🥦 LEGALISIERUNG 2024 - Fakten & Diskussion 🥦 (Teil 9)

Die CDU/CSU spricht auch ständig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bzw. von der Gehirnentwicklung, die erst mit 25 Jahren abgeschlossen sei.

Dass Cannabis für U18-Jährige gar nicht teil-legalisiert wurde, scheint dabei auch keine Rolle zu spielen. Das ist auch sehr kurios, dass ich noch nie in irgendeiner Berichterstattung des ÖR diesen Einwand vernommen habe. Dass die Abgabe an Minderjährige sogar härter bestraft werden soll, wird auch regelmäßig nicht erwähnt.

Das war ja der Brüller im Bundestag!
Weil es so schön war, hier nochmal:

:smile:

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Nina Warken, CDU, Juristin. Liegt da schon ein Dossier oder ein operativer Vorgang vor ?

Da hatt mich mein gesunder Menschen verstand nicht getäuscht was die bier Connection betrifft. Sau(f) haufen… :v:t3:

Es geht eigentlich niemanden etwas an aber es weiß sowieso kein Schwein wer ich bin von daher :sweat_smile: wenn die letzten 5 vorfahren Väterlicherseits ihre ehen an die wand gefahren haben, ihre kinder verloren und am suff verreckt sind und diese „blut Linie“ endet weil nr. 6 lieber zum lasch hasch greift und dafür sorgt das dieses dilemma endet öffnet das vielen die augen. In meiner Familie :family: sind die leute froh über jede lunte die ich mir statt nem bier rein ziehe… Und das schlimme ist das alle Männer der meinung waren es gehört sich so, ein man trinkt nach getaner arbeit sein bier er hatt ein recht darauf, deutches gute bier kultur und dreimal dürft ihr raten woher die verkommene sippe Väterlicherseits her kommt?! Ich kiffe seit 23 Jahren und bis ich 40 werde dauert es noch etwas und trotzdem kann ich morgen aufhören zu kiffen und bin körperlich trotzdem in der lage am nächsten tag weiter Bäume aus zu reißen, wenn einer 23 jahre säuft wie ich kiffe ist er körperlich ordentlich im asch und wenn so einer vin jetzt auf gleich auf hört muss man ihm im Krankenhaus die ersten 48.std Überwachen in einem extra Zimmer in das nur die schlimmsten Fälle gepackt werde, man muss die tasse Kamillentee in nem 2,5 liter Messbecher reichen weil er trotz distras (saufmedikament) so am zittern ist das trotzdem beide Hände braucht um die Tasse tee nicht aus dem 2,5l becher zu verschütten. Mit diesem Wissen platze ich manchmal fast vor Wut wenn ich höre was so ein „pilsinger“ von sich gibt! :face_with_symbols_over_mouth: Wenn eine erfahrene Krankenschwester bei Alkohol und heroin entzug sagt das man gar nicht weis wehr einem mehr leid tun soll will das was heißen :v:t3:

  • Und sone Sprüche wie „Früher haben wir uns beim Feuerwehr fest zu gesoffen und gut wars, jetzt kommt der Nachwuchs an Drogen ran…“ sind gift für junge Ohren. Genau das war ja das Problem! Wenn du dir mit 14/15 die kante gibst, es dir am nächsten Morgen scheiße geht und dein alter der sich mit voll gesoffen hatt dir beim Frühstück nen kurzen hinstellt während er schon wieder am nächsten bier hängt und sagt „hier trink den sonst hängst du den ganzen tag so rum, aber danach ist erst mal wieder schluss du bist erst 15“ hatt das null komma nix mit Jugendschutz zu tun. Es zeigt einfach wie salopp selbst die Erziehungsberechtigten damit umgehen. Zugegeben für „uns“ stätder klingt das wie etwas das nur in den wenigsten Familien so gehandhabt wird aber ich versichere euch aus eigener Erfahrung das auf dem Land in den vielen kleinen eingeschworenen Gemeinden es genau so gehandhabt wird, regelmäßig. Ihr glaubt garnicht wieviele bräuche man auf dem land pflegt bei denen es im Endeffekt nur ums saufen und das feiern des Mannes geht und von denen man in der stadt noch nie was gehört hatt.

