabis zu gelangen… Allerdings mit dem Hinweis: Warum passiert das? Natürlich, weil die Legalisierung noch nicht weit genug vorangeschritten ist, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Denn wäre Cannabis frei erhältlich, gäbe es keinen Anlass die Telemedizin auszunutzen.
Schon klar mit Indikation, da reicht aber schon, Ruckenschmerzen, migräne usw… Also nix anderes wie bei zb Ibuprofen. Wenn ibu nicht mehr verschreibungspflichtig ist nimm halt stattdessen Metaminzol
Welcher Arzt das tut, dass steht auf nem anderen Blatt, hoffe jedoch das es den Ärzten irgendwann zum Problem wird wenn sie weiterhin stur bleiben.
Man sollte es die Ärzte definitiv wissen lassen das man mit der Entscheidung unzufrieden ist und sich gegebenenfalls das Rezept dann woanders holt mMn.
Den Ärzten muss schon bewusst werden das viele Leute Cannabis gegenüber der Schulmedizin bevorzugen, sonst wird sich da nie was daran ändern mMn
Nicht nur in Bayern, schau mal hier - das war zwar noch vor der Teil-Legalisierung, wo die Hürden noch etwas höher waren.
Allerdings hat sich bei den niedergelassenen Ärzten die letzten Monate auch nicht so viel getan bzw. geändert, obwohl die Hürden zur Verschreibung gesenkt wurden. Viele haben immer noch Angst vor Regress-Forderungen.
Das ist auch ein Aspekt, den ich im Hinterkopf hatte, als ich meine Meinung hier gepostet hatte - weil ich es traurig fände, wenn diese Thematik um „Rezept erschleichen… das ist strafbar…“ jetzt übertrieben hochgekocht wird, so dass sich am Ende viele nicht mehr trauen, die Telemedizin Portale zu nutzen, selbst wenn sie tatsächlich Beschwerden haben, die mit Cannabis behandelt werden könnten.
Diese Diskussion wirkt sicherlich auf einige einschüchternd, keiner möchte am Ende noch Stress wegen Cannabis Rezepten bekommen.
Und diese Unsicherheit, ob das denn tatsächlich alles rechtens ist, mit nur wenigen Klicks so ein Rezept zu bekommen, ist durchaus existent. Selbst Journalisten, die solche „Selbstexperimente“ medienwirksam durchgeführt haben, hatten idR entsprechende Bedenken geäußert (einige sich vorab sogar extra noch beim Anwalt informiert und grünes Licht geben lassen).
Übrigens hat u.a. auch Frau Wegge (SPD) auf einer der Konferenzen (bin mir nicht mehr sicher, ob es die CaNoKo war oder eine andere) vor Publikum gesagt, dass sie selbst es schon mehreren Bekannten und Freunden empfohlen hätte, sich online ein Rezept zu holen, bevor sie irgendeinen Mist am Schwarzmarkt kaufen, wo keiner weiß, was da drin ist und die sich am Ende noch damit vergiften. Auch das kann ich durchaus nachvollziehen, selbst wenn das moralisch streitbar ist.
Und dann? Für den Normalbürger ergibt sich aus dem Artikel nur die Erkenntnis Cannabis=Kriminalität. Wer da nun woher kommt ist für Außenstehende eher irrelevant.
Im Entwurf des SPD Regierungsprogramms sucht man das Wort „Cannabis“ oder „Droge“ schon mal vergeblich. Kein Wunder, strebt man doch die Juniorposition unter Merz an.
Ja, weil das der alte Entwurf ist.
Die haben doch gerade erst heute den Parteitag gehabt und Frau Wegge wollte wohl bekanntgeben, dass vor einer Stunde diese Änderung eingetragen wurde.
Oh jeh dann muss man fast SPD wählen. Mit den Grünen wird die CDU nur koalieren wenn es mit der SPD auf keinen Fall geht. Und selbst dann eher mit der AfD statt mit Grün vermutlich…
Meine 2ct: Das steht erst zur darauffolgenden Wahl zur Debatte wenn man sich bis dahin nicht endlich mal entschließt diese Nazi-Partei zu verbieten. Noch kann die CDU sich nicht erlauben mit denen zu koalieren.