Der ultimative Anfänger-Guide! (Beta)

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Wir wünschen Dir viel Spaß und einen großartigen Informationsaustausch!

Wichtiger Hinweis

Wir fordern alle Leser dazu auf bestehende Gesetze einzuhalten. Wir weisen alle Leser darauf hin, dass wir auf keinen Fall Gesetzesverstöße jeglicher Form befürworten oder unterstützen.

Der Anbau von Cannabis fällt in Deutschland (sowie auch in fast allen anderen europäischen Ländern) unter das Betäubungsmittelgesetz und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu mehreren Jahren geahndet werden.

Planung

Wer Cannabis anbauen will, muss vor allem auf eins achten: DISKRETION!

Don’t tell, don’t smell, don’t sell!!! (auf deutsch: niemals weitererzählen, kein Geruch, kein Verkauf). Wer Cannabis in den eigenen vier Wänden anbauen will, sollte sein Ego hinten anstellen und absolut niemandem etwas erzählen. Selbst den besten Freunden nicht.

Deshalb sind die wichtigsten Vorüberlegungen:

  • Ist das Vorhaben wirklich gut geplant?
  • Hat man einen sicheren Platz?
  • Könnte jemand etwas riechen oder sehen?
  • Gibt es potenziell gefährliche Mitwisser? (Nachbarn, Verwandte, Ex-Freund*innen)

Diese Punkte sollten unbedingt gut durchdacht werden. Und das BEVOR man anfängt zu growen. Wenn auch nur ein Punkt fragwürdig ist, sollte man das Projekt wenigstens verschieben, bis man diese Sicherheitslücke behoben hat.

Cannabis Pflanze

Die Pflanze Cannabis unterteilt sich in mehrere Arten/Gattungen. Die zwei bekanntesten sind Sativa und Indica. Die dritte ist Cannabis Ruderalis, die sich etwas absetzt. Aus diesen drei Arten wurden mittlerweile tausende verschiedenen Sorten (Strains) gezüchtet, die allesamt unterschiedliche Aromen und Wirkungen verursachen.

Jede Art weist Eigenheiten im Wachsumsverhalten, in der Blütedauer sowie in der Wirkung auf!

Gattungen

Grundsätzlich kann man eine Cannabis Sativa und eine Cannabis Indica anhand der Blütedauer unterscheiden. Eine reine Sativa, oder sativa-dominante Pflanze hat eine durchschnittliche Blütezeit von 10-12 Wochen. Eine reine Indica, oder indica-dominante Pflanze hingegen, im Schnitt 6-9 Wochen.

Sativas wachsen eher in die Höhe, Indicas bleiben klein und gedrungen. Hat man nur wenig Platz zur Verfügung, sollte man also eher auf Indicas zurückgreifen.

Weiterhin lässt sich sagen das der THC-Gehalt bei Sativas meist deutlich höher ist als bei Indicas. Legt man Wert auf einen höheren CBD-Gehalt, findet man das bei indicalastigen Sorten.

:arrow_forward: Mehr dazu im Artikel: Cannabis Sativa vs. Indica - was ist der Unterschied?

Sativa

Aufgrund ihrer Veranlagung wachsen Sativas wesentlich höher und schmaler als Indicas und bilden fluffigere Buds aus. Sativas besitzen meist einen weitaus höheren THC-Gehalt als CBD-Gehalt und wirken somit euphorisierender, mit einem ausgeprägteren High, als reine Indicasorten.

Zu den reinen sativa Sorten (100%) zählen unter anderem:

  • Mamma Thai
  • Purple Honduras Haze regulär
  • Destroyer regulär
  • Durban Poison regulär
  • Dr. Grinspoon

Indica

Reine Indicasorten wachsen wesentlich kleiner und kompakter als Sativas. Sie bilden feste, dicke Buds aus. Der THC-Gehalt ist deutlich geringer, wobei der CBD-Gehalt relativ hoch ist. Das führt dazu, dass die Wirkung von Indicas eher als beruhigend, angstlösend, stressmildernd und muskelentspannend wahrgenommen wird.

Zu den reinen indica Sorten (100%) zählen unter anderem:

  • Critical Kush
  • Hindu Kush
  • Super Skunk
  • Royal Cookies
  • Hollands Hope
  • Nothern Lights

Ruderalis

Cannabis ruderalis besitzt die Eigenschaft automatisch (auto-flowering), im entsprechenden Alter, das Blühen anzufangen. Völlig unabhängig der Beleuchtungszeit. Sie bildet wenig Zweige und Blätter aus und, wird im Schnitt, nur zwischen 30-80 cm groß. Der THC-Gehalt ist verschwindend gering, während der CBD-Gehalt relativ hoch ist. Reine Ruderalis-Sorten finden meist Verwendung in der Faserherstellung, sowie in der Lebensmittelindustrie.

Besonders interessant für Samenzüchter jedoch, ist die Eigenschaft von Cannabis ruderalis sehr früh und automatisch in die Blüte zu gehen, sowie ihre schnelle Reifung und Widerstandsfähigkeit! Durch eine geschickte Kreuzung, können großartige Hybriden z.B. mit „Autoflowering-Eigenschaften“ entstehen.

Hybride

Cannabis sativa, cannabis indica und cannabis ruderalis lassen sich problemlos miteinander kreuzen um unterschiedliche Merkmale in einer Pflanze zu vereinen. Dies machen sich die Samenzüchter zum Vorteil und kombinieren die besten Eigenschaften verschiedener Cannabisfamilien in einer neuen gekreuzten Art, einem Hybrid!

Beispiele Hybride sativa-dominant:

  • Chocolate Haze
  • Durban
  • Dutch Haze
  • Super Silver und viele mehr …

Beispiele Hybride indica-dominant:

  • Super Skunk
  • OG Kush
  • Blueberry
  • Bubble Kush
  • Gorilla Glue
  • Somango und viele mehr …

Inhaltsstoffe

Cannabis enthält mindestens 400-500 nachgewiesene Inhaltsstoffe. Ungefähr 100 davon sind die Cannabinoide. Die wohl bekanntesten Cannabinoide sind CBD und THC. Letzteres ist für die berauschende Wirkung bekannt. Beide haben jedoch einen hohen therapeutischen und medizinischen Nutzen!

CBD

CBD besitzt KEINE berauschende Wirkung! Es ist somit legal zu konsumieren.