  • Vor einer weile war ein ort im Norden Thema in den medien weil es dort einen Feiertag gibt bei dem als eine art krampus verkleidete durch den ort ziehen und das recht haben jede frau die sich auf der Straße befindet zu schnappen und ihr den hintern zu versolen. Man konnte spüren wie unangenehm es den Frauen war von dem report befragt zu werden, immer wieder wurden sie von den Männern ermahnent, drohend zu Seite gezogen. Diese art „brauch“ gibt es bis heute auch in kleinen Gemeinden im bayrisch/Böhmischen Land und es geht direkt hinter der Grenze weiter in weiten teilen der tschechei dort nehmen siw dünne ruten… Zu gesoffen Frauen den hintern versolen… Sollte es nach der evaluierung des CanG zu negativen Einschränkungen, Minderung, oder sonstigem kommen dann nutz man diese vorderungen hoffentlich um im Gegenzug auf selbige Maßnahmen bezüglich Alkohol zu bestehen! :v:t3:

  • Man sollte alles an Alkohol oder für den Anfang zumindest alles auser bier und wein aus Supermärkten, kiosks und co verbannen auch die bunten energy/hardalk mix Getränke und alles was dazu gehört und nur noch in Getränke, Spirituosen oder tabak Fachgeschäften verkaufen dürfen. Wenn junge menschen etwas trinken möchten müssen sie so entweder vorsorgen oder die Gastronomie aufsuchen, spontane besaufnisse aus langeweile weil der rewe eh ums eck ist bis 22/00 uhr auf hatt und pulle fusel voska nur 4€ kostet würden in ihrer Zahl wohl drastisch sinken. Die Gastronomie hatt was davon und mit 4€ säuft sich da heutzutage niemand ins koma… :v:t3:

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Wo ich dir wiedersprechen muss, ist mit dem „scheiße gehen“ nachm Saufen. Das finde ich ja das größte problem als Jugendlicher.
Die meisten und da zähle ich mich auch mal zu, hatten als Jugendliche ja nicht annähernd sowas wie einen richtigen Kater.

Ich gehe auch gerade auf die 40 zu, da gehören wir ja quasi zur gleichen Generation. Generation Komasaufen.
Ich war sowas von 0,0 aufgeklärt, was Alkohol angeht, dass es für diese Zeit eigentlich erschrenkend war. Dafür gabs in der Schule ständig irgendwelche Seminare zum Thema Drogen, die von Ahnungslosen Drogenberatungsstellen durchgeführt wurden, wo alles verteufelt wurde.

In der Biostunde darauf, haben wir dann gelernt, wie man in einer Badewanne Bier braut!!! Das hat früher niemand hinterfragt. Wir haben sogar Noten fürs Bierbrauen bekommen!!!

In meinem Freundeskreis war es völlig normal von Donnerstag bis Sonntag durchzusaufen. Aber auch immer bis zum geht nicht mehr. Frei nach dem Motto: „wer sich erinnern kann, war nicht dabei“.

Das finde ich rückblickend super erschreckend. Heute kehrt es sich ja fast ins Gegenteil um und das ist auch gut so. Von den jugendlichen trinken und rauchen nur noch wenige (zweiteres wohl aber auch nur, weil es zu teuer ist).

Ein gesunder Lifestyle ist weitesgehend anerkannt. Und heute wird schon der Krankenwagen gerufen, wenn einer mal ein kötzerchen macht.

Aber sonst muss ich dir komplett zustimmen. Wir brauchen ein striktes Werbeverbot und viel, viel bessere Aufklärung.

Für mich persönlich war die Sportuhr ein Gamechanger. Seitdem ich meinen Schlaf tracke, habe ich komplett damit aufgehört, Alkohol in geringen Mengen aus Genuss zu trinken. Diese 1-3 Bier, oder der eine Cocktail zerstören nämlich schon den Schlaf. Seit einigen Jahren trinke ich nur noch selten, dafür will ich dann aber auch gefälligst meinen Rausch :wink:

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Also wenn dunals junger Mensch nie nen kater hattest dann hast du wohl trotz mangelmder Aufklärung gott sei dank nicht „genug“ gesoffen (was in dem Fall super wäre weil es für ein gesundes Konsumverhalten deinerseits spricht) oder weil du eben jung warst und das Glück hast zu den Menschen zu gehören die es besser vertragen deshalb keinen gehabt. Bei mir zum Beispiel gab es irgendwie immer nur ganz oder garnicht und ich hatte mit 14 den ersten richtigen Kater (leider) Ich habe aber aufgrund der vorbelastung in der Familie eben nur sehr selten getrunken außerdem war alk absolut nie mein Fall was kontraproduktiv war so das wenn ich getrunken habe das ganze mit hartem alk abgekürzt habe :sweat_smile: absolut kein gesundes Verhalten für jemanden der eigentlich nicht trinkt , aber wenn dann wie gesagt immer total schaden und es ist immer was passiert das mir entweder total unangenehm war oder mir anderweitig geschadet hatt :confused: viele sind aber nicht so „stark“ wie ich und können sich nur mit ihrem gras begnügen und dwn selben guten Abend haben mit dwn Freunden die halt lieber was gesoffen haben. :v:t3: Mein Familie ist groß, die meiner frau noch größer und ich habe guten Bezug zur Jugend und bei uns ist es lediglich so das dass Rauchen von Zigaretten bei teens stark abgenommen hatt aber insgesamt hatt es deutlich zu genommen aufgrund der vapepens, e Zigaretten , e shishas und was es sonst noch gibt. In hessen ist es so das Krankenhäuser und Schulen bereits anfangen langsam aber sicher alarm zuschlagen weil immer mehr kids sich sogenanntes „cbd“ liquid reinziehen weil sie einfach zu blöde sind zu kapieren das ein liquid das berauscht, einen auf Dauer so weg ballert das man sich nicht mehr richtig artikulieren kann, seine Impuls kontrolle verliert usw. kein cbd sein kann, damit nix am Hut hatt und dementsprechend nicht harmlos ist und all das gute mit sich bringt was echtes cbd tun würde… Auch ein Grund weshalb legalisierung richtig war und jetzt alles auf Aufklärung gesetzt werden müsste unter diesen Umständen :v:t3:

Das Gespräch geht hier am Thema des Threads vorbei. Aber was die Behauptung zum „Kötzerchen“ von @Malfurion angeht: heutzutage gibt es den begriff „Taktischer Zwischenkotzer“. Im Endeffekt bedeutet das: Man trinkt (also vergiftet sich selbst) soviel, dass man gerade so noch nicht kotzen muss (was ein Notfall-Mechanismus des Körpers ist), steckt sich aber n Finger in Hals, damit man danach noch weiter trinken (also sich noch stärker vergiften) kann.
Thats the Inbegriff von falsches, ungesundes und eig. krankes Konsumverhalten.

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Hat auch gegen die Teil-Legalisierung gestimmt - das ist aber sowieso klar, wenn man bei der CDU ist.

Abgesehen davon ist sie - anders als Herr Sorge - bislang nicht als aktive Hardcore Befürworterin der Prohibition und Gegnerin der Teil-Legalisierung in Erscheinung getreten.