CBD wirkt:

  • angstlösend
  • stresslindernd
  • beruhigend
  • antipsychotisch
  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend
  • antidepressiv
  • hilfreich bei Epilepsie
  • hilfreich für Parkinson-Patienten
  • hilfreich bei Schlafstörungen…

Dies ist nur ein Auszug der großartigen Wirkungen von Cannabidiol (CBD).

THC

THC wirkt psychoaktiv und dadurch berauschend!!! Bei manchen Menschen kann der Konsum zu Unwohlsein, Herzrasen, Angstzuständen, Verfolgungswahn und ähnlichen negativen Empfindungen führen. In diesem Fall wird zu Sorten mit wenig THC, oder reinen CBD-Sorten geraten!

Weiterhin wirkt THC:

  • schmerzlindernd
  • euphorisierend
  • appetitanregend
  • gefühlsverstärkend
  • beeinflusst die Wahrnehmung…

Auch hier könnte man die Liste endlos weiterführen, denn vor allem durch Kombination der verschiedenen Cannabinoide, treten wieder verschiedene Wirkungen auf. Jede Pflanzensorte ist in ihrer Zusammensetzung unterschiedlich, mit unterschiedlich hohen Zusammensetzungen der verschiedenen Inhaltsstoffe. Das macht diese Pflanze so unsagbar wertvoll, besonders für die Heilmedizin!

Samen kaufen

Bei nahezu jeder Samenbank oder Resellern von Hanfsamen gibt es diese Klassifizierungen:

  • regulär
  • feminisiert
  • autoflowering

In jeder Rubrik gibt es Sorten mit unterschiedlich hohen Anteilen von CBD und THC, bis hin zu reinen CBD-Pflanzen oder auch Pflanzen mit überwiegend THC.

Als kleine Entscheidungshilfe gibt es hier eine Hanfsamen-Kaufberatung.

Liste von Samenbanken

Indoor Anbau

Indoor stellt sich die Frage, ob man auf Erde oder Hydrokultur anbauen möchte. Man braucht für beides teilweise unterschiedliches Equipment, deshalb sollte man sich die Frage ziemlich am Anfang stellen, bevor man euphorisch beginnt das - eventuell falsche - Equipment zu kaufen.

Vor-, und Nachteile Erde:

:white_check_mark: Biologischer Anbau/Nachhaltigkeit
:white_check_mark: Einfacher für Anfänger
:white_check_mark: Überdüngung schwer möglich
:x: Kontrolle verzögert
:x: eventuell Schädlinge in der Erde

Vor-, und Nachteile Hydro:

:white_check_mark: Hohe Kontrollmöglichkeit
:white_check_mark: Nährstoffe schnell verfügbar
:white_check_mark: Keine Schädlinge im Medium
:x: Wesentlich aufwändiger
:x: Komplexität des Systems
:x: Schneidet geschmacklich schlechter ab

Erde

Fällt die Wahl auf Erde, muss man sich überlegen ob man organisch (biologisch) oder mineralisch (synthetisch) anbauen möchte.

Bei organischer Erde werden keine künstlich hergestellten Stoffe verwendet. Erde und Dünger sind voll biologisch hergestellt und abbaubar. Da der organische Dünger in der Erde erst verarbeitet werden muss, und nach und nach freigesetzt wird, sinkt die Gefahr vor Überdüngung. Das bedeutet aber auch, das man bei einem auftretenden Mangel nicht direkt eingreifen kann.

Mineralische Erde und demenstprechendes mineralisches Düngen, erhöht die Kontrolle ungemein, da ein direktes Eingreifen möglich ist. Die Nährstoffe stehen unmittelbar zur Verfügung und ein Mangel kann schnell behoben werden. Der Nachteil ist, das dadurch die Gefahr von Überdüngung deutlich erhöht ist. Mineralische Erden und Dünger bestehen meist aus nicht erneuerbaren Ressourcen und müssen aufwändig hergestellt werden.

Organisch

In einer organischen (biologischen) Erde herrscht ein aktives Bodenleben. Die Erde ist voll von Mikroorganismen. Diese gilt es zu „versorgen“ (organisch düngen), da durch ihre Ausscheidungen, die für die Pflanze benötigten, Nährstoffe freigesetzt werden. Deshalb sind die meisten Nährstoffe auch erst nach einigen Tagen verfügbar! Lediglich ca. 30% der Nährstoffe können direkt verarbeitet werden!

Mikroorganismen sterben ab, sollte die Erde zu sehr austrocknen. Deshalb ist es bei Bio-Erde wichtig sie nie gänzlich austrocknen zu lassen! Falls die Erde, zwischen den Gießintervallen, auf der Oberfläche zu sehr austrocknet, ist es ratsam sie zu bedecken. Dafür eignet sich zum Beispiel sauberes Stroh, Heu oder kleine Styroporkügelchen.

Mineralisch

In einer mineralisch (synthetisch) gedüngten Erde gibt es kein Bodenleben! Sämtliche Nährstoffe müssen über das Gießwasser verabreicht werden. Sie sind für die Pflanze sofort verfügbar!

:warning: WICHTIG: Man sollte Bio-Erde nicht dauerhaft mineralisch düngen, da sonst das Bodenleben in der Erde zerstört wird (In diesem Fall müsste man mineralisch weiterdüngen!) Denn es bringt nichts eine mineralisch vorgedüngte Erde, organisch zu düngen. Hier gibt es kein Bodenleben welches mit organischen Düngern versorgt werden könnte.

Natürlich könnte man auch eine Bio-Erde verwenden und dauerhaft mineralisch düngen, macht aber keinen Sinn. Vorallem da Bio-Erden im Vergleich teurer sind als mineralisch vorgedüngte Erden.

Das bedeutet, man muss sich um eine dementsprechende Erde und den dazu passenden Dünger bemühen!

:arrow_right: Mehr dazu in der Blumenerde Kaufberatung

Hydrokultur

Entscheidet man sich für Hydrokultur, gibt es verschiedene Anbaumedien. Hier wird nicht auf „normaler“ Erde angebaut, sondern auf Steinwolle, Kokos-Erde oder Substraten. Um die Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, gibt es die unterschiedlichsten Systeme.


(Vielen Dank an lemmi21)

Es gibt, unter anderem:

  • Ebbe- und Flutsysteme

  • Autopotysteme (wie oben im Bild zu sehen)

  • DWC-Systeme (deep water culture)

  • aeroponische Systeme

[Hier folgt ein eigener Beitrag!]

PH-Wert

Der richtige Ph-Wert des Gießwassers (Nährlösung) hängt IMMER vom eingesetzten Medium ab!

  • Erde --> Ph-Wert des Gießwassers zwischen 6,0 und 7,0.
  • Steinwolle --> Ph-Wert des Gießwassers zwischen 5,5 und 6,5.
  • Kokos-Erde --> Ph-Wert des Gießwassers zwischen 5,5 und 6,5.
  • Substrate --> Ph-Wert der Nährlösung zwischen 5,5 und 6,5.

Der richtige PH-Wert ist deshalb so wichtig, weil die Pflanzen die benötigten Nährstoffe nur innerhalb eines bestimmten Bereiches aufnehmen können!

/// Bild Nährstoffverfügbarkeit

Beim Anbau auf organischer Erde, kann man sich normalerweise das regelmäßige Messen des PH-Wertes sparen. Wenn man genau nach Düngeschema (des Düngerherstellers) verfährt und nicht zu weiches Wasser hat, senkt der Dünger den PH-Wert auf ein optimales Niveau! (ca. 6,5)

Das bedeutet aber auch, das man sich über seine Wasserwerte im Vorfeld informieren sollte (entweder durch Messen, oder über das zuständige Wasserwirtschaftsamt). Zum Messen gibt es sogenannte PH-Test-Kits für kleines Geld, damit kann man ganz einfach den PH-Wert seines Wassers oder Nährlösung ermitteln.

Wichtig: Der Dünger wird bei jedem Gießen zugefügt! Sonst wird man zu große Schwankungen im PH-Wert Bereich haben und riskiert einen Lockout. Das heißt die Erde selbst weist einen PH-Wert auf, in dem ein Teil der Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden können. :warning: Der Mangel ist vorprogrammiert.

Kleinere Schwankungen kann die Erde gut puffern.

EC-Wert

Der Ec-Wert (electric conductivity) gibt die elektrische Leitfähigkeit des Wassers an. Diese wird in Siemens pro Meter (S/m) angegeben.

Beachte: Bei den meisten Messgeräten wird der Wert in mS/cm angegeben!
(milli Siemens / Zentimeter)

Man misst damit die Konzentration der gelösten Salze (Ionen) in der jeweiligen Nährlösung. Je höher der Anteil der Salze, desto höher der Wert und somit die Leitfähigkeit.

Der optimale Ausgangswert für Nährlösungen ist ein EC-Wert von 0,2-0,4 mS/cm. Die Temperatur der Nährlösung verändert auch den EC-Wert, deshalb sollte die Nährlösung immer um die 20 Grad Celsius haben. Somit schafft man immer die gleichen Bedingungen zum Messen , darüberhinaus können die Pflanzen in diesem Bereich die Nährstoffe am besten aufnehmen.

Baut man seine Pflanzen auf Erde an, interessiert einen der Ec-Wert normalerweise erst, wenn man eine Versalzung des Mediums (also eine Überdüngung) vermutet. Dann misst man den Ec-Wert des Drainagewassers. (Das Wasser was sich im Untersetzer sammelt beim Gießen)

Der Wert sollte auf Erde 2,3 mS/cm nicht übersteigen! Tut er dies muss gespült werden. Das macht man mit der 3-fachen Menge der jeweiligen Topfgröße.

Das bedeutet: Hat man einen 7 Liter Topf, sollte man ca. 21 Liter Wasser nehmen!

Als Wasser sollte man ungedüngtes Wasser mit einem PH-Wert von 6 nehmen, da sich da die Mineralien und Salze am besten lösen!

:warning: Wenn man sich trotzdem nicht sicher ist, sollte man sich - bevor man spült - mit aktuellen Fotos der betroffenen Pflanze und einer kurzen Beschreibung hier helfen lassen:

Dünger

Es lohnt sich nicht „irgendwelchen“ Dünger zu benutzen, um Cannabis zu versorgen. Wenn man sich nicht auskennt sollte man auf jeden Fall auf speziellen Dünger für Cannabis zurückgreifen und nach deren Düngeschema verfahren. Um nicht unnötig die falschen Produkte zu kaufen gibt es hier die Dünger-Kaufberatung:

Mineralisch/Synthetisch

Vor-, und Nachteile mineralischer Dünger:

:white_check_mark: Hohe Kontrollmöglichkeit
:white_check_mark: Nährstoffe schnell verfügbar
:white_check_mark: Mangel schnell zu beheben
:x: Risiko von Überdüngung erhöht
:x: eventuell Nicht aus erneuerbaren Ressourcen

Organisch/Biologisch

Vor-, und Nachteile organischer Dünger:

:white_check_mark: Aus organischen Quellen/Nachhaltigkeit
:white_check_mark: Überdüngung schwer möglich
:white_check_mark: Schneidet geschmacklich besser ab
:x: Bei Mängeln kein direktes Eingreifen möglich
:x: Risiko von Pilzen und Algen erhöht

Richtiges Gießen

Cannabis sollte nie zu nass stehen! Staunässe muss unbedingt vermieden werden! Deswegen sollten die jeweiligen Töpfe, ausreichend viele, Löcher für den Ablauf des Wassers besitzen.

Die Wurzeln von Cannabis müssen auch immer wieder die Möglichkeit bekommen, Luft zu erlangen. Das funktioniert aber nicht wenn die Erde dauerhaft zu nass gehalten wird. Während die Pflanze das Wasser verarbeitet und die Erde langsam wieder trockener wird, kann Sauerstoff in die Erde nachströmen und an die Wurzeln gelangen.

Gegossen wird am besten zu Beginn der Beleuchtungsphase. Das Wasser (sofern es aus der Leitung stammt) sollte ca. 12-24 Stunden abgestanden haben, um Co² ausgasen zu lassen und es auf Zimmertemperatur zu bringen!