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Zur Info: Das normale Zigaretten-Rauchen hat seit 2020 unter jüngeren Leuten wieder zugenommen.
In diesem Artikel werden ein paar Gründe genannt:

Ich persönlich gehe davon aus, dass hier auch die Migration noch eine Rolle spielt. In vielen Herkunftsländern/Kulturkreisen ist Rauchen ganz „normal“ (so wie es vor einigen Jahrzehnten in Deutschland auch noch war) und es fehlt dort auch an gesundheitlicher Aufklärung darüber.

Habt ihr bemerkt, dass die CDU und selbst CSU seit den Verhandlungen das Wort Cannabis öffentlich nicht mehr wirklich in den Mund genommen haben.
Spricht Bände. Das Ding schweigen die nun tot weil sie da nicht bekommen haben was sie wollten.

Die bayerische Gesundheitsministerin Frau Gerlach von der CSU hat doch erst neulich wieder ausdrücklich gesagt, dass sie und ihre Partei die Cannabis Teil-Legalisierung für falsch halten usw. - anlässlich der jetzt genehmigten paar CSCs in Bayern.

Das Thema ist garantiert nicht vom Tisch bei der Union.
Die wissen nur, dass sie bis zum Herbst sowieso nicht viel machen können.
Es wird bis dahin sicherlich im ÖRR wieder die ein oder andere negative Reportage zum Thema Cannabis geben, in denen auch Unionspolitiker zu Wort kommen.

Ich weiß es natürlich nicht und es ist nur pure Spekulation, aber ich glabe shcon, dass es faktisch vom Tisch ist. Klar, die Direktive lautet: Auf Nachfrage halten wir es alle für doof und bei Genehmigungen betonen wir dfas proaktiv, aber da wird nichts mehr nachgegangeb. Die Stimmen sind ja schon ausgezählt und die Verhanldungen geführt.

Die können ja zum Glück rechnen bei den christlichen :joy:. Bisschen Stimmung machen um die letzten alt Wähler nicht zu vergraulen, mehr wird nicht kommen, alleine die zu erwartenden Steuerverluste und die Schadensersatz Zahlung, wenn sie nen Rückzieher vom CannG machen… Wenn sie das jetzt durchziehen haben sie den letzten Wähler verloren :man_shrugging:t2:

Das glaube ich nicht.

Die werden schon ihre Quellen gut füttern, damit jeder noch so kleine Cannabis-Skandal in der Presse landet.

Ebenso darf man nicht vergessen, was im Hintergrund betrieben wird. Trinkwasser Monitoring, gesteigerte Verkehrskontrollen etc.
Und in Bayern der ganze Mist mit dem „Cannabisfolgenbegrenzungsgesetz“ - das nach wie vor dort gilt und teils gegen das Bundesgesetz verstößt.

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Ich mache mir da dennoch keine Sorgen mehr. Das ist nur Säbelrasseln.

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Das Argument wird gerne gebracht.
Sehe ich derzeit nicht so.
Auf Eigenanbau und CSCs gibt es keine Steuern.
Fachgeschäfte gibt es derzeit nicht.
Medizinalcannabis mag ein boomender Geschäftszweig sein, aber da stellt sich auch die Frage, ob das nicht gleichzeitig in anderen Medikamentsparten für eine Rückgang sorgt und somit einen ausgleichenden Effekt hat.

Und ganz ehrlich:
Bei dem genehmigten „Sondervermögen“ wären irgendwelche Schadensersatzzahlungen doch ein Klacks - und gewiss kein Hindernis.

Solange die Schwarz/Rot Regierung kommt und hält, sehe ich das ähnlich. :slight_smile:

Naja ich würde sagen was thema angeht habe ich nu sehr weit ausgeholt :grin: der Bezug sollte klar sein denn vor dem cang gabs keine Alternative für diejenigen die dann halt zum bier greifen obwohl sie lieber rauchen würden der rest ist geschichte (saufkultur) . Möchte
auch niemandes Feierabend bier schlecht reden (solange er ein gesundes Verhältnis zu ihm pflegt was auch zum cannabis haben sollte :sweat_smile:) :v:t3:

Leider hinter einer Bezahlschranke - aber die ersten Zeilen klingen dufte! :grin:

Alda, geh isch Cannabiskongress.

www.tagesspiegel.de

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Es ist Cannabis-Kongress und es riecht tatsächlich nach Gras in den Hallen des Estrel-Hotels. Ein blödes Klischee. Ist aber so.