:warning: Es geht um das Ausgasen von CO² welches die Wasserversorger zum Wassertransport im Leitungssystem, aber auch als PH-Senkung des Leitungswassers verwenden!
Da CO² ausgast, wird sich der PH-Wert des Wassers erhöhen, weil die senkende Wirkung verloren geht.
Bereitet man also seine Nährlösung mit unabgestandenen Wasser zu und stellt den PH-Wert ein, dann wird sich dieser innerhalb 24 Stunden wieder nach oben verschieben, weil CO² ausgast.
Wenn das im Nährstofftank passiert, kein Problem, kann man ja gegensteuern, wenn damit aber schon gegossen wurde, hat man im Medium starke PH-Schwankungen die in einen zu hohen PH-Wert der Wurzelzone endet.
Um eine stabile Nährlösung zuzubereiten muss das Wasser abgestanden sein!
Sonst kann man den PH-Wert nicht richtig einstellen, weil man ja nicht wissen kann um wieviel er nach dem Ausgasen steigen wird.
Darüberhinaus unterliegt es eh starken Schwankungen. Je nachdem bei welchen Leitungsdruck der Wasserversorger CO² zuspeisst und/oder um wieviel er den PH senken muss um seine Werte einzuhalten. Dies kann sich täglich ändern!
Es geht also um die Stabilität des PH-Wertes im Medium und im Tank! :warning:

Nach dem Ausgasen, gibt man seinen Dünger nach Düngeschema hinzu und rührt, mehrmals um!

Faustregel der Gießmenge: 1/3 des Volumen des Topfes. Zum Beispiel, bei einem 6 Liter Topf beträgt die Gießmenge ca. 2 Liter!

Immer langsam und in kleinen Intervallen gießen, damit die Wurzeln genug Zeit bekommen das Wasser aufzunehmen! Das Wasser was sich eventuell im Untersetzer sammelt (Drain), schüttet man weg.

Das Gießwasser sollte eine Temperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius haben. Je wärmer das Wasser umso weniger Sauerstoff enthält es! Zu heißes oder zu kaltes Wasser kann die Wurzeln schädigen!

Um Über-, oder Unterwässerung zu vermeiden, ist es am besten wenn man den Topf mit der Pflanze direkt nach dem vollständigen gießen (bis ein bisschen Drainagewasser unten aus dem Topf abfließt) wiegt und sich diesen Wert notiert. Dann wartet man bis sich das Gewicht in etwa um 2/3 verringert hat, nun ist es Zeit zum Gießen!

Beispiel.: Wiegt ein Topf nach dem Gießen 6 kg, dann sollte bei einem Gewicht von ca. 2 kg gegossen werden!

Richtiges Umtopfen

Durch richtiges Umtopfen zur richtigen Zeit kann man das Wurzelwachstum massiv anregen.

Hier das kleine Umtopf-1x1:

Sobald die ersten Wurzelspitzen unten aus den Ablauflöchern rauswachsen, ist es Zeit umzutopfen!

Zuerst bereitet man sich den neuen Topf vor. Wenn organisch angebaut wird, empfiehlt der Hersteller das die Erde einige Stunden vorher „aktiviert“ das heißt angegossen werden soll. In dieser Zeit entwickele sich das Bodenleben und die Mikroorganismen werden aktiv.

Im besten Fall benutzt man eckige Töpfe, um Ringwuchs der Wurzeln zu vermeiden. Hier im Beispiel sind jetzt runde Töpfe zu sehen.

Man bereitet also seinen neuen Topf vor, indem man mit dem kleinen Topf ein Loch in der Erde vorformt. So lässt sich die Pflanze mit dem Wurzelballen problemloser einsetzen.

Nun nimmt man die Pflanze und neigt sie über Kopf.

:warning: Wichtig: Mit zwei Fingern den Stamm auf der Erdoberfläche festhalten. Ein leichtes Rucken sollte genügen und der Wurzelballen rutscht aus dem Topf.

Geht das nicht, kann man den Topf von aussen leicht walken oder/und auf den Topfboden klopfen.

:warning: Beachte: Die Erde sollte beim Umtopfen nie ganz trocken oder klitschnass sein. In beiden Fällen wird der Wurzelballen wohl nicht am Stück rauskommen.

Es sollte mehrmals innerhalb der Wachstumsphase umgetopft werden. Beispielsweise nach dem Keimvorgang von einem Topf mit 0,25-0,5 Liter zur Anzucht, in einen mit 1,5 - 2,5 Liter, danach 4-7 Liter und dann in den Endtopf.

Starkzehrer (oder bei einer sehr langen Wachstumsphase bsp. 12 Wochen) verlangen auch einen großen Topf. Hier sollte der Endtopf nicht unter 12 Litern liegen!

:warning: Ein Umtopfen sollte spätestens ab der frühen Blütephase nicht mehr erfolgen. Nun sollte die Pflanze in ihrem Endtopf sitzen und sich - ohne Umtopfstress - voll auf die Blütenproduktion konzentrieren können.

:warning: Autoflowering-Pflanzen werden direkt in den Endtopf gepflanzt! Hier gilt es: So wenig Stress wie möglich!

Hier nochmal etwas ausführlicher: Umtopfen!

Schädlinge

Je früher man einen Schädlingsbefall erkennt, umso eher hat man die Chance effektiv dagegen vorzugehen. Einige Schädlinge, können Cannabis massiv schädigen!



Auch hier gibt es wieder verschiedene Mittel und Wege wie man Schädlinge loswerden kann. Als erstes gilt es zu bestimmen um welchen Schädling/Schädlinge es sich handelt. Befinden die befallenen Pflanzen sich schon in der Blütephase, ist es z.B. oft ratsam Raubmilben einzusetzen. Im Beitrag „Schädlinge beim Anbau von Cannabis“ [folgt] werden Präventionsmaßnahmen und Lösungen zur Bekämpfung von Schädlingen ausführlich behandelt.

Die gängigsten Schädlinge beim Anbau von Cannabis:

  • Spinnmilben
  • Thripse
  • Minierfliege
  • Trauermücken
  • Blattläuse
  • Schildläuse
  • Weiße Fliege
  • Raupen
  • Schnecken

Das Beste was man gegen Schädlinge unternehmen kann, ist die Prävention! Der Growroom und die Umgebung sollte stets sauber gehalten werden. Nach jedem Grow sollte eine Grundreinigung erfolgen!

Nährstoffprobleme

Bekommt eine Pflanze vermehrt gelb oder welk werdende Blätter, hat auffällige Flecken oder Verfärbungen, und Schädlinge sind auszuschließen, hat man wahrscheinlich ein Nährstoffproblem.



In diesem Fall hat man die Möglichkeit mit unserem Nährstoff-Diagnosetool herauszufinden, ob es sich um eine Über-, oder Unterdüngung handelt:

Equipment

Wenn man sich vorstellt das man für seine Pflanzen ein regelrecht eigenständiges Mikroklima erschaffen muss, wird einem bewusst das alle Teile aufeinander abgestimmt sein sollten. Um am Anfang nicht völlig überfordert zu sein kann man sich mit unserem Equipment-Guide unter die Arme greifen lassen:

Growbox

Mittlerweile gibt es unzählige verschiedene Varianten und Variationen. Um die Wahl etwas einfacher zu gestalten haben wir hier einige Infos zusammengestellt:

Selber bauen?

Natürlich kann man seine Growbox auch selber bauen. DIY (do it yourself). Dennoch gibt es einiges zu beachten:

Beleuchtung


Es gibt unterschiedliche Beleuchtungsarten. Von Leuchtstoffröhren in der Anzucht, über Metallhalogen und Natriumdampflampen, bis hin zur LED-Technik. Vor-, und Nachteile findet man in der folgenden Beleuchtungs-Kaufberatung!

Abluft/Umluft

Ein besonders wichtiger Bereich beim Anbau von Cannabis ist die Abluft. Hier gilt es seine Abluft geruchsfrei zu bekommen! Dies erreicht man mit einem passenden Abluftsystem mit Aktivkohlefilter (AKF). Man sollte NIEMALS ohne einen Aktivkohlefilter Cannabis anbauen.

Für eine gute Umluft ist unbedingt zu sorgen! Die Pflanzen stärken sich durch die Windbewegungen und man beugt Schimmel vor. Gute Ventilatoren findet man hier:
https://www.cannabisanbauen.net/umluft-kaufberatung/

Blumentöpfe

Auch bei Blumentöpfen gilt es einiges zu beachten um das Optimum aus unseren Pflanzen rauszuholen. Hier unsere Kaufempfehlung:

Werkzeug & Zubehör

Der Anbau von Cannabis lässt sich mit den entsprechenden Werkzeugen erleichtern. Hierfür gibt es einige nützliche Hilfsmittel.

  • Erntehelfer
  • Schutzbrillen
  • Hygieneartikel
  • Messgeräte
  • Ph-Test Kit
  • EC-Meter
  • Taschenmikroskop
  • Trockennetz

Mehr dazu in der Werkzeug & Zubehör Kaufberatung

Shop-Empfehlungen

Sicher online Käufe tätigen

Tipps zum Online Bestellen

Tipp #1 – Fake Daten nutzen : Beim Online Kauf ist niemand verpflichtet seine wahren Daten anzugeben. Das ist NICHT illegal. Man hat die komplette Freiheit erfundene Daten anzugeben, es gibt kein Gesetz dagegen. Man kann die Rechnungsadresse zu „obfuskieren“ , sprich Fake Daten einzugeben. Auch die Email Adresse sollte keinen Aufschluss über die eigene Identität geben können. Hier empfehle ich ProtonMail.

Tipp #2 – An Freunde liefern lassen : Man sollte sein Equipment nie an die eigene Adresse liefern lassen. Besser ist die Lieferung an Freunde oder Bekannte, die Privatsphäre genauso viel schätzen, wie man selber. Deshalb nie die eigene Adresse (oder eigenen Namen) für Lieferadresse nutzen.

Tipp #2.1 – Riskant aber dennoch möglich : Man kann sogar noch ein Schritt weiter gehen und einen Fake-Namen für den Empfänger nehmen. Dann überklebt man das Schild auf der Klingel für den Tag der Lieferung. Nur dann sollte man sicherstellen, dass man am Tag der Lieferung zuhause ist und die Sendung nicht im Paket-Shop landet. Andernfalls muss man sich bei der Abholung ausweisen.

Tipp #3 – Nicht selber zahlen : Bei der Online-Bezahlung sollte man es vermeiden direkt vom eigenen Bankkonto die Bestellung zu bezahlen. Besser ist es, wenn ein Freund oder Bekannter die Bestellung über sein Bankkonto , Paypal Account oder sonstiges bezahlt. Dann kann man demjenigen das Geld bar zurückgeben.

Bonus-Tipp : Wenn möglich, mit Bitcoin oder anderen Cryptowährungen bezahlen. Ist technisch gesehen nicht 100% anonym, aber die Bürokraten sind Jahre davon entfernt es ordentlich auszuwerten. (Da JrGong Crypto unterstützt, biete er 20% Rabatt beim Kauf des Indoor Growguide eBooks bei Zahlung mit Bitcoin & co)

Was man NICHT machen sollte:

  • Einzelteile bei mehreren Shops kaufen : Es ist riskanter seine Daten bei ganz vielen Shops zu hinterlassen. Besser ist es stets bei einem zuverlässigen Shop zu bleiben und immer dort zu bestellen. Andernfalls steigt die Gefahr, dass einer der Shops Scheiße baut und von der Polizei durchsucht wird.
  • Teile über Kleinanzeigen kaufen: Man sollte nicht irgendwelchen Kleinanzeigen in Sachen Growing Equipment trauen. Die Gefahr ist zu hoch, dass es sich um Diebe handelt, die einem die Kohle abziehen und die Ware nicht hergeben. Schließlich würde ein Grower nie zur Polizei rennen, um sich zu beschweren, dass beim Kauf von Grow-Equipment ausgeraubt wurde.
  • Zur Packstation liefern lassen : Die Packstation der Post ist nicht anonym. Es ist eine Registrierung und eine Verifikation der Daten (über die Postadresse) nötig. Deswegen besser die Packstation nicht nutzen.
  • Bei Dropshipping-Shops kaufen : Einige Shops betreiben selber kein Lager, sondern lassen direkt die Ware über Großhändler an den Endkunden liefern. Dieses Prinzip, bei dem man bei Shop A kauft, es aber dann von Shop B geliefert wird, nennt sich Dropshipping. Das Problem dabei ist, dass die Daten bei zwei Anbietern landen: Shop und Großhändler. Leider sind solche Shops manchmal schwer als solche zu erkennen, da sollte man im Zweifelsfall anrufen. Oder sich stattdessen stets an vertrauenswürdige bewährte Anbieter wie Grow-Shop24.de halten.
  • Aus dem Ausland bestellen : Wer sich darauf verlässt, dass ein Shop aus dem Ausland die Daten nicht weitergibt, muss enttäuscht werden. Gerade innerhalb der EU Zone haben die Ämter sich Wege und Systeme geschaffen, um Daten recht fix an ihre Kollegen im anderen Land weiterzugeben.