Die meisten Besucher:innen scheinen prächtig drauf, in Europa warten „big market oportunities“ auf sie, wie auf Bühnen und an Ständen immer wieder zu hören ist. Bis 2028 könnte sich der Umsatz mit Cannabis-Produkten allein in Deutschland verzweieinhalbfachen. Rund 4000 Leute werden Dienstag und Mittwoch in Neukölln erwartet, Preis pro Tickets: circa 600 US-Dollar. Nur Apotheker:innen kommen umsonst rein.

Die ICBC, kurz für „International Cannabis Business Conference“, ist dieses Jahr deutlich größer als in den Vorjahren. Die Teillegalisierung liegt ein Jahr zurück. Cannabis fällt nicht mehr unters Betäubungsmittelgesetz, jeder Erwachsene darf mit bis zu 25 Gramm Gras herumlaufen, an medizinisches Cannabis kommt man an der richtigen Internetadresse irrsinnig leicht.

Hier entlang, wer kiffen will: ein Wegweiser zur Kiffer-Lounge.

Um 8:45 Uhr betritt der Mann, der die Messe gegründet hat – ein Amerikaner namens Alex Rogers – die Bühne, ruft: „Habt ihr Bock auf Cannabis-Geschäfte?“, den noch müden Zuhörer:innen auf Englisch entgegen. Manche antworten mit kurzen „wooh“-Schreien.

Verletzte zurück in den Krieg?

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Gestern hatte ausgerechnet die konservative CDU in diesen Sälen ihren kleinen Parteitag abgehalten. Die Cannabis-Welt guckte da genau hin. Weil der Wohl-Bald-Kanzler Friedrich-Merz statt des eher Cannabis-skeptischen Tino Sorge die weitgehend unbekannte Nina Warken zur designierten Gesundheitsministerin ernannte, war die Erleichterung unter den Hanffunktionären bis heute zu spüren.

Messe spielt mit dem Kiffer-Image

Die ICBC ist eine Business-only-Messe, B2B im Fachjargon genannt, richtet sich also nicht an den Endverbraucher wie etwa die „Mary Jane“, wo sich Kiffer:innen eine neue Bong besorgen können. Hier verhandeln Geschäftsleute miteinander ihre Deals.

Ein Kanadier stellt sich als Deutschland-Fan vor. Er werde groß ins europäische Geschäft einsteigen, kündigt er an. Und nach Deutschland ziehen. Noch lebe er in Toronto. Dort ist auch der Freizeitkonsum von Cannabis erlaubt. Der ursprünglich aus Schweden stammende Mann möchte Kontakte auf der Messe knüpfen, das dürfte das Ziel der meisten Besucher:innen sein.

Leider nur eine Attrappe: Hanfpflanzen auf der ICBC.

Der Dress-Code ist amerikanisch: Hemden und Anzüge, aber zu Turnschuhen getragen. Nur vereinzelt schlendern Typen mit Kiffer-Montur über die Flure – Basketballshorts, weite Shirts –, kaum einer trägt Dreadlocks. Zugleich spielt die Messe mit ihrem Image. Eine „Consumption Lounge“ ist da etwa, wo man kiffen darf. In der „Arcade Zone“ stehen Spielekonsolen, sogar eine alte Nintendo 64. Am Abend gibt DJ Muggs ein Konzert, er ist Teil der legendären Hip-Hop-Gruppe Cypress Hill. Lockere Kiffermukke.