Outdoor Anbau

Indoor vs. Outdoor

Die Frage ob man Indoor oder Outdoor anbauen „sollte“, hängt hauptsächlich von den wohnlichen Gegebenheiten ab! In einer Großstadt wird es eher schwierig sein einen sicheren Outdoor-Spot zu finden. Auch ist es schwieriger in einem Mehrfamilienhaus - unentdeckt - zu growen, als im Eigenheim.

Die Kosten sind beim Indoor-Anbau relativ hoch, während sie sich beim Outdoor-Grow eher im niedrigen Bereich ansiedeln.

Verständlicherweise hat man beim Indoor-Grow die vollständigere Kontrolle über das ganze Geschehen. Andererseits kann man einen Outdoor-Grow viel einfacher abbrechen, falls mal etwas nicht sicher erscheint.

Das Risiko ist bei beiden Anbauweisen groß!

Vor-, und Nachteile Indoor-Anbau:

:white_check_mark: Man muss keinen sicheren Spot suchen
:white_check_mark: Volle Kontrolle
:x: Kosten hoch
:x: Risiko hoch

Vor-, und Nachteile Outdoor-Anbau:

:white_check_mark: Kosten relativ niedrig
:white_check_mark: Lässt sich zur Not leicht abbrechen
:x: Erschwerte Kontrolle
:x: Risiko hoch

Keimphase

Ein gesunder Samen weist eine dunkle, marmorierte Farbe auf und ist sehr hart. Ist er hellgrün, weich oder gar hohl wird die Keimrate wenig bis null betragen.

Man kann den Samen direkt in die Erde setzen oder in einem anderen feuchten Medium (z.B. zwischen zwei feuchten Papiertüchern) vorkeimen lassen und dann erst in die Erde einsetzen.
[hier folgt eine kleine bebilderte Anleitung!]

In allen Fällen ist es wichtig, dass das Medium nie ganz austrocknet. Der Keimprozess würde zum erliegen kommen, da die Samen keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen können. Die optimale Temperatur liegt hier zwischen 21 und 23 Grad Celsius.

:warning: Cannabis keimt im Dunkeln! Licht wird erst benötigt, sobald der Keimling sich durch die Erde drückt!

Als Anfänger würde ich nach meinen motorischen Fähigkeiten gehen. Ist man zu grobmotorisch, versucht man sich erstmal mit Einsetzen des Samens direkt in die Erde! Dann sieht man zwar erst ob der Samen keimt wenn er sein Köpfchen durch die Erde drückt, aber man hat auch nicht das Risiko die frisch gekeimte Pfahlwurzel (Keimwurzel), beim umsetzen, zu verletzen.

Hat man ältere Samen oder will man die Keimrate einer Sorte ermitteln, empfiehlt sich das Vorkeimen. So kann man genau beobachten wie sich die Samen verhalten.

Vor-, und Nachteile beim Vorkeimen:

:white_check_mark: Man sieht genau ob und welche Samen keimen
:white_check_mark: Keimverhalten kann beobachtet werden
:white_check_mark: Ältere Samen können erst geprüft werden
:x: Verletzungsgefahr des Keimlings sehr hoch
:x: Ein Arbeitsschritt mehr

Vor-, und Nachteile beim Einsetzen direkt in die Erde:

:white_check_mark: Verletzungsgefahr des Samens gering
:white_check_mark: Ein Arbeitsschritt weniger
:x: Samen sollte korrekt eingesetzt werden
:x: Man sieht viel später ob der Samen keimt

WICHTIG: Den Samen und/oder Keimling sollte man, wenn es geht, nicht mit den Fingern anfassen. Die Fette auf unserer Haut werden den Samen schädigen und die Keimrate negativ beeinflussen. Auch können so Bakterien und Keime übertragen werden. Deshalb ist hierfür eine Pinzette zu empfehlen.

Will man seinen Samen direkt in die Erde setzen, sollte man die Erde VOR einsetzen des Samens wässern, da sie danach nochmal zusammensackt und sonst der Samen eventuell viel zu tief sitzt. Dieser sollte in einer Tiefe von 1-2 Zentimetern eingesetzt werden.


(Vielen Dank an Lowryder)

Die Temperaturen sollten in dieser Phase zwischen 26-28 Grad Celsius betragen. Sind die Temperaturen niedriger wird das Wachstum gehemmt, während zu hohe Temperaturen die Schimmelbildung fördern!

Wenn man sich den Samen genau anschaut, wird man sehen das er an einer Seite eine Spitze und an der anderen Seite ein kraterähnliches Ende besitzt. Man setzt den Samen mit der Spitze nach oben in die Erde. Die Keimwurzel tritt an der spitzen Seite aus formt ein U, wächst dadurch nach unten und drückt den Rest nach oben.

Im besten Fall keimt der Samen nach 24 Stunden, es kann aber auch mal bis zu 14 Tage dauern bis sich das kleine Köpfchen (oft noch mit Samenschale besetzt) durch die Erde drückt. Als nächster Schritt sollte sich die Samenkapsel vom Keimling lösen und die zwei Keimblätter kommen zum Vorschein.


(Vielen Dank an elcy)

In seltenen Fällen kann es passieren das zwar die Samenkapsel abfällt, sich aber die Samenhülle nicht eigenständig löst. Dann muss man erste Hilfe leisten und die Hülle vorsichtig entfernen. Von alleine wird es der Keim nicht schaffen und würde verkümmern!

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Dies macht man am besten mit einer Pinzette und einem Zahnstocher! Beides sollte „keimfrei“ sein. Zuerst besprüht man den Keim, mit eben dieser Hülle, mit Wasser. Nach ein paar Minuten sollte die Hülle schön durchfeuchtet sein und sich besser lösen lassen.

Wichtig: Der Keim ist extrem empfindlich, hier gilt es unbedingt vorsichtig zu arbeiten! Man hält den Keim leicht mit der Pinzette fest und versucht mit dem Zahnstocher die Hülle vorsichtig runterzupulen.

Anzucht

Nun wird sich der Keimling erstmal um ein gutes Wurzelsystem bemühen, um dann rasant oberirdisch wachsen zu können. Außer den Keimblättern, werden nun alle nachkommenden Blätter die typische gezackte Blattform aufweisen. Die Anzahl der Blattfinger wird sich nach und nach erhöhen, erst ein Blattfinger, dann drei, dann fünf, dann sieben, dann neun und bei extrem großen Pflanzen können sich auch schon mal 11-Finger Blätter ausbilden!

Spätestens sobald die ersten gezackten Blätter zu sehen sind, sollte für ausreichend Licht und gute Umluft gesorgt werden! Bekommen sie das nicht, könnte es ganz schnell zum „spargeln“ kommen.


(Vielen Dank an Patrik)

Cannabis benötigt immer eine gute Umluft! Rund um die Uhr, also 24/7. In der Sämlingsphase stärkt sich der Stamm hauptsächlich durch das „Tanzen“ der Pflänzchen im Wind. Fehlt dieser, bleibt der Stamm dünn und schlacksig und droht unter dem steigenden Gewicht der wachsenden Blätter umzuknicken.

Ähnlich verhält sich der Sämling, wenn kein ausreichendes Licht vorhanden ist. Dann ist er nämlich genötigt schnell zum Licht hinzuwachsen und kommt mit der Stammstärkung nicht hinterher.

Ist dieser Fall eingetreten und der Sämling spargelt, sollte man die Ursache beseitigen (Lichtmangel, zu wenig Umluft), den Sämling umtopfen und bis hoch zu den Keimblättern in die Erde einsetzen! Somit ist die Pflanze gestützt und kann sich weiter normal entwickeln. Vorsichtig, damit nichts bricht!

Wachstumsphase

Gehen wir davon aus, dass Indoor angebaut wird und wir reguläres oder feminisiertes Saatgut haben! Für Autoflowering-Samen gelten wieder andere Beleuchtungszeiten.

Dann steuern wir die Beleuchtung in der Wachstumsphase so, dass die Pflanzen mindestens 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit bekommen. Ganz wichtig: absolute Dunkelheit! Selbst ein kleiner Lichtschein kann Cannabis stressen und zum Zwittern bringen.

Nun kommt es hauptsächlich auf die Höhe des Zeltes, Raumes oder Growbox an, die man zur Verfügung hat, wie lange man die Pflanze in der Wachstumsphase hält. Jeder Strain hat ein unterschiedliches Charakteristikum und neigt zu einem starken oder weniger starken Wachstumschub (Stretch) nach Einleitung der Blütephase.

Deshalb ist es wichtig seine Samensorte zu kennen, um mit den Breederangaben eine Einschätzung, zu eben diesem Stretch, zu haben. So kann man dann die voraussichtliche Höhe seiner Pflanzen am Ende des letzten Wachstumsschubs einschätzen.

Achtung: Bei manchen Sorten kann das bis zu 300% oder gar 400% Zuwachs, ab Einleitung der Blütephase, in der Höhe betragen!

So sollten gesunde Pflanzen in der Wachstumsphase aussehen:

*(Forumsbild)*

Da man die Dauer der Wachstumsphase individuell pro Grow festlegen kann, hat man außerdem die Möglichkeit verschiedene Techniken an den Pflanzen anzuwenden:

  • LST - low-stress-training (wird noch bearbeitet)
  • HST - high-stress-training (wird noch bearbeitet)

Jede angewandte Technik, birgt in irgendeiner Weise Stress für die Pflanze. Schneidet man etwas ab oder bindet man was runter etc. wird die Pflanze sehr wahrscheinlich mit einem kurzen Wachstumsstopp reagieren, um diese Stellen zu reparieren. Deshalb sollte man ihr nach solchen Prozeduren noch einige Zeit „zur Erholung“ gönnen, bevor man letztendlich die Blütephase einleitet.

Blütephase

Die Blütephase leitet man, bei regulärem und/oder feminisiertem Saatgut, mit Umstellung der Beleuchtungszeit auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) ein.

Allerdings muss die Pflanze erst über ein gewisses biologisches Alter verfügen, eine Art von Pupertät hinter sich haben, um in die Blütephase gehen zu können.

Nach UNGEFÄHR 4 Wochen Lebenszeit, zeigt eine Pflanze automatisch (unabhängig von der Beleuchtungszeit), aufgrund ihres Alters, ihr Geschlecht. Der ehemalige Sämling ist nun zu einer reifen Pflanze herangewachsen. Wir befinden uns also in der Vorblüte!

Ab diesem Zeitpunkt kann man die Pflanze mit der Beleuchtung von 12/12 in die Blüte schicken! Sie wird ihre Hormone umstellen und in ca. 7-10 Tagen das Blühen anfangen.

:warning: Blütetage werden erst ab Sichten der ersten Stigmen an den Triebspitzen gerechnet! :warning:

Auch bei der Methode 12/12 from seed to harvest (12 Stunden Beleuchtung vom Samen bis zur Ernte), wird die Pflanze erst dann das Blühen anfangen sobald sie die Vorblüte erreicht hat!

:warning:Stecklinge allerdings, sind immer abhängig von dem Alter der Mutterpflanze! Hat diese die Vorblüte schon erreicht, bei Entnahme des Stecklings, lässt sich ein Steckling sofort in die Blüte schicken. Er muss keine Pupertät mehr durchleben, da er immer so alt ist wie die Mutter!

Autoflower müssen nicht in die Blüte „geschickt“ werden, sie beginnen (wie der Name schon sagt) automatisch und unabhängig der Beleuchtungszeit, dass Blühen!

Weibliche Vorblüte

Bei einer weiblichen Pflanze bildet sich an jeder Triebachsel und Blattachsel ein Blütenkelch (die sogenannte Calyxe) mit je 2 Blütenstempeln (Pistille).


(Forumsbild)

Männliche Vorblüte


(Forumsbild)

Bei einer männlichen Pflanze entstehen Pollensäcke (auch Bananen genannt) an ebensolchen Trieb-, und Blattachseln.

Sollte keine Bestäubung der weiblichen Blüten - zur Samengewinnung - gewollt sein, sollte man alle männlichen Pflanzen und/oder Zwitter schleunigst aus dem Anbauraum entfernen und vernichten.

Dabei ist darauf zu achten das man im besten Fall keinen Pollen in der Gegend verteilt! Dies kann durchaus zu Teilbestäubungen führen und man büßt einen Teil seines Ertrages ein, da jetzt Samen in den bestäubten Blüten produziert werden.