Kiffermukke am Abend

Einerseits ist die gelöste Stimmung im Estrel nachvollziehbar: mit Cannabis kann man Geld verdienen. Andererseits: Mit der CSU, die bald Teil der Regierung ist, wird es auf absehbare Zeit wohl keine volle Legalisierung geben. Warum also pilgern Tausende Vertreter:innen der Industrie nach Berlin?

Die Antwort, die viele auf diese Frage geben, lautet so oder so ähnlich fast immer: Weil es günstig liegt, mittig in Europa, neben Staaten, die ihr Land für den medizinischen Markt öffnen oder noch weiter gehen wollen. Und Deutschland sei verdammt groß.

Patrick Grenier steht stolz vor seiner Maschine, die automatisch Joints rollt.

Patrick Grenier ist Vertreter der kanadischen Firma Preroll-Er. Diese entwickelt Maschinen, die Joints rollen können. „Besser als jeder, der es mit der Hand tut“, sagt Grenier. Ein Wunder der Technik hat da mitgebracht. Zuerst schüttet Grenier grüne Blättchen in wabenartige Ausstülpungen einer Metallspule, steckt sie in eine Zentrifuge, die das Gestreu in Jointpapieren verdichtet. Echte Cannabisblüten darf Grenier nicht benutzen, das wäre illegal. Er greift auf Majoran zurück. Das Gewürz sieht fast aus wie Gras.

600

Joints pro Minute kann die Maschine von Preroll-Er drehen.

Die eigentliche Maschine setzt er jetzt in Aktion. Es sei nur die kleinste, ihre „Baby-Version“, sagt Grenier. Immerhin 600 Joints pro Minute schafft das Gerät. Es arbeitet und dreht, dann ploppen die ersten Joints aus einer Luke. Huch, warum sind die denn so kurz? Grenier schmunzelt.

Das sei ein Relikt aus der Coronazeit. Seitdem werden Joints kaum noch „gepassed“, sprich geteilt. „Gut für uns, wir verkaufen dann mehr.“ Ein Kollege stört das Gespräch: „Da drüben steht ein echter Kunde“. Der Reporter nimmt’s gelassen.

In Nordamerika raucht man seit der Pandemie oft kurze Joints. Man nennt sie „Dogwalkers“, sie eignen sich perfekt zum Gassigehen.

Auch marrokanische Regierung vor Ort

Neben vielen US-amerikanischen und kanadischen Firmen stellen auch einige asiatische, afrikanische und südamerikanische Unternehmen auf der ICBC aus. Laut dem Veranstalter sollen die Besucher:innen aus 80 Ländern kommen.

An dem Stand einer chinesischen Firma aus Shenzhen, der Metropole vor den Toren Hongkongs, stehen drei Männer in feinen Anzügen und versuchen, ihre Tütchen loszubekommen. Die kann man etwa mit Cannabisblüten befüllen und dann über die Ladentheke verkaufen. Aber vielmehr interessieren sich die Männer für deutsches Bier. Ganz toll schmecke das. Als der Chef der drei mitbekommt, dass sie vor einem deutschen Journalisten stehen, will er ein Foto schießen. Der Journalist lehnt freundlich ab.

An einem anderen Stand, der heraussticht, steht eine Gruppe marokkanischer Gesandte der Nationalen Agentur für die Regulierung von Cannabisaktivitäten (ANRAC). Was die hier wohl machen? „Kennen Sie Beldia Hash?“, antwortet einer von ihnen als Gegenfrage. Nun, sie wollen ihr Haschisch und andere Cannabisprodukte in die EU liefern. In Marokko ist der Anbau von Cannabis seit 2021 teilweise erlaubt. Das Land verspricht sich einen wirtschaftlichen Aufschwung davon.

Jetzt wollen alle nach Europa.

Finn Hänsel, Chef der Berliner Unternehmens Sanity Group

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Ja werden denn jetzt alle irre ?

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