Hier etwas ausgereiftere männliche:

briansmom10
(Vielen Dank an BriansMom)

foxp2_2
(Forumsbild)

Was ist mit Zwittern

Wenn beide Geschlechtsmerkmale vorhanden sind, handelt es sich um einen Zwitter! Sie sollten ebenso aus dem Anbauraum entfernt werden. Sonst werden sie relativ schnell die Weibchen bestäuben und sie für den angedachten Konsum unbrauchbar machen.

Weibliche Blüte


Es bilden sich nun überall kleine Blüten, die aus unzähligen einzelnen Blütenkelchen mit jeweils 2 Blütenstempeln bestehen. In den nächsten Wochen werden diese immer zahlreicher und schwellen nach und nach zu dicken Buds heran.

Die Dauer der Blütephase ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich! Grob gesagt braucht eine Pflanze der Gattung Indica zwischen 6-9 Wochen und der Gattung Sativa zwischen 10-12 Wochen, bis sie einen erntereifen Zustand erreicht hat.

Am Ende der Blütezeit wird die Pflanze anfangen ihre Färbung zu ändern. Die Blätter werden vermehrt gelb, sie beginnt zu herbsteln! KEINE PANIK! Das ist im Lebenszyklus so vorgesehen. Dies geschieht weil die Pflanze nochmal all ihre Kraft aus den Blättern saugt und in die Reifung der Blüten steckt.

Hier mal ein Foto einer - vermutlich - erntereifen Pflanze: Vermutlich deshalb, weil man den Erntezeitpunkt NIEMALS anhand ihres Aussehens beurteilen sollte.


(Vielen Dank an Ruhr-Pot)

Erntezeitpunkt

Der optimale Erntezeitpunkt wird anhand der Färbung der Trichome (Harzdrüsen) ermittelt. Am besten nimmt man dazu ein Taschenmikroskop mit einer 60-100 fachen Vergrößerung! Nun schaut man sich, Richtung Ende der angegebenen Blütezeit, regelmäßig die Trichome auf der Pflanze an.

Am Anfang sind sie klar und durchsichtig (unreif), werden dann milchig/grau und undurchsichtig (reif), bis sie zu bernsteinfarben, bräunlich wechseln (abreifend).

:x: Trichome sind klar und durchsichtig: Pflanze ist noch unreif!

:white_check_mark: Trichome sind milchig/grau und undurchsichtig: Pflanze ist reif! THC sehr hoch, Turn euphorisierend.

:white_check_mark: Trichome sind bernsteinfarben: Pflanze reift langsam ab! CBD erhöht sich, Turn eher entspannend.

:x: Trichome sind bräunlich schwarz: Pflanze ist überreif! Optimaler Erntezeitpunkt leider verpasst.

Das heißt, zum Ernten gibt es ein bestimmtes Zeitfenster, in dem es auf die eigenen Ansprüche bezüglich der Wirkung ankommt. Hier nochmal etwas detaillierter:

Trocknung

Nachdem die Pflanze geerntet ist, gibt es natürlich auch einiges bei der Trocknung zu beachten:

Lagerung

Lagern sollte man sein Gras in verschraubbaren Gläsern und es kühl und dunkel stellen. Desweiteren sollte man sämtliche Gläser regelmäßig lüften und auf Schimmel kontrollieren. Um die Feuchtigkeit im Glas auf einem optimalen Niveau zu halten, gibt es Hilfsmittel, Schwankungen der Feuchtigkeit im Glas ausgleichen.

Hier ein Beispiel: Boveda verkauft sogenannte Humidipaks. Sie geben - wenn nötig - Feuchtigkeit ab, oder nehmen welche auf um die Feuchtigkeit im Glas stabil zu halten.Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und von verschiedenen Herstellern. WICHTIG: Die Feuchtigkeit von Cannabis sollte während der Lagerung 58-62% betragen!

:warning: Beachtet man das nicht, droht Schimmelgefahr! :warning:

Veredelung

Durch eine optimale Trocknung kann man seine Ernte im nachhinein „veredeln“! Das nennt man curen. Man sollte es auf jeden Fall, auch als Anfänger, versuchen. Der Unterschied von fermentiertem zu unfermentiertem Gras, im Geschmack und Geruch, ist einfach phänomenal!

Verarbeitung

  • Kief/Skuff

  • Hasch aus Trockensiebung

  • Rosin

  • Bubble Hash

  • Extrakte

  • Öle

  • in der Küche

(Ein eigener Beitrag über das Thema Verarbeitung folgt!)

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Hier bitte ausschließlich Verbesserungsvorschläge für den Anfängerguide posten!

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Ich glaube nicht das es sich beim Curen um eine Fermentierung handelt.
Mein Wissensstand ist, dass es ein Reifeprozess ist… :wink:

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Ja, das wurde mir auch schon gesagt, deshalb steht da überhaupt curen drin :smile: Allerdings steht im verlinkten Artikel auch fermentieren und so hab ich es dann an einer Stelle mit drin gelassen, damit es nicht ganz so verwirrend ist.
Fakt ist das es bei beidem durch curen ersetzt werden muss, ja :sweat_smile:

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Das Curen ist auch Fermentieren.
Unter Fermentieren verstand man früher die anaerobe (== ohne Sauerstoff) Vergärung.
Heute versteht man darunter ziemlich viele, völlig verschiedene „Zersetzungs“- oder „Umwandlungs“. Prozesse. Die können, wie beim Curen, aerob (mit Sauerstoff), oder ohne ablaufen.
Es gibt aber auch enzymatische Fermentation.

Wie auch immer: Beim Curen soll das Chlorophyll zersetzt und das THCa in THC umgewandelt werden. Beides Reaktionen, die der Definition von Fermentation entsprechen.

Curen kann getrost Fermentation genannt werden.

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Tabak und Tee werden z.B. fermentiert und so sehen meine Buds im Glas dann bestimmt nicht aus!

Ich bin da eher Flo’s Meinung

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Ich würde ja zu gern auch so’n Inhaltsverzeichnis für meinen Report bauen. Geht das?

Nur zu… Es liest sich ja schon längst wie ein Inhaltsverzeichnis :wink::ok_hand:

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Ich mein die Kapitelüberischt in der rechten Spalte, ich glaub in nem User-Report geht das nicht. Hab aber auch nen Denkfehler, das Verzeichnis ist ja nur für den ersten langen Post, nicht für nen ganzen Thread.

Ok, ich könnte noch eins in meinen Eingangspost reinbauen & die Links von Hand setzen …
Mal sehen. Sorry wegen OT :wink:

